Roter Faden - The Central Seam

28.07.2013 um 19:45 Uhr

Main-Quiltfestival 2013

von: Bloomsbury   Kategorie: Reisen und Ausflüge

Dieses Jahr fand das Main-Quiltfestival zur Zeit der großen Hitze mit angekündigten 38° Celsius statt, die auch locker erreicht wurden. Dementsprechend waren die Besucher weniger und die Zettelchen mit der Aufforderung, nicht zu fotografieren, waren unübersehbar.

 

Nun kann man sich nicht so viel merken, wenn man nicht die Fotos zur Unterstützung hat und aufgrund der zur Verfügung stehenden Zeit habe ich auch nur wenige Notizen gemacht.

Zuerst waren wir in der Stadthalle, weil diese dem Bahnhof am nächsten war. Dort befanden sich die Ausstellungsstände und an einem Stand des PartnerMedienVerlages kam man in den Genuss so manchen Patchworkheftes, das man früher verschmäht hatte. Auch die Patchwork-Gilde hatte ihren Infostand dort, und wenigstens die Wandbehänge, die aus Stoffvorräten gemacht waren, durfte man fotografieren. Jeder hat da ja so seine Vorlieben und es war interessant, anhand der Beschreibung zu sehen, welche Stoffe aus dem eigenen Stash und welche anderweitig hinzugefügt waren.

 

Von der Ausstellung im Schloss habe ich mir vier Dinge notiert, um die Quilts oder Details davon nicht gänzlich zu vergessen:

  • Da war zum einen die Publikumsabstimmung zum Thema Licht und Schatten, für die ich vor lauter Schreiben keine Zeit zum Abstimmen hatte, aber ich hörte Jemanden die Nummer meines Favoriten murmeln, und dachte, ja, dann isses gut, dann kriegt er ja eine Stimme.
  • Dann gab es die Textile Art/Art Quilt/Mixed Media (Titel, unter denen ich mir relativ wenig vorstellen kann) mit so erheiternden Titeln wie ‚Cocooning’ oder ‚Die Logik der Rosen’ und Wandbehänge aus Batikstoffen, die mit Fäden ‚nachgemalt’ waren (Britta Ankenbauer). Und man konnte Quilts im Siebdruck bewundern, veredelt mit Gold, Farbe und aufgesteppten Buchstaben, wie ‚Tempus Fugit III’  und ‚Illumination’ (mein persönlicher Favorit) von Juliette Eckel.
  • Vom ABC des Art Quilts ist mir nur der aus dunkelbrauner Seide mit den goldenen und bronzefarbenen Rocailles und den aufgeklebten versteinerten Schnecken in Erinnerung. Nur zu welchen Buchstaben dieser Keilrahmenquilt gehörte (M vielleicht, für Margitta?) und wer ihn gemacht hatte?  Nur mit Notizen - ohne Fotografieren - war die Zeit einfach zu knapp, Dinge zu verstehen. Dabei würden eigene Formulierungen, weitergegeben von Mund zu Mund, zur Verbreitung und zum Verständnis beitragen.
  • Die Arbeiten mit den kurvigen Frauen von Will Fritsma waren auch beeindruckend. Obwohl ich schon Abbildungen in Zeitschriften gesehen hatte, wo sie mir nicht gefallen hatten, hätte ich sie mir in echt gerne noch länger angeschaut und Details studiert – es waren ja auch mehrere Quilts mit dem selbem Thema

 

Jagdbeute photo jagdbeute_zps31559da7.jpg

 Die Ausbeute. Nur ein Stoff fehlt, der war gerade beim Trocknen.

 

Im Bürgerhaus Nilkheim, wohin sich eine Fahrt mit der kostenlosen Quiltlinie immer lohnt, waren Quilts von Bernadette Mayr, Elfriede Bohle und Rita Schaffer ausgestellt.

 

  • Bernadette Mayrs Quilts bestechen durch die großen Formate und ich war freudig überrascht, den klein vermuteten Wüstenquilt von der Ankündigung in ebenso großer Ausführung zu sehen wie die übrigen Quilts. Statt Fotos habe ich dann Namen und Aussehen von 12 Quilts notiert, das waren aber längst nicht alle. Es gab u.a. einen Muschelteppich aus Jeans, den neuen Blätterquilt Indian Summer, die Regatta (gelbe Schiffe auf weißem Grund und weiße Schiffe auf gelbem Grund, mit großen Wellen über jeden zweiten Block gequiltet und kleineren Wellen in den Zwischenräumen). Winternacht und Winterwald (mit Bettwäschespitzen) konnten begutachtet werden, ebenso Quilts mit Fischen und Muschelrosa, ein Quilt abwechselnd angeordnet mit rosa Halbkreisen und dem Drunkard’s Path als Seepferdchen.
  • Elfriede Bohle aus Österreich hatte z. B. mehrere etwa 30x30 cm Blöcke in traditionellen Mustern gemacht, die auf Keilrahmen gespannt waren und größere Wandbehänge dazu mit moderner Umsetzung des gleichen Blockes. Das erschloss sich mir beim Betrachten aber gar nicht. Normalerweise würde ich fotografieren, dann die dazugehörende Beschreibung suchen, querlesen, fotografieren und zuhause am PC noch mal nachlesen. So aber hab ich erst auf dem Bernina-Blog erfahren, was es mit diesen Blöcken auf sich hatte.

 

Auf einem ihrer schönen Quilts stand, dass der Patchworker drei Möglichkeiten habe, zu schaffen, nämlich durch Nachdenken, das sei die edelste, durch Nachahmen, das sei die leichteste und durch eigenes Tun, das sei stetes freies Schaffen.

  Voila!

Nun wissen wir, warum wir nicht fotografieren sollten!

 

Jemand hat gesagt, wenn man nicht fotografiert, habe man mehr Ruhe, die Quilts zu betrachten. Aber wenn man keine Fotos zur Erinnerung hat, vergisst man das Gesehene auch schnell. Schriftliche Notizen brauchen durchaus das Foto als Unterstützung der Erinnerung. 

Aber wisst’s was?!

Wenn sie das Fotografieren nicht wollen, dann wird’s ihnen auch so reichen.

Bilder zur Ausstellung:  http://www.berninablog.com/2013/07/main-quiltfestival-2013/

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenPelegrina schreibt am 29.07.2013 um 17:05 Uhr:Wahnsinn! Da sind ja Kunstwerke dabei! Hätte ich garnicht die Geduld....

    Hast Du da nicht genug Bilder auf dieser Seite oder ist das nicht detailliert genug?
  2. zitierenBloomsbury schreibt am 03.08.2013 um 00:37 Uhr:Ja, du hast recht. Sie sind nicht detailliert genug, um die Erinnerung zu unterstützen.

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