Boys don´t cry

27.12.2008 um 23:50 Uhr

Suffering from exhaustion

von: Ryan

Ich bin schon wieder sehr erschöpft vom vielen arbeiten ... dauermüde, ich versuche meine letzten guten Momente für die Arbeit aufzuheben, aber es fällt mir schwer. Ich bin echt müde ... und nicht so müde alla "Ich geh gleich ins Bett" sondern so "ich hab keinen Bock mehr"-Müde. Ich zähle die Schichten bis ich endlich wieder frei hab. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, wann ich mal einige Tage am Stück frei hatte. Ich kenne alle Patienten in und auswendig, kann sagen, was in den letzten paar Tagen detailliert geschehen ist ... ich kann echt langsam nicht mehr.

Vor allem weil wir im Krankenhaus die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr schon beinahe als "Todeswoche" benennen, weil immer komische Sachen passieren. Da die Arztpraxen dicht haben, kommen die Leute direkt ins Krankenhaus, wenn was ist. Man versucht alles raus zu schmeissen, was nicht unbedingt da sein muss, also haben wir zwar wenig Patienten aber dafür um so krankere. Nun ist mein Zustand auch nicht mehr gut, ich bin bocklos, arbeite halbherzig, versuche zwar alles sauber und gründlich zu machen, muss mich dazu aber sehr überwinden. So ist das, wenn man 4 freie Tage in einem Monat hat. Ne Kollegin sagte heute zu mir: "Ryan, ich bin immer müde - ich bin immer so müde, was ist das? Ich hab schon Angst, dass ich irgendwas hab, Diabetes oder so." Sie hat dann total angsterfüllt ihre Vitalparameter engmaschig gemessen um raus zu finden warum das so ist. Und ich sagte nur: "Das kommt, weil wir so viel arbeiten." Wir haben echt nen hartes Jahr hinter uns gebracht - wir alle - nicht nur ich, sondern wirklich wir alle. Unter der Belegschaft einige Todesfälle, Herzinfarkte, Burn-Out-Syndrome, sogar Selbstmorde. Ungewohnt viele für ein Jahr. Soziale Berufe sind doch echt scheisse. Und es ist wirklich schwierig: Harte Arbeit gegen wenig Geld, viele Überstunden und man traut sich ja auch nicht krank zu machen, weil man genau weiss welche Personen von Mehrarbeit betroffen sind, wenn man sich selbst freie Tage gönnt.

Mich stört im Moment auch diese Abwertung. Ich hab echt nen scheiss Job. Ich mache alles: Ich wasche, ich mache Ärsche sauber, ich muss mit Medikamenten umgehen, abwiegen wann der Arzt kommt und wann nicht, Diagnostik machen, Sorgen anhören, Teller abwaschen, füttern, Scheisse vom Boden wegwischen, Betten beziehen ... einfach alles. In keinem anderen Land dieser Welt macht eine Krankenschwester bzw. In meinem Fall Pfleger so einen Mist. Es gibt Leute, die waschen, es gibt Leute, die Betten beziehen, es gibt Leute für die Küche, es gibt Leute, die aufräumen. In keinem anderen Land in Europa wischt eine Krankenschwester Scheisse vom Boden, außer eben bei uns. Ich bin für medizinische Tätigkeiten ausgebildet - die ich irgendwie nebenbei ja auch noch machen muss, wenn ich dann die Patienten aus ihrer Scheisse rausgeholt habe. Ich hatte heute ne grotten verwirrte Frau, die ich total eingekotet gefunden hab. Von Hacken bis Nacken lag sie in ihrem Kot, das ganze Bett voll, der Fussboden, der Nachtschrank, die Kleidung, die Stühle im Zimmer, sogar die Fensterscheibe ... da willst du nur ausrasten, selbst wenn du ausreichend freie Tage kriegst und die Arbeitsbedingungen halbwegs human wären.

Privat hat sich aber einiges aufgeklärt: Die Gerüchte haben sich in mutwillige Unterstellungen aufgelöst - nachdem ich diverse Leute (sehr indirekt) interviewt habe und ich weiss auch mittlerweile welche Person diese Gerüchte in die Welt gesetzt hat - und diese Person schnappt ich mir nochmal unter 4 Augen und dann ... oh ja ... das wird Ärger geben. Alleine für die schlaflose Nacht, die ich deswegen hatte, wird sie bluten.

Die Freundesgeschichte, wo ich nicht mehr erwünscht bin, habe ich mit meinen besten Freunden diskutiert, die da auch mit drin stecken ... und sie stehen alle auf meiner Seite und dieses gewisse Pärchen verhält sich wohl nicht nur in meinen Augen blöd ...

Also was nun? Zähne zusammen beissen ... 3 Schichten noch, dann hab ich es geschafft ... vorerst ... dann hab ich 6 Tage frei ... das sind mehr als den ganzen Monat.

25.12.2008 um 02:05 Uhr

Der böse, kinderfressende Ryan

von: Ryan

Uff ... Heiligabend Spätdienst überstanden und das gemeinsame Familienessen - und dadurch dass meine äußerst großartig motivierten, fleissigen, loyalen, super geilen Kolleginnen die Ärzte dazu gebracht haben die Station leer zu räumen (ich hab die Mädels geküsst aus Dankbarkeit) hatte ich sogar nen sehr angenehmen Dienst. Mein persönliches Weihnachtswunder. Ich liebe meine Mädels.

Aber alles könnte so schön sein, bis mich ne Kollegin zur Seite geschoben hat und mir nen echt fieses Gerücht über mich gesteckt hat, was bei uns im Krankenhaus rumgeht - so ne Sache, die ich echt kaum glauben kann, bzw. wo ich mich schon seit dem Zeitpunkt ernsthaft frage, ob meine Selbstwahrnehmung so grotten schlecht ist oder ob mir da echt jemand auf ganz fiese Art reindrücken will. Und wenn ja, wer? Ich versteh die Welt nicht mehr. Ich hab meinen Brüdern und meiner Freundin davon erzählt und die sagten alle nur: "WAS? WIE BITTE?!" Und ich denk selbst: Die müssen mich doch mit wem verwechseln - aber es scheint Fakt zu sein, dass es Leute gibt, die gewisse Dinge von mir denken ... und ich zerbrech mir natürlich den Kopf darüber wie sowas zustande kommt. Das geht soweit, dass diverse Azubis (die mich nicht kennen) gesagt haben, dass sie mit mir nicht zusammen arbeiten wollen. Ich muss die nächsten Tage nochmal ne Runde Leute interviewen um da irgendwie (vor allem für mich) Klarheit zu schaffen.

Das liegt mir echt super schwer im Magen. Und ich zweifel an mir selbst. Ich denke: Wie kann das sein? Wie geht das? So bin ich doch gar nicht ... und meine examinierten Kolleginnen fragen nur: "Ist da was vorgefallen? Hast du mit irgendwem Stress gemacht?" und ich weiss es nicht. Meine Stationsleitung hat mir neulich noch nen super gutes Arbeitszeugnis für meine Personalakte unter die Nase gehalten und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte Mentor für die Schüler zu werden, weil ich so gut mit denen klar komme. Und nun sowas. Und ich versteh es nicht. Ich hab Vermutungen - aber ich weiss nix. Meine Kolleginnen haben auch versprochen nochmal nen paar Leute zu interviewen um Klarheit zu schaffen. Denn selbst wenn da was sein sollte, muss ich das wissen um solche Dinge zu ändern - Gott weiss was für Dinge - aber ich halte mich für kritikfähig.

Was für ne scheiss Situation. Irgendwie bin ich zur Zeit überall der Blöde, bzw. konkreter: Der Unerwünschte. Zumindest kommt es mir grade so vor. Ich hab ja im Freundeskreis nen Pärchen, mit dem Mädel ich irgendwann mal was hatte, leider nicht wusste, dass sie schon seit längerer Zeit nen Freund hatte - dieser Freund zog nach Hamburg - wir wurden alle ziemlich gute Freunde - und klack hat´s ihm jemand gesteckt, dass da was war. Ich wusste ja von nix, ich war Single. Naja, zumindest führen sich beide auf, als ob man IHN in Watte packen muss - der Verletzte - der Betrogene. Und das nervt nicht nur mich, wenn die ne Party feiern und gleich im Vorraus sagen, dass ich nicht eingeladen bin wegen diesen gewissen Umständen. Das geht seit ca. nem halben Jahr so. Keine Besserung in Sicht. Und da sie die beste Freundin von Steffi ist, und Steffi mittlerweile von allem auch schon ziemlich angefressen ist, meinte Steffi heute ne SMS von neulich alla "Wir feiern Silvester, aber leider bist du nicht eingeladen, weil du mit Ryan zusammen bist wegen dieser Geschichte von damals", dass das so auch nicht weiter geht und Steffi ist dementsprechend genervt. Ne sehr gute Freundin von uns, war auch eingeladen, ist aber so loyal und durchdacht, dass die auch sagte: "Ich geh da nicht hin, wenn ihr nicht eingeladen seid - er macht unseren Freundeskreis kaputt und das ist Kindergarten-Scheisse!" Und bei dieser Geschichte bin ich der Störfaktor. Alles wäre großartig ohne mich. Ich bin der Böse. Auch wenn ich so reingeschlittert bin - aber es beginnt mich echt ernsthaft zu verletzten ausgeschlossen zu sein bei sämtlichen Aktivitäten, die wir vorher zusammen gemacht hatten. Aber nun wird davon ausgegangen, dass ich nicht komme wegen diesem Mann - aber es geht da leider um ziemlich viele meiner Freunde und die Option, dass er mal wegbleibt und ich komme, gibts nicht. Oder dass wir beide kommen, uns im schlimmsten Fall aufs Maul hauen und dann endlich mal alles gut ist.

Oder auch bei Steffis Familie. Steffi hat nen Kind mit nem anderen Mann, mit dem sie grade mal wenige Monate zusammen war und dann die Beziehung beendet hat. Er war noch sehr lange hinter ihr her und dachte das Kind würde die Beziehung retten. Aber dann haben Steffi und ich uns verliebt - also bin ich wieder der Böse. Ich hab ihm angeblich die Frau ausgespannt - auch wenn sie damals schon 6 Monate kein Paar mehr waren. Aber Steffis Mutter zerbricht sich auch zu allen Feierlichkeiten den Kopf ob sie mich oder den Vater ihres Enkelkindes einläd. Zusammen geht ja nicht = Totschlag. Also mal wieder der Böse.

Ich bin eigentlich ein Mensch, der als Kind schon Serien doof fand, wo wer Böses auftrat. Ich mochte Serien, wo was gezeigt wurde so ganz ohne Kampf, alles einfach großartig lief. Ich bin ein wahnsinnig harmoniebedürftiger Mensch - und ich hasse es, wenn solche Konflikte auftreten - und dann auch noch gehäuft! Gut, ich geb zu, ich reagiere gereizt, ich hab ne große Klappe und ich kann laut werden - aber es riechtet sich nie gegen andere, die Unschuldigt sind. Niemals. Und ich bin dann mal 5 Minuten laut und 2 Minuten später hab ich vergessen warum ich rumgebrüllt hab und kann wieder nen Witz reissen. Aber im Moment fühle ich mich wie Frankensteins Monster - ein MONSTER, total unerwünscht, ungeliebt, etwas was keiner um sich herum haben will, aber innerlich super verletzt und harmoniebedürftig. Und privat sagen zumindest alle: "Du kannst ja nix dafür!" Ja aber es wird alles auf meinem Rücken ausgetragen, zumindest die eine Freundesgeschichte. Ich sehne mich echt nach Leuten, die für mich da sind, nach Harmonie, dass wenigstens ein paar wenige Dinge glatt laufen, aber es ist nicht so. Kaum ist die Arbeit erträglich, kommen mir fiese Sachen über mich zu Ohren, die ich getan haben soll.

Vielleicht spricht das Burn-Out-Syndrom aus mir - aber ich hab auf gar nichts mehr Bock. Alles ist irgendwie dahin, alle denken ich sei der Böse, obwohl ich scheinbar einfach nur Pech hatte (zumindest in den zwei privaten Geschichten, und die dritte weiss ich nicht). Die Hälfte der Azubis hat schlaflose Nächte, wenn sie mit mir zusammen arbeiten sollen und ich weiss nicht mal warum. Ich fühl mich im Moment echt als sei ich über all der Störfaktor. Und das ist echt schlimm. Ich bin eh schon stock depressiv, weil ich echt wetterfühlig bin und viel zu überarbeitet um gut drauf zu sein und viel zu erschöpft um mich noch Mühe zumachen um irgendetwas in meinem Leben.

In meiner Verzweiflung hab ich meine Exfreundin angerufen, ob die mit mir Silvester feiert, weil es doch sonst keiner tun würde und sie sagte: "Ich würde mit dir feiern."

23.12.2008 um 01:10 Uhr

Do i have to do this all over again?

von: Ryan

Ich bin überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung - schrecklich. Ich bin eigentlich nur erschöpft und kaputt. Gut, ich muss diesen Monat auch extrem viel arbeiten. Selbst die Schwestern von anderen Stationen sagen: "Dich sieht man hier auch immer." - Ja und es ist ja auch so ... morgen hab ich gnädiger Weise mal einen Tag frei ... also ausschlafen, Wohnung putzen, Geschenke verpacken und das war´s dann auch schon von meinem freien Tag.

Aber die Erschöpfung und die Müdigkeit sind ... fast schon unerträglich. Schlafen, aufstehen, arbeiten, schlafen, aufstehen ... und so weiter ... egal wie viele Stunden ich schlafe, ich hab immer das Gefühl als wäre ich nicht erholt.

Und dann höre ich die anderen Kolleginnen: "Unsere Station ist so gut wie leer." oder "Wir wurden grade mit der anderen Station zusammen gelegt und die Hälfte unserer Leute haben frei bekommen." Und was passiert bei mir? Unsere Station läuft zu - nicht ein freies Bett hatten wir heute mittag als ich nach Hause ging. Und was liegt so in den Betten? Fremdaggressive, vollpflegebedürftige, grottendemente Leute. Alles was sonst extrem anstrengend ist, nervt, dir den Nachtdienst versaut, weil sie aus den Betten fallen oder die ganze Nacht schreien oder dich beschimpfen. Zwischendurch mal der eine oder andere Behinderte, der sich ne Lungenentzündung eingefangen hat oder seit 2 Wochen nicht abgeführt hat. Ich war heute nur mit Blutdruck messen, waschen oder die wichtigsten Verbände machen, bis 11 Uhr morgens beschäftigt. Nur mit der reinen Grundpflege. Da hatte ich noch mit keinem Arzt gequatscht, selber noch nix gefuttert - und bevor ich dann mal was essen kann, musste ich dann noch die Diabetiker zum Mittagessen messen. Und dann drehen auch noch alle halbwegs klaren Leute am Rad, weil Weihnachten ist - also um die Selbstversorger musste dich auch noch vermehrt kümmern, weil die total depressiv oder psychotisch aufm Flur rumstehen, weinen oder dich anbrüllen.

Ich kann langsam echt nicht mehr - und unter all den Verrückten musst du selbst auch noch halbwegs adäquat reagieren, nicht selbst ausrasten und freundlich aber bestimmt sagen: "Jetzt reicht´s, bitte überdenken Sie ihre Wortwahl!" Sowas kann ich gut, immerhin bin ich der Hahn im Korb auf der Arbeit, aber nach der vierten beinahe Eskalation, haste auch keinen Bock mehr ruhig zu sagen: "Ich kann Ihren Ärger verstehen, bitte beschimpfen Sie mich nicht.", sondern da musste ich mich sehr zusammenreissen um nicht sowas von mir zu geben wie: "Scheisskuh! Runter von meiner Station!"

Und jeden Tag das gleiche Theater ... Heiligabend muss ich auch arbeiten ... und mir fällt auf - Heiligabend ist ja schon morgen ... so nen Scheiss ... meine Süße kann auch nicht bei mir sein, weil sie frei hat und zu ihren Eltern fährt. Heute mal wenigstens was erfreuliches: Nachm Frühdienst kurz ne Stunde aufs Ohr gehauen und dann aufm Weihnachtsmarkt - zwar mit Kolleginnen aber ich mag die Mädels sehr. Und nun sitz ich hier, etwas angetrunken vom Glühwein und durchgefroren, aber ich mal wieder was anderes von er Welt gesehen als immer nur das Krankenhaus.

14.12.2008 um 00:27 Uhr

The next bad day ...

von: Ryan

Nachdem ich einen so abartig schlechten Tag hinter mich gebracht hatte, wache ich am nächsten morgen auf - also heute morgen - und nix ist gut. Meine Wohnung eiskalt - die Heizung liegt ja auf dem Boden, die Rohre verbogen - anmachen geht ja auch nicht, da sich auf den Rohren kein Druck aufbauen darf. Glück im Unglück: Kein Wasserschaden. Hausmeister versucht anzurufen - ohne Erfolg.

Nebenbei hab ich auch noch nen Kater, da ich nicht nur ein Glas Wein getrunken hab, sondern 2 einhalb und den ganzen Tag kaum was vernünftiges gegessen hatte. Und mein Bein - ich steh auf - höllische Schmerzen. Mir ist der verdammte Heizkörper ja direkt auf´s Schienenbein geknallt. Die Stelle ist mittlerweile geschwollen wie Hölle, knallrot von dem Blut das sich zwischen Knochen und Haut drückt und die Wunde zeigt alle klassischen Entzündungszeichen: rot, überwärmt, tut schweineweh. Ich konnte kaum auftreten - nach ner heftigen Diskussion mit meinem Bruder und meiner Freundin, haben die beiden mich ins Auto gesteckt und sind mit mir ins Krankenhaus.

Ich dachte Pillepalle, ist nix, tut einfach nur weh weil das fiese Stelle ist. Die lachen sich ja tot, wenn sowas wie ich da ankommt mit ner Schürfwunde. Nix pillepalle: Arzt oberbesorgt und meinte dann folgendes: Dadurch, dass die Haut verletzt ist, die Wunde entzündet und die Knochenhaut direkt danach kommt (und wenn die sich entzündet, dann ist das ne ganz miese Geschichte), darf ich morgen gleich nochmal in die Praxis zur Kontrolle. Diagnose: Tibiakantenprellung (Tibia ist das Schienenbein) mit ausgedehnten Hämatom, großflächige Schürfverletzung mit beginnender Entzündung. Geil ... ausführliches Spülen der Wunde mit Desinfektionslösung und Verband mit Betaisodonna-Salbe.

Mal davon abgesehen tut es heute schweine weh, ich kann kaum auftreten, Treppensteigen ist die Hölle und der Arzt sagte nur: "Also arbeiten würde ich an ihrer Stelle die ganze Woche nicht"

Zuhause angekommen hätte ich jedes Mal in Tränen ausbrechen können, wenn ich diesen großen Heizkörper auf dem Boden gesehen hab. Ich glaub das immer noch nicht, dass der von der Wand gefallen ist. Mein Bruder der Anwalt sofort Fotos geknippst "Da krieg ich Schmerzensgeld raus! Ich mach das!" Irgendwann dann doch den Hausmeister erreicht: "Das muss bis Montag warten."

Und jetzt wohne ich übers Wochenende bei meiner Freundin, da deren Wohnung wenigstens beheizt ist. Erstmal Bier einkaufen, ne große Packung viel zu teures Eis, Chips und ab vor den Fernseher in der Hoffnung, dass nicht noch was passiert.

Im Moment ist es echt schlimm. Ich könnte nur heulen, ich fühle mich so niedergeschlagen und machtlos bei allem was grade passiert. Ich bin nebenbei noch völlig erschöpft von dem vielen Arbeiten und nun wo ich frei hab, kommt noch sowas. Ne Reperatur in meiner Wohnung, Arztbesuche (und ich hasse es Patient zu sein) und dann nebenbei noch die Schmerzen. Ich jaule sofort auf, sobald irgendetwas die Stelle auch nur streift. Dank Ibuprofen kann ich wenigstens halbwegs laufen, aber sobald die Wirkung abflaut, humpel ich im Dr. House Stil durch die Welt. 

12.12.2008 um 22:55 Uhr

Bad bad Day

von: Ryan

Kennt ihr so Tage an denen alles schief geht? Aber auch so wirklich alles? Heute ist so einer. Und es ist schrecklich.

Es ging los, dass ich fast verschlafen hätte. Wenn ich Frühdienst hab, muss ich um 4.00 aufstehen, maximal 4.10 um alles zu schaffen was ich morgens so schaffen muss mit Duschen etc pp. Ich bin um 4.30 aufgewacht ... trotz Wecker. Hetzerei am morgen, schnell zum Bus, nicht gefrühstückt, nix. Toll. Meine Nachtdienstkollegin total überfordert, den Tränen nahe, weil die Nacht so schlimm war. Scheinbar sind alle Patienten ausgeflippt und sie hat ihre reguläre Nachtdienstarbeit kaum geschafft. Also erstmal ne halbe Stunde mit ihr zusammen nachholen, was liegen geblieben ist, bevor wir mit unserem Frühdienstgeschäft loslegen konnten.

Und der Frühdienst war auch nicht besser - erstmal spritz ich dem falschen Patienten die falsche Dosis Heparin - Ärztin zwar: "Macht nix, wird ihm nicht schaden." - aber trotzdem total blödes Gefühl. Dann krieg ich nur geile Aufnahmen: Totkranke Patienten mit total entgleisten Vitalwerten. Blutdrücke kaum messbar und so ne Geschichten. Ich hab der Intensivstation heute mehrmals Hallo sagen können. Dann arbeite ich mit nem komplett leeren Lager. Nix ist da. Also andere Stationen anpumpen - und krieg natürlich von denen auch noch dumme Antworten. Zum Beispiel hatten wir ein Notfallmedikament nicht, und die Patienten brauchte es dringend. Ich also in meiner Not alle Stationen abtelefoniert und landet auf der dämlichsten Station überhaupt und die sagen so nen Satz wie: "Sowas haben wir nicht, da brauch ich nicht nachgucken!" - "Bitte guck nach, es ist WICHTIG!" - "Nein, sowas haben wir nicht! Eigentlich hab ich auch gar keine Zeit ... aber ich gucke ... nein, haben wir nicht ... oh doch!" - ich also rübergeflitzt und das Zeug geholt und krieg noch so nen Satz gedrückt: "Du könntest wenigstens freundlich sein, wenn du Danke sagst!" (Ich hatte Danke gesagt) - meine Antwort STOCKSAUER: "Meine Patientin kommt mal hoch und sagt nett danke, wenn sie überlebt durch eure großzügige Spende!" und die dumme Kuh brüllt mir noch nach Luft schnappend hinterher: "Ich beschwer mich über deine freche Art bei deiner Leitung! Das gibt ne Abmahnung." Ja mach doch ... ich hatte echt wichtigere Probleme in dem Moment als den Tonfall mit dem ich "Danke" sage.

Nachdem ich mich durch 5 Aufnahmen und ne super verwirrte Patientin gekämpft hatte, die mich den ganzen Dienst hindurch nur verprügelt hat, hab ich noch 3 kg Scheisse aufgewischt, die nen Patient losgeworden war, der eigentlich mit Abführproblemen kam ... und habe wieder satte 2 Überstunden gemacht. Geplanter Feierabend um 14.00, tatsächlicher um kurz vor 16.00. Nebenbei noch ne psychisch überladene Patientin, die sauer war, weil wir sie entlassen hatten. Eigentlich entlassen um 9.00 - tatsächliche um 15.00 - weil sie uns inner Zwischenzeit nochmal ausführlich erzählen musste wie doof wir sind, was wir alles falsch gemacht haben und die Höhe ist ja, dass wir sie jetzt auch noch entlassen, obwohl sie noch bleiben will ... hä?? Die Mädels hatten alles versucht um sie rauszuschmeissen, also musste der Mann der Station wieder ran: "Sie sind entlassen, ich kann verstehen dass Sie sich ärgern, aber Sie haben keinen Grund sich mehr auf dieser Station aufzuhalten, also bitte ich Sie zu gehen. Sie stören mit ihrem Verhalten unseren Arbeitsablauf." Dann find sie an zu diskutieren - wir hätten mit unserem Verhalten ihre Seele zerstört bla bla bla ... und dann ist mir der Kragen geplatzt und nach einem energischen: "RAUS!!" meinerseits schnappte sie ihre Koffer und verdrückte sich in den Fahrstuhl. In keinster Weise professionell aber wirkungsvoll.

Dann meldet sich ne Kollegin krank: "Ryan kannst du einspringen?" Nein, ich spring nie mehr ein, können alle knicken. Ich arbeite soviel. Ich mach doch aus meinen 40 geplanten Überstunden diesen Monat keine 50. Offiziell bin ich auf ner Hochzeit eingeladen irgendwo in Mitteldeutschland - mir fiel nix besseres ein.

Dann noch mal kurz bevor ich dachte, ich sei fertig: Reanimation. Also alles fallen lassen und ein Menschenleben rettet - oder auch nicht. Auf dem Nachhauseweg hab ich natürlich keinen Sitzplatz im Bus bekommen und als ich nen Zebrastreifen überquerte, hat mich fast nen Auto angefangen, weil der demente blinde Fahrer scheinbar vergessen hatte was ein Zebrastreifen war und mich viel zu spät gesehen hatte.

Ich komm nach Hause - total Hunger - Kühlschrank leer. Meine Freundin wohnt zur Zeit bei mir, weil sie Nachtdienst hat und vor ihrer Wohnung ne riesige Bauchstelle ist und tagsüber nicht schlafen kann. "Tschuldige, ich hab vergessen einzukaufen" und das einzige was ich noch hatte, war Tütensuppe. Macht auch nicht wirklich satt. Und selbst einkaufen zu gehen, ging gar nicht. Müde, angepisst, erschöpft.

Und das Schönste kommt zum Schluss: Ich hab Wäsche gewaschen, sie aufgehängt und leg grade ne Jeans auf die Heizung, die ich morgen anziehen will, damit sie schneller trocken wird - da kippt mir die ganze scheiss Heizung entgegen. Ich wusste, dass sie etwas locker an der Wand hing aber sooo locker ... mein Bein hat den Sturz abgefangen. Heizung scheinbar heil, liegt nun aufm Boden ... und ist so sau schwer, dass ich sie alleine nicht hochkriege. Rohre wirken alle unbeschädigt ... aber mein Bein, dass den Sturz der Heizung angefangen hatte, lag in dem Moment, wo sie stürzte unter dem scheiss Ding. Folge: riesige Schürfwunde und drum rum Hämatom genau aufm Schienenbein. Und als ich alle meine männlichen starken Kumpels und Brüder anrief, nachdem ich mich unter dem Ding befreit hatte, ob die mal kurz vorbei kämen um das Teil mit mir wieder einzuhängen, kamen nur so Antworten wie: "Nee, ich bin schon angetrunken, ruf morgen nochmal an."

Ich hab mir erstmal nen großes Glas Wein gegönnt. Jetzt liegt hier ne Heizung aufm Boden, meine Wohnung ist schweinekalt, weil ich somit auch nicht anmachen kann um zu heizen, mein Bein tut weh wie Hölle, ich bin total tot von diesem scheiss Frühdienst  und abgenervt von ALLEM.

09.12.2008 um 01:17 Uhr

Something positiv

von: Ryan

Und nochmal kurz was erfreuliches, was mich sehr aufgebaut hat und was mir dann doch mal das Gefühl gibt, dass ich meinen Job trotz allem gut mache: Ich kam letzte Woche zum Dienst, ein Paket steht auf dem Tisch mit der Aufschrift: FÜR RYAN. Meine Kolleginnen sagen, das hätte eine ältere Dame abgegeben.

Der Inhalt eine Packung Marzipan. Ich liebe Marzipan. Und eine kleine Karte: "Du bist ein toller Krankenpfleger, Gruss deine Oma" Und ich hab sie zuhause dann sofort angerufen und fragte wie ich zu der Ehre komme. Und sie erzählte mir, dass ein sehr guter Freund von ihr neulich mein Patient gewesen sei und der habe sehr von mir geschwärmt. Ein Patient mit ner Durchfall-Erkrankung, musste soliert werden. Soweit noch fit, selbständig. Ein Patient mit dem man wenig Ärger hat und der auch alleine gut klar kommt und oft viel zu kurz kommt. Und der hat meiner Oma davon erzählt, dass ich nen tollen Job gemacht hätte. Ich wäre mal in sein Zimmer reingekommen, hätte Gute Tag gesagt, gefragt wie es ihm gehe - einfach so von mir aus. Hätten ganz wenig Krankenschwestern gemacht und er war sehr begeistert von mir. Er hat das wohl mal so erzählt, ohne zu wissen, dass ich Omas Enkeln bin. Oma fragte dann, welche Station, wie hiess er. Und es kam halt raus. Und sie war stolz auf mich. Natürlich wollte sich dieser alte Freund von meiner Oma auch bedanken und sie haben mir dann eben dieses kleine Geschenk gebracht.

Und grade von meiner Oma - der ollen missgelaunten, 45 Jahre lang alt eingesessene Oberschwester so ein Lob zu bekommen, bedeutet mir unendlich viel.

09.12.2008 um 00:57 Uhr

Surrender to the working world

von: Ryan

Manchmal fällt es mir schwer auszudrücken wie erschöpft ich mich manchmal fühle. Obwohl ... manchmal ist untertrieben - zur Zeit ziemlich häufig. Eigentlich ging es mir ganz gut. Wie gesagt, ich hatte heute Nachtdienst bis 7 Uhr morgens, war um halb 9 zuhause, hab mich ins Bett gelegt, ne halbe Stunde TV, dann schlafen ... um 15 Uhr wieder aufgestanden und eigentlich sehr erleichtert, dass ich heute nicht zur Arbeit muss. Aber anstatt beflügelt von diesem Gedanken zu sein, fühle ich mich total ausgelaugt. Gut, ich hab auch schon wieder 8 Schichten am Stück geschoben, und vor allem davon 3 Nachtdienste, wo der Tag-Schlaf in keinster Weise ergiebig oder effektiv ist. Seitdem ich Nachtdienste mache, merke ich wie kraftraubend es ist gegen die Natur zu arbeiten. Nachts soll man schlafen, tagsüber wach sein. Tut man das umgekehrt, rächt sich der Körper.

Und das ist noch nicht alles. Ich kann - heute zumindest noch nicht abschalten. Ich überlege oft noch, ob ich was vergessen hab, ob ich was falsch gemacht habe, ob ich alle so versorgt habe, wie es in meiner Macht liegt. Ich versuche immer alles so vorzubereiten, dass meine Kolleginnen möglichst wenig Arbeit haben, nichts liegen zu lassen, aufzuräumen, damit die nächste Schicht auf eine saubere, ordentliche Station kommt - nicht wie ich meistens zum Nachtdienst, wenn der Spätdienst nicht mal Zeit hatte ne halbvolle Tasse mit kaltem Kaffee in die Küche zu räumen.

Ich glaube ich brauch nicht mehr erwähnen, dass ich aufgrund massiver Sparmaßnahmen ca. 30 - 50 Stunden im Monat zuviel arbeiten muss (ohne dass ich eine Minute länger geblieben bin, was ja auch noch dazu kommt) - und dass alle meine Kolleginnen unzufrieden sind mit der Situation und die Stimmung mehr als nur im Keller ist.

Qualität ist schon lange kein Wort mehr, dass ich in den Mund nehme. Ich kann nicht qualitativ arbeiten, wenn ich soviele Patienten auf einmal versorgen muss. Wenn ich beim letzten fertig bin, muss ich eigentlich beim ersten wieder anfangen. Aber nebenbei kommen dann noch die unvorhergesehenen Dinge, wie Notfälle, Durchfälle oder was weiss ich. Und nebenbei noch der Papierkrieg. Früher hatten wir 4 examinierte Krankenschwestern im Spätdienst. Einer für je 20 Patienten verantwortlich, einer der zusätzlich da war um zu helfen, den Springer und noch einer, der im Büro sitzt und den Papierkram wegarbeitet. Mittlerweile sind wir zu zweit für 40 Patienten zuständig. Also nur noch die Hälfte wie vor 2 Jahren. Und es klappt ja irgendwie. Ich frage mich selbst manchmal wie, aber wir arbeiten über unsere Grenzen hinaus und es klappt. Nicht gut, aber das wichtigste ist gemacht. Man geht unzufrieden nach Hause, weil man genau weiss an welchen Stellen man Abstriche gemacht hat, wo es keine Abstriche hätte geben dürfen und wie unfair man reagiert, wenn dann noch nen Arzt kommt und was von einem will und man vor lauter Stress - bzw. ICH (ich sollte nur von mir sprechen, aber bei allen anderen beobachte ich es auch) wie unfair und gereizt ICH Antworten gebe. So alla: "MUSS DAS JETZT SEIN?!" Wenn ich drüber nachdenke, muss es sein, denn es ist wichtig für die Diagnostik und wir sind ne diagnostische Station ... aber ... aber es ist einfach unendlich scheisse. Man pampt sich dann so gegenseitig an und macht sich das Leben schwer. Menschen, die man bzw. ICH mag, bringen mich zur Weissglut wegen Kleinigkeiten und kriegen meine ungerechten Ausbrüche ab, weil ich überarbeitet bin. Und ich kriege ihre ungerechten Ausbrüche ab, weil sie überarbeitet sind.

Und heute ... heute hab ich den Tag für mich. Viel zu spät aufgestanden, weil ich die Wärme und Geborgenheit meines Bettes nicht verabschieden wollte. Duschen, kurz was essen (ich mag auch kaum noch essen, ich hab das Gefühl alles steht mir bis zum Kinn, als könne ich kaum schlucken), kurz mal vor die Tür, zwei Häuser weiter in ne Drogerie um Shampoo und sowas zu kaufen. Dann fernsehen gucken, und keine zwei Stunden nach dem aufstehen hatte ich schon wieder die ersten Sekundenschlaf-Attacken. Und nach dem ersten Glas Wein hätte ich sofort wieder schlafen können - so erschöpft und müde bin ich. Dank eines Energydrinks hab ich noch nen bissle was vom Tag - zumindest internettechnisch ... aber ich fühle mich trotzdem erschöpft und wahnsinnig müde und k.o.

Vielleicht empfinde ich deswegen, den Gedanken mich noch um was anderes zu kümmern wie Geschenke einkaufen als wahnsinnig anstrengend und zermürbend. Zwischen Steffi und mir läufts auch grade nicht so toll, weil mein einziges Thema die Arbeit ist. Ich erlebe ja auch sonst nichts. Und wir sehen uns dementsprechend zu wenig, und wenn, dann bin ich erschöpft. Ich bin selbst für Sex viel zu oft zu müde. Und jetzt ist Jahresende, Steffi hat viel Zeit weil sie Überstunden abbauen muss ... und ich sitze auf ca. 120 Überstunden und 6 Urlaubstagen und keiner kann mir sagen, ob ich auf denen sitzen bleibe oder ob es eines Tages mal ne Chance gibt, dass ich wenigstens meinen Resturlaub nehmen kann.

Im Moment beschäftige ich mich viel mit Persönlichkeiten, die etwas bewegt haben. Oder auch diese berühmten 1968er. Ich bewundere die jungen Menschen von damals um ihre Energie, um ihre Ideale und ihr Durchhaltevermögen und festen Glauben etwas verändern zu können. Aus dieser Zeit sind allerdings auch viele Leute hervorgegangen, die sich ziemlich schnell kaputt gemacht haben. Ich meine diese Live fast Die young - Leute, wie Janis Joplin, Jim Morrison und so. Großartige Musiker, beeindruckende Künstler aber kaputter Persönlichkeitsstruktur. Das ist schon wirklich extrem faszinieren für mich wie diese Leute es geschafft haben, sich auszudrücken.

Ich glaube, dass ich und vielleicht auch andere Leute davon profitieren könnten, wenn ich mich so ausdrücken könnte und verständlich machen könnte, was in mir vorgeht - aber zum Beispiel selbst beim schreiben hier in diesem Blog, überarbeite ich die Texte so oft und stelle sie dann (in meinem Augen) unvollkommen rein. Auf der anderen Seite: müssen sie vollkommen sein? Schrecklich was für ein unzufriedener Mensch ich bin im Moment.

08.12.2008 um 17:56 Uhr

Geschenke-Zwang

von: Ryan

Gott, es ist schon wieder fast Weihnachten ... das ging aber schnell ... und ich hab noch kein einziges Geschenk - und noch schlimmer: ich weiss gar nicht wie ich welche besorgen soll. Aufgrund dessen, dass wir Jahresende haben, wird soviel gespart auf Arbeit, dass ich bis Neujahr eigentlich komplett durcharbeite. Ich hab ein paar freie Tage in diesem Monat - wir wurden motiviert die Zähne zusammen zu beissen, aber Motivation sieht bei mir anders aus. Eigentlich bin ich sogar ziemlich angefressen, weil ich soviele geplante Überstunden machen muss - grade in der Vorweihnachtszeit. Meine Freundin dagegen - ja auch Krankenschwester - hat dauernd frei und muss Überstunden abbummeln ... irgendwas läuft da wohl anders ...

Leider fehlt es mir auch an Ideen für Weihnachtsgeschenke ... mal davon abgesehen nervt mich dieser Geschenke-Hipe total an. Alle geben massiv viel Geld aus, nur damit es nach Außen aussieht als ob man ein guter Mensch sei. Man sollte doch was schenken, weil man es will - nur leider hab ich im Moment keine Ambitionen Geschenke zu machen - aber ich kann ja auch nirgendwo ohne auftauchen - oder?

Und ich werde ja auch dauernd gefragt was ich mir wünsche ... aber ich weiss nix. Über Kekse freue ich mich genauso wie über was anderes, um ehrlich zu sein, ich brauch keine Geschenke ...

Das war früher schon als Kind so, ich bin irgendwie nicht so materalistisch. Das liegt aber nicht an meiner Erziehung - meine Geschwister sind da nämlich ganz anders. Schon als Kinder haben die bereits Mitte November angefangen endlose Wunschzettel geschrieben und ich hatte dann so bescheidene Wünsche wie eine einzige CD. oder es lief auf irgendetwas praktisches hinaus, was ich eh gebraucht hätte, nen Klamotten-Gutschein oder ähnliches. Meine Mutter hat mir auch schon erzählt, dass alle Wunschzettel meiner Geschwister schon bei ihr eingegangen seien, ich soll doch auch mal einen schreiben.

Weihnachten kann so anstrengend sein ...