Boys don´t cry

05.08.2007 um 01:38 Uhr

Das alltägliche Leben eben

von: Ryan

Hey ho,

 von mir gibt´s eigentlich nicht. Ich putze an meinem freien Tag und versuche Dinge zu tun, die man so tut, wenn man lange nicht mehr frei hatte, sprich: Wohnung aufräumen und putzen (das ist mittlerweile ein Großprojekt), die Stunden am neuen PC geniessen (joah, hab ich auch gut geschafft, werde ich morgen ausbauen), treffen und kochen für die Freundin - sie hat sich im übrigen sehr gefreut. Obwohl sie arbeiten musste an diesemn Wochenende (seltsamer Weise haben wir unsere Arbeitswochenenden immer versetzt - ich frei, sie arbeiten, sie frei, ich arbeiten) - aber sie hat sich sehr über Putenbrust mit Salat und Pellkartoffeln gefreut.

Zur Beziehung: Wir sind immer noch glücklich miteinander - es ist unglaublich, dass eine Frau alleine mich so glücklich und zufrieden stimmen kann. Selbst wenn ich unzufrieden bin - neulich hat ne Kollegin, die ich nicht ab kann, den Arbeitsplatz gekriegt, um den ich mich beworben hab - und ich gezehtert und gemault und geschimpft - und meine Freundin nur: "Warum regst du dich darüber so auf? Das würde ja nur heissen, dass du dich über XY aufregst und über die aufregen lohnt sich doch gar nicht. Was bringt es dich weiter in deinem Leben? Gar nicht, also lass es." - und - verdammt - sie hat recht. Sie hat so recht, und alleine für diese Erkenntnisse, könnte ich sie knutschen - und ich bin dankbar mit ihr zusammen sein zu dürfen. Sie ist ein großartiger Mensch - und alles ist einfach viel besser, wenn ich mit ihr zusammen bin - so soll es sein. Genau so. Genau sowas hab ich mir immer gewünscht.

Ich dachte lange, irgendwo ist da doch nen Harken. Alles kann nicht toll sein in einer Beziehung. Aber ... wenn ich so Resume ziehe ... wir verstehen uns großartig. Wir können rumalbern. Sie versteht sofort, wenn ich ernst werde und sie versteht auch, wenn ich ihr was ernstes erzähle - slebst, wenn sie das nicht nachvollziehen kann sagt sie so Dinge wie: "Ich kann das zwar nicht verstehen, aber ich weiss was du meinst." - das ist großartig - einfach großartig - und sie macht sich im Nachhinein auch Gedanken und sagt mir ihr Fazit dazu. Ich kann mit ihr Spaß haben - wir machen viel miteinander. Neulich hatten wir nen Tag zusammen frei und wir lagen nicht nur einfach im Bett, sondern irgendwann sagte ich: "Ich würd gerne nochmal rausgehen." und wir sind einfach nur spazieren gegangen, haben nen Eis gegessen, weiter spazieren und haben dann noch nen Cocktail getrunken, um dann wieder bei mir im Bett zu landen, aber es war zu keinem Zeitpunkt langweilig - gar nicht. Sie ist schon wirklich extrem toll - es wird echt nie langweilig mit ihr - ich bin auch nie genervt von ihr, wie von sovielen anderen Menschen auf dieser Welt, was mir leid tut, aber ... bei ihr ist das nie so.

Und ich mag, wie sie mich mag - wie sie ihren Arm um meine Hüfte legt, wenn ich sie beim Spazieren gehen in den Arm nehmen - ich liebe es. In diesem Bereich meines Lebens ist endlich mal alles perfekt. Großartige Freundin - meine Freundin - ich bin echt stolz drauf.

Wenn sie nur keine Arbeitskollegin wäre - mittlerweile hat sich das aber auch eingependelt - wenn wir uns im Krankenhaus sehen, schaltet mein Kopf sofort um von "Mein Schatz" auf "Arbeitskollegin" - neulich hab ich von der Intensivstation nen Patienten gebracht und hab Steffi sehr kompetent ne Übergabe zu dem Patienten gemacht, wo sie in dem Moment dachte: "Isser sauer auf mich?" und ich dachte: "Ich muss gleich wieder auf die Intemsiv, ich sag ihr nur fix die wichtigsten Sachen zu dem Patienten." Kein: "Oh Schatz, wie schön, dass du Dienst hast, ich hab dich sooo lieb." sonder: "Pat. Xy hat ne COPD, 2 Liter Sauerstoff verträgt er, bei 6 Litern isser uns vor 3 Tagen in ne CO2 Nakose gefallen ... usw." - aber ich finde (und Steffi findet das nach nem Gespräch auch), dass wir WENN wir zusammen arbeiten unsere Beziehung aufs berufliche beschränken müssen - aber das sehe ich soweit keine Probleme.

Und sonst so durchforste ich Windows Vista, vergesse mal wieder zu essen und schlafe zu lange. Montag wieder Frühdienst auf der Intensivstation - meine neue Berufung. Diese Intensivmedizinische Pflege ist so geil ... ich bin absolut begeistert. Ich hab schon diverse BGAs abgenommen, ZVKs gezogen, beim Legen eines ZVKs assistiert ... es ist einfach ne völlig andere Art von Pflege, und es ist geil - selbst 3 Reanimationen hatten wir schon alla Emergency Room - gut, die Reas waren nicht so geil und ich war ziemlich fertig, aber ich bin mir jetzt noch mehr sicher, dass meine berufliche Zukunft irgendwo zwischen Notfall- und Intensivmedizin liegen wird.

Intensivfachpfleger Ryan - das wäre schon sehr, sehr geil. Meine Freundin will ja eher in den psychiatrischen Bereich - aber das kann sie gerne machen. Aber ... Intensivstationspfleger Ryan ... boah, das wäre zu geil.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenSchussel schreibt am 06.08.2007 um 10:00 Uhr:Siehst du Ryan....da hat jemand im Vorfeld deine Qualitäten erkannt und dich somit für die Intensiv "nagefordert". Wäre doch auch zu schade, wenn du dein Potenzial woanders "verschenken" würdest!
    Euer Umgang im Krankenhaus kann nicht besser sein! Denn so bietet ihr beiden keinerlei Angriffsfläche (sollte eure Bezeihung irgendwann Publik werden).
    Suche nicht nach einem Haken zwischen Steffie und dir, genieße es einfach mit vollen Zügen!!!! Manchmal gibt es halt Situationen, die sind so unsagbar schön und unfassbar zugleich (nach dem Motto: Ist es wirklich wahr???). Sie ist die richtige für dich!!!!

    Lieben Gruß,
    Sarah

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