Zukunftsprognose
Im Moment ist alles ganz schrecklich, ich bin immer noch unglücklich über die Station und ich habe eigentlich MONATE lang das Ende meiner Ausbildung herbeigesehnt um ENDLICH Krankenpfleger zu sein ... und jetzt will ich das alles gar nicht. Keine Schule, die hinter mir steht, wenn es auf Station doof läuft ... nein, da muss ich jetzt alleine durch.
Vorgestern nachm Spätdienst bin ich zu meinem Bruder (der Typ mit der Kneipe) und hab dem mein Leid geklagt ... und nebenbei ne ganze Menge Bier und Mexicaner gekippt ... und meine Güte war ich betrunken. Ich bemitleide mich schon wieder so sehr, dass ich mich kranksaufe. Ich bin zwischendurch sogar vom Barhocker gekippt und hab mir erstmal schön das Knie aufgeschlagen. Ich bin gestern vormittag aufgewacht, hatte nen riesen Kater, nen dicken Kopf, mir war schlecht und mir tat das Knie weh. Außerdem hab ich mich gewundern warum meine Hose blutig war und dass ich keine Jacke mehr hatte ... gegen Abend hab ich mich mit meinem Bruder bei McDonalds getroffen (Gott sei dank hab ich die Jacke in seiner Kneipe liegen gelassen und nicht in der U-Bahn), der mir meine Jacke mitgebracht hat. Oh weih, oh weih ... und dann fragte er noch: "Wie gehts deinem Knie?" - "Woher weisst du von meinem Knie? Was hab ich da gemacht?" - "Du bist vom Barhocker gefallen und hast dir das aufgeschlagen." Aha ... peinlich, peinlich ... so betrunken war ich lange nicht mehr ... naja, der Cheeseburger bei McDonalds war auch das einzige was ich den ganzen Tag über essen konnte, weil mir ziemlich schlecht war.
Ich bin schon ziemlich unglücklich mit der Station, die man mir jetzt angedacht hat, aber ich muss dankbar sein, dass ich überhaupt was gekriegt hab und dass ich jetzt erstmal nen halbes Jahr nicht arbeitslos zuhause hocken werde ... wegen dem halben Jahr: Also ich wurde nur für 6 Monate übernommen, Vollzeit - scheiss Knebelvertrag ... besser als nix, ich sollte aufhören zu meckern. Aber ich muss mich auf harte 6 Monate einstellen: wir werden als frisch Examinierte sehr wahrscheinlich sehr schnell in die ersten Nachtdienste (ALLEINE!) geschickt werden, wir werden viel und oft arbeiten, damit das feste Team Überstunden abbauen kann.
Steffi und ich haben uns überlegt, wir sind dann eben sehr gute Freunde ... mehr nicht. Und wenn uns einer fragt, warum wir so oft zusammen hängen: weil wir so gute Freunde sind. Im Grunde genommen gehts ja keinen was an und wir werden auf Station ja nicht übereinander herfallen oder sowas - für sowas werden wir eh keine Zeit haben, so wie ich die da kenne. Oder nur entgegengesetzte Dienste oder sowas ... aber so wie ich mich kenne, werde ich eh mit einigen Leute fix aneinander rasseln. Steffi ist so nen Typ alla: "Lass die reden, mach deine Arbeit, ins eine Ohr rein, ins andere raus." Ich kann das nicht ... ich raste ja ganz fix aus. Ich komme nach Hause und muss mich erstmal 3 Stunden aufregen. Kennt ihr "The King of Queens"? Doug und Cary? Steffi issn bissle wie Doug so alla: "Das bringt mich doch nicht aus der Ruhe. Das ist mir jetzt zu anstrengend mich zubeschweren." und ich bin sofort: "Ich beschwer mich SOFORT, schon aus PRINZIP!" Und wenn ich auf dieser Station arbeite ... ich habe mir fest vorgenommen die Schnauze zu halten und nicht bei jeder Ungerechtigkeit an die Decke zu gehen und auch mal Dinge runterzuschlucken, auch wenn ich weiss, dass es anders laufen muss ... aber ich geb mich 2 Monate, vielleicht 3 Monate, wenn ich mich anstrenge ... aber spätestens dann hab ich Stress mit irgendwem oder mehreren oder allen ... wer weiss, vielleicht werde ich dann ja zwangsversetzt, das wäre natürlich sehr, sehr schade *g* Auf der anderen Seite, wenn man mich in den ersten 6 Monaten zwangsversetzt, ob das so gut ist, wenn über ne Verlängerung meines Vertrages nachgedacht wird? ICH würd meinen Vertrag dann nicht verlängern ... naja lassen wir uns überraschen.
Man soll ja nicht über ungelegte Eier diskutieren - aber mir macht das trotzdem Kopfweh was in den nächsten 6 Monaten auf mich zukommen wird. Nicht weil ich examiniert bin, sondern weil ich weiss, dass es eine Station ist wo jeder nur für sich kämpft und wenn einer nen Vorteil aus deinem Schaden ziehen kann, treten sie auch nochmal zu wenn du schon am Boden bist. Und wovor ich ganz große Angst hab: Das ich bei diesem Tyranei-Spielchen voll drauf einsteige und am Ende der Schlimmste von allen werde. Ich hab echt oft gesehen, wie sich einige Leute auf dieser Station verändert haben - Leute, die ich echt mochte und die sich so negativ entwickelt haben und es lag an diesem unzufriedenen Arbeitsklima - und ich will nicht so werden und mit einer Arbeitsmoral durch den Dienst gehen alla: "Tritt einmal zu, und ich tret zwei so zurück, dass du dich nie wieder traust." Das ist doch alles abartig ... mal davon abgesehen bin ich der einzige Mann auf der Station ... großartig ... und in zwei Wochen gehts schon los.
