Boys don´t cry

25.10.2010 um 02:52 Uhr

Immer noch hart

von: Ryan

Oh man ... diese "Krise" geht länger als ich dachte. Gut, das ist kein neuer Gedanken für mich.  Irgendwie war es mir schon vor Monaten klar, dass ich länger zu knabbern hab an meiner "Dekompensation" als ich dachte. Ich war wirklich fest der Meinung, wenn ich einmal Hilfe bekommen hab, geht alles ganz schnell. Vielleicht noch 2-3 Monate, und dann sollte alles wieder so sein wie vorher. Stattdessen isses jetzt schon seit über 10-11 Monaten doof.

Immer wieder Angstattacken, grenzenlose Unzufriedenheit und emotionale Zustände, die mich lähmen. Ätzend. Mein Lieblingswort zur Zeit. Ich kann´s gar nicht oft genug sagen: Ääätzend! Ätzend war auch, dass ich anfang diesen Monats gleich mal 2 Wochen auf der Couch verbringen konnte: Nasennebenhöhlenentzündung. Dauernd Nase dicht, druck in den Stirnhöhlen, Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Fieber, Krankheitsgefühl. Ätzend. Kaum gesund 3 Tage: Mandelentzündung. Mein Hausarzt hat mir erklärt, dass sich mein Immunsystem aufgehängt hat bei meiner psychischen Konstitution. Also krieg ich jeden Kleinscheiss an Krankheiten, was an mir vorbei weht. Ich nehm schon Nahrungsergänzungszeug, aber zeitweise bringt´s kaum was.

Ja und sonst so? Arbeiten geht. Ich hab wirklich wieder Spaß am Arbeiten. Ich arbeite zwar nur Teilzeit, aber es läuft wirklich, wirklich gut. Das Geld ist knapp, ich mache Überstunden und komm eigentlich auf 100% wenn ich meine Stunden am Ende des Monats samt Überstunden zusammenrechne. Aber es geht und läuft gut. Darauf bin ich sehr stolz. Am Anfang - so die ersten zwei Monate - hatte ich wirklich Angstzustände vorm Arbeiten. Ich hatte schlimme Panikattacken vor meinen ersten Nachtdiensten, aber ich hab das alles super geschafft. Und ich hab für mich als Lerneffekt gelernt: Es wird besser, wenn ich beschäftigt bin. Ich hatte zum Beispiel 5 Nachtdienste am Stück - das ist nen total Hammer - super anstrengend für den Körper - musste ich aber machen, weil die halbe Station die frühherbst-Grippe hatte - aber ich hab´s gut geschafft. Die ersten zwei Nachtdienste hatte ich die ersten paar Stunden schon Panik und war ängstlich und super nervös, aber das legte sich mit der Zeit und es lief gut. Ich war nicht so vollends erschöpft, wie in meinen schlimmsten Zeiten. Es war wirklich okay.

Es ist super zu wissen, dass ich wieder belastbar bin. Und dass ich mit meinem Symptomen besser umgehen kann. Ich fühl mich nicht mehr so hilflos und gelähmt, denn ich weiss, dass es dennoch läuft. Ich versuche auch an meine Denkweise einiges zu ändern. Wenn ich zum Beispiel schon am Anfang eines 10 Tage-Arbeitsturns daran denke, wie ich das bloss überstehen soll, bin ich spätestens am dritten Tag super erschöpft und kann nicht mehr. Ich raube mir selbst die Kraft zum erholen. Wenn ich aber nur in Tagen denke, ist echt alles super. Ich versuche nur bis zu dem Zeitpunkt zu denken, an dem ich wieder schlafen gehe. Nicht mehr und nicht weniger.  Das alleine hilft mir wirklich sehr.

Aber ich bin doch immer noch sehr eingeschränkt, weil ich mich von meinem Katastrophen-Denken doch noch viel beeinflussen lassen und wirklich lernen muss, es einzustellen. Zum Beispiel leide ich immer noch unter meine Angst-und Panikstörung. Meine völlig übertriebenen Ängste vor Alltagssituationen. Einige hab ich mittlerweile im Griff, andere nicht. Und es nervt mich so sehr, dass ich mich selbst einschränken muss, aus Angst ne Angstattacke zu habe. Beispiel: Autofahren geht grade kaum. Autobahn ist am aller-allerschlimmsten. Selbst fahre ich gar nicht mehr - ich weiss grade echt nicht wie ich nen Führerschein machen soll. Eigentlich wäre mein Führerschein ne sehr kurze Geschichte: Ich hab kann fahren, ich bräuchte nur die Pflichtstunden. Zur Erklärung: Ich hab mit 17 in den USA meine Driver Lizenz gemacht, durfte damit noch 2 Jahre in Deutschland rumkurven und hab´s dann versäumt (auch aus Geldmangel) mal den deutschen Lappen zu machen. Und es gab andauernd Gelegenheiten, wo ich mal gefahren bin. Sei es mit nem Kumpel, der zu betrunken war und spontan entschieden hat, dass ich nach Hause fahre - oder meine Freundin, die über ein Auto verfügt, wo wir uns auf langen Autofahrten abgewechselt haben. Aber jetzt Führerschein machen: No Go. Wie denn? Ich fang ja schon an zu zittern, wenn ich nur nen Autoahnschild sehe. Bei anderen Leuten als meiner Freundin fahr ich schon lange nicht mehr mit, weil ich keine Panikattacken erklären will. 

Oder noch nen doofes Beispiel: U-Bahn fahren geht immer noch nicht so wirklich. Ich trau´s mir nicht zu. Der Feind jeder Angst und Panikstörung: Nicht-zutrauen und Vermeidungstaktik. Aber ich muss morgen beruflich in die Innenstadt, zuweit mit dem Fahrrad. Vor nem Jahr wäre ich ohne zu zögern mit der Bahn gefahren. Und heute plane ich genau meine Strecken und zwar mit dem Bus. 6 mal umsteigen, 20 Minuten verlängerte Fahrt, egal. Hauptsache keine Bahn, kein schweissnasses Auftauchen bei dem Termin. Äääääätzend. Ich fahr seit meinem 2. Lebensjahr U-Bahn. Ich hab keinen Führerschein gebraucht, weil ich ne U-Bahn-Karte hatte. Ich hab meine Wohnungen gewählt nach Standorten von U-Bahn-Stationen, damit ich schnell von A nach B kam. Und jetzt ist alles so ätzend. Ich bin schon 2 mal wieder U-Bahn gefahren. Nur zum Trotz. Ich will das wieder können. Aber es war alles andere als leicht. Sobald die Türen zu gehen, schlägt mein Herz bis in den Hals und ich will nur noch raus und weg und festen Betonboden unter den Füssen haben. Und früher bin ich jeden Tag 45 Minuten mit der U-Bahn zur Arbeit gefahren und zurück - und es hat mich nie nie nie gestört. 

Naja, ich werde morgen auf Busse ausweichen. Und ich werde einen 10 Minuten längeren Fussweg in Kauf nehmen, nur damit ich nicht an bestimmten Gebäuden vorbei muss, vor denen ich mich fürchte. Ätzend. Ober-ätzend. Es ist wirklich als hätte dieses Burn-Out-Syndrom einenSchalter in meinem Kopf umgelegt von "Normal" auf "psychisch krank". Ich muss zugeben: Es wird besser. An manchen Tagen isses immer noch super beschissen. Aber die meisten Tage kann ich unter "gut" abheften. Jeden Tag zwei Schritte vor und einer zurück. Und manchmal auch nur drei Schritte zurück. Aber ich laufe, ich denke das ist das wichtigste. Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. 

Schlimm ist im Moment eigentlich nur eins: Meine Unzufriedenheit - mit meiner Beziehung. Ich liebe meine Freundin und ich bin so unendlich dankbar, dass sie da ist und bei mir ist und bleiben wird. Ich weiss, dass ich furchtbar großes Glück habe, dass ich meine Freundin habe. Aber ich bin so unzufrieden im Moment. In den letzten Wochen war ich unzufrieden, weil wir total wenig Zeit miteinander haben. Wir arbeiten beide im Schichtdienst, das ist schon mal tötlich. Dann hat sie noch nen zweiten Job, ist also noch seltener Zuhause als so schon. Und dann hatten wir gestern endlich mal nen Nachmittag und Abend für uns, und ich hab drauf bestanden, dass wir den als Paar verleben. Zeit für uns und so weiter. Wir sind essen gegangen und danach nen Cocktail trinken. Und was passiert? Anfangs war alles super, und nach dem zweiten Cocktail wollte ich nach Hause, weil meine Freundin 90% des Gespräches dominierte. Ich kenne das gar nicht, dass ich erschöpft bin vom zuhören. Ich hör ihr ja gerne zu, aber es war irgendwie anders. Sie hatte viel zu erzählen, viele Ereignisse, die sich angehäuft haben in den letzten Wochen, die sie mal los werden wollte. Aber was mich gerädert hat: Ich kam nicht dazwischen. Ich saß da echt stundenland und nickte, ich hab zwischendurch mal versucht auch was zu erzählen und dann kamen so Sätze wie: "Lass mich eben zuende erzählen!" Ich hab das Gefühl, es geht grade nur um sie. Okay, es ging lang genug um mich, aber jetzt isses ins absolute Gegenteil umgeschlagen. Ich bin mir nicht sicher, ob sie weiss, dass ich immer noch diese Vermeidungs-Angst-Strategien verfolge, dass ich immer noch diese Herzrasen-Anfälle hab, wenn ich manchmal nachts im Bett liege. Ich weiss es nicht, denn sie fragt auch nie danach - vielleicht ist sie es auch leid danach zu fragen und versucht Normalität durchzudrücken. 

Es ist nicht so, dass meine psychische "Erkrankung" unser Leben dominiert, ich will ja Normaliät. Ich bring´s nur selten zur Sprache und auch nur, wenn ich denke, dass es angemessen ist. Und auch nur kurz. Es endet nicht in stundenlangen Monologen von mir. Ich bemühe mich wirklich, dass wir trotzdem normal leben können. Zum Beispiel hatten wir neulich nen Konflikt, der echt eskaliert ist. Ich war der Meinung, wir verbingen kaum noch zeit als Paar miteinander, und an einem freien WE hatte sie nichts besseres zu tun als nach McPomm zu fahren zu ihrer Famlie ... obwohl sie die letzten 3 WE schon drüben war. Und ich war dann echt enttäuscht. Sie sagte das auch erst Donnerstag Abend, dass sie gleich Freitag früh übers ganze WE weg sei ... super. Ich hatte mich auf gemeinsame Zeit gefreut und sie will weg. Ich fühlte mich gekränkt und abgewiesen. Hab ich ihr auch so gesagt, war sauer und vor Wut kamen mir die Tränen. Daraufhin fühlte sie sich schuldig, kam einen Tag früher als geplant nach Hause, damit wir wenigsten zusammen frühstücken konnten - und dann musste ich den halben Tag arbeiten, also wieder nix mit Zweisamkeit.

Irgendwie ist grade der Wurm drin bei uns zwei. Wir schauen zwar nach Häusern, die man kaufen könnte, um darin alt zu werden und reden über Kinder, aber wir sind uns grade irgendwie fremd. Vielleicht ist sie es auch nicht mehr gewöhnt, dass ich arbeiten gehe - immerhin hab ich jetzt wirklich Monate lang zuhause gesessen und auf sie gewartet. Das ist nicht mehr so. In erster Linie nervt mich auch eigentlich, dass sie nach Hause kommt und erwartet, dass ich völlig aufnahmebereit bin. Sie erzählt stundenlang von ihrem Tag - ich hatte aber auch nen Tag, der ereignisreich war, aber ich komm im Gespräch nicht dazu auch was zu äußern. Oder so Unüberlegtheiten. Sie fragt dann zum Beispiel: "Warst du in der Stadt?" und ich sage: "Nein, Schatz, du weisst doch, dass ich im Moment Probleme habe U-Bahn zu fahren" und sie dann wieder: "Oh, immer noch?" JAAAA, es erledigt sich nicht von heute auf morgen. Es ist ätzend, immer noch, und wird es auch noch ne Weile sein. Das fühlt sich so unaufmerksam an von ihrer Seite aus. Vielleicht ist es auch gar nicht so gemeint, aber es verletzt mich. Vielleicht nervt es mich auch, dass sie nicht mehr auf meinen "psychisch-krank"-Bonus anspringt, aber es fühlt sich so an, als ob wir uns entfremden. 

Vielleicht ist das nur ne Phase, hoffe ich. Aber im Moment kommt sie mir nur oberflächlich vor. Es gibt nur so Gesprächthemen wie: "Was wollen wir heute essen?" - "Wie war`s auf Arbeit?" - "Hast du gut geschlafen?" oder eben der dämliche Satz über den ich immer wieder ärgere: "Warst du heute in der Stadt?" Warum zum Teufel soll ich in der Stadt gewesen sein? Ich war auch vor meiner Erkrankung seltensten in der Innenstadt. Wieso fragt sie mich das immer wieder??

14.10.2010 um 04:31 Uhr

So weit, so gut

von: Ryan

Heute mal wieder ein kurzer Eintrag - ich muss mich nen bisschen wachhalten, ich hab morgen Nachtdienst und hätte schon um Mitternacht schlafen gehen können - aber wenn ich früher schlafen gehe, bin ich morgen früh wach und bin früher wieder müde.

Ich erzähl mal kurz wie es mir geht. Gut gehts mir - zur Zeit. Meine Kurzzeittherapie ist fast abgeschlossen - mein Therapeut und ich haben beschlossen zu verlängern. Da ist wohl doch zuviel in meiner Biographie passiert, und ich denke, ich sollte das Thema jetzt komplett ausarbeiten und verarbeiten, und dann ist für (fast) immer Ruhe. Ich hab wahnsinnig Angst, dass ich nach einigen Monaten/Jahren wieder zusammenbreche. Ich quäl mich lieber jetzt durch die Therapie, wo ich schon mal dabei bin und gehe da als sehr gesunder Mensch raus. Auch wenn ich die Therapie nicht mag und heiss-kalt sämtliche Emotionen durchleiden muss, die ich sonst nicht kannte. Ich kann gar nicht verstehen wieso einige Menschen gerne zur Therapie gehen. Ich kenn wirklich Leute, die sagen: "Beim Therapeuten kann ich meinen ganzen Frust ablassen, ich würd viel öfter hingehen, wenn die Krankenkasse das bezahlen würde!" Ich gehe nicht gerne hin. Ich hasse es, aber mir gehts wirklich besser danach.

Ansonsten hab ich auch gelernt in den letzten Wochen ein paar grundlegende Dinge zu ändern an mir. Ich denke, das ist das Schwerste: Sich selbst ändern. Ich versuche wirklich nur von einem Tag zum nächsten zu leben. Das befreit mich sehr. Ich denke nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich wieder schlafen gehe. Ich plane nichts was morgen ist, ich grübel nicht mehr, ich mache mich nicht mehr irre wegen der nächsten Woche. Diese Denkweise macht mich wirklich ruhig und entspannt. 

Ansonsten hab ich auch noch ein paar Sachen für mich entdeckt. Ich nehm mir zum Beispiel wieder Zeit für mich, Zeit für meine Freundin. Und dadurch kann ich Zeit wieder bewusster wahrnehmen. Unglaublich, dass ich das lange nicht konnte. Ich hab schon irre gemacht, wenn ein Problem erst in 3 Wochen anstand. Ich bin ausgeflippt, jeden Tag von neuem, wegen Sachen die gar nicht aktuell waren und sich später von selbst gelöst haben.

Ich kann wirklich mit Stolz sagen, ich bin ruhig geworden. Was ich ganz lange vermisst hab, war meine innere Ruhe - sie ist wieder da, die meiste Zeit. Ich hab immer noch Momenten, in denen nix vor oder zurück geht. Gelähmt vor Angst, vor Panik, vor Unruhe. Oder depressiv und antriebslos ohne Ende, mit körperlichen Symptomen wie meine Herzgeschichten, Schwindel, Erbrechen, Kopfschmerzen und whatever. Es ist unendlich ätzend den halben Abend kotzend im Badezimmer zu sitzen vor Angst und und Unruhe und genau zu wissen, dass irgendwas in meiner Psyche mich quält, aber ich nicht dran komme und ich mir nicht zu helfen weiss.

Ich dachte, wenn ich einmal die Kurve gekriegt hab, gehts mit großen Schritten Richtung Heilung und ich ahb das ganze Thema innerlich von maximal nem halben Jahr hinter mir und kann leben wie vorher. Großer Irrtum. Langsam, steinig und mühsam ist dieser blöde Weg. Zwei Schritte vor, einer zurück, ein Schritt vor, zwei zurück. Ätzend. Angstattacken hab ich nur noch in so "Situationen". Also meine normalen Ängste haben sich irgendwie unangemessen gesteigert. Ich mochte zum Beispiel Autofahren gerne, kriegte aber Angst, wenn jemand über 180km/h fuhr. Aber alles andere war okay. Jetzt find ich Autofahren doof, weil ich schon Panik bei 110km/h krieg. Warum weiss ich nicht. Letztes WE waren wir bei Steffis Eltern (300 km weit weg von uns) und die Autobahnfahrten waren super ätzend für uns beide. Für sie, weil sie nicht beschleunigen durfte, weil sonst ihr Freund immer gleich panisch aufgeschrien hat und wir somit fast 1,5 Stunden länger auf der Autobahn feststeckten als nötig - und für mich war´s ätzend, weil ich ununterbrochen Panik geschoben hab. Panik und Angst sind so scheisse. Einmal mussten wir sogar anhalten, weil ich mich mal umziehen musste, weil mein T-Shirt vor Panik durchgeschwitzt war. Ääääätzend. Ich kralle mich an die Hoffnung, dass auch sowas irgendwann wieder geht. Selbst Autofahren tue ich kaum noch. Ganz kurze Strecken, nur innerhalb einer Stadt, nie schneller als 60km/h oder mal einparken für meine Freundin. Aber Autobahnfahrten sind nicht drin im Moment. Oder anderes Beispiel: ich hatte immer Höhenangst. Wo ich früher erst im 12. Stock Panik kriegte, hab ich heute schon im 4. Stock Panik. Was ich aber immer versuchen: Nichts vermeiden aus Angst. Immer machen. Auch wenn ich das durchleiden muss, es muss sein. Ich muss mich durchkämpfen, nur so kann es besser werden. Ich hab nicht immer Bock drauf, mich in so ne Situationen zu bringen, wo ich schon weiss, dass ich nicht so gut da raus gehe wie rein, aber ... ja, keiner hat gesagt es wird leicht.

Aber ich muss zugeben, ich bin echt schon ne Ecke weiter und das Meiste läuft gut. Am dankbarsten bin ich, dass ich arbeiten kann. Und ich arbeite gerne. In den letzten Wochen hatte ich immer noch Herzrasen und schweissnasse Hände wenn ich zur Arbeit losgegangen bin - während der Schicht hat sich das immer gelegt und alles war gut. Mittlerweile geht´s mir sogar vor der Arbeit gut. Am meisten Angst hatte ich vor den Nachtdiensten. Ich bin letzten Monat auch nur mit ach-und-Krach durch 3 Nachtdienste gestolpert, hatte vorher schon panische Angst, dass es furchtbar wird, dass ich alleine bin die ganze Nacht. Und jetzt gehe ich ab morgen in 5 Nachtdienste und bin super entspannt. Ich hatte nen paar Tagdienste und ich war so genervt von meinen hektischen Kolleginnen, dass ich mich echt freue alleine arbeiten zu dürfen. Ich mag Nachtdienste gerne. Ich bin ein Nachtmensch, ich kämpfe auch selten mit der Müdigkeit und schlafe tagsüber auch relativ gut. Ich bin alleine, alles ist ruhiger, keiner redet mir rein, was ich tun oder lassen soll, ich entscheide alles alleine. Es ist ruhig, ich kann auch mal 5 Minuten mit nem Patienten was reden oder Zeitdruck zu haben, wusel mich durch den Papierkram, der die Hauptarbeit des Nachtdienstes bestimmt. Ich stell mir immer nen Radio auf den Schreibtisch, damit ich nicht so ganz alleine bin - und wenn ich dann fertig bin mit meiner Regelarbeit, lese ich was oder spiele Nintendo oder räum irgend ne Ecke auf, die mich besonders annervt und freue mich darüber, dass es wieder sauber und aufgeräumt aussieht. Oder telefoniere mit anderen Nachtwachen. Der Vorteil am Nachtdienst: Es gibt mehr Geld wegen Nachtzuschlag und man hat mehr Arbeitstunden auf einen Schlag (Nachtschicht=10Stunden, Tagschicht=7Stunden).

Ich brenn mir noch ne CD für den Nachtdienst und kann dann auch langsam mal schlafen für heute. Gute Nacht!