Boys don´t cry

25.05.2013 um 16:47 Uhr

Bei dem Wetter kann man auch früh ins Bett gehen

von: Ryan

Das Wetter ist grotten schlecht, es regnet gefühlt ununterbrochen - heute morgen um halb sechs war es mal kurz schön. Der Tag hatte Potential, aber davon ist nichts mehr übrig. Nur graue Suppe draussen und Regen. Und natürlich ist das Wochenende arbeiten an mir hängen geblieben. Unterbewusst schone ich die schwangere Mitarbeiterin und eine andere Kollegin ist am Wochenende auf einer Hochzeit. Dann noch die beiden, die eh schon arbeiten und dann blieb es bei mir hängen. Und wenn ich noch ganz großes Glück hab, darf ich Anfang der Woche nochmal zwei Schichten einspringen und hab dann erst wieder nächstes Wochenende frei. Und wenn da mal wieder nix dazwischen kommt ... langsam wird´s echt viel. Erst die sechs Nachtdienste, ein Tag frei und dann 8 Tagdienste. Und davor hatte ich ja auch kaum mal zwei Tage am Stück frei. Kaum beschwere ich mich, kommt von Steffi: "Ich muss auch immer soviel arbeiten!" - "Nee Mäuschen, du hattest grad 4 Tage frei!" - "Aber davor hab ich viel gearbeitet!" - "Wieviele Überstunden hast du?" - "Total viele, 35 Stunden!" - "Ich hab 140." Tendenz steigend.

Ich muss aber zugeben, nachdem ich einen Tag meine Station "aufgeräumt" hab und den Stationen ihre super aufwändigen Patienten zurück gegeben hab, ist der Arbeitsaufwand wieder geringer - soll auch, wegen den IMC-Betten - die sind auch noch leer im Moment, also hab ich mit der Schülerin heute effektiv in unseren 8 Stunden vielleicht 4 gearbeitet. Den Rest der Zeit haben wir gegessen oder uns unterhalten. Und das lag nicht daran, dass wir unfleissig waren, ganz im Gegenteil. Aber dann hatten wir Vormittags so einen Leerlauf, dass ich so runterfahren bin, dass ich mittags vor Müdigkeit kaum noch die Augen offen halten konnte. Frühdienst ist eh nicht meine Welt. Um halb 5 aufstehen und dann völlig gerädert durch den Tag. Und das obwohl ich gestern um halb neun im Bett war. Man stelle sich das nur mal vor, um halb neun aufm Freitag Abend ins Bett. Bei Facebook die Partybilder der Freunde und selbst gehst du ins Bett noch bevor es dunkel wird.

Naja, ich verpasse ja auch nix. Wenn schönstes Wetter und Sonnenschein wäre und alle im Stadtpark abhängen würde, wäre ich richtig sauer. So gehe ich halt zwar resigniert zur Arbeit, aber hab die Hoffnung, dass ich bei schönen Wetter frei hab. Hoffnung haben darf man ja immer.

Gestern war unser Jahrestag - sechs volle Jahre halten wir es schon miteinander aus. Aber anstatt das groß und dick zu feiern, haben wir nur vorm Fernseher gegessen und Steffi ist aufm Sofa eingeschlafen, kurz nachdem sie ihren Teller weggestellt hatte. Das hasse ich so an meinem Job, man ist dauernd müde. Ist bestimmt auch nicht gesund dieses unregelmäßige Schlafen. 

Im Moment lese ich (ich versuche es zumindest, meistens fallen mir nach drei Seiten die Augen zu) "High Fidelity" von Nick Hornby. Ich dachte, im Moment sei leichte Kost ganz gut - und da ich den Film schon kenne, verpasse ich auch nix, wenn ich beim Lesen einschlafe. Und ich mag wie Nick Hornby schreibt. Meine eigenen Projekte krieg ich grad gar nicht auf die Kette. Alleine für diese paar Zeilen hab ich jetzt gefühlte fünf Stunden gebraucht.

 

 


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