Roter Faden - The Central Seam

02.03.2014 um 20:57 Uhr

Reverse Appliquè: die Nase

von: Bloomsbury   Kategorie: Kurs   Stichwörter: Porträt, CharlotteWarrAndersen

 photo kStoffmuster_zpse67dbed6.jpg

 

Die Vorlage hat Charlotte einfach auf der Rückseite des mit dem Foto bedruckten Blattes nachgezeichnet. Die Stoffmuster wurden zuhause aufgeklebt und nummeriert.

 

 photo kLichtkasten_zps5c934bad.jpg

 

Der Lichtkasten ist schuld Fröhlich.

Meine falsche Bescheidenheit hatte mich lange leugnen lassen, überhaupt einen zu brauche. Nur der penetrante Wunsch Gögas einen zu bauen, und Hildes Wunsch, einen zu besitzen, hatten schließlich zu meinem Einlenken geführt. Und nun ist es so toll, mit dem LED-Kasten zu arbeiten, weil er einfach DAS BENÖTIGTE LICHT liefert.

 

 photo kGesicht_zpsfa03e9c3.jpg

 

Hier sieht man die Linien der Vorlage durch den Stoff durchscheinen. Alle Gesichtszüge sind bereits mit einem (rosa) Markierstift nachgezogen, aber auf jedes Stoffteil, das neu untergenäht wird, ist erneutes Anzeichnen nötig. Deutlich sieht man hier, dass noch einige dicke Schatten zurückgeschnitten werden müssen.

 

 photo kZuschnitt_zps86abc444.jpg

 

Nun muss ich mich getrauen, den überschüssigen Stoff zu entfernen, aber vorsichtig sein, und nicht aus falschem Mut heraus auf der Rückseite wegschneiden, was auf der Vorderseite noch benötigt wird. Angesichts des wertvollen (weil zueinander passenden) Stoffes schwindet die Bereitschaft zu Entscheidungen ein Stück weit.

Allerdings denke ich nach den ersten Näh-Erfolgen, dass ich selbst nicht so sehr von einem Stoffverlust betroffen bin. Denn die verwendeten Brauntöne lassen sich doch irgendwie ergänzen. Die fleischfarbenen Stoffe, die man benötigt, um ein Farbfoto nachzuarbeiten, sind vermutlich schwieriger zu bekommen. Charlotte Warr Andersen hatte sie aus den USA mitgebracht.

 

 photo kRuumlcksicht_zps4e74e7bd.jpg

 

Hier ist geheftet, weil ich die Naht mit dem Fusible Thread falsch gebügelt habe. Ich hatte die benötigten Stoffschnipsel nicht untergelegt, sondern nur das bis dahin genähte Gesicht zwischen zwei Bögen Butterbrotpapier gelegt (um ein Verkleben von Bügeltischauflage oder Bügeleisen zu verhindern) und gedankenlos darüber gebügelt.

Die Heftfäden helfen allerdings anschließend auch, auf der Rückseite zu erkennen, wo man schneiden muss.

 

 photo kNase_zps38c4b8a2.jpg

 

Nachdem die groben Teile weggeschnitten sind, geht's an die feinen, und auch die Nasenlöcher sind jetzt zurechtgeschnitten. Nun kommt ein weiterer Nasenschatten dazu.

 

 photo kSchatten_zps14906c9c.jpg

 

Die kleine Fläche, in die der Markierstift hineinreicht, wird nun noch einmal deutlich gekennzeichnet und mit Fusible Thread in der Unterspule und Nylonfaden in der Oberspule (irgendwo hatte ich das doch schon mal geschrieben) umnäht.

 

 photo kRuumlckschnitt_zps77b7b079.jpg

 

Diesmal hab ich richtig gebügelt und schneide mutig den überstehenden Stoff zurück.

Uff! Und noch ein weiterer Arbeitsschritt ist nötig - das Aufschneiden von vorne, damit der hinten liegende Stoff sichtbar wird.

Und mir fällt auf, dass ich ständig Fehler mache. Die Nähte sollten nicht auf den angezeichneten Linien liegen, sondern... immer knapp neben der Linie des niedriger nummerierten Stoffteils. Das braucht niemand zu verstehen, der das noch nicht gemacht hat.

Ob ich am Ende noch weiß, auf welchen Linien ich mit welchem Garn die feinen Zickzackstiche anbringen wollte?

 photo kNahaufnahme_zps98c6db5e.jpg

 

 

Nun sehe ich auch, dass auch vorne noch Stoff weggeschnitten werden muss, denn das rechte Nasenloch liegt komplett in Stoff Nr. 5 (und nicht, wie hier noch zu sehen, gänzlich von Nr. 4 umrandet). Aber für diesen Schritt ist noch Zeit.

 photo kVorne_zps7b7902b8.jpg

 

Hier einmal die bisherige Vorderansicht mit der fast fertigen Nase (oben) ... und die Ansicht von hinten (unten). Diese reverse appliquè-Bilder sehen hinten genauso sauber aus, wie von vorne. Charlotte zeigte uns einige Gesichter. Sie brachten uns sehr zum Lachen. Von vorne sah man ordentliche, brave, ja - züchtige Gesichtszüge. Und von hinten sah alles (zwar ordentlich) aber etwas entgleist aus, ähnlich wie in einem Comic, wenn Erstauen oder Erschrecken angemalt ist. Funny.

23.02.2014 um 17:46 Uhr

Porträt in reverse appliqué

von: Bloomsbury   Kategorie: Kurs   Stichwörter: CharlotteWarrAndersen, Porträt

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Wir schreiben das Jahr 2014 und zwei Quilterinnen sind auf dem Weg in neue zu erforschende Gebiete.
So nah! Die bayerischen Alpen.
Charlotte Warr Andersen aus Utah/USA war nach Kaufbeuren gekommen...
... um eine interessierte Gemeinschaft von Quilterinnen in die Geheimnisse des reverse appliqué einzuweihen. Mit hinterlegten Applikationen sollten wundervolle Porträts angefertigt werden.
 photo aaaa_zpsa6113c46.jpg
Ein moderner Lichtkasten projizierte deshalb zu Lehrzwecken Bilder an die Wand - hier ein handappliziertes Auge. Das Motiv ist nicht aufgesetzt, sondern die einzelnen Stoffe wurden jeweils hinterlegt (reverse), gesteckt oder geheftet, und der oben liegende Stoff vorsichtig auf- und bis auf eine Nahtzugabe zurückgeschnitten.
Auf diese Weise wird Stoff für Stoff lagenweise hinterlegt – einschließlich der Pupille. Eine Futzelarbeit.
Ich jedoch - moi même - blieb nach den Erklärungen bei der Maschinennäherei hängen und fügte mithilfe eines fusible threads in der Unterspule und Nylongarn als Oberfaden eine Nahtlinie knapp neben die vorgezeichneten Linien. Sie bildet eine Art Heftlinie. Beim Hinterbügeln des Nachbarstoffes (der den Gesichtsschatten ergibt), schmilzt der fusible thread und verbindet so die beiden Stoffe als unsichtbare Heftung miteinander. Bei dem Bild oben führen eine zu dicke Nadel und zu weit entferntes Nähen von der angezeichneten Linie zu einem unerwünschten Ergebnis. Das muss ich später noch ausbessern. (Theoretisch könnte man die Stoffe auch mit Bügelvlies untereinander verbinden, aber das würde die Arbeit sehr starr machen)
Die Stirn besteht aus mehreren Schattierungen (hier: drei). Und immer wieder müssen alle Linien auf neu angefügte Stoffe gezeichnet werden. Die Übergänge werden später mit passendem Garn und kleinem Zickzickstich angeglichen.
Zurzeit mache ich die Nase. Sie besteht – einschließlich der Nasenlöcher - aus vier Schattierungen. Die Brille wird vorerst ignoriert, das Auge, ähnlich wie beim Handnähen, nicht ganz unschwierig sein.
Mehr Sorgen mache ich mir momentan noch nicht.

13.02.2014 um 22:17 Uhr

Appliqué-Kurs

von: Bloomsbury   Kategorie: Kurs   Stichwörter: CharlotteWarrAndersen, Portrait

Am Wochenende werde ich in einem Nähkurs in Kaufbeuren sein, in dem lebensgetreue Portraits aus Stoff gefertigt bzw appliziert werden. Ich bin schon gespannt. Die Applikationen werden negativ sein, also HINTER der Arbeit gefertigt. Der Gegensatz dazu wären (normale) Applis, die AUF der Arbeit sind. Nun ja. Sehen wir mal, was rauskommt. Vielleicht eine Mischung aus beidem?

Auf einer Ausstellung habe ich bereits Portraits aus Stoff gesehen. Sie waren so verblüffend, dass ich sie gar nicht begreifen konnte.

Unsere Kursleiterin wird Charlotte Warr Andersen sein. Sie ist aus den USA gekommen, um in der Schweiz und in Deutschland zu unterrichten.

Wish me luck.

 

26.01.2014 um 08:26 Uhr

Versuch mit Auge

von: Bloomsbury   Kategorie: Kurs   Stichwörter: Portrait

Nachdem Hilde das Buch studiert hat, schlug sie vor, einen Teil des Gesichtes Probe zu nähen. Wir wählten das Auge.
Nun stellt man sich vielleicht vor, dass Augenbrauen oder Lippen als Applikationen aufgesetzt werden, um schön hervorzutreten. Aber in dem Buch wird empfohlen, sie rückwärtig anzubringen, weil Applis AUF der Arbeit zu 'wandern' beginnen.
 photo Auge_zps979f2626.jpg
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob im Kurs nach dem Buch gearbeitet wird, denn diese Methode scheint mir nicht Erfolg versprechend. Vorgegangen wird folgendermaßen: man malt das Objekt mithilfe eines Lichtkastens auf den Stoff (vorher hat man schon die Konturen auf ein durchsichtiges Papier gepaust und das zu bearbeitende Teil ausgeschnitten).
Dann schneidet man das 'Auge' aus, läßt aber 1/8 inch Nahtzugabe. Idealerweise hat man dann Fray Check, ein Mittel, das man auf die Ränder aufstreicht und das deren Ausfransen verhindert. Wir hatten dieses Mittel noch nicht, und meine 3mm Nahtzugabe erwiesen sich auch als etwas zu kurz, denn an einigen Stellen stehen Fäden ab.
Dann hinterlegt man den nächsten Stoff, der für den Augenschatten oder für die Augenlider steht, und steckt ihn fest. Die Nahtzugabe des 'Auges' wird nun umgebogen und mit feinen Stichen per Hand festgenäht.
Dann wird auf den Lidstoff die Iris aufgemalt, der Lidstoff wird in einer feinen Linie aufgeschnitten, der Stoff für das Augenweiß hinterlegt und festgesteckt, der Lidstoff bis auf die Nahtzugabe zurückgeschnitten und das Augenweiß auf diese Weise an der Arbeit befestigt.
Ebenso wird dann mit der Iris verfahren - also aufmalen, aufschneiden, Irisstoff hinterlegen, Augenweiß bis auf die Nahtzugabe zurückschneiden etc p.p.
Ich brauchte zweieinhalb Stunden für dieses Auge. Praktischer und schöner fände ich es, wenn man die Nahtzugabe weglassen könnte und das Fray Check alleine das Ausfransen verhindern würde. Dann könnte man die Appilikationen mit feinen Nähmaschinenstichen und jeweils passendem Garn fixieren.
Mal sehen, wie das im Kurs gemacht wird.

23.01.2014 um 14:00 Uhr

Focus on Features

von: Bloomsbury   Kategorie: Kurs   Stichwörter: Portrait

Ich sitze in der Kochnische vorm Herd und rühre den Reisbrei um. Der legt sich nämlich leicht an und (fast) ständiges Rühren verhindert ein Anbrennen.

Vor mir liegt Focus on Features von Charlotte Warr Andersen, ein Buch, das das Fertigen von Portraits in Appliziertechniken zeigt. Charlotte schreibt darin, dass es keine Technik gäbe, die falsch sei. Sie zeige in dem Buch halt eine Möglichkeit, ein Porträt zu nähen.

Nach dem ersten Überfliegen - ich hab es gar nicht bis hinten geschafft - hab ich bemerkt, dass wohl doch Vorarbeiten sinnvoll sind. Dann muss man sich später nicht damit aufhalten. Und vielleicht brauchen wir doch einen Lichtkasten, mal sehen. Zuerst aber geht das Buch zu Hilde.

 photo focus_zps545c5e3d.jpg

 

Das Buch ist ein Print on Demand - Exemplar, das erst gedruckt wird, wenn es angefordert wird. Es besteht aus sehr guten Fotokopien und gutem Druck. Das Taschenbuch ist geklebt. Bei meinem Exemplar sind die Seitenzahlen unten nicht ganz drauf, aber man kann sie erkennen - ein Schönheitsfehler. Von der Bestellung zur Lieferung hat es etwa eine Woche gedauert, in der ich von teils automatisch generierten Mails unterhalten wurde, die unterschiedliche Liefertermine ankündigten.

Jedenfalls war das eine gute Erfahrung mit Print on Demand.

16.01.2014 um 17:57 Uhr

Stoffe für's Portrait

von: Bloomsbury   Kategorie: Kurs   Stichwörter: Portrait

Für den Portrait-Kurs mit Charlotte Warr Andersen habe ich gestern Stoffe gekauft. Für ein Schwarz/Weiß-Bild braucht man 4-6 Grautöne und Pastelltöne nach Wunsch.

 photo StoffePortrait_zps5a01d78a.jpg

 

Angeregt durch das Farbfoto, das Hilde nachnäht, ist meine Auswahl nun auch ziemlich bunt geworden. Für die Haut habe ich einige warme Grautöne, für's Haar zwei Brauntöne, für die Bluse türkis und für den Hintergrund gelb und gelb/türkis marmoriert. Das Blau ist für die Augen. Ich weiß nicht, ob ich diese Farbtöne alle brauche, wollte aber ausgerüstet sein.

Es heißt, Charlotte Warr Andersen wird fleischfarbene Stoffe mitbringen. Mal sehen - dann fallen vielleicht einige meiner Grautöne weg.

Ich bin schon gespannt!.