Boys don´t cry

27.06.2013 um 22:20 Uhr

Kleine und große Wehwehchens

von: Ryan

Musik: Rammstein

Man, mir gehts gar nicht so gut, ich glaub ich bekomme in just diesem Moment Schüttelfrost. Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, es ist ätzend. Ich fühle mich total matt und erschöpft, obwohl auf Arbeit echt nix war. Eigentlich war ich nur zur Dekoration da. Ich bin so froh, dass ich morgen ´nen Tag frei hab - vielleicht kann ich morgen meinen Schnupfen auskurieren. Jochbein gebrochen - ja ist scheiße, aber krank schreiben lass ich mich damit nicht. Sieht halt nur doof aus, vor allem weil der blaue Fleck jetzt in die Wange gewandert ist. Nur Schlafen ist grad echt doof. Sobald ich mich auf die Seite drehe, wach ich auf, weil´s wehtut. Zudem sagte Steffi, ich würde die ganze Nacht husten, wach dann auf, weil meine Nase zu ist - es macht keinen Spaß, ich hab so keinen Bock mehr und bin so angenervt ... ich hab mir jetzt erstmal nen großen Gin Tonic gemacht.

Ich muss mal gucken, ob ich mich an die Stichpunkte von gestern halte - gestern Abend war ich auch so fertig nach der Arbeit, dass ich kaum klar denken konnte. Dann saß Steffi dauernd neben mir und hat mich zugesülzt - sie hat Urlaub und langweilt sich, unterhält sich den ganzen Tag mit niemanden und möchte dann, wenn ich abends nach Hause komme Konversation machen. Ich hingegen hab den ganzen Tag schon nonstop geredet und will nur meine Ruhe. Steffi ist jetzt heute mittag zu ihren Eltern gefahren - mit Technotyp. Kommen ja aus dem gleichen Dorf und wollten Sprit sparen. Ich bin begeistert (*hust*Ironie). Technotyp und Steffi zusammen und nicht mal im gleichen Bundesland wie ich. ich hab wahnsinnig gute Laune.

Wobei ich nicht so laut toddern sollte.  Zum einen ist mein Fan-Club wieder aktiv - eine Hand voll Mädels aus einem Krankenpflegekurs, die mich aus verschiedensten Gründen alle ganz toll finden. "Ryan ist so nett" - "Ryan weiss soviel" und was weiss ich. Kaum hatte eine mitbekommen, dass ich ein Veilchen hab, kam gleich die ganze Bande an: "Ryan, was hast du denn an der Wange? Oh Gott, hast du dich geprügelt? Das tut doch sicher weh! Ich hol dir Eis zum kühlen." Manchmal schon ganz schön soviel Aufmerksamkeit von jungen Frauen, wenn die eigene zuhause nur mit den Schultern zuckt, wenn man kurz mal leidlich wird. Und als dann das Gerücht aufkam, ich sei als ambulanter Patient in der Röntgen-Abteilung aufgetaucht im Computersystem bin, war die Sorge riesig. "Deine Freundin kümmert sich doch hoffentlich um dich." - "Nein, die ist weggefahren." Schnief ... ein großartiges Gefühl wenn drei Augenpaare gleichzeitig sowas sagen wie: "Was für eine kaltherzige Schlampe! Der arme Ryan!"

So ist das wohl mit den Frauen - die eigene weiss nicht zu schätzen, was sie an einem hat.  Ich muss mich wieder mehr zusammenreissen, ich ertappe mich selbst dabei, dass ich wieder anfällig für andere Frauen bin. Wie schon gesagt: Wäre Treue einfach, wären alle treu. Ich hab den Fehler gemacht auf dem Festival einer Frau - nennen wir sie Lara - meine Nummer zu geben. Und ihr zu verschweigen, dass ich leirt bin. Dazu muss ich erklären, ich hab Lara im April kennen gelernt auf einem Konzert in Hamburg und plötzlich stand sie vor mir auf dem Festival und sagte: "Ich kenn dich vom Konzert! Du heisst doch Ryan." Wir haben uns zusammen eine Band angesehen, geflirtet, Nummern ausgetauscht - ja, so fängt das ja immer an. Es gibt Zeiten, in denen fällt es mir leicht meine eigene Frau als die einzige und letzte Frau in meinem Leben zu sehen, aber im Moment überlege ich wirklich, ob ich schon so weit bin mich für immer zu binden. Es ist nicht so, dass ich befürchte, dass wir uns scheiden lassen, ganz im Gegenteil. Aber es ist ein seltsamer Gedanke nie wieder verliebt zu sein, nie wieder jemanden kennen zu lernen, Schmetterlinge im Bauch zu haben, zu flirten. Einen ersten Kuss in einer neuen Beziehung zu erleben. Ich hoffe ich kann mich verständlich ausdrücken, es geht nicht ums Fremdgehen oder dass ich unbedingt andere Leute daten will oder mich nicht ausgelebt hätte - aber es macht mich nachdenklich, jetzt wo ich in nicht mal einem Jahr heiraten soll. Was heisst SOLL - ich hab sie ja gefragt. Ich stelle mich heute auch wieder jammerig an, furchtbar.

Kommen wir zu was anderem. Sehr, sehr beeindruckend auf dem Festival fand ich die Rammstein-Show. Eigentlich fand ich deren Musik gar nicht so hörenswert, hatte aber gehört, dass die Show extrem aufwändig sein soll, viel Pyrotechnik usw. und wenn man schon mal da ist, kann man sich das ja auch ansehen. Zu dem Zeitpunkt war ich schon ziemlich müde, Füße taten weh - meine Gummistiefel sind zu klein - und hab dann mit den anderen erschöpften Festivalbesuchern etwas abseits auf einer Tribüne gesessen, neben mir ein lesbisches Pärchen, auf der anderen Seite betrunkene Studenten. Unglaublich gute Show, viel Feuerwerk, wechselnde Bühnenbilder, andauernd raunte die Maße: "Aaahh!" und "Oooh!!" Und natürlich Gänsehaut, wenn Till Lindemann singt: "Könnt ihr mich hören?!" und 60.000 Leute antworten mit "Wir hören dich!!" Wirklich Wahnsinn. Ich hab mir dann zuhause ein Rammstein-Album runtergeladen, höre das auch zuhause sehr fleißig, aber als ich gestern aufm Heimweg im halbdunkeln an einem Friedhof vorbei lief, und dabei Rammstein auf den Ohren hatte, wurde mir kurz mal unheimlich ums Herz.  Um kurz die Bandbreite meines Musikgeschmacks zu demonstrieren, ich bin dann im MP3-Player von Rammstein auf Miss Lis "My Heart goes boom" gezwitscht.

Gibt es sonst noch was zu erzählen für heute? Nein, ich glaube nicht. Vielleicht, dass ich seit vorgestern wieder ICQ hab (auch wegen Lara).

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierentrinidad schreibt am 27.06.2013 um 23:38 Uhr:Ich kann Dich verstehen. Es gibt Phasen, da klappt es einfach und man ist sich sicher, einen tollen Partner zu haben und selbst wenn es nicht mehr so leidenschaftlich ist wie am Anfang, nimmt man das gerne in Kauf, weil ja vieles andere stimmt. Dann kommen Phasen in denen man sich genau die Gedanken macht, die Dir jetzt durch den Kopf schwirren. Es ist schwierig, es geht glaub ich den meisten so. Ich stell mir vor, es sind 2 Waagschalen, die im besten Falle sich genau aufheben. Dann und wann wanken sie, neigen sich, und bleiben vielleicht stehen. Ist ja auch keine Tragödie, wenn Beziehungen enden, weil sie sich eben verbraucht haben. Eine Tragödie ist es, dies nicht zu erkennen.
  2. zitierenHedera schreibt am 28.06.2013 um 09:09 Uhr:ich kann dich auch verstehen ryan, es hat nichts mit dem wunsch nach fremdgehen zu tun - hat überhaupt jemand den "Wunsch" dies zu tun? Nicht bewußt, würde ich meinen. Es ist eher genau das, was du beschrieben hast, die schmetterlinge, die jungfräulichkeit aller handlungen...die erste berührung, der erste kuss, der erste............ das für mich immer den zauber ausgemacht. ich hätte mich pausenlos verlieben können, weil ich diese ersten momente so toll fand.....
  3. zitierenBlissful schreibt am 28.06.2013 um 12:11 Uhr:Also dieses Denken vor der Hochzeit von wg. oh, nie wieder dies oder das sprich Schmetterlinge im Bauch, verliebt sein etc., das kenne ich aus meinem Freundeskreis von fast allen, die geheiratet haben. Meinem Mann und mir ging es genauso, auch wir hatten dieses Denken. Und auch wenn man sich na klar sicher ist, Zweifel, und wenn es die klitzekleinsten sind, hat man doch immer. Aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass sich das mit und nach der Hochzeit in Luft auslöst ;) Die Gefühle wurden noch mal um so vieles intensiver!! Und gerade durch solche Begebenheiten wie Festivals, Partys, tolle Stimmung, jemand Neues kennengelernt, etc. ist es doch verständlich
    , dass man plötzlich anfängt drüber nachzudenken...
    Liebe Grüße
    Blissful
  4. zitierenKris schreibt am 30.06.2013 um 02:33 Uhr:Icq AUCH wegen Lara? Oder NUR wegen Lara? ;-)

    Bandbreite des Musikgeschmacks muss sein! Falls du's nicht ohnehin schon hörst, kann ich dir FranzFerdinand und 3DoorsDown empfehlen, passt vielleicht ganz gut rein, bei dem, was du sonst so hörst.
  5. zitierenRyan schreibt am 30.06.2013 um 20:40 Uhr:NUR wegen.

    Franz Ferdinand und 3 Doors Down hab ich früher auch viel gehört.

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