Boys don´t cry

02.11.2008 um 04:29 Uhr

Berlin, Papas, Onkels, Schatzis und sonst so

von: Ryan

Ich stehe dem ersten gemeinsamen Urlaub mit meiner Freundin bevor. Wir haben ja schon viel unternommen, und wir waren im letzten Urlaub auf Usedom ... gut, meine Freundin kommt von der Insel und dementsprechend hatten wir echt oft ihre Eltern um uns herum. Und von dem Urlaub, wo sich unter super geiles Wellness-Hotel als Dorfkneipe entpuppt hat ... davon reden wir nicht.

Diesmal wird es besser. Also Montag früh gehts los ... nicht mal so weiter weg. Einfach nur nach Berlin - die Stadt angucken. Ich war das letzte mal vor ... grübel ... vielleicht ... 7 Jahren in Berlin. Diese obligatorische Studienfahrt, die alle deutschen Schüler hinter sich bringen müssen. Damals ... es war halt ne Klassenfahrt ... hab ich nicht viel von Berlin gesehen, außer eben die langweiligen Teile, die man als Schulklasse eben so hinter sich bringen muss. Aber das ist Berlin! Ne geile Stadt mit super Flair, und ich will schon länger mal nach Berlin. Und da meine Herzallerliebste dort Freunde hat, liess sie sich überreden.

Gut, ich muss zugeben ... nicht nur wegen der Stadt. Nee ... mein Vater hat mir erzählt, dass er diesen Monat ne Woche in Deutschland ist ... zufällig ... in Berlin ... ZUFÄLLIG bin ich jetzt auch in der Woche in Berlin. Er weiss es schon, und er freut sich - sagt er. Und ich denke, egal wie unzuverlässig der scheiss Kerl ist, von dem ich meine Gene hab, aber aufm Bier werd ich ihn wohl zu fassen kriegen. Ich hab meinen Vater ewig nicht gesehen. Vier Jahre sicherlich. Öfter mal telefoniert, aber eben nicht GESEHEN.

Und was auch noch großartig ist: Mein Patenonkel kommt mit, der beste Freund meines Vaters, den ich auch sehr, sehr mag. Bei meinem Patenonkel hab ich damals, als ich das Austauschjahr in Amerika gemacht hab mit 17, gewohnt und hab ihm sicherlich auch zum eine oder andere graue Haar verholfen, weil ich in dem Alter echt schwierig war. Und er war damals echt wie ein Vater - total liebevoller Mensch so alla: "Egal, du lebst bei uns, du bist eins von meinen Kindern und ich behandele dich auch so." Und ganz ehrlich: Nachdem ich nach dem Jahr nach Deutschland zurück kam, merkte ich erst, dass in meiner eigenen Familien einiges nicht so läuft wie es laufen könnte ... weil ich in dem Jahr ne ganz großartige Familie erfahren habe.

Meine Euphorie ist mal wieder groß und ich laufe Gefahr tief enttäuscht zu werden, weil ich mir höchst wahrscheinlich was ganz anderes erwarte, als ich erleben werde - wie so oft. Aber ich glaube, es wird großartig diese beiden Menschen endlich wieder zu sehen. Und natürlich auch, dass meine Freundin die beiden endlich live kennen lernt.

Steffi bedeutet mir so viel und es ist was Besonderes, wenn sie auch den Rest meiner Familie kennen lernt, bzw. Menschen, die für mich eine besondere Bedeutung haben. Ich will dass sie alles von mir weiss. Es ist schon verrückt wie sehr ich sie liebe. Das war in meiner anderen langen Beziehung irgendwie nicht so. Ich hatte immer im Hinterkopf, dass das was wir hatten, irgendwann mal ein Ende haben würde. Ich wusste es irgendwie, auch wenn ich es nicht wollte, aber irgendwie wusste ich es. Intuitiv? Keine Ahnung. Ich habe diese Frau sehr geliebt, ich hab gelitten bei der Trennung, aber ich wusste es irgendwie. So ein Gefühl, ich kanns kaum näher beschreiben. Bei Steffi ist das anders. Sie ist ein toller Mensch und ich kann mir so viel mit ihr vorstellen. Wir sind wirklich gute Freunde, wir können albern sein, wir können ernst reden, wir geben uns gegenseitig Freiraum, Verständnis, Toleranz und lieben uns trotzdem wie Hölle. Und selbst wenn ich wen sehe oder whatever, den/die ich sehr attraktiv finde - vielleicht sogar attraktiver als meine Freundin - kommt mir der Gedanke: Aber Steffi kann dir viel mehr geben, das isses nicht wert. Und so stelle ich mir Liebe vor. Und es fühlt sich großartig an. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, in so kleinen unscheinbaren Momenten, in denen sie sich süß verhält oder etwas sagt, was ich toll finde, hab ich das Gefühl, ich würde mich neu in sie verlieben. Jedes Mal wieder.

Um so mehr freut es mich, dass Steffi auch gespannt ist auf zwei Menschen, die in meinem Leben ne große Rolle spielen. Meine Mama und meine Geschwister kennt Steffi ja mittlerweile zur Genüge, aber meinen Vater kennt sie nur von Fotos und meinen Erzählungen. Und nun kann sie sich ihr eigenes Bild machen.

Problem - aber das wird witzig, denke ich: Steffi spricht kaum Englisch. Ihr letzter Englisch-Unterricht war vor 8 Jahren. Mein Vater und mein Onkel sprechen beide nur sehr gebrochen wenige Worte Deutsch - mein Vater hat das wenige Deutsch von meiner Mama gelernt als sie damals vor 25 Jahren ne Affäre hatten und mich zeugten (und da haben die nicht wirklich viel geredet) - mein Onkel ist der Sohn eines amerikanischen Soldaten, der ein Jahr lang mit seiner Familie in Deutschland stationiert war (meine Onkel damals 5 Jahre alt) - naja, ich bin mal gespannt wie das abläuft - ob ich übersetzen darf oder ob das nonverbal auch gut funktioniert. Auf jeden Fall wird es aufregend. Und ich freu mich drauf. Großes Treffen geplant - wie sollte es auch sein - im Hard Rock Cafe.

Also nicht böse sein, wenn ich ne Woche lang nicht schreibe - wir fahren nach Berlin!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenKrissi schreibt am 02.11.2008 um 14:41 Uhr:Na dann wünsch ich dir viel Spaß in "meiner" Stadt ;)
    Und dass das Treffen mit deinem Vater mit weniger Enttäuschungen behaftet ist, als du dir ausmalst!

    Liebe Grüße und viel Spaß :)
  2. zitierenClarice schreibt am 03.11.2008 um 10:15 Uhr:wünsch euch ganz viel spaß und drück dir die daumen, dass euer treffen so verläuft wie du es dir wünscht... wird schon klappen
  3. zitierenSuperschalker schreibt am 03.11.2008 um 18:28 Uhr:Berlin ist toll und immer eine Reise wert.

    Viel Spaß!
  4. zitierenMarlies schreibt am 04.11.2008 um 12:26 Uhr:Ich wünsch euch auch eine tolle Zeit in Berlin - vor allem auch mit deinem Dad & Patenonkel! War erst letzte Woche wieder dort und vermisse die Stadt jetzt schon.

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