Boys don´t cry

07.05.2006 um 01:56 Uhr

Ein Samstag

von: Ryan

Mein Tag war irgendwie nicht so großartig obwohl ich heute frei hatte. Ich hab ausgeschlafen bis 10.00, hab dann Wäsche gewaschen, Bad und Küche grundlegend geputzt – das alles in meinen Schlafklamotten – ich hatte so keinen Bock mich anzuziehen. Irgendwann war ich einkaufen – natürlich nicht in meinen Schlafklamotten aber irgendwie auch in absoluten schlumpfigen Klamotten, unrasiert und mit ungewaschenen Haaren – egal, Cap drüber. Ich will ja nicht die Frau fürs Leben bei Aldi suchen.

Und es haben sogar Leute gewagt mich zu nerven, ich hab natürlich einen unserer Patienten getroffen. Rudi, geistig behindert aber noch nicht so behindert, dass er nicht alleine einkaufen dürfte

"Hallo Pfleger Ryan, was machst du denn hier?" – "Ach Rudi, ich guck mir nur die Sachen hier so an ..." – "Ja ich auch, Pfleger Ryan, du hast ja gar nicht die weissen Sachen wie im Krankenhaus an." – "Tja, Rudi, soll vorkommen."

Behinderte sind seltsam, sie kriegens nicht mal hin sich alleine nen Brot zu schmieren, aber merken sich sämtliche Namen von Krankenschwestern und Pflegern, mit denen sie irgendwann mal irgendwas zu tun hatten.

Um 16.00 war mir so langweilig, dass ich mich wieder ins Bett geschmissen hab. Und irgendwann am Abend war ich dann mit meiner besten Freundin aufm Hafengeburtstag. Ganz Hamburg dreht am Rad bei solchen Veranstaltungen.

Völlig überfüllte Bahnen, Menschenmassen in denen man 10 Meter in 5 Stunden zurück legen kann und irgendwie viel zu viele Fressbuden. Ich bin bei den Schmalzkuchen schwach geworden, obwohl ich eh schon wieder viel zu fett bin. 2 kg zugenommen in meinen freien Tagen – großartig.

Und ich hab die Queen Mary endlich gesehen. Aufm Rückweg sind wir übern Kiez gegangen in der Hoffnung, dass dort die Bahnen weniger voll sind. Dann ist mir aufgefallen, dass man Bruder ja heute Geburtstag hat. Also Abstecher in seine Kneipe gemacht (wer nichts wird, wird Wirt), die war natürlich knalle voll weil Chef Geburtstag hat.

Als kleiner Bruder hab ich ihm natürlich ne Tüte Schmalzkuchen mitgebracht und er lallte etwas angetrunken, gestresst und überglücklich, dass das so ein tolles Geburtstagsgeschenk sei und er mich so lieb hat und wir haben erst mal zwei gratis Becks vorgesetzt bekommen. Und wer war da noch? Mein tätowierter Bruder und Mamas Vorzeigesohn von Anwalt, auch beide ziemlich angeheitert.

"Nächstes Jahr nehmen wir unsere Schwester mit!"

Wo wir bei Schwester sind – das kleine Miststück ist mittlerweile genauso groß wie ich.

Wir waren irgendwie zu müde um jetzt noch großartig mitzufeiern und haben uns auf den harten und beschwerlichen Heimweg gemacht. Und jetzt sitz ich hier und schieb schon wieder Kohldampf.


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