Boys don´t cry

27.03.2007 um 21:18 Uhr

Analyse des Beziehungsverhaltens

von: Ryan

Ich hab endlich einen freien Tag und irgendwie hab ich nichts sinnvolles gemacht - ich hab´s zwar endlich geschafft meine Fenster zu putzen, aber mehr als Telefonieren, kurz duschen und Unmengen Kinderschokolade zu essen war heute dann auch nicht drin. Und natürlich Fernsehen ohne Ende - Dr. Quinn, Rosanne, MTV, Viva, Das Familiengericht und was das Mittagsprogramm noch alles zu bieten hat. Und das bei diesem großartigen Wetter.

Ich schwelge in Gedanken an die eine Frau, wie oft wir uns schon getroffen haben, was wir alles erlebt haben: Wir haben an der Alster Sterne anschauen wollen, allerdings die Lichtkuppe über Hamburg vergessen, also haben wir nur die Alster angeschaut und Bier getrunken - wie wir in irgendeiner schäbigen St. Pauli Kneipe versackt sind und die einzigen beiden waren, die getanzt haben, sie kann toll tanzen - wie ich an ihrer Schulter Rotz und Wasser geheult habe, als der Mann mit dem komischen Namen mich verlassen hat.

Und ich merke, wie sehr ich es vermisse jemand bei mir zu haben. Mit jemanden Händchen zu halten, auch mitreden zu können wenn man über die Macken seiner Partner diskutiert, von der Arbeit abgeholt zu werden - ich versinke schon wieder in Sehnsucht. Ich weiss nicht mal, ob ich überhaupt noch beziehungstauglich wäre, jetzt wo ich so lange allein war. Oder ob ich mit 22 nicht einfach zu jung bin, ne längere, ernsthafte Beziehung mit nem ganz tollen Menschen einzugehen. Ich halte mich selbst ja für ne Zumutung. Meine Exfreundin muss mich auch furchtbar geliebt haben, dass sie es so lange mit mir und meinen Macken ausgehalten hat. Ich selbst bin ja nen recht umgänglicher Mensch, aber intensiv kennen gelernt bin ich schon ziemlich schwierig, neurotisch und krank. Mit Maike hatte ich allerdings schlimmere Phasen - denke ich. Da bin ich ja teilweise 3 Tage am Stück nicht mehr ausm Bett gekommen und die Geschichte mit meinem selbstverletztenden Verhalten war auch ne ganze Ecke schlimmer. Dafür hab ich damals nicht gekotzt, aber hab auch dauernd Sätze gesagt wie: "Ich bin so fett, ich kann nicht auf diese Party heute abend!"

Und sie hat auch ein paar Mal gesagt, dass sie sich neben mir hilflos fühlen würde, weil sie sähe wie schlecht es mir ginge, wie ich mich im Kreis drehe aber sie mir nicht helfen kann daraus zu kommen. Was auch irgendwie richtig ist, ich muss das selbst schaffen. Und wenn ich an sowas denke, glaube ich, dass es vielleicht besser ist alleine zu sein. Aber irgendwas muss ich ja auch geben können, sonst hätte meine Beziehung nicht fast 3 Jahre lang gehalten.


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