Boys don´t cry

31.07.2008 um 00:44 Uhr

Sommerkino und Schwiegereltern

von: Ryan

Die Nacht vom 27. auf den 28. Juli. Ich hatte abends die Idee ins Kino zu gehen - genauer ins Millerntor Stadion. Dort findet zur Zeit vor der Südtribüne auf einer aufgebauten Leinwand täglich eine Kinovorstellung statt. Filmbeginn bei Erreichen der Dunkelheit und man sitzt da ziemlich gemütlich im St. Pauli Stadion bei Bier aus Plastikbechern und erfreut sich an den bewegten Bildern.

Ich dann eben auch, in einer Hand mein Plastikbecher mit mir, in der anderen Hand die Hand meiner Freundin. Warme Sommernacht, man kann selbst um Mitternacht noch im T-Shirt draussen sein, die Lichter Hamburgs um uns herum, Jack Johnson-Stimmung, ich bin total zufrieden, denke nicht einmal an die Arbeit, geniesse einfach nur alles um mich herum - genau so begann mein 24. Lebensjahr. Schön oder?

In genau so einer romantisch-veträumen(bier-geschwängerten) Stimmung, hab ich meiner Freundin versprochen, dass wir in meinem Urlaub ihre Eltern besuchen fahren. Die ganze Woche lang ... Und dass ich mit ihr kitesurfen gehe an der Ostsee. "Und das macht dir auch nix aus, meinst du das ernst?!" - "Ja natürlich!" Auf was hab ich mich da eingelassen?

26.07.2008 um 00:50 Uhr

gegoogelte Krankheiten und das Alt-Werden

von: Ryan

Stimmung: müde und kaputt
Musik: Thomas Godoj

Heute war ein furchtbarer Tag ... um 4.30 aufstehen um zum Frühdienst zu gehen. Bis 9.00 war´s dann auch ganz ruhig auf der Station bis uns gefühlte 20.000 Neuaufnahmen die Hütte eingerannt haben. Chaos - überforderte Ärzte, überforderte Pflegekräfte, Patienten alle irgendwie auffällig ... zum Beispiel hab ich nen jungen Mann aufgenommen, der mir stein und bein versicherte er hätte irgendwann vor 14 Tagen das letzte Mal Alkohol getrunken - und warum hatte der dann 1,4 Promille? "Naja, EIN Bier hab ich gestern abend getrunken." kam als Erklärung ... nee, von EINEM Bier hat man am nächsten Morgen um 10.00 nicht so einen im Tee ...

Im Moment kommt es mir wirklich so vor als ob es nur noch fette Patienten gibt, oder eben psychisch angeditschte Leute. Das heisst im Moment sieht da so aus: Die eine Hälfte des Tages wechseln wir den Dicken die Windeln oder messen deren Blutzucker oder behandeln deren abgestorbene Füße, weil der Blutzucker dauernd zu hoch ist - und die andere Hälfte sülzen uns die psych-Patienten doof von der Seite an alla "Hast du mal ..." oder "Ich brauche JETZT SOFORT ..." Neulich nachts um 4.00 ne Patientin: "Ich muss sofort mit dem Arzt sprechen, mir ist was eingefallen, was ich ihm sagen muss." Ich: "Nee, der diensthabende Arzt schläft grade seit 2 Stunden, hat das nicht Zeit bis morgen zur Visite?" - "Nein, das ist ein NOTFALL!" - "Was haben Sie denn?" - "Ich hab grade was über Beinödeme gelesen, ich glaub das hab ich!" - "Aber bei Beinödemen kann der Nachtarzt jetzt auch nichts machen, legen Sie mal die Beine hoch, wenn man sich hinlegt, bildet sich das zurück." - "Ach Sie haben ja keine Ahnung!"

Klar, wir haben alle keine Ahnung ... und es gibt für alles ne Wunderpille ... die Leute wollen einfach nicht hören, dass Beine hochlegen manchmal echt die beste Lösung ist ... wo wir bei Beine hochlegen sind, durch das scheiss warme Wetter und das ganze Gerenne heute, hab ich auch Wasser in den Beinen ... gut, nicht mal annähernd wie meine Mutti an warmen Tagen, aber es tut weh *schnüff*

Nee aber nochmal zu klugscheissenden Patienten: ich hab nen tollen Artikel in einer bekannten Zeitschrift gelesen zum Thema Hyperchondrie. Die Patienten googeln mittlerweile ihre Symptome und finden die tollsten Krankheiten im Internet und erzählen dir dann was sie haben ... und in dem Artikel hiess es sehr treffen: Geht man denn auch zu nem Pilot und sagt: Ich hab da mal was gegoogelt, sind Sie sicher, dass Sie die richtige Flughöhe haben? Das macht ja auch kein Mensch. Auf der anderen Seite gucken die Leute auch wie bescheuert diese Arztsendungen und kommen auf doofe Ideen: "Ich hab Kopfschmerzen, ich habe ein Aneurysma!" Ja klar ... auf der anderen Seite haben wir auch Patienten, wo dann mal nen nekrotischer Zeh ignoriert wird, bis man nur noch den ganzen Unterschenkel amputieren kann oder nen Knoten in der Brust wird totgeschwiegen bis man wegen Luftnot zum Arzt geht und nur noch zu sagen kriegt, dass man bereits Lungenmetastasen hat ... aber diese Patientengruppe kommt seltener vor als die Hyperchonder.

Und gleichzeitig wird in den Arztserien immer wieder gezeigt: WIR sind überarbeitet. Freizeit gleich null. 60 Stunden Woche, undankbare Tätigkeiten und verachtenswerte Arbeitszeiten zu einem Hungerlohn - und trotzdem schaffen es die wenigstens NETT zu sein. Ich verlang ja nicht, dass alle mega pflegeleicht sein, aber nen bissle Freundlichkeit und ab zu mal Danke wäre nett ... ich hab jetzt zwar das Wochenende frei, aber danach gehe ich in einen 7-Nächte-Turn, hab dann einen Ausschlaftag und einen Tag frei und arbeite dann mal locker flockig 15 Tage am Stück durch - und in meinem Arbeitsvertrag steht so nen Satz alla: "Freie Tage sind nur zu nehmen wenn es die personelle Lage erlaubt." Welcher Arbeitnehmer verzichtet denn freiwillig auf sein Wochenende oder arbeitet mal 2 Wochen ohne einen Tag frei?

*großes Seufzen* ....

ABER Küchengabi hat richtig Anschiss heute gekriegt - meine Spätdienstkollegen haben nämlich gestern Lebensmittel aus der Krankenhausküche rausgeholt, die leider schon vor einem Jahrzehnt abgelaufen waren ... ups ... eigentlich hat Küchengabi die Aufgabe einmal die Woche alle Lebensmittel nach Haltbarkeit zu prüfen und auszusortieren ... aber sie hat auch nen stressiges Leben, wenn dauernd ihr Handy klingelt. Da bleibt dann halt mal was liegen ... *augenverdreh*

Habe ich erwähnt dass mein Geburtstag für dieses Jahr ansteht? In 3 Tagen erreiche ich mein 24. Lebensjahr. Als ich damals 14 Jahre alt war, wurde mein Bruder grade 24 ... und ich fand er war sooo alt. Nun wird er 34 und ich finde ihn zwar immer noch alt, aber nicht mehr ganz so schlimm wie damals ... man wird ja reifer. Ich weiss gar nicht wie ich meinen Geburtstag verbringen möchte. Normaler Weise versuche ich groß zu feiern, Wetter ist klasse. Grillen irgendwo würde sich anbieten, aber diesmal fällt mein Geburtstag auf einen Montag. Was macht man an einem Montag?! Vor allem weil ich Dienstag selber wieder arbeiten muss.

24.07.2008 um 17:31 Uhr

Küchengabi

von: Ryan

Ein Blogeintrag über die kleinen alltäglichen Katastrophen und Reibereien: Heute war ein schöner Tag, ich habe meine Arbeit gut geschafft, das Sommerloch macht sich noch immer bemerkbar im Krankenhaus und da es am Wochenende sehr ruhig war, hat meine Chefin mich dazu verdonnert, bzw. gebeten, die Stationsküche aufzuräumen und zu säubern ... immerhin sind wir ein Krankenhaus und die Patienten müssen sich ja nicht noch über´s Essen ne neue Infektion holen. Außerdem sah die Küche katastrophal aus. Kurz um: Ich mache die Schränke auf und in jedem Schrank stand irgendwie ein Glas, ein paar Teller, nen Brotkorb und nen Topf ... ich also alles ausgeräumt, die Schränke ausgewischt und Gläser zu Gläsern gestellt, Töpfe zu Töpfe, Körbe zu Körbe, Kannen zu Kannen ... super System, ich habe ein verbales Fleißbienchen von meiner Chefin abgestaubt und alles war super. Nebenbei hab ich auch noch die Schränke neu geschriftet, damit sich unsere Küchengabi, die unter der Woche unsere Küche managed auch zurecht findet ...

Die ganze Geschichte hat mich sage und schreibe 5 Stunden meiner wertvollen Lebenszeit gekostet. Wie gesagt, das war SONNTAG .... heute ist Donnerstag und ich bin heute mal am vormittag in die Küche reinmaschiert, ahnte nichts Böses ... und fiel fast hinten über. Küchengabi hat ALLES wieder umgeräumt. Wieder steht alles verteilt in den Schränken, die Gläser sind irgendwie lieblos in den erst besten Schrank geräumt, die Waschmaschine seit Tagen wieder nicht grundgereinigt (soll alle 12 Stunden passieren), Brötchenkrümmel in den Schubladen ...

Mein Blutdruck schoss in die Höhe, mein Puls raste, die Wut kroch aus dem Teil meines Herzens, der soviel Herzblut in diese scheiss Arbeit gesteckt hatte am Wochenende ... und was macht Küchengabi? Rauchen und diligierte schön ihre Arbeit - nämlich das Abräumen der Frühstückstabletts an unsere Pflege-Praktikantin weiter, die eigentlich in der Küche nichts zu suchen hat - und vor allem nicht Küchengabis Arbeit zu machen hat! Und Küchengabi hat nicht grade die Unmengen an Arbeit zu erledigen, sie schafft es nebenbei immer noch mindestens 2 Stunden private Telefonate zu führen und mindestens 1 Stunden rauchender Weise vor der Tür zu verbringen.

Ich also heute wutentbrannt ein Gespräch mit Küchengabi geführt ... bzw. ich hab sie angepampt und sie setze ein paar mal dazu an sich zu rechtfertigen - aber ich war so böse und so gut in Fahrt, dass sie nicht die Möglichkeit hatte für Erklärungen. Und als sie dann dazu kam zu sagen: "Das ist aber scheisse, dass alles woanders steht!" kam von mir nur: "Dein Hygieneverhalten hier ist auch scheisse!"

Und dann: Ich dreh mich um - da steht hinter mir meine Pflegeleitung - "Ryan, was ist hier los?!" Ich dachte, ich krieg ne Abmahnung, weil ich Küchengabi angepampt hab ... nein, die PL guckt er mich an, dann Küchengabi und sagt: "Mit Ihnen möchten wir sprechen, wir haben mittlerweile 5 Beschwerden bezüglich der Mahlzeiten und den Zustand der Küche." Küchengabi wird blass - und ich frei mich - wunderschön ist das wenn man merkt, dass es Gerechtigkeit gibt.

22.07.2008 um 17:52 Uhr

Haarkatastrophen und beruflicher Aufstieg

von: Ryan

Mal wieder was von mir ... ja wieder einiges geschehen in den letzten Tagen. Heute hab ich zum Beispiel ne ganze Weile über meiner Bewerbung gebrühtet zum Mentor für unsere Station. Also das heisst ich würde unsere Lernschwester begleitet, denen was erklären, deren Zeugnisse schreiben etc pp ... nur wie formuliert man sowas? Wie kann man die Chefs davon überzeugen, dass man wirklich gut ist ohne sich gleich übermäßig großartig darzustellen? Gut verkaufen und gleichzeitig bescheiden sein ... mmh ... gar nicht mal so einfach ... aber ich glaub ich hab was halbwegs brauchbares zusammen geschrieben und meine Chefin kriegt morgen den Wisch auf den Tisch und kann sich dann überlegen was sie damit anfängt.

Und sonst ... ja, ich geh halt arbeiten, sitz auf meinen gefühlten 20.000 Überstunden und reiss mir den Arsch auf für den Drecksladen, den ich dann doch eigentlich ganz gerne mag. Veränderungen sind auch täglich dran, zum Beispiel haben wir seit diesem Monat ne neue Leitung ... die alte ist abgesägt ... Gott sei dank ... die Neue ist super, ich liebe sie, sie ist fair, arbeitet hart, wir verstehen uns bestens. Außerdem ist das Krankenhaus vom Sommerloch geplagt ... noch ein Vorteil. Die Dienste sind entspannt, großartig.

Nachteil zur Zeit: Schatzi und ich haben unterschiedliche Dienste, ich hab Frühdienst, sie Spätdienst und damit wir uns überhaupt noch sehen, fahre ich abends zu ihr.

Noch was doofes ... ich dachte ich tu mir mal was Gutes und geh zum Friseur ... und wenn man dann beim Friseur sitzt und das Haar hübsch gestylt ist, die Beleutung klasse und ist und man grade 15 Minuten Haarkur genossen hat, sieht man klasse aus ... als ich nach Hause kam, stand ich erstmal angewurzelt 10 Minuten vorm Spiegel und dachte: "Was ist das denn auf meinem Kopf?" Da hab ich 20 Euro für nen trendigen Haarschnitt ausgegeben und nun sehe ich aus als hätte meine 4 Jährige Nichte meine Haare mit ner Bastelschere ruiniert ... vielleicht muss ich mich auch nur dran gewöhnen, dass die Hälfte der Wolle weg ist ... ich warte erstmal die Kritik meiner Umgebung ab bevor ich zu nem anderen Friseur renne, um das ganze retten zu lassen.

14.07.2008 um 03:25 Uhr

Der Deckel und der Topf - und die Mutti

von: Ryan

Ich hatte den Vorsatz gefasst mal wieder mehr zu schreiben. Auch wenn es über langweilige Kleinigkeiten geht, die so mein Leben zur Zeit bestimmen und es sehr ruhig machen. Im übrigen übe ich grade für den Nachtdienst morgen. Das ist wichtig, sonst halte ich nicht mal bis 1.00 durch.

Das Problem morgen: ich war seit 5 Tagen nicht auf Station, und da wir ne hohe Durchlaufrate haben, kenne ich morgen abend wahrscheinlich keinen einzigen Patienten. Wer schreibt denn solche Dienstpläne ... das alte leidige Thema "Chefin" ...

Aber heute war ein schöner Tag. Mein heiratswilliger Bruder und ich haben uns getroffen um was zu essen, er bei Alsterwasser und ich bei Rotwein - und haben gequatscht über seine Heiratspläne. Immerhin kennt er diese Frau noch nicht sooo lange ... sagen wir mal so ... nicht sooo lange, dass ich glaube, dass sie heiraten sollten. Und als ich vorsichtig verbal abtastete ob das ne gute oder ne fixe Idee sei mit dem Heiraten, sagte er Pommes-kauender Weise: "Ryan, irgendwann weiss man es einfach." und doofer Weise glaube ich ihm das sogar. Gut, er hat es ehrlich aus tiefsten Herzen gesagt diesen einen Satz - auf der anderen Weise kann ich ihn mittlerweile gut verstehen. Ich weiss nicht warum - oder vielleicht lag es auch einfach an meiner jugendliche Untriebigkeit - aber ich hab mir vorher auch mit NIEMANDEN vorstellen können zusammen zu leben ... außer meinem Mitbewohner meiner ehemaligen WG, der zählt nämlich nicht, der war schwul ... und ein begnadeter Koch ... aber so beziehungstechnisch hatte ich nie den Gedanekn mit wem zusammen zu ziehen. Selbst als die Frage bei meiner letzten richtig langen Beziehung zur Frage stand - und die Beziehung dauerte 3 Jahre und ich habe schrecklich gelitten bei der Trennung ... nee, die Frage nach Zusammenziehen stand nie zur Debatte. Sie wollte, ich nicht. Ich konnte es mir nicht vorstellen, obwohl wir damals schon sehr lange ein Paar waren - und nun. Nun ist das kein Thema, weil ich es mir so gut vorstellen kann.

Keine Angst, nix ... gut, es wird kompliziert, wenn wir uns trennen, weil einer ausziehen muss und der Streit um die gemeinsamen Möbel ... natürlich ist das doof ... aber ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass es soweit kommt. Es läut fast erschreckend gut zwischen ihr und mir. So erschreckend gut wie ich es hätte mir nie vorstellen wollen.

Vielleicht sprechen da auch die Endorphine aus mir, die in meinen Blutgefäßen explosionsartig vorkommen sobald ich mein Häschen sehe ... aber ich hätte letztes Jahr nicht gedacht, dass ich so ein ruhiges und erfülltes Liebesleben haben würde. Mit so ner tollen Frau ... die Leser, die schon länger meinen Blog verfolgen, wissen wie unglücklich ich war als ich noch nicht wusste ob sie meine Gefühle erwidert ... und ich hab ja sehr gelitten ... und musste kämpfen um sie anzurufen um sie widerzusehen weil ich so verliebt war ... und ich hätte sie dauernd sehen können ... und wie verunsichert ich war als mir klar wurde, dass ich mich in sie verliebt hatte ... und nun ist alles so super und schön. Es ist wirklich - erschreckender Weise - ALLES super. Wir können toll reden, wir haben den gleichen Humor, sind sehr ähnlich albern, haben den gleichen Freundeskreis, sie hat mal in meinem Krankenhaus gearbeiten, so dass sie alle meine Kollegen kennt über die ich lästern muss, meine Mutter mag sie wirklich gerne - um nicht zu sagen: Sobald Steffi und meine Mama zusammentreffen, bin ICH uninteressant. Die beiden unterhalten sich, lachen, freuen sich, ich will nenlustigen Kommentar dazwischen schiessen und MEINE Mutti sagt: "Ach Ryan, hol uns doch mal Ritwein ausm Keller, oder geh mit dem Hund spazieren ... egal was, aber lass uns zwei Frauen mal nen bissle ungestört reden." Ja, was sagt man dann? Dann dackelt man grummelt mit dem Hund ab und lässt sie ne halbe Stunde allein und aufm Heimweg zu stochern: "Na, worüber hastn du mit eminer Mama gesprochen?" und sie: "Ich find deine Mama nett, über dies und jenes halt." - "Was ist denn DIES und JENES?" will ich wissen und bekomme als Antwort: "Nichts was dich interessieren würde." - "Aber es interessiert mich." - "Sei nicht so neugierig! Und deine Mama ist echt total nett ..."

Schlimm ist dass sie mir nicht sagt, was die so reden ... und schlimm ist, dass sie meine Mama nett findet. Nicht mal ich find meine Mama nett. Natürlich mag ich meine Mama, sie ist meine Mama, ich liebe sie, keine Frage ... aber NETT sind andere Leute. Meine Mama kann das hinterhältigst Biest auf der Welt sein und meine Freundin findet sie NETT ... die Ehefrau meines ältesten Bruders hat noch nie das Wort NETT im Zusammenhang mit meiner Mutter gebraucht - und mein bruder ist mit ihr seit 15 Jahren zusammen ...

Und jetzt kommt das Beste: Nicht nur, dass meine Freundin nen toller Gesprächspartner ist, ganz viele Dinge nachvollziehen kann aus meiner Welt, ich mit ihr lachen kann, meine Mutter sie mag und sie meine Mutter NETT findet - und sie nebenbei auch noch klasse aussieht - nein, der Sex ist auch noch super ... ich weiss gar nicht ob ich soviel Glück aushalten kann ... oder ich einfach nur den Deckel für den gewissen Topf gefunden.

Vielleicht trennen wir uns in 5 Jahren auch wieder, weil sie damit nicht klar kam, dass ich rauche und sie nun eine intoleranter Nichtraucherin ist oder mir einfach gestunken hat, dass sie sich so gut mit meiner Mutter versteht - aber zur Zeit sind wir noch so verliebt, dass alles möglich ist - zumindest befinden wir uns beide noch in dem schönen Glauben.

Natürlich gibt es auch Dinge, die wir nicht ganz so geil aneinander finden. Sie hasst an mir, dass ich rauche - und zwar Kette. Sie lobt mich schon, wenn ich zwei Stunden ohne Zigarette aushalte. Und dass ich scheinbar mit jede zweiten schwulen Mann und unzähligen Frauen in Hamburg geschlafen habe. Was ich an ihr nicht toll finde: Sie hat nen nervigen Exfreund, der sie immer noch zurück haben will - und leider hat sie mit dem noch nen 2 Jahre alten Sohn, der bei Exfreund und Exschwiegermutter und Exschwiegeroma lebt, dessen Sorgerecht sie sich mittels Anwalt zurückholen möchte - Sie war damals ja noch in der Ausbildung und die Schwangerschaft war ja ausversehen und etc pp ... Fazit: Sie hat dem Vater des Kindes volle Sorgerecht übertragen in der Ausbildung wegen zuwenig Geld in der Ausbildung und weil sie sich noch nicht bereit fühlte für ein Kind aber nicht abtreiben wollte ... aber nun will der Kerl das Sorgerecht nicht mehr teilen aus verschiedenen Gründen, über die wir teilweise nur spekulieren. Zum einen hasst er MICH, den neuen Partner seiner Ex, zum zweiten will er sie zurück - und Gott sei dank sag nicht nur ich das, sondern auch unser gemeinsamer Freundeskreis. Da kommen dann so Sätze wie: "Wenn du mich heiratest, ist das alles kein Problem mehr ... wir könnten endlich eine Familie sein ... bla bla ..." Herrlich ... Fazit für mich: Wohnung mit Balkon, denn ich gewöhn mir das rauchen unter den Umständen garantiert nicht ab.

10.07.2008 um 21:54 Uhr

Sesshaft und langweilig

von: Ryan

Zur Zeit gibt es hier ja nichts spektakuläres zu schreiben und zu berichten. Ich führe zur zeit wirklcih ein recht harmonisches und "langweiliges" Leben. Es passiert irgendwie nichts großartig spannendes, was man stundenlang im Blog breit kauen könnte - zumindest für mein Empfinden.

Meine Freundin und ich sind glücklich, unsere schwierigste Frage ist: "Was essen wir heute zu Abend?", wir gehen arbeiten, schauen nebenbei nach ner Wohnung - ja wir wollen zusammen ziehen - jetzt gehöre ich auch zu der langweiligen Pärchengattung ... und es nimmt seinen Lauf. Erst sagt sie "wollen wir nicht zusammen ziehen?" dann sitzt man inner gemeinsamen Wohnung, irgendwann Heirat, Kinder, 30. Geburtstag ... und mein Leben gerät grade in genau diese Bahn, die scheinbar alle irgendwie einschlagen.

Aber ich hab nicht mal Angst davor, es ist merkwürdig. Irgendwie sehne ich mich sogar nach diesem harmonischen, langweiligen, berechenbaren Zusammenleben. Kein Herumirren und Suchen nach Mr. oder Mrs. Right oder irgendwelchen Typen mit seltsamen Namen, keine Dates mit leuten, für die man sich später schämt, kein Aufwachen mit Kopfschmerzen neben jemanden, den man eine 24h kennt. Das ist vorbei ... ich wache jetzt nur noch neben meinem Schatz auf, mit der ich seit über einem Jahr zusammen bin. Meine Kolleginnen und Freunde fragen regelmäßig wie es meiner Süßen gehen würde und ich bin richtig stolz über sie erzählen zu können.

Natürlich nimmt das alles die Dramtik aus meinem Leben, aber diese Dramtik war auch sehr anstrengend. Es war auch sehr anstrengend dauert neue Leute kennen zu lernen, sehr frustrierend, rauszufinen, dass man doch kein zweites Date will oder sich beim ersten schon so blamiert hat, das es keinen Sinn hat. Oder Zurückgewiesen zu werden von jemanden, an den man grade unsterblich sien Herz verloren hat. Jetzt hab ich meine Prinzessin gefunden und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende ... und dann? Was kommt nach diesem Satz?

Der Prinz und die Prinzessin ziehen aus dem Königreich aus, nehmen sich ihre erste gemeinsame Wohnung und wenn sie diese Hürde überstehen, werden sie wohl irgendwann heiraten und den ganzen Quatsch.

In meinem Freundeskreis beginnen die Leute mit diesen Schritten. Meine ersten Freunde werden Eltern, haben Heiratspläne, ich hab alleine diese Jahr 2 Hochzeiten, bei denen ich erscheinen muss. Einmal ein guter Kumpel von mir und dann zum zweiten mein Bruder. Mein Bruder hat uns gestern eröffnet, dass er seine Freundin nun endlich heiraten möchten. Die beiden leben schon seit 3 Jahren zusammen, seit 4 Jahren ein Paar und nun soll im Winter die standesamtliche Hochzeit statt finden. Ich bin sehr aufregt. Ich werde mich da wohl unter übel in nen Anzug quetschen müssen.

Ja und sonst so ... ja, ich arbeite alt und ansonsten passiert nicht viel mehr. Vielleicht sollte ich meine Stories mehr im Krankenhaus-Quitsch-Roman halten alla Grey´s Anatomy und Doctor´s Dairy, jetzt wo mein Liebesleben so unspektakulär geworden ist. Allerdings hab ich grade frei ... Überstunden abbauen ... mein 4. Tag in Folge frei und morgen auch noch ... nach 2 freien Tagen habe ich mich meist vollständig körperlich und geistig regeneriert und bin voll Tatendrang ... mein Tatendrang hält sich allerdings in Grenzen, wenn ich aus dem Fenster sehe und das traurige Wetter für Anfang Juli betrachte. Also wie hab ich heute den Tag verbracht? Chips und Fernsehen ... und ich wundere mich warum ich keine Themen habe über die ich schreiben könnte ...