Boys don´t cry

16.12.2005 um 20:44 Uhr

Hetero und männlich, blass und arm, weil wir bleiben wie wir warn

von: Ryan

Musik: Kettcar - 48 Stunden

Mir fällt die Decke auf den Kopf. Mein Mitbewohner ist nicht da. Irgendwie sind alle verplant für heute Abend, und wirklich Motivation mich nochmal loszumachen hab ich auch nicht.

Ich hab zuviel Zeit und zuviel Langeweile. Ich bin unzufrieden mit mir und meinem Gewicht. Ich hab mir einen Fressanfall "erlaubt" und dann gekotzt. Ne Stunde später hatte ich wieder so einen Kohldampf, dass gleich noch ein zweiter folgte.

Und nun fühle ich mich kaputt vom kotzen, meine Augen sind angeschwollen, mein Hals brennt, mein Magen grummelt, unangenehmer Druck im Kopf.

Ich hab überlegt warum ich das mache. Ich bin eigentlich ganz glücklich. Ich hab eigentlich alles andere sehr gut im Griff. Meine Wohnung ist super, ich bin in letzter Zeit eigentlich nur noch gut drauf, kann einsame Abende auf dem Sofa gut alleine geniessen. Von meinen Mitmenschen bekomme ich nur positive Reaktionen. Ich bin beliebt, man lacht über meine Witze, ich verstehe mich mit allem und jedem sehr gut, ich hab immer was zu erzählen ... ich bin gut auf der Arbeit, ich hab letzte Woche ein wahnsinnig gutes Zeugnis ausgestellt bekommen. Selbst meine Lehrerin meinte verblüfft, das wäre in Noten ausgeschrieben ne 1+++. Mir fällt das Lernen leicht - ich brauch mich eigentlich nicht beschweren.

Ich hab keine Probleme Menschen kennen zu lernen, ich kann Menschen von mir begeistern (wären sie wahrscheinlich weniger, wenn sie diesen Abend mitgemacht hätten).

Und trotzdem kann ich heute nicht mit mir alleine sein. Mir fällt wirklich die Decke aufm Kopf. Das Fernsehprogramm ist mittelmäßig, ich halts auch irgendwie vorm Fernseher nicht lange aus.

Ich mag niemanden anrufen, irgendwie mag ich nicht reden. Heute ist ein Tag, an dem ich meine Exfreundin vermisse. Einfach jemand, der da ist, dem man nichts großartig erklären muss, der einen in den Arm nimmt. Einfach nur aufm Sofa kuscheln und es ist einfach okay, dass derjenige weiss, dass ich heute mal nicht das blühende Leben bin und vielleicht sogar im Laufe des Abends anfange zu heulen oder sowas. Keine Ahnung.

Ich versuch irgendwie das Beste draus zu machen. Schlafhose, Plüschhausschuhe, Duftlampe, mein Sofa mit den tausend Kissen und meiner Decke, unter der ich mich jedes mal eingekuschelt wie ein Kleinkind fühle. Ja ich bin heute irgendwie sehr klein und liebebedürftig.

Es ist anstrengend erwachsen zu sein, auch wenn ich das die meiste Zeit gut hinkriege.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenverdammt schreibt am 16.12.2005 um 22:33 Uhr:ach ja... ich hätte auch gerne wen, der einfach im rchtigen moment da ist und weiß, ws zu tun ist. Verkriechen würde ich mich auch gerne, ist bei mir aber gar nicht einfach, ich wünsch mir eher mehr zeit allein. Mach das
  2. zitierenMascha schreibt am 17.12.2005 um 08:50 Uhr:In meinem einsamen Zimmer ist es Vanilleduft und auch so viel weiche Decken und puschelige Kleidung, um mir selbst Geborgenheit zu geben. Lieber hätte ich sie mit einem Menschen.
  3. zitierenFlumi schreibt am 17.12.2005 um 10:59 Uhr:Schön, Dich gestern noch *getroffen* zu haben..... Vielleicht war\'s ein bisschen späte Abwechslung? Hope so!

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