Boys don´t cry

30.01.2007 um 21:56 Uhr

Es ist ... seltsam

von: Ryan

Die meisten Menschen in meiner Umgebung wirken irgendwie zur Zeit unzufrieden - kein Wunder bei diesem Wetter. Meine psychisch "angeknacksten" Freunde sind alle ziemlich depri, der Rest - wie schon gesagt - irgendwie unzufrieden. Keiner streitet es ab, es ist einfach im Moment so.

Mir gehts auch nicht besser, ich bin super unmotiviert, könnte über alles schimpfen und meckern und bin froh, wenn ich wenigsten mal schaffe die Wäsche abzuhängen.

Auf der anderen Seite hab ich grade ne ganz komische Phase. Obwohl ich mich erfolgreich um kleinere Aufgaben rumdrücke und nur das allernötigste zu tun scheine, sitze ich in meiner restlichen Zeit nicht faul aufm Sofa und verfalle in einen somnolenten Halbschlafzustand, in dem ich nur den Fernseher oder die Wand anstarre ... nein, ich male wie ein Besessener.

Ich habe seit fast 2 Jahren nicht mehr gemalt. Höchstens mal wenn ich in der Schule saß ist mir das eine oder andere kreative Werk auf einer Zettelrückseite gelungen. Aber wirklich ein Blatt Papier genommen um bewusst irgendwas daraus zu machen, hab ich gaaaanz lange nicht mehr. Mir fehlten irgendwie die Ideen ... und jetzt ist das ganz anders. Ich durchstöbere meine gesamte Umgebung nach Motiven und Material, welches ich verwenden könnte. Es nervt mich, dass ich früh schlafen gehen muss, um morgen für die Arbeit fit zu sein, ich würde viel lieber noch ein Bild anfangen.

Aber ich merke, dass es mir sehr gut tut und meine eigene Unzufriedenheit nach hinten fallen lässt.

29.01.2007 um 21:38 Uhr

Ein Wochenende und die Gerüchteküche

von: Ryan

Es ist schon wieder Montag und das Wochenende ist viel zu schnell vorbei gegangen und war auch irgendwie viel zu stressig. Freitag Abend waren wir auf einem Konzert, hatten riesigen Spaß und sind natürlich viel zu spät nach Hause gefahren. Nachm Konzert sind wir noch inner völlig ramschigen St.Pauli Kneipe versackt, haben Tiquilla getrunken und betrunkene Lebensweisheiten ausgetauscht.

Samstag Mittag bin ich dann nach 5 Stunden Schlaf erwacht - mit sooo nem Schädel - hab mich unter die Dusche gequält, 2 Liter Orangensaft in mich reingekippt und versucht halbwegs frisch zu werden, bis wir dann abends wieder los waren um in einen Geburtstag reinzufeiern. Nachm ersten Bier wurde mein Kater merklich besser, und nachm 2. Bier hatte ich völlig vergessen, dass ich mir noch wenige Stunden vorher geschworen hatte nicht so viel zu trinken.

Ziemlich betrunken bin ich dann mit nem Kumpel von dieser Feier abgedackelt, in eine U-Bahn reingefallen ... eingeschlafen ... bis mich keine 10 Minuten später mein ebenfalls angetrunkener Bruder wachgerüttelt hat. Spontan sind wir dann noch aufm Kiez, haben bei meinem Kneipenbesitzer-Bruder noch gratis weiter getrunken. Der war irgendwie sehr spendabel und hat den teueren Wiskey rausgeholt, der angeblich KEINEN Kater macht ... und das stimmte sogar. Und während wir so an der Bar rumsaßen und blödsinnige Gespräche führten (wie das mit meinen Brüdern immer so ist), kam plötzlich eine Kollegin mit ner Freundin rein. 3 Stunden später saßen wir bei mir auf der Couch und wollten uns Kill Bill anschauen - um 8 Uhr morgens - saublöde Idee. Sie ist - etwas betrunkener als ich - in der ersten Viertel Stunde eingeschlafen, ich hab dann nur noch ne Decke rausgeholt und ihr angeboten ob sie nicht gleich liegen bleiben wolle. Sie hat das Angebot dann auch sehr dankbar angenommen und hat bei mir geschlafen. Ist aber nichts passiert, keine Annäherungsversuche von keiner Seite, was auch wirklich im Nachhinein sehr gut war.

Problem heute: Sie kam zur Tür rein, ich steh mit Kollegen aufm Flur, sie zwinkert mir zu und sagt: "Dein Bett ist echt bequem." - scherzhaft gemeint - aber die Blicke ... "RYAN?! Was hast du am Wochenende angestellt?!" - "Nix, wieso?" - "Nix?? Erzähl keinen Scheiss!" - So entstehen Gerüchte ... zu guter letzt hat das auch noch meine Klassenlehrerin mitbekommen und meinte vertrauensvoll, dass "man" sich doch sehr gut überlegen sollte, ob man mit Kollegen was anfangen sollte, bei denen man weiss, dass man ihnen noch öfter über den Weg laufen sollte. Und als in der Pause noch ne andere Kollegin auf meinem Schoss, guckte meine Klassenlehrin seeehr irritiert ... 3 Meter weiter hörte ich sie leise nen anderen Kollegen fragen: "Aber Ryan ist doch nicht schwul oder?" - Es gibt nur zwei Erklärungen, wenn man so "engen" Kontakt zu Frauen hat: 1) Man ist nen Weiberheld oder 2) schwul. Und als dann die Antwort kam: "Naja, das weiss man nicht was Ryan ist." war die gute Frau völlig verwirrt.

25.01.2007 um 21:02 Uhr

Donnerstag Abend

von: Ryan

Das Wochenende steht so gut wie vor der Tür, nur noch einmal arbeiten, aber wesentlich ruhiger wird es wohl nicht werden. Freitag ist ein Konzert geplant, Samstag eine Party. Irgendwie sollte ich mich darauf freuen aber es fällt mir schwer - ich sollte nicht soviel jammern.

Ich hab heute Nacht irgendwie was komisches geträumt - ich hab meine Lieblingskollegin geküsst und es war irgendwie ganz toll. Daran musste ich irgendwie heute den ganzen Tag denken. Aber ich glaube ich fahr schon wieder auf dieser verzweifelten "Ich nehm einfach alles, was ich kriegen kann"-Schiene, weil ich im Moment so unzufrieden mit meinem Single-Dasein bin. Das ist eigentlich das Blödeste was ich machen kann, was mir auch bewusst ist, allerdings steht dann auf der anderen Seite wieder meine alt bekannte Freundin: Die Sehnsucht.

Und dann erahne ich schon fast, dass ich eigentlich noch gar nicht offen dafür bin und es vielleicht sogar besser wäre alleine zu bleiben. Mit ner Beziehung würde ich mir garantiert mein Leben nicht leichter machen - vielleicht für eine Weile - vielleicht auch für ne etwas längere Zeit, wenn man verträumt an eine rosa-rote seifenblasen-erfüllte sonnige Zukunft glaubt. Aber ich denke, Glauben ist das im Moment die beste Möglichkeit.

Irgendwer sagte heute, sie würde mkich beneiden um mein Selbstbewusstsein und meine Selbstsicherheit. Und ich sagte ehrlich: "Das scheint nur so." Und sie schüttelte den Kopf und meinte: "Nein, du bist es, aber du weisst es nicht." Und sie hat so recht ...

Meine "Ich ernähre mich jetzt gesund"-Plan läuft weiterhin ganz gut. Ich habe Sauerkraut entdeckt, dass hat nämlich nur 19 kcal audf 100g und wurde so mit in meine Ernährung miteingebaut. Viele Essgestörten teilen Lebensmittel auf in "gut" und "böse" und ich mach das auch - leider. Obst und Gemüse ist auf jeden Fall erlaubt, außer Weintrauben, die haben nämlich nen sehr hohen Zuckeranteil. Erlaubt sind weiterhin die gute Halbfettmagarine, fettreduzierter Frischkäse, fettreduzierter Käse allgemein, Brot wiederum ist nur bedingt gut. Dementsprechend hab ich viele Lebensmittel schon lange nicht mehr gegessen - ABER Brot stand bis vor 5 Monaten auch noch auf der absoluten Verbotsliste und mittlerweile esse ich es wieder.

Im Moment ess ich vormittags Brot, Mittags gibt es Suppe (oder irgendwas anderes warmes, heute zum Beispiel Sauerkraut) und abends nochmal Obst und nen Stück Schokolade. Und ich versuch mich nur noch einmal die Woche zu wiegen, allerdings hab ich bis jetzt nicht wesentlich abgenommen - vielleicht braucht das Zeit wenn man es mal "gesund" versucht oder ich trink am Wochenende zuviel Bier - ist ja auch hochkalorisch. ABER noch immer nicht gekotzt - und das soll auch so bleiben.

23.01.2007 um 20:57 Uhr

Irgendwie besser

von: Ryan

Unterschwellig hat sich meine Stimmung nicht wesentlich verändert, aber ich versuche einiges anders zu machen. Ich muss mich zur Hausarbeit überwinden, Müll runterbringen, kleine Einkäufe machen und ähnliches. Zu größeren Aktionen wie Badezimmer putzen kann ich mich allerdings noch nicht überwinden.

Und ich versuche mich wieder sehr vermehrt mit Freunden zu treffen. Gestern war ich zum Beispiel bei einer Freundin, was super schön war, das kommende Wochenende ist auch schon komplett verplant, aber der Rest zieht so an mir vorbei. Ich fühl mich geistig wie in Watte gepackt, aber ich komm ganz gut durch und das muss jetzt wohl ne Weile so gehen.

Ich fang schon wieder aus Frust an zu essen in einigen Momenten, vor allem am frühen Abend. Ich versuche es mit Obst abzufangen, was auch ganz gut funktioniert, aber ich fühle mich trotzdem irgendwie extrem fett. In letzter Zeit frage ich mich immer öfter ob ich wirklich so viel glücklicher wäre, wenn ich schlanker wäre oder ob es mir nicht einfach egal sein sollte. Aber auf der anderen Seite fühl ich mich so unendlich unwohl und breche fast in Tränen aus, wenn ich mich für ein Treffen fertig mache und in all meinen Klamotten irgendwie fett aussehe.

21.01.2007 um 07:18 Uhr

Betrunkene Gedanken

von: Ryan

Mein Leben könnte auch großartig als Soap verarbeitet werden.

Zum einen Emergency Room ... oh ja, ich rette leben, renne unermütlich 8 Stunden auf einer Station umher, werde mit Blut bespritzt, reanimiere sterbende Patienten, sitze dann irgendwann 20 Minuten neben einem sterbenden Patienten, schnapp mir ne Kollegin und sage: "Komm lass uns Eine rauchen, Herr so und so ist grade gestorben." Und bei der Zigarette fragt ide Kollegin dann: "Und wie war´s für dich, magst du drüber reden?" Und ich mag drüber reden und sage dann so intiuitive Sachen wie: "Ja war okay, er ist friedlich gestorben." Und wir bringen die Leiche runter in die Kühlbox und alles ist okay und aus meinen Gedanken, weil ich weiss, dass der Patient ruhig und friedlich gestorben ist und mehr kann man sich und ihm ja nicht wünschen - und zuhause sitze ich dann und denke: "Boah, du hast jemandem beim sterben zu gesehen." Und alleine die Tatsache beunruhigt dich extrem - obwohl du weisst, dass es nicht schlimm war und eigentlich mehr als okay und du auch gemerkt hast, dass der Sterbende das wollte und du es ihm auch gewünscht hast - aber alleine die Tatsache, dass ich sterbende Menschen sehe, mach mich panisch.

Auf der Arbeit ist das mein Job. Ganz einfach. Patient hat plötzlich kein Hezschlag mehr - das erste was ich denke auf Station ist: "Arzt ran holen, Notfallkoffer, Reaniminationsmaßnahmen einleiten." In meinem Kopf spielt dann immer der gleiche Film ab - der Arzt kommt, reanimiert, gibt Anweisung: "Zieh mal Supra auf!" Natürlich ziehe ich völlig ruhig Supra auf - weil es mein Job ist und ich zwar realisiere dass da neben mir grade ein Mensch seit 10 Minuten keinen Herzschlag mehr hat, aber man denkt anders. Man führt ne Herzdruckmassage durch und schaut nicht auf den Patienten sondern auf den Monitor ob da endlich ne eigene Herzaktivität zu sehen ist. Und man bzw. ich fluche dann immer "Komm schon, na komm schon, hau mir jetzt hier nicht ab." und ich bin sauer, weil ich mich bemühe und auf dem Brustkorb mit vollster Kraft rumdrücke und es keinen Erfolg zeigt - und ich geb mein Bestes - wir geben unser Bestes und es es ist einfach die Ernüchterung, dass wir wirklich gegen Leben oder Tod kämpfen - aber man weiss nicht wirklich wie gewichtig das ist - man denkt nur: "Ich will das jetzt schaffen" - und wenn dann ne halbwegs stabile EKG Kurve gezeigt wird, dass das Herz selbstständig schägt ist man plötzlich sehr erleichtert und neben der Erschöpfung fühlt man eine leichtes Glücksgefühl und ein starkes Gefühl der Erleichterung.

Aber egal ob man so jemanden durchkriegt oder nicht , und dann neben der Leiche sitzt und der Arzt sagt: "Ich erkläre den Patienten für tot, Zeitpunkt des Todes 16.12" und man dann nur noch aufräumen muss ... es wäe so schön, wenn da wer zuhause auf mich warten würde. Solche Szenen sind im realen Leben nicht dramatisch. Es ist dein Job, man reagiert völlig automatisch, weil man es gelernt hat. WAS man da gemacht hat mit einem STERBENDEN Menschen realisiert man später, meist zuhause in ner ruhigen Minuten ... und dann wird einem klar: da ist mir grade eine junger Mann unter den Händen weggestorben. Auf Station sagt man sich: "Okay, Pech, schlimme Verletzung, hat´s nicht geschafft, der Lauf der Dinge." sonst würde man es auch nicht aushalten.

Aber Zuhause beginnt man weiter zu spinnen - so über das berufliche hinaus - was könnte das für ein Mensch bewesen sein, was hatte er vor sich, wen lässt er zurück, wie gehen seine Angehörigen damit um? Man denkt nicht sooo tiefgründigt drüber nach, aber es zieht einen runter - zumindest für einen Moment. Aber auch nicht länger.

Das einzige Erlebnis an das ich mich sehr erinnern kann, war als ich ner krebskranken Patientin helfen sollte bei der Körperpflege - sie war kaum wesentlich älter als ich - hatte Brustkenkrebs im Endstadium wo der Krebs sämtliche Metastasen geschlagen hatte - und die Metastasen gehen in Lunge, Knochen, Gehirn und Leber - und sie hatte furchtbare Schmerzen, hat gehustet wegen dem Schmerzen in der Lunge, konnte kaum aufrecht im Bett sitzen, weil der Krebs bis in die Wirbelsäule gestreut hatte ... und sie fing furchtbar an zu weinen und wimmern und sagte immer nur: "Gott, warum hast du mir das angetan?" Und ich hab auch neben dem Bett gestanden, in Tränen aufgelöst, mir sind wirklich die Tränen geflossen ... und sie hat mich angeschaut und sagte: "Erzähl niemanden dass ich so leide. Das soll keiner wissen." Und ich hab gesagt: "Erzähl du dafür nicht, dass ich hier geweint hab." Und wir haben uns echt 10 Minuten heulend in den Armen gelegen und sie sagte zwischendurch einmal schluchzend: "Das ist so schön, dass jemand mit mir weint" - nachdem ich aus dem Zimmer raus war, hab ich mich 10 Minuten im Schmutzraum verkrochen und Bettpfannen abgespült, weil ich irgendwie alleine sein musste und mich wieder einkriegen musste - und danach war alles wie immer - als wäre das nie geschehen, weiterarbeiten, nicht drüber nachdenken. Sterben gehört zum leben.

Aber wenn man so im nachhinein drüber nachdenkt, denkt mans ich so Sachen wie "Wer weiss überhaupt was für nen Job ich da mache?" Das ist nen Job, der dich total kicken kann, wenn man es nicht gewohnt ist sich abzugrenzen, was ich nun sehr gut kann.

Es wäre schon schön, wenn ich jemanden in meinen Privatleben hätte, der völlig stabil ist und mich dann auch mal hält und dem ich vertrauen kann. Das fehlt ich schon sehr. Irgendwas vertrautes an meiner Seite.

Meine Exfreundin wohnt im übrigen mittlerweile nur noch 3 Straßen von mir enfernt, so nahe haben wir in 3 Jahren Beziehung nicht zusammen gewohnt. Allerdings vermisse ich sie nicht, weil ich ganz genau weiss, dass der Mensch der sie mittlerweile ist, lange nicht der Mensch ist in den ich mich verliebt habe und den ich kannte, ich vermisse mehr diese Vertrautheit zwischen uns.

Was würde ich für so eine Vertrautheit für einen Tag geben? Aber ich sag mir: das kommt irgendwann wieder ... nur wann? Ich bin so ungeduldig.

21.01.2007 um 05:07 Uhr

Prognose eines Single-Lebens

von: Ryan

Ja wie wird mein Tag so ablaufen. Wir haben mittlerweie 5.00 morgens. Ich könnte zum Reste-Trinken zu dem Kumpel, auf dessen Party ich eingeladen war am Samstag, also gestern. Ausschlafen oder Reste-Trinken? Das werde ich spontan entscheiden.

Ich werde zu spät aufstehen. Wahrscheilich 10-12 Stunden komatös im Bett liegen, mich erwartet ja eh nichts. Dann vielleicht zum Döner-Mann und nen Döner holen - gut, wenn man nen Kater hat - eventuell zum Bäcker, weil der ja aufm Weg liegt und noch nen Berliner oder irgend ein Kuchenstück holen, was man nach dem Döner zum Nachtisch essen kann.

Und das Essen wird mein Hightlight des Tages sein, was ich während der 5 Folgen "Verliebt in Berlin" verputzen werde. Im Bett liegend, nur notfallstechnisch zurecht gemacht. Zähne putzen, Gesicht waschen, nen paar Klamotten an und mehr ist nicht drin. So aufgemacht würde jede vor mir wegrennen - aber was soll´s - ich glaube nicht, dass ich aufm den 50 Meter zum Dönermann meine Traumfrau/-mann treffen werde. Immerhin ist es Sonntags.

21.01.2007 um 03:49 Uhr

Abend Review

von: Ryan

Ich war auf dieser besagten Party und es war eigentlich schon recht nett und ... ja, das einzige was mich wirklich massiv gestört hat, waren diese endlos glücklichen Pärchen. Und diese haben mich nur gestört weil ich eben nicht als Pärchen auftreten konnte. Ich konnte nicht sagen: "Hi, ich bin Ryan und das ist meine Freundin xy."

Ich hatte niemanden um den ich meinen Arm legen konnte oder an mich ziehen konnte. Und irgendwie hab ich mir das schon sehr gewünscht. Niemand der sagte: "Hey Schatz, kommst du mal bitte um dieses blöde Spiel mit uns zu spielen?" Ich fühl mich schon ziemlich einsam.

Oder irgendjemand, der dann mit den Mädels bei Sekt in der Küche sitzt und über meine schlechten Angewohnheiten reden höre, wie "Ryan klaut immer die Bettdecke." oder sowas. Nichts. Zu solchen Themen kann ich höchsten sagen: "Meine Exfreundin ... bla bla." und das ist schon übel. Das hört sich so an wie "Ich hatte mal ne Beziehung, aber das ist schon lange her ..." was es ja auch ist.

Ist ja nicht so, dass niemand mit mir zusammen sein wollen würde ... aber diese Menschen will ich nicht, weil ich so unendlich anspruchsvoll bin. Ich kann ja auch nicht mit irgendwem zusammen sein. Ich suche ja das ganz große Glück - und je mehr ich suche, desto unwahrscheinlich scheint es.

Es war zwar wirklich nett und erfahrungsreich mal Single zu sein und niemanden zu haben, der wegen irgendwas meckert, aber mittlerweile bin ich meine Freiheit satt und sie reizt mich gar nicht mehr. Und irgendwie wäre es schon schön sich abends auf einen Menschen zu freuen, der einen noch besucht und dem man erzählen kann wie der Tag so wo. Nicht nur dieses Standart: "Mir gehts ganz gut" sondern auch wirklich ehrlich sagen zu dürfen: "Das war nen scheiss Tag!"

Aber was soll man machen, man bekommt nie wonach man zwanghaft sucht.

19.01.2007 um 20:04 Uhr

Der kreative Ryan

von: Ryan

Nachdem es mir nun diverse Tage irgendwie nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht ging und ich heute nach Hause kam und dachte, der Tag würde ähnlich langweilig und inhaltslos ablaufen, hab ich mich endlich mal aufgerafft und meine Zeit sinnvoll gestaltet. Seit Tagen schon weiss ich nichts mit mir anzufangen, hab zu nichts Lust und bin irgendwie unzufrieden.

Heute hab ich es endlich geschafft etwas zu tun, was ich schon lange nicht mehr getan habe und was mir eigentlich immer ziemlich gut getan hat. Ich hab endlich wieder gemalt. Ich male zwar nicht oft, aber wenn ich dann mal angefangen hab und nicht nach 20 Minuten gefrustet aufhöre, male ich auch wirklich 5-6 Stunden am Stück durch. Und das habe ich heute endlich mal wieder gemacht und erst aufgehört, als ich wirklich deutlich gemerkt hab, dass meine Konzentration flöten ging und ich immer mehr kleinere Fehler in das letzte Bild reingebaut hab.

Und dann hab ich mir "Verliebt in Berlin" angeschaut und nebenbei Eierlikör gelöffelt. Morgen steigt ne große Party bei nem Kumpel von mir und ich bin endlich mal halbwegs zufrieden mit mir, zumindest mit meiner kreativen Leistung.

17.01.2007 um 21:09 Uhr

Mau

von: Ryan

Irgendwie ist alles mal wieder so ... ernüchternd. Es passiert irgendwie nichts großartiges, ich weiss nicht worauf ich mich freuen könnte. Ich hab nicht mal großartig Lust mir was nahrungstechnisches zu gönnen, weil ich irgendwie auf nichts großartig Appetit hab. 3 Scheiben Brot, eine Banane, 2 Mandarinen und nen Teller Suppe - das ist wirklich wenig für meine Verhältnisse. Aber wie schon vorher erwähnt: Ich esse seit fast 14 Tagen wirklich nur, wenn ich richtig Magenknurren bekomme. Keine Ahnung ob ich abgenommen hab, ich mag mich im Moment nicht auf die Wage stellen. Ich neige im Moment eh dazu mich ungeliebt und furchtbar im Bezug zu meiner Umwelt zu fühlen - und wenn ich jetzt noch nen Kilo zugenommen habe OBWOHL ich so wenig esse, ist Holland in Not. Und dann bin ich schneller in einer anorektischen Phase drin als ich gucken kann.

Stattdessen schlafe ich um so mehr. Wenn mir langweilig ist oder wenn ich einfach müde bin. Heute Mittag zum Beispiel hab ich mich auch wieder 2 Stunden hingelegt, weil ich irgendwie nichts großartiges zu tun hatte.

Ja und diese ewige Beziehungssuche ... auf der einen Seite verkündige ich ja sehr grosskotzig, dass ich glücklich Single bin und mich erstmal auf mein Examen konzentrieren möchte ... auf der anderen Seite bin ich doch schon ziemlich einsam. Ich fühl mich im Moment schon ziemlich alleine auf dieser Welt, auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher ob ich mich auf jemanden einlassen könnte mit Vertrauen aufbauen und dem ganzen Kram.

14.01.2007 um 04:41 Uhr

Die eher kleineren, alltäglichen Problemchen

von: Ryan

Ich steh da so mitten drin in der schwul-lesbischen Tanznacht und sehe die Menschen um mich herum. Ich halte mich an meinem Plastikbecher voll Bier fest, trage nen halbwegs ertragbares Outfit - obwohl ich diese Woche 1 kg abgenommen habe, fühle ich mich noch fett und ich habe das Gefühl, dass ich in keinem Outfit was mein Kleiderschrank hergibt gut aussehe. Und ich betrachte äußerst neidisch die verliebten Paare um mich herum. Und ich merke wie neidisch ich bin - Single, seit über einem Jahr, das ist irgendwie übel.

Bilanz: 2 unglückliche Verliebtheiten, die mich nicht wollten und zuviele Affären mit Menschen, die mir nichts bedeutet haben. Zumindest nicht soviel, dass ich wollte, dass sie Teil meines Lebens werden. Positiv - trotz allem - muss ich zugeben, dass ich mich in der Zeit schon irgendwie weiter entwickelt hab und wirklich tolle Freundschaften intensiveren konnte, wofür ich mit ner Beziehung wahrscheinlich eher weniger Zeit gefunden hätte.

Im übrigen bin ich seit diesem Wochenende nicht mehr so neurotisch, dass ich vereinsamen könnte. Ich habe etwas unternommen, mich mit diversen Freunden getroffen und es kamen Menschen wirklich von ALLEINE auf die Idee mich anzurufen oder mir ne SMS zu schreiben. Ich bin stolz - und erleichtert, dass ich wohl doch beliebt bin. Ich brech ja immer gleich in Panik aus, wenn ich meine Freunde ne Woche lang nicht sehe und stelle mir vor, dass ich in meiner Wohnung vielleicht sterbe - an nem Schlaganfall, Gehirnblutung oder whatever - und keiner bekommt es mit bis die Nachbarn sich über den verwesenden Gestank meiner Leiche beschweren.

Nochmal zum Thema Single: Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen Single zu bleiben bis ich mein Examen hinter mir hab, aber es ist schon irgendwie hart. Vor allem weil ich so ne lange Beziehung hinter mir hab und so alleine ist schon irgendwie anders. Ich hab da zwei sehr gute Freundinnen und die sind toll - sie sehen gut aus, wir können zusammen lachen, unternehmen auch viel, erzählen uns viel, es wird echt nicht langweilig, wenn wir zusammen sind - aber es hat nicht gefunkt. Das wäre ne großartige Beziehung, aber es fehlt eben ein entscheidendes emotionales Detail. Einfach nicht verliebt, bei Frauen die man eigentlich ohne weiteres heiraten könnte. Aber es soll nicht sein und auch so sind sie mehr als nur viel wert. Vielleicht auch besser so.

Ja und dann gibt es noch diese Kollegin, die wohl scharf auf mich ist. Sie hat mich heute mal angerufen und wir haben fast 2 Stunden gequatscht, und es war eigentlich echt nett. Und ich merke, dass wir eigentlich sehr auf einer Wellenlänge sind, die gleiche Musik toll finden, die gleichen Clubs auf St. Pauli besuchen ... und ja ... ich hab halt Hemmungen mit ner Kollegin fast anzufangen, wenn ich nicht unendlich begeistert von ihr bin. Einige meiner Freunde finden sie auch etwas naja, weil sie ab und an unpassende Dinge in unpassenden Momenten sagt. Auf der anderen Seite krieg ich solche Dinge auch super hin. Und jetzt im nachhinein sagen mir auch viele Leute, dass sie den Mann mit dem komischen Namen, in den ich unendlich verknallt war, auch seltsam fanden, mir das aber nicht sagen wollten, weil sie gemerkt haben wieviel er mir bedeutet hat. Vielleicht geb ich dieser Kollegin ne Chance und wehre sie nicht mehr so ab, wie vorher. Keine Ahnung, ich muss mir die Sache durchn Kopf gehen lassen. Und mit der E-Mail-Frau ausm Irak ... das hat sich wohl seit gestern erledigt. Ich werd sie mal treffen aber ... vielleicht wird´s ne nette Freundschaft, aber ich bin wegen allem anderen jetzt skeptisch.

Ist alles im Moment nicht so einfach. Im übrigen lese ich grade "Herr Lehmann" - unglaublich geiles Buch. Besser als der Film.

13.01.2007 um 04:09 Uhr

Joah ... neue Erkenntnisse

von: Ryan

Ich war mit auf diesem interessanten Karaokeabend ... und es war echt nett. Ich muss auch ehrlich zugebene, dass ich nachm 2. Glas Wein, nachdem sich keiner entscheiden konnte wer zuerst anfängt, mich freiwillig gemeldet hab und plötzlich den Spaß an diesem völlig lächerlichen Treiben gefunden habe.

Viel mehr aber hat mich an diesem Abend folgendes beeindruckt ... ich hab da nen Kumpel, den ich schon sehr lange kenne - und ich hab doch von dieser Frau erzählt, von der ich so begeistert bin, weil sie mir 2 Emails pro Tag mindestens schreibt obwohl sie im Irak ist und so - gut, ich hab die Lage mal kurz bei Freunden beschrieben und dieser Kumpel plötzlich: "Ey, das hört sich an wie bei mir." Und er kennt sie eben auch noch von früher ... und sie schreibt ihm scheinbar ähnliches. Ist doof sich Hoffnungen per E-Mail zu machen, ich weiss ... jetzt weiss ich sie wenigstens einzuschätzen. Ist schon interessant ...

12.01.2007 um 19:34 Uhr

Die guten Vorsätze - im Rückblick

von: Ryan

Eigentlich bin ich ganz stolz, meine guten Vorsätze sind noch nicht über Bord geworfen und ich halte mich ziemlich gut dran.

Ich rauche weniger - ich hatte einige wenige Ausrutscher aber ich schaffe es am Tag ca. 10 Zigaretten zu rauchen. Vorher war es eigentlich immer ne Schachtel, wenn nicht sogar nen Big Pack. Heute Abend krieg ich die Schachtel sicherlich weg aber während der Arbeitstage bin ich sehr diszipliniert.

Trinken - mal schauen, also unter der Woche trinke ich im Moment gar nichts. Letztes Wochenende war ich schon nach 3 Gläsern Sekt völlig bedient. Aber dafür dass ich im Dezember oft nachm Spätdienst nochn Glas Wein getrunken hab und jetzt unter der Woche gar nicht, find ich gut.

Essen - läuft spitze. Ich esse viel Obst und gesunde Sachen. Heute zum Beispiel morgens um 7.00 nen kleines Müsli, um 15.00 nen halben Teller Kartoffelsuppe (die war irgendwie nicht so lecker, deswegen nur nen halben Teller ...) und zwei Scheiben Knäcke, abends so gegen 18.00 noch mal ne Orange, ne Birne und nen Stück Schokolade - hört sich wenig an, wenn ich das selber so lese ... aber ich bin pappsatt. Vor Weihnachten hatte ich ne Phase, in der ich nur noch essen konnte und ständig Heisshunger hatte. Im Moment ist das nicht so, ich hab kaum Appetitt und esse eigentlich nur, wenn ich richtig Hunger mit Magenknurren bekomme. Und das Schönste: Ich kotze nicht. 2 Wochen ohne Finger im Hals - ich könnt mich dran gewöhnen.

12.01.2007 um 17:55 Uhr

Wochenend Planung

von: Ryan

Jo, also ich bin wo untergekommen. Sie wollen in eine Karaokebar ... hä? Was für ne Idee ... das ist doch eigentlich scheisse. Ich kann nicht sonderlich gut singen, ich will auch gar nicht singen und ich will ihnen auch nicht beim singen zusehen und dauernd voll geheuchelter Begeisterung klatschen.

Zuhause rumhocken will ich aber auch nicht ... tja und jetzt ... die Karaokebar ist bestimmt ganz witzig ... nach 1, 2, 3, 4 oder 5 Bier ... ich sollte nicht grade an solchen Abenden mit dem Saufen aufhören.

Geh ich da jetzt mit oder nicht ...? Wähh ....

12.01.2007 um 16:04 Uhr

Dann mal *cheers*

von: Ryan

Ja, was soll ich sagen ... nachdem ich also gestern schon den Versuch zu starten mich heute mit jemanden zu treffen, hagelt es nun Absagen. "Nee, wir würden gerne, aber wir fahren weg." - "Nee ich hab meiner Freundin versprochen, dass ihr dieses Wochenende zu wiedmen." Gut, da kann mal als in seiner heimatstadt-lebender Single nicht gegen an ...

Letzter Versuch: Ich kontaktiere heute die Freunde, die ich seit Jahren *bewusst* nicht sehe. Ich mag diese Leute, wir telefonieren auch meist recht regelmäßig (wenn ich natürlich anrufen, das ist ja immer der Fall) und sie mögen mich - denke ich - und wir treffen uns auch ab und zu ... was auch gut ist, weil wenn ich sie zu oft treffe, weiss ich plötzlich WARUM ich sie nur so selten sehe.

Diese besagten Freundinnen sind Single und leben in ihrer kleinen Welt das "Sex and the City"-Leben. In Gesprächen geht es dann um Schuhe, Klamotten, Diät und vor allem MÄNNER. Ich versuche ja immer aufmerksam zu zuhören, aber ich kann dem Gespräch bezüglich der männlichen Artgenossen mit denen sie sich grade treffen, vögeln oder was auch immer, nicht folgen. Dann fallen garantiert pro Nase 3-6 Männernamen und die dazugehörigen Geschichten werden dann auch irgendwie wild durcheinander erzählt. Dann fallen so Sätze wie: "Der ist ja genauso wie Jens." - Wer ist Jens? Hat man mir von dem schon erzählt? Ich denke, das liegt daran, dass ich ein Mann bin. Mein Instinkt sagt mir: "Frau --> Fortplanzung." Punkte, Ende. Der weibliche Instinkt dagegen ist sehr viel abstrakter in dieser Hinsicht, Frauen sind darauf spezialisiert den perfekten Partner unter allen Männchen auszuselektieren.

Wenn wir dann angetrunken inner Kneipe stehen, kann ich meinen Arsch drauf verwetten, dass spätestens eine der Mädels nach ner halben Stunde weg ist, um mit irgend einem fremden Kerl zu flirten. Und wenn ich ganz viel Pech hab, sind sie alle irgendwann weg um mit fremden Kerlen zu flirten und ich steh doof an der Bar rum, bis mich jemand aus Mitleid auch mal anspricht.

Ich denke ich werde die Mädels fragen ob sie einfach nur was trinken gehen wollen mit mir.

11.01.2007 um 21:06 Uhr

What a mess ...

von: Ryan

Ich erinnere mich, dass ich vor genau einem Jahr eine ähnliche Phase hatte, in der ich super unzufrieden mit mir selbst, mit der Gesamtsituation und überhaupt war.

Ich würd mal in meiner gewohnt optimistischen - und vor allem realistisch-nüchterner - Ansicht sagen: Das geht vorbei. Aber wann?

Ich hab mich zusammen genommen und hab heute schon mal prophylaktisch allen Leuten ne SMS geschrieben, was man denn am Wochenende unternehmen könnte. Einfach mal Interesse bekunden und zeigen, dass man Zeit ist und offen ist für Freizeitaktivitäten. Noch hat sich keiner gemeldet ... ich will einfach nicht, dass dieses Wochenende wie das letzte abläuft.

Und wenn doch: Wozu gibt es Alkohol? Cheers ...

10.01.2007 um 19:36 Uhr

Januar-Depression

von: Ryan

Musik: Bright Eyes - Sunrise, sunset

Es ist irgendwie ziemlich doof alles. Mich nervt alles an - und dazu braucht es im Moment echt nicht viel. Ich könnte mich über alles aufregen und bin super gereizt. Gott sei dank gehöre ich nicht zu den Menschen die sowas an ihrer Umwelt auslassen.

Vor allem nervt mich der Alltagstrott. Immer das gleiche: Aufstehen, zur Arbeit gehen, nach Hause kommen, was essen, fernsehen, schlafen. Niemand ruft an, nichts großartiges passiert, nichts großartiges steht in naher Zukunft an. Nicht mal aufs Wochenende freue ich mich. Mal davon abgesehen ist mir heute schrecklich zu bewusst geworden, dass ich seit 14 Tagen nichts mehr unternommen hab. Mein Highlight war "Mensch-ärger-dich-nicht"-Spielen mit meinem Bruder und seiner Frau.

Auf der anderen Seite möchte ich mich auch niemandem aufdrängen. Was soll man schon sagen? Ich fühl mich so einsam und mir ist so unendlich langweilig, bitte trefft euch mit mir? Keine Ahnung, aber ich kann auch nicht zuhause hocken, das Telefon anstarren und warten, dass irgendwer sich dran erinnert: "Ach, da gab´s ja noch Ryan, mal schauen wie es ihm geht." Das macht nämlich irgendwie niemand, den ich kenne. Ich bin auch irgendwie eingeschnappt, weil ich meinen Verabredungen immer hinterher rennen muss und mittlerweile glaube ich, dass sie mich alle nur aus Mitleid mitnehmen - ach eigentlich ist das Quatsch. Ich bin sehr wohl beliebt und mich fragen auch eigentlich immer recht viele Leute ob ich nicht was mit ihnen unternehmen möchte - nur grade mal nicht und meine neurotische Gedankenwelt bricht gleich über mich hinein.

Es nervt mich außerdem unendlich, dass ich zwar versuche Leute anzurufen, aber irgendwie nie irgendwer zuhause ist. Oder mal zurück ruft. Ich brauche meine Freunde ganz dringend um mich herum.

07.01.2007 um 05:02 Uhr

Das Thema Frauen

von: Ryan

Ach, ich weiss auch nicht ... eigentich hatte ich mir geschworen bis zum Examen (in 7 Monaten) Single zu bleiben. Nun hab ich aber diese sehr interessante E-Mail-Bekannschaft ... und sie ist mehr als interessant.

Dazu muss man sagen ich kenn sie eigentlich schon sehr lange, zwar nicht sehr gut, aber wie gesagt lange. Ich hab sie damals über ne gute Freundin kennen gelernt, wir haben mal zusammen alle gegrillt und so nen Kram. Ich hab mich nie läger mit ihr unterhalten oder so, nur ein einziges mal in einer sehr betrunkenen Laune (ich war 18) geküsst. So äußerlich ist sie auch genau mein Typ.

Und wir haben rausgefunden per E-Mail dass sie in der gleichen Straße lebt wie ich.  Das ist irgendwie schon lustig - oder Schicksal? Ich bin ja so nen Typ, der an Schicksal und vorbestimmte Beziehungen glaubt.

Das Problem ist allerdings, dass sie zur Zeit nicht in Deutschland ist - sie ist Soldatin - wow - im Irak und sie kommt erst Anfang Februar wieder. Wir schreiben uns viele E-Mail, mindestens 2 am Tag mit Fotos usw. Ich finde sie sehr sympathisch, fand ich auch damals schon, aber ... keiner Ahnung, ich bin sehr begeistert von ihr. Mal davon abgesehen dass ich von der deutschen Bundeswehr nicht so viel halte. Ich bin auch sehr froh, dass ich nicht hin musste aufgrund dessen dass ich 4 Brüder habe, die vorher brav Wehrdienst oder Zivildienst abgeleistet haben. Ich hätte mich auch beabsichtig zu dumm angestellt um ausgemustert zu werden, weil ich von der Bundeswehr nichts halte. Und ne Frau, die sich freiwillig verpflichtet und dann noch in Krisengebiete wie den Irak geht? Wow ... kann ich damit umgehen? Wir wollen uns zumindest mal treffen, wenn sie wieder da ist.

Sie ist sehr hübsch und spricht mich total an ... okay, darauf nicht versteifen und erstmal kennen lernen ... im Februar ... ich hatte mir so geschworen Single zu bleiben, aber sie begeistert mich schon wieder obwohl sie nicht mal aufm gleichen Kontinent wie ich ist.

Ich bin so zerrissen mit mir selbst - vor allem weil ich ja bei der letzten Nachbarin so nen Fehltritt hatte, das war die schizophrene Exfreundin, die mich bis heute noch nervt. Sie allerdings schätze ich auf psychisch normal und angenehm ein, auch wenn sie Maschinenpistolen bedienen kann.

(Was ich im übrigen auch kann, nur so nebenbei erwähnt - mein Stiefvater und meine Mama haben beide nen Jagdschein, zwei meiner Brüder ebenfalls und ich hab diesen wie-auch-immer-er-heisst-Schein, dass ich böse Waffen transportieren und besitzen darf, weil Mutti wollte, dass ich ihre Waffen eines Tages erben kann - mal davon abgesehen wird man oft genug in so ner Familie mit aufm Schiessstand mitgenommen - und ganz ehrlich, ohne Scheiss: Ich hab mehr Turntauben vom Himmel geholt als Mutti - ich bin ein sehr guter Schütze, das hat wohl was mit dem Feingefühl zu tun oder so, ich merk auch sofort wie verstellt die Gewehre aufm Hamburger Dom sind, so dass ich trotzdem treffe ... dennoch bin ich kein Fan davon und schon gar kein Fan von der Bundeswehr um freiwillig stundenlang durch den Schlamm zu kriechen und Krieg zu spielen ... ich hätte mich lieber nen Jahr lang mit ner Behindertenwohngruppe rumgeärgert als mich einmal von so nem Bundeswehrausbilder anschreien zu lassen ...)

Wie gesagt, ich schreibe mit dieser Frau rege E-Mails, die ich von vor x-tausend-Jahren kenne und plötzlich sehr interessant finde. Oh Gott, ich erinnere mich sogar, dass wir auf ner Grillparty zusammen waren, auf der ich meine damalige Freundin mitgebracht hatte.

07.01.2007 um 01:45 Uhr

Listen to David Gray

von: Ryan

Ich fühl mich mal wieder sehr einsam. Eigentlich wollten 10.000 Leute heute anrufen und eigentlich wollte ich auch feiern gehen - obwohl ich jetzt nicht wirklich in Stimmung bin die Nacht aufm Kiez durchzutanzen. Ich hab mir statt dessen "Schindlers Liste" angeschaut und hatte auch keine Ambitionen meiner eigentlichen Abendplanung zu folgen und diverse Leute anzuflehen mit mir etwas zu unternehmen, zu dem ich eh keine Lust gehabt hätte. Ich würde nur gerne meine Freunde sehen.

Ist schon blöd als Single, aber es ist wohl so. Mittlerweile bin ich der Meinung endlich komplett über die Trennung meiner Ex vor über einem Jahr hinweg zu sein. Irgendwie ist sie mir ziemlich ... egal geworden. Ich reg mich nicht über ihre neue Freundin auf und es interessiert mich nicht wie es ihr geht, ich hab dazu ne sehr gesunde Gleichgültigkeit entwickelt.

Das einzige was ich vermisse ist diese Vertrautheit der Beziehung, aber nicht sie selbst. Mal davon abgesehen, dass wir uns beide in der Zeit der Trennung so stark entwickelt haben dürften, dass nur noch nen Bruchteil davon übrig geblieben sein dürfte, in was wir uns beide verliebt haben. Damals - eine völlig andere Zeit oder ein früheres Leben, oder sowas ähnliches.

Ich fühl mich schon sehr einsam, manchmal. Nicht immer, immerhin bin ich ein sehr eigenständiger Mensch, ich komm auch gut ohne Beziehung aus, brauche meine Freiheiten und bau sowieso schwer Vertrauen zu anderen Menschen auf. Zumindest die Art von Vertrauen, die man in einer Beziehung brauchen sollte. Auf der anderen Seite fehlt es mir schon sehr verliebt zu sein, begeistert von einem Menschen, es kaum abwarten zu können ihn wieder zu treffen, nur von ihm zu sprechen, sich unendlich wohl fühlen in dessen Gegenwart und stundenlang Fotos von ihm anzusehen. Und unendlich stolz zu sein, wenn ich einen Satz mit: "Meine Freundin" oder "Mein Freund" beginnen kann.

Ich hab mir gute Vorsätze für´s neue Jahr gesetzt (wie wahrscheinlich unendlich viele andere Menschen auch):

  • Ich möchte endlich abnehmen.      Den Weihnachtsspeck von 4 Kilo angefressen durch Lebkuchen, Weihnachtsstollen und Keksen ist bereits wieder runter. Ich bin auf dem Gewicht, dass ich hatte als die Weihnachtszeit begann. Nun muss der Rest, den ich seit nem Jahr mit mir rumschleppe auch noch weg. Es fällt mir allerdings im Moment nicht wirklich schwer, ich hab irgendwie keinen Appetit, nicht mal auf Schokolade. Das einzige was ich grade echt gerne esse ist Fladenbrot mit Salat und Tomaten. Ich kaufe seit ner Woche nur noch bei türkischen Gemüsehändler von nebenan ein und komm daher nicht mehr in die Versuchung zu Schoko zu greifen. Stattdessen schneid ich lieber ne Orange klein.
  • Weniger Rauchen:       Schaff ich auch ganz gut. Ich hab vorher so ca. 1 Schachtel pro Tag weggehauen, meistens mehr. Im Moment rauche ich die Hälfte, so ca. 6-10 Zigaretten. Okay, gestern waren es wieder mehr, aber Ausrutscher sind auch nicht das Ende.
  • Weniger Trinken:      Gut, ich hab mir grade die Flasche Sekt von Sylvester aufgemacht, aber ich will mich nicht mehr so unkontrolliert zu kippen, wie es das letzte Jahr teilweise vorgekommen ist. Da lag ich fast jedes Wochenende einen Tag krank im Bett, weil ich so nen derartigen Kater hatte, weil ich aufm Kiez ein Bier nachm nächsten gekippt hab. Also: Vielleicht am Anfang des abends 1-3 Bier und danach kann man auch mal Cola Light trinken, hat auch weniger Kalorien und bestärkt meinen ersten Vorsatz.
  • Nicht mehr Kotzen:      Am liebsten gar nicht mehr. Ich muss außerdem dringend zum Zahnarzt und trau mich eigentlich nicht, weil der garantiert die Säureschäden meiner Zähne bemerken wird. Zähneputzen ist im Moment die Hölle, mein Zahnfleisch blutet und ich hab 2 Zähne, die latent immer mal wieder wehtun. Garantiert ist da was. Ich war seit fast 2 Jahren nicht mehr beim Zahnarzt und wenn ich nicht in demnächst gehe, wird die Hemmschwelle immer größer.

Drückt mir die Daumen, bis jetzt läuft alles ganz gut.

04.01.2007 um 17:54 Uhr

Post-Weihnachts-und-Silvester-Stimmung

von: Ryan

Ein neues Jahr und ich bin wirklich froh, wenn dieses ewige "Frohes Neues und alles, alles Gute für das neue Jahr!" endlich aufhört. Es geht mir echt aufm Keks. Jeden Tag auf der Arbeit 10.000 Mal "Frohes Neues!" Das wird mich aber wahrscheinlich noch ca. einen Monat lang begleiten. Samstag werden hoffentlich die meisten Menschen die Weihnachtsdeko aus ihren Fenster und von ihrern Balkonen verbannt haben und Normalität kehrt endlich wieder ein.

Ansonsten versuche ich meine Freunde zu erreichen, welche auf unnatürliche Weise verschwunden zu seinen scheinen. Stattdessen habe ich Eltern und Mitbewohner am Telefon: "Nee, der/die ist nicht da, versuch´s mal aufm Handy." Wenn ich ein dringendes Anliegen hätte, würde ich dieses auch tun - hab ich aber nicht. Und ich möchte meine Bekannten nicht bei spektakulären, wichtigen Außer-Haus-Tätigkeiten stören. "Hey, ich wollt einfach mal quatschen und hören wie es dir geht." Es kommt auch irgendwie niemand auf die Idee mal MICH anzurufen.

Und aus dem Kapitel: "Ryan auf der Suche nach einem Lebenspartner": Ich schreibe grade E-Mails mit einer Person, die mir bereits Bilder geschickt hat und die ich in meinem Bevor-ich-berufstätig-war-Leben mal getroffen habe. Mein Traumprinz hat immer noch nicht an meiner Haustür geklingelt - nur die Zeugen Jehovas in diesem Jahr - und langsam schwenkt meine sexuell-emotionale Unzufriedenheit in Verbitterung um. Nein, ich möchte eigentlich bewusst Single bleiben und bin bewusst NICHT auf der Suche - aber ein bisschen unbewusst neidisch auf glückliche Pärchen.

Gesundheitlich leide ich grade an leichten Diarrhoen - schon seit 4 Tagen und was denke ich sofort? Bestimmt ne entzündlich-chronisch verlaufende Durchfallerkrankung oder nen meldepflichtiger Virus? Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, ein Darmkarzinom, Clostridien oder die Cholera? Nein, ich geh nicht zum Arzt, das macht alles schlimmer. Ich bin ein furchtbarer Patient, ist mir heute wieder aufgefallen - wenn ich selber Spritzen verteile, ist alles super - wenn ich selbst eine bekommen soll, mache ich ein riesiges Theater. Ich glaube, ich könnte die Vorstellung nicht mal ertragen, wenn ich Stuhlkulturen abgeben sollte. Also was tue ich jetzt? Ich schlüpfe in meine durchnässten Chucks und kaufe Cola und Salzstangen.

01.01.2007 um 09:31 Uhr

Und wieso bin ich immer noch wach?

von: Ryan

Ich bin eigentlich ein Mensch der nach Wundern sucht ... so ein Weihnachtswunder oder besinnliche Sekunden inmitten von all dem Stress, an denen man sich erfreuen kann. Aber dieses Jahr muss ich völlig pessimistisch und sehr enttäuscht bleiben ... ich habe nichts gefunden. Kein Weihnachtswunder und kein Silvesterwunder. Stattdessen hat sich beides in meiner Welt 2006 sehr stressig und sehr frustrierend dargestellt. Ich würde gerne von irgendeiner alten Dame berichten, die mir Heiligabend gedankt hat dass ich ihr zugehört habe oder ähnliche Geschichten, bei denen man das Gefühl bekommt, man arbeite doch nicht umsonst Heiligabend ... aber leider wars nicht so. Meine Patienten konnten sich entweder gar nicht oder nur fremdaggressiv äußern. Der Rest der Belegschaft war angepisst Heiligabend arbeiten zu müssen und Heiligabend hab ich zwar 10.000 SMS erhalten aber keinen der Deppen zu Gesicht bekommen.

Ich hau mir jetzt die eingefrorenen Reste des Weihnachtsessen in nen Topf und hoffe, dass sie aufgetaut seien mögen, wenn ich in 6 Stunden (laut Wecker) erwachen werde und hoffentlich auch den Appetitt haben werde um es zu geniessen.