Wir haben im Unterricht grade Krankheitslehre und ich musste unweigerlich an Scrubs denken.
"Ich sehe überall kranke Menschen."
Wenn man den ganzen Tag nur mit kranken, sterbenden Menschen zu tun hat, unter solchen Arbeitsbedingungen arbeitet und sich noch halbwegs Mühe dabei gibt, kann man dabei selbst noch gesund bleiben?
Ich komm nach Hause, habe Rückenschmerzen, evt. schmeiss ich mich gleich ins Bett und schlafe ne Runde bevor ich überhaupt fähig bin abzuwaschen. Emotional ist man völlig ausgeschöpft, mit Mitleid/-gefühl fängt man an sehr sparsam umzugehen, denn das kommt automatisch bei einigen Patienten, denen es nur schlecht genug geht.
Andere z. B. die mit dem angefressenen Diabetes, die haben das natürlich nicht verdient, denn sie sind ja selbst Schuld, oder so Leute die dauernd die gleichen psychischen Probleme haben und sich drin festfahren. Denen kann man auch nicht helfen, und Mitgefühl ist auch nicht grenzenlos in mir drin.
Kein Wunder dass ich zwischenmenschliche Beziehungen versaue.
Mir fällts immer mehr auf wie abgebrüht ich werde, richtig gehend kalt. Ich erinner mich da an eine Patientin, frisch operiert, wacht aus der Nakose auf und war psychisch jenseits von Gut und Böse. Ich hab sie mit ner jungen Physiotherapeutin mobilisiert und die Patientin hat um ihr Leben geschrien. Die Physiotherapeutin ist in Tränen ausgebrochen, weil sie das so mitgenommen hat und ich hab geflucht und die ganze Sache 2 Minuten später vergessen.
Warum tu ich das eigentlich alles? Seltsamer Weise mag ich meinen Job, aber ich war nicht drauf gefasst was das alles mit sich bringt. Das geht ja schon fast bis zur Selbstaufgabe.
"Das Monster frisst am liebsten Privatleben."