Boys don´t cry

30.05.2011 um 01:09 Uhr

Jagdinstinkt

von: Ryan

Im Moment läufts echt gut. Arbeit ist in Ordnung, häufig anstrengend, aber es läuft. Beziehung läuft super gut. Nachdem wir uns zusammen gerauft haben, ist besser als vorher. Wir haben grade 4-Jähriges gefeiert. Naja, etwas zelebriert, wie es eben der Schicht-Dienst-Alltag zugelassen hat. Sie kam vom Nachtdienst, wir haben kurz gefrühstückt morgens, ich hab ihr Blumen geschenkt und abends, nachdem sie tagsüber 8 Stunden geschlafen hat, haben wir zusammen gekocht und gegessen. Es läuft wirklich gut, ich kann mich nicht beschweren. Wir sind liebevoll miteinander und die meiste Zeit bin ich wirklich froh sie zu haben und mit ihr mein Leben zu verbringen. Manchmal bin ich sogar etwas in sie verliebt. Neulich hab ich sie heimlich fotografiert als sie geschlafen hat, weil ich diesen Augenblick irgendwie einfangen wollte. Nein, ich bin nicht so ein perverser "Ich fotografier Mädels beim Schlafen"-Typ - nein, sie war bekleidet, und ich fands einfach nur süß wie ruhig und eingemurmelt sie im Bett liegt (und sie hat auch nen duzend Ryan-schläft-Fotos).

Aber manchmal vermisse ich diese Verliebtheit. Klar, kann man irgendwann nicht mehr haben. Nach 4 Jahren Beziehung immer noch verliebt zu sein, ist zuviel verlangt. Irgendwann ist es eben so, dass eine Beziehung auch einen Alltag entwickelt. Das Leben ist kein Ponyhof, kein Königreich und kein Wunder-Zauberwald. Es heisst ja nicht "Sie lebten glücklich, verliebt und verzaubert bis zu ihrem Lebenende" sondern: "Und sie lebten GLÜCKLICH und ZUFRIEDEN" und das reicht ja irgendwie auch. Oder? Ich bin glücklich und zufrieden, most of the time. Reicht, denke ich. Das ist mehr als die meisten Menschen haben.

Ich denke meine kleinen Verliebtheiten u.a. Melli, sind männlicher Jagdtrieb. Das steckt da irgendwo in mir drin und will raus. Männer sind biologisch nicht monogam, wir wollen uns fortpflanzen mit sovielen Partnerinnen wie möglich. Soviel Nachwuchs wie möglich sichern. Und ich muss zugeben: es fällt mir schwer nur mein Weibchen als einzig wahre Geschlechtspartnerin anzuhimmeln. 

Okay, warum wieder das Thema? Mit Melli ist wieder alles gut. Nachdem wir uns ne Weile sehr distanziert haben - sie hatte furchtbare Schuldgefühle, weil sie zwischen Steffi und mir gestanden hatte - und ich hab mich auch distanziert, weil ich dachte, Steffi dreht ab, wenn sie Melli das nächste mal sieht. Dann kam ne Zeit, in der Melli und ich wieder SMS getickert haben - ganz freundschaftlich, nur so "was machst du, was mach ich zur Zeit", nichts schlimmes. Und dann kam sie wieder nach Hamburg. Steffi wusste das, hatte ihr noch vom Fenster aus zugewunken ganz nett. Und nachdem Steffi sich zur ner Freundin verabschiedet hatte, fragte sie: "Und was machst du heute Abend?" und ich: "Keine Ahnung, fernsehen wahrscheinlich" und Steffi: "Du kannst doch runter gehen und mit Melli quatschen?" Ich war echt perplex. Erster Gedanke: Das ist ne Falle. Wenn ich "Ja, das könnte ich machen" sage, krieg ich ´ne Schelle. Oder sie wartet ob ich es wirklich mache, und macht am nächsten Tag riesen Theater, weil ich in die Falle getappt bin.

War keine Falle. Sie meinte das ernst. Aber ich hab´s nicht gemacht. Melli und ich haben uns ganz selten auf ne Zigarette getroffen. Kurze Gespräche, dann gleich wieder auseinander. Eher so ein "Wir haben uns beim einkaufen getroffen, ne Zigarette geraucht und das wars auch schon, wirklich!!" Und dann hat Melli neulich Steffi eingeladen. Aufm Sekt ... und die beiden sind danach noch so 6 Stunden aufm Kiez gewesen. Und meine Süße kam danach sternhagelvoll nach Hause um 8 Uhr morgens (ich war nüchtern, ich kam vom Nachtdienst) und lallte irgendwas von neuer bester Freundin und sie hätten ALLES geklärt. 

Seitdem sind Melli und ich auch wieder dicke. Wir schreiben viel, wenn sie nicht da ist. Wenn sie da ist, treffen wir uns - aufm Kaffee, aufm Bier, Frühstück. Wir reden wieder viel, verbringen Zeit. Find ich super, weil ich mich total wohl in ihrer Nähe fühle. Und ich glaube, dass es mir schwer fällt da was zu trennen. Ich finde sie wahnsinnig toll. Und wenn Steffi nicht wäre, würde ich mich total an sie ranmachen

Aber ich glaube auch, dass man an einer Beziehung arbeiten muss und ich mich einfach zur notwendigen Konsequenz zwingen muss. Man(n) muss konsequent sein, konsequent treu, punkt, ende, aus! Meine Konsequenz schwimmt immer mit einer gewissen Menge Bier weg ... also, was lerne ich daraus: Es wird sich nicht mehr betrunken, wenn Melli in der Nähe ist. Ganz einfach. Ich hab ne tolle Frau, eine mit der ich mein Leben teilen kann, eine wirklich großartige Frau. Und egal wie großartig die nächste sein kann - ich werde die gleichen Probleme ab einem gewissen Zeitpunkt haben. Irgendwann ist wieder die Verliebtheit weg - und Beziehungen sind dann einfach nur beendet, wenn man an diesem Punkt rausgeht und sich in neue Romanze flüchtet. Etwas anderes wird es dann nie, als ne Romanze. Ich möchte meiner Beziehung die Chance geben zu wachsen und an Tiefe zu gewinnen. Wie gesagt, wir sind nicht mehr verliebt. "Wir lieben uns, an einigen Tagen weniger, an den meisten Tagen mehr" Zitate meine Freundin (ja so kluge, durchdachte Sätze gibt sie von sich).

Manchmal glaube ich, ich bin auch nur heiss auf diesen Rock´n´Roll Livestyle. Dieses "Ich lebe heute und dieser Moment ist der geilste auf dieser Welt, ich brauch alles doppelt so cool und toll wie es nur sein kann" - versteht das jemand? Ich hatte vor einigen Jahren ne sehr kurze Affäre mit ner Frau - ich kannte sie grade ein paar Tage, fand sie aber sehr cool und heiss. Wir haben am Jungfernstieg an der Alster irgendwann angefangen zu knutschen - sehr romantische Szene. Und wir haben bestimmt Stundenlang rumgeknutscht und selbst als es anfing in Strömen zu regnen, konnten oder wollten wir nicht aufhören. Ich glaub es war Frühling. Ich hatte ne Lederjacke an, sie ist halb mit in die Jacke reingekrochen, innigste Umarmung, gegenseitig die nassen Haare aus dem Gesicht streichen, irgendwann fühlte ich ihre Hand unter meinem T-Shirt, auf meinem Bauch, meine Seite, meinem Rücken - und ich hätte ausrasten können bei jeder Berührung, bei jedem Kuss, bei jedem Spüren des anderen.

Und das war toll. Solche Momente sind toll - aber was ist draus geworden? Wir haben uns noch 2 Wochen gedatet und im Nachhinein weiss ich nicht mal wie ihr Name war. Sie hat sich mir nur mit ihrem Spitznamen vorgestellt. Und selbst wenn aus dieser Romanze eine Beziehung entstanden wäre, wären wir spätestens heute am gleichen Punkt wie ich in meiner jetztigen Beziehung.  Es kann nicht immer nur schön und aufregend sein. Das ist normal und das muss ich akzeptieren.

Vielleicht bin ich deswegen so anfällig für aufregende Sachen. Melli ist manchmal sehr aufregend. Auch heute noch. Neulich haben wir in ihrer WG mit ihren Mitbewohnern getrunken, und ich kam vom Klo, sie kam mir im Flur entgegen, ein Augenaufschlag, eine (scheinbar?) flüchtige Berührung an der Hand. Sie sagte irgendwas wie, dass sie sich freue, dass wir uns wieder gut verstehen würden. Wir haben uns umarmt und kurz gedrückt, freundschaftlich. Nicht zu lang, aber irgendwie schon bedeutungsvoll. Und das wars auch schon. Aber: BEDEUTUNGSVOLL. Gut, ich will oder darf da nichts reininterpretieren. Aber irgendwie ein aufregender Moment.

Vielleicht auch deswegen, weil ich wieder merke, dass ich gewollt werde von irgendjemanden. Dass ich durchaus noch Chancen auf dem Single-Markt hätte. Dass ich attraktiv bin. Dass ich mit jemanden zusammen bin, weil ich mit diesem jemanden zusammensein will - und nicht weil ich aus lauter Angst vorm Alleinsein niemanden mehr abbekomme. Oder so ähnlich ...

Heute war wieder so ne Situation. Wir waren beim Grillen bei nem Kumpel, und ne Bekannte war auch dabei. Ich kenn sie jetzt schon so seit nem Jahr - halt über den Kumpel. Ist seine Nachbarin und eine sehr besten Freundinnen. Sie hat mir schon nen paar CDs gebrannt, weil sie nen super Musikgeschmack hat. Aufm Festival letztes Jahr sind wir beiden irgendwann alleine losgezogen, weil kein anderer Lust hatte sich aus den Camping-Stühlen zur Bühne zu bewegen -  und da hatten wir auch irgendwie ne echt tolle Zeit zu zweit. Nichts passiert - böse wer böses denkt! Wir sind nur rumgelaufen, haben uns die Band angeschaut, die wir beide sehen wollte, aber sonst niemand. Haben nen Bier getrunken, uns unterhalten und sind irgendwann zum Zeltlager zurück. Und heute war´s so ähnlich. Irgendwann war die Grillkohle runtergebrannt. Wir saßen da mit 15 Leuten, haben getrunken, uns unterhalten, sie wollte ne Flasche Wein holen, ich wollte ihr Gläser tragen helfen. Und irgendwann saßen wir schon ne Stunde in ihrer Küche und hatten die Flasche Wein alleine getrunken. Wir haben uns total gut unterhalten, sie hat mir nen paar coole neue Lieder vorgespielt und gezeigt. Eigentlich harmlos, aber es hatte irgendwie nen bisschen Date-Charakter. Schüchternes Lachen, gegenseitige Komplimente, lange Blickkontakte. Irgendwie schön, aber ich fühl mich schon wieder schuldig. Mittlerweile bin ich auch ein Verfechter der Theorie, dass Männer und Frauen keine Freunde sein können. Meine frühere beste Freundin war Jahre lang asexuell für mich - solange bis wir betrunken miteinander geschlafen haben. Und meine jetztige beste Freundin ist auch asexuell - aber unsere Freundschaft hat auch die Basis: Sie hat ihren Freund, ich hab meine Freundin. Sex ist niemals Thema, außer wir lästern über unsere Partner.

Vor einigen Jahren noch hab ich laut gebrüllt: "Natürlich können Männer und Frauen Freunde sein! Ich hab fast nur beste Freundinnen, mit denen ich nie schlafen würde! Aus Respekt vor ihnen!" Ja, aber das hat sich erfahrungsgemäß nachm 4 Bier manchmal erledigt ... also ums kurz zu machen: Ich hab viele Freundinnen - und nein, ich muss nicht alle im Bett haben. Aber ich habs geschaft echt tolle, enge Freundschaften mit sowas kaputt zu machen. Dementsprechend weiss ich einfach, dass sowas in die Hose gehen kann - muss nicht - kann aber. 

Worauf wollte ich denn jetzt hinaus? Ach ja, Melli und die andere vom Grillen. Ich glaube unter den Feststellungen von grade, ist es keine gute Idee Freundschaften mit Frauen einzugehen, die ich eh schon als toll und aufregend empfinde. Aber ich denke mir auch: Ich bin ja erwachsen und konsequent (hab ich mir vorgenommen) und ich hab ne Beziehung und dann kann man auch mit ner Frau befreundet sein ohne das es eines Tages aus welchem Grund auch immer körperlich wird. WEIL ich bin ein treuer Mann. Punkt. 

Okay soviel zum guten Vorsatz. Warum finde ich mich jetzt grade selber lächerlich? Nein, ich will wirklich ein guter Mann für meine Freundin sein. Ich will genau diese Frau irgendwann heiraten und mit ihr eine Familie gründen. Ein Haus haben, einen Garten mit einem Hund. Ich will nach Hause kommen, meine 4 Söhne kommen mir im Flur schreiend entgegend "Papaaaa, ich will zuerst von meinem Tag erzählen!" - "Papa, Fussball!! Jeeeetzt!!" Ich kämpfe mich bis zur Küche durch, hab die zwei kleinsten untern Arm, die zwei ältesten schleifen an meinem Hosenbein hinterher, der Hund springt mich an, die Katze mauzt mich wütend an, weil irgendwer sie vergessen hat zu füttern - und ich will eigentlich nur meiner schönen Frau und Mutter meiner Kinder einen Kuss geben nach einem harten Arbeitstag. Und in der Rolle sehe ich Steffi. Sie ist eine Frau, mit der ich sehr glücklich sein kann - nicht nur die nächsten 4 Jahre, sondern die nächsten 40 Jahre. Wir spinnen manchmal rum wie es sein wird, wenn wir alt sind. Wir sind dann 70 oder so, wir schimpfen über unsere Kinder, die uns nie besuchen, über den schwulen Sohn, der uns DAUERND besucht, über die zickige, blonde Schwiegertochter und meckern über die moderne Musik. "Die Foo Fighters, das war noch gute Musik - nicht so ne Scheisse wie ihr heute hört!!" Die Vorstellung finde ich gut, es wäre toll. Mit Steffi alt werden wäre toll.

Aber auf der anderen Seite bin ich noch lange nicht alt. Ich werde bald 27 - manchmal komme ich mir sehr alt vor. Manchmal aber auch noch wahnsinnig jung. Wenn ich einen drauf machen will und richtig viel erleben, muss ich das jetzt. Jetzt bin ich jung. Jetzt ist die Zeit für Rock´n´Roll. Wenn ich in 10 Jahren mit ner 20-Jährigen schlafen will, gelte ich als perverser alter Sack. Jetzt ist das okay, denn ich bin auch jung und attraktiv. Oh Gott, ich will soviel. Ich will noch soviele großartige Momente in meinem Leben haben. Vielleicht hab ich auch komische Vorstellungen von großartigen Momenten. Vielleicht ziehen sie an mir vorbei und ich beachte sie nicht mehr. Oder sie reichen mir nicht.

Aber nie mehr aufregendes Rumknutschen, nie mehr Verknalltsein, nie mehr angespanntes euphorisches Warten auf einen Anruf oder eine SMS. Nie mehr die Euphorie und die Spannung eines ersten Kusses. Es wirkt alles so entgültig. Aber als Single war ich auch nicht glücklich. Ganz im Gegenteil. Ich war so angenervt von diesem umtanzen, diesem ewigen Kennenlernen. Jetzt brauch ich das nicht mehr. Kein rumgeärgere mit: "Aber wenn sie mich nicht so toll findet, wie ich sie??" Keine Angst vor Abweisung. Kein Stress.

Alles hat Vor- und Nachteile. Aber ich hab mich irgendwie nie als der Mann gesehen, der in einer langen Beziehung steht. Es ist irgendwie befremdlich als ich heute vorgestellt wurde mit: "Das ist Ryan, er ist Steffis Freund" - "Wie lang seid ihr denn schon zusammen?" - "4 Jahre" und als ich es aussprach, fühlte es sich an wie eine Ewigkeit. Sonst war ich einfach nur "Ryan" - bitte lernt mich kennen. Von nichts gestempelt. Nur Ryan. Bei Frauen isses ja so (und es ist echt so!!): "Huh, hübscher Mann ... ach, Freundin - seit 4 Jahren, adios Amigo"

Ich bin gespalten. Ich fühle mich auf der einen Seite alt, auf der anderen Seite jung. Ich hab viel gesehen, viel hinter mir, ich bin reif auf meine Weise - aber auf der anderen Seite hab ich doch auch noch soviel vor mir. Und meine nächste Challenge soll nicht Heirat und Familie sein. Dafür bin ich noch zu jung. Ich finds toll, wenn ich Leute treffe, die in meinem Alter schon geheiratet haben und sich morgens von ihren Kleinkindern wecken lassen müssen. Ich finds toll, wenn sie damit glücklich sind. Aber ich bin dafür noch zu jung. Ich bin in dem "Ich fall um 7 Uhr morgens nach ner durchzechten Nacht auf der Reeperbahn ins Bett"-Alter, als in dem "Meine beiden Kinder wecken mich um 7 Uhr morgens und die Nacht ist vorbei"

Ich hab häufig das Gefühl, ich müsste mich langsam entscheiden. Was für ein Mann will ich sein? Will ich der Mann sein, zudem Steffi mich macht? Um jetzt mal ganz dumm zu klingen: Ich höre meine biologische Uhr ticken - gut ich als Mann hab da nicht so das Problem. Aber ich hab den eigenen Anspruch an mich, kein alter Vater zu sein. Das heisst, ich müsste langsam loslegen. Und eine Frau mit der man Kinder bekommt, sollte man auch schon ein paar Jahre kennen - ja, das ist mein eigener Anspruch. Aber das war´s dann auch mit feiern, wenn die Kinder dann da sind. Neulich lag ich mit Steffi im Bett und hab gefragt, ob wir wohl noch Festivals können, wenn wir mal Kinder haben sollten. Ihre Antwort fand ich cool: "Wieso nicht? Wir können unsere Kinder doch bei Oma und Opa parken für das Wochenende!"

Im Moment in auf dem Standpunkt, dass mein Verhalten und meine Selbstzweifel eher biologischer, ur-Instinkt sind. Jagdinstinkt. Weibchen-Jagen sozusagen. Es ist wahrscheinlich nichts romantisches oder melancholisches, so wie ich es mir hinbiege. Meine Ex-Freundin lebt seit unserer Trennung mehr oder weniger in offenen Beziehungen. Viel Sex und wenig Verantwortung. Viel Aufregung, wenig Alltag. Gut, das würde ich mit meinem Moral-Vorstellungen für mich selbst nicht gut finden. Aber ich kann ihre Entscheidung akzeptieren. Nicht nur tolerieren, wir haben auch viel drüber geredet. Ich kann sie verstehen, und finde es gut, dass sie es gut findet so zu leben. Und ich hab mit ihr auch über dieses Melli-Steffi-Ding geredet, als Steffi und ich uns so derbe gekracht hatten. Wobei ich auch gleich erklären muss: Ich hab mit ner Hand voll Leuten drüber gesprochen, niemand hat mich verurteilt, aber niemand hat Partei ergriffen. Alle haben versuch verständnisvoll zu sein, aber sie kamen alle zu einem Ergebnis: Ich solle mich um Steffi bemühen und ich hätte bei Melli versucht was neues zu findet, etwas, was mir vielleicht bei Steffi fehle. Meine Exfreundin war die einzige, die mit den Schultern gezuckt hat und sagte: "Du hast gejagt, dein Jagdinstinkt ist bei ner neuen aufregenden Frau angesprungen." Etwas völlig animalisches, was unser moralisch-wertvoller Verstand wegdrückt. Trotzdem unterscheidet ja genau das uns von den Tieren: Die Macht Entscheidungen zu treffen und uns über die Konsequenzen unseres Handels klar zu sein.