Boys don´t cry

28.02.2013 um 16:37 Uhr

Lieber Kris ...

von: Ryan

... heute mal einen Blogeintrag nur für Dich, quasi als "Brief". Ich wollte schon wieder ewig geschrieben haben, aber es immer das ewig leidige Thema: hier keine Zeit, da keine Lust. Dann mal wieder köeprliche Beschwerde, die mich hindern, ich werd ein alter Mann ... Du hast recht. Ich hab mein Alter nicht aktualisiert, nächstes Jahr werd ich 30. Unglaublich wie lang ich schon Online-Tagebuch führe. Kurz zu den körperlichen Beschwerden - man(n) braucht ja Mitleid - ein dementer Patient hat mir ´ne Kopfnuss verpasst Montag und seitdem ist mir schwindelig, hab Dauerkopfschmerzen und wenn ich lese, verschwimmen die Worte. Und als guter Krankenpfleger weiss ich, dass das ´ne Gehirnerschütterung ist - eigentlich hab ich Computer, lese und Fernsehverbot für 3-5 Tage, aber nachdem ich gestern Greys Anatomy gucken musste und es mir dennoch besser geht, hab ich mein eigenes Verbot etwas gelockert.

Das Lied von Eis und Feuer - genau das lese ich grade. Ich bin bei Band 4 - Band 5 und 6 liegen schon neben dem Nachtschrank. Gay-Fantasy darf ich glaube ich nicht lesen, ich riskiere mal lieber keine Lösung der Verlobung.

Arbeit ist grad ein großes Thema. Eigentlich war ich ja versetzt auf einer Chirurgischen Station. Anfangs fand ich es doof, kam mit den Kolleginnen nicht klar - das ging soweit, dass ich mich mit der Stellvertretung angeschrien hab. ich war unglücklich, weil die Kolleginnen alles so halbherzig gemacht haben, fand chirurgisches Arbeiten super langweilig, hab meine alten Kolleginnen vermisst, die jetzt auch im ganzen Krankenhaus verstreut sind. Und dann kamen Nachtdienste. Jemand ist krank geworden und ich musste 5 Nachtdienste machen, die Stellvertretung hat mich eingewacht - ich hatte so Bauchschmerzen vor dem Dienst. Zwei Stunden nach Dienstbeginn waren wir beste Freunde. Wir haben uns ausgesprochen und seitdem lief alles richtig gut. Ich denke, ich hab einfach ne Weile gebraucht, um mich einzuleben und jetzt bin ich an dem Punkt, an dem es läuft und ich mich wohl fühle. Die Arbeit ist anstrengend, gut, aber das bin ich gewohnt. Ich geh ja nicht zur Arbeit, um mich zu schonen.

Und jetzt ist das auch alles wieder hin. Meine oberste Chefin hat mich Knall auf Fall zur Stellvertretenden Leitung von einer neuen Station gemacht, die morgen eröffnet wird. Also wieder versetzt. Warum? Weil ich wieder mit Leistung geglänzt hab. Nach Jaaahren kriegen diese Leute raus, dass ich gut bin. "Ryan, Sie sind einer der besten Pfleger, die wir haben. Sie sind der internistisch kompetenteste Pfleger, Sie besitzen großartiges Organisationstalent und die Leute mögen Sie. Sie bauen die Station jetzt auf." Man könnte sich geschmeichelt fühlen ... ich hab aber keinen Bock ´ne Leitungsposition zu haben und ich hab keine Lust auf den ganzen Stress. Ich geh dahin, reisse meine 8 Stunden ab und geh wieder nach Hause. Mal davon abgesehen, kenne ich meine neue Leitungsschwester nicht so doll. Mit der hatte ich schon 1,5 Jahre das Vergnügen, sie ist zum Beispiel bekannt dafür Urlaub aufm letzten Tag noch zu verschieben. Sie ist so ´ne "bis zur Selbstaufgabe"-Krankenschwester. So Sätze wie "Die Station braucht dich aber" sind Standart. Und mit der muss ich jetzt als Stellvertretung echt viel Zeit verbringen. Ich hab Ende letzter Woche fast jeden Tag nachm Frühdienst noch 3 Stunden mit ihr verbracht und Listen geschrieben, was ich auf der neuen Station brauche und wie ich mir das alles vorstelle. Zumindest lässt sie mir beim Konzept Freiraum. 

Auf der anderen Seite versucht sie jetzt schon mir rumzuerziehen. Ich hab mich zum Beispiel nachm Dienst umgezogen und hab dann in meinem Privatklamotten bei ihr gesessen, um nicht als Pfleger erkannt zu werden - sonst wird man aufm weg zum Büro 100 Mal angesprochen. Und in zivil sehe ich einfach häufig mal als wie so´n Steineschmeisser. Lederjacke, schwarzes St.Pauli-T-Shirt, abgelatschte Converse ... ich arbeite ja nicht im Büro oder bei der Bank und muss mich eh umziehen vorm Dienst. Und dann kam doch gleich so ein Satz wie: "Ryan, wenn du aber an den Leitungssitzungen teilnimmst, kommst du aber nicht so. Hast du zuhause nicht ein Hemd? Kannst du nicht die Ohrringe rausnehmen?" Ääätz ... kein Mensch guckt drauf. Ich hab da schon Leute mit löchriger Jogginghose reingehen sehen. Ich freu mich schon irre - ich werd sie erstmal richtig ärgern, wenn ich im April ausm Urlaub komme. IIch hab ´nen Termin bei ´ner Tätowiererin - der Arm wird vollgemacht. Der erste Termin ist mit 4 Stunden veranschlagt und ich werde mindestens noch einen zweiten brauchen. Ich freue mich auf den erschrockenen Blick, wenn ihr jegliche Farbe aus dem Gesicht läuft. Aber was können sie mir schon? Wir haben sowenig Pflegekräfte, dass pro Tag auf jeder Station noch eine Zeitarbeit gebraucht wird. Wenn man Narrenfreiheit ausnutzen will, dann ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt. Wenn ich nicht so Angst vorm Oberboss hätte, würde ich mein Gehalt nur aushandeln.

Ja, so ist der Plan. Morgen arbeiten und ´ne neue Station aufbauen. Wenn mein Typ morgen nicht unbedingt verlangt werden würde, würde ich mich krank schreiben lassen. Ganz gut isses mit dem Kopf noch nicht (Pflaster auf der Stirn sieht auch echt blöd aus), aber ich Angst, dass die jungen Mädels irgendeinen Kram einführen, den ich nicht will. Also muss der Hahn morgen persönlich im Hühnerstall erscheinen und Ansagen machen. Aber heute geniess ich noch den letzten Tag als normales Fussvolk und morgen bin ich dann Chef - und nur noch auf Arbeit. Ich hab in den nächsten 3 Wochen nur ganze 3 Tage frei. Ich darf ja jetzt auch Dienstplan schreiben - hab ich erwähnt, dass meine neues Team nur aus Anfang 20 Jährigen besteht? Die Älteste ist 23 und dann komm ich mit weitem Abstand, und noch weiter hinten meine Leitung mit Mitte 40.  Und da ich auch gleich die dankbare Aufgabe des Dienstplan-Schreibens hatte und alle Mädels nur Frühdienst machen wollen, hab ich mich für alle freien Nachtdienste eingetragen. Kommt mir auch ganz recht. Wenn ich tagsüber nicht da bin, muss die andere Leitung ran. Ich kann nachts in Ruhe meinen Papierkram machen und werd selbst dann irre viel Zeit haben. Die neue Station wird nämlich nur 10 Patienten haben. Ich bin 45 Patienten gewohnt. Das bedeutet wohl, ich werde viel Zeit haben um die "Das Lied von Eis und Feuer"-Bücher durchzulesen und werde dafür noch bezahlt.

Jetzt noch ein letztes  - vorm Computer sitzen kann so anstrengend sein, wenn das Gehirn einmal durchgeschüttelt wurde. Ich probiere mich grad selbst als Autor. Ich bin sehr beeindruckt gewesen von Lapared´s Buch  und dachte, ich könnte sowas vielleicht auch hinkriegen. Ich will aber keinen Zusammenschnitt meines Blogs veröffentlichen, sondern eher eine fiktive Geschichte neu gestalten. Ich will nicht sagen, dass Schreiben leicht wäre - ich dachte zumindest es würde mir leichter fallen - aber ein Exfreund von einer Freundin von mir hat auch ein Buch veröffentlicht über seine verkorkste Kindheit, und obwohl das Buch vor Selbstmitleid triffte, konnte der 2 Jahre davon leben. Nicht, dass ich mir erhoffe, davon leben zu können, nein, ich will nur mal gucken ob ich das kann. Ein Kapitel hab ich fertig und ansonsten schreib ich im Moment nur Textbausteine, die ich nachher zusammen basteln muss. Vor der Kopfnuss war ich sogar richtig fleissig. Obwohl ich nachm Frühdienst erst um 17.00 zuhause war, hab ich immer noch abends dran gearbeitet, per Brainstorming Spannungsbögen erstellt, Personenbeschreibungen für mich selbst erarbeitet. Steffi darf noch nix lesen, ich will auch nicht dass in meiner realen Umgebung jemand was weiss, bis ich fertig bin. Ich hab in den letzten 10 Jahren bestimmt 5 mal rumgeplährt, dass ich jetzt ein Buch schreibe und am Ende kam nicht über eine Seite hinaus und fand meine eigenen Ideen langweilig. Im Moment finde ich meine aktuelle Idee aber ganz spannend, so spannend, dass ich jeden Abend zu spät ins Bett gegangen bin, weil ich noch schreiben wollte. Man sollte nicht um Mitternacht ins Bett gehen, wenn der Wecker um 4.30 klingelt und man einen 12 Stunden Arbeitstag vor sich hat. Und dass ich mit dem Kopf auf dem Schreibtisch aufgewacht bin, ist auch schon 2 Mal passiert.

So, das war der Lagebericht zum Februar, ich geh jetzt mein Gehirn wieder schonen.

01.02.2013 um 16:52 Uhr

Neues Jahr, neue Chancen

von: Ryan

Lang nix geschrieben - eigentlich wollte ich schon früher, kam aber nicht dazu oder dieses manchmal unlogische Portal hat mir den Eintrag gefressen.

Ja, viel geschehen. Die Euphorie um meine Person bei den Azubis hat nachgelassen. Die Euphorie um meine Person bei meinen Freunden dafür zugenommen. Nachdem ich jetzt fast 8 Wochen kaum jemanden gesehen hab (natürlich telefoniert man, aber selbst das hatte stark abgenommen) , war ich innerlich schon verzweifelt. Man fühlt sich als hätte man keine Freunde - und jetzt bin ich dies Wochenende gleich doppelt und dreifach verabredet. Finde ich gut. Schön, so muss das sein.

Ziwschendurch hatte ich wieder eine sehr nachdenklich, fast trübsinnige Phase, in der ich will nachgegrübelt habe und mich zeitweise in fast panische Angst reingesteigert hab. Grade in der Zeit als mein Kollege gestorben ist und ich mir wieder super viele Gedanken über Leben und Sterben gemacht hab. Das hatte mich mehr mitgenommen als ich selber gemerkt hab. Aber was hab ich gelernt? Ich bin Herr über meine Gedanken. Also habe ich ganz aktiv beschlossen mir im Moment keine Gedanken mehr dazu zu machen.  Das hört sich jetzt so einfach an, aber ich hab ein paar Tage gebraucht bis ich das verinnerlicht hatte. Steffi hatte sich schon wirklich Sorgen gemacht, weil ich versucht hab meine Panik in Rotwein zu ertränken. Ja, ich muss mittlerweile zugeben, mein Trinkverhalten ist problematisch. Ich trinke nicht tagsüber und auch nicht morgens oder so, und ich wache morgens nicht mit zitternden Händen auf oder hab jemals gehört, dass ich morgens nach Alkohol rieche. Aber ich trinke, wenn ich eine problematische Phase durchmache und das alleine macht mir schon Sorgen. Wenn ich panisch bin oder merke, dass ich es werde, trinke ich oder auch ganz klassisch: wenn ich nicht schlafen kann ein halbes Glas Wein. Ich muss damit echt aufhören.

Sonst so, ich versetzt. Ja, man mag es kaum glauben, ich hab einen neuen Arbeitsplatz. Nicht meine Traumstation aber es ist was anderes. Aufregend auf jeden Fall. Soweit sind alle Kolleginnen nett, aber anders. Auf meiner alten Station war ich der Vorlauteste, jetzt übertönen mich mindestens drei andere Mädels, weil (man mag es kaum glauben), sie einfach lauter sind als ich, also in ihrer Art. Es ist soweit spannend, ist ja auch ein ganz neues Fachgebiet, aber nicht mein Lieblingsgebiet - aber ich hab Spaß im Moment. Das Problem ist eher, die Station und die Abläufe ist so durchstrukturiert, dass man nix falsch machen kann, aber auch nicht selber denken muss. Ich glaube, das wird sehr schnell langweilig. Aber im Moment bin ich der Neue und werde natürlich nicht laut verkünden, dass mich diese Arbeit unterfordern wird. Schön ist: ich hab immer pünktlich Feierabend. Ich bin ganz anderen Arbeitsaufwand gewöhnt und dementsprechend bin ich natürlich schnell fertig mit meinem Kram.

Seitdem ich jetzt den neuen Arbeitsplatz hab, bin ich plötzlich so süchtig nach "Neuem". Vielleicht liegt´s am Schlafmangel - ich hab in den letzten Frühdiensten so schlecht geschlafen, vielleicht durch den ganzen Input oder die Aufregung mit neuen Leuten zu arbeiten. Eigentlich bin ich ein Gewohnheitstier. Ich finde Veränderungen beängstigend oder reissen mich aus meiner gewohnten Sicherheit. Und jetzt will ich alles Neu - außer die Verlobte, keine Sorge. Wie erkläre ich das? Ich war letzte Woche beim Friseur und eigentlich hab so meine Standartfrisur und ärger mich irre, wenn die Friseurin das nicht so hinbekommt wie vorher war. Und nun saß ich letzte Woche beim Friseur, die Frau hinter mir wuselt in meinen Haaren rum und sagt sowas wie: "Ich schneid mal bisschen mehr ab." und ich entspannt: "Jo, mach mal" und das tat sie dann auch ... zuhause hatte ich dann erstmal ´nen halben Herzinfarkt, weil ich so anders aussah.

Oder anderes Beispiel. Ich bin eigentlich sehr knauserig mit dem Geld, oder um es höflicher auszudrücken: ich bin schon sparsam und gucke, was ich brauche und was eben nicht. Aber diese Woche hab ich meinen halben Kleiderschrank in die Altkleiderkiste geschmissen und mir neue Klamotten gekauft. Und der Zahnarztphobiker hat einen Zahnarzttermin. Man mag es kaum glauben.

Und ich hab´s endlich geschafft: ich hab ja schon lange vor mir weitere Tattoos stechen zu lassen. Nun ist mein Bruder ja Tätowierer, aber ich hab ´ne Abneigung davor, dass er mir abends aufm Sofa mal eben den Arm zutackert. Und was ich natürlich nicht sage: es gibt Bessere.  Aber für die Vorbesprechung hab ich jetzt auch ´nen Termin und wenn alles gut läuft hab ich im Sommer bereits den Arm voll.

Beim Schreiben frage ich mich grade, ob ich einen manischen Schub hab. Ich schaffe im Moment soviel mehr als sonst. Im Dezember hab ich wieder angefangen zu lesen, mache ich sonst auch eher selten, aber ich versuche täglich ein paar Seiten zu schaffen und hab jetzt innerhalb von einem Monat das dritte dicke Buch in der Hand. Thema "Alles neu" ich hab angefangen Fanatasyromane zu lesen. Eigentlich bin ich ganz weit weg von Nerd-Sein, ich hab auch nur ´ne blasse Vorstellung wie Elfen aussehen sollen, weil ich wie Milliarden anderer Menschen Herr der Ringe im Kino gesehen hab. Doch jetzt lese ich einen Roman, wo nur Elfen mitspielen. 

Solange neue Büchergenres und neue Klamotten mein einziges Problem sind, ist alles noch ganz in Ordnung. Aber heute Vormittag war ich mit einer Freundin unterwegs, die im Tierheim mit den Hunden Gassi-geht und ich komm regelmässig mal mit und begleite sie - und musste mich doch arg zusammenreissen keinen Hund mitzunehmen. Die Vorstellung ein Herrchen zu sein, war einfach extrem verlockend.

Was aber noch viel schlimmer ist - und ich muss echt auf mich aufpassen, wenn ich so euphorisch teils manisch durch die Welt laufe und alles neu und anders haben will, und mir wirklich plötzlich alles vorstellen kann - Thema Babys. Normaler Weise bin ich ja der abgeklärte Typ: Babys machen Arbeit, das wird eine sehr einschneidende Veränderung, lieber nochmal 2-3 Jahre Feier und Ausschlafen bis es richtig los geht. Generell will ich Kinder, Steffi und ich reden auch häufig darüber. Ich fang nicht an zu quitschen, wenn ich ein Baby sehe und brabbel unverständliches Zeug, ich find´s auch nicht süß, wenn sie mich ansabbern, aber generell sind Kinder schon cool. Steffi ist auch keine Frau, die bei Kleinkindern völlig abrastet, eher die hinter vorgehaltener Hand sagt: "Ich hab schon hübschere Kinder gesehen". Meine jüngste Nichte ist ja auch schon Dauergast bei uns in der Wohnung, grade wenn meine Schwägerin und mein Bruder arbeiten müssen, aber die ist auch schon so groß und wird dieses Jahr schon 6, kann beim Tisch abräumen helfen, kann ihren Namen schreiben und ganze Märchen nacherzählen. Und was ich viel cooler finde, sie hat eine komplett eigene Meinung. Ja, ich muss stolz sagen, Steffi und ich gehören in den kleinen Kreis engerer Bezugspersonen für sie.

Worauf wollte ich jetzt hinaus? Ach ja, selber Kinder - also obwohl wir nie die Kinderfanatiker waren oder sind, wollen Steffi und ich auch Kinder und nicht grad wenige. Steffi und ich sind beide mit 4 Geschwistern aufgewachsen und so um den Dreh stell ich mir das auch vor. Auf 4 Kinder haben wir uns jetzt geeinigt, natürlich wenn alles gut läuft - ja, da haben wir uns einiges vorgenommen für die Zukunft. Hört sich jetzt kitschig an, aber ich weiss auch schon wie mein erster Sohn heissen soll. Bislang hatte ich aber noch nicht das Bedürfnis Vater zu werden, sondern die ganze Kiste noch vor mir herzuschieben. 

Im Moment hab ich aber eine Phase, in der das anders ist. Irgendwie hab ich das Bedürfnis genau jetzt ein Kind mit Steffi zu bekommen. Ich weiss nicht woran´s liegt, es ist auch nicht nur die Vorstellung oder der Zukunftstraum einer harmonischen kleinen Familie. Ich kenn das so von mir gar nicht. Können nur Frauen einen starken Kinderwunsch haben? Sicherlich isser bei mir nicht halb so ausgeprägt wie eine Frau das empfinden kann, aber wesentlich ausgeprägter als ich es in meinem ganzen Leben vorher kannte. Ich frag mich sogar, ob meine biologische Uhr mir was sagen will. Oder ob ich vielleicht einfach grad so glücklich und gefestigt in meiner Beziehung bin, dass das der nächste Schritt wäre. Was ich für wahrscheinlicher halte: weil´s grad nicht geht. Steffi hat grade erst angefangen mit ihrer Fachausbildung, die dauert 2 Jahre und in der Zeit geht´s einfach nicht.

Also ist wenigstens einer von uns beiden grade vernünftigt. Das war auch der einzige Gedanke, der mich heute daran gehindert hat eine Hund aus´m Tierheim mitzubringen, nämlich das Steffi als vernünftiger Part unserer Beziehung zuhause zurecht so dermaßen ausrastet, wie wahrscheinlich noch nie ein Mensch auf dieser Erde ausgerastet ist, wenn ich ohne was abzusprechen ´nen Hund anschleppe.