Boys don´t cry

13.03.2007 um 20:55 Uhr

Müde

von: Ryan

Mein Wochenende war natürlich so wie ich es erwartet habe. Ich habe sehr ausgelassen gefeiert und hab bis Sonntag Mittag in der Kneipe meines Bruder gesessen. Fast 12 Stunden durchgesoffen. Ich war die ganze Zeit über nicht besoffen, aber ich habs doch ziemlich am Sonntag Abend gemerkt. Ein Kater wie ich ihn selten hatte. Mit Übelkeit, ich konnte kaum Wasser bei mir behalten. Ich muss echt aufhören mich so krank zu saufen.

Mir ist eigentlich jeder Kater peinlich, wahrscheinlich wiel ich familiär auch so vorbelastet bin und ich eh das Gefühl habe, dass ich sehr zum Suchtverhalten neige. Dementsprechend vorsichtig versuche ich zu sein. Auf der anderen Seite versuche ich mich auch belohnen und Bier ist ne großartige Belohnung. Oder nen Glas Wein. Mit Essen kann ich mich im Moment nicht belohnen, ich hab kaum Appetit und nehme im Moment auch ziemlich ab. Die Hose, die ich jetzt zum beispiel grade an habe, hab ich mir vor 3 Monaten gekauft und da saß sie ziemlich gut. Zwischendurch saß sie dann auch mal ziemlich eng und mittlerweile schlabbert sie. Aber ich falle nicht in mein Hungerschema, ich versuche mich trotzdem noch ausgewogen zu ernähren. Heute gab´s zum Beispiel mal wieder nen Hähnchenfilet und Kartoffeln, weil mir aufgefallen ist, dass ich schon lange kein Fleisch mehr aufm Teller hatte. Ansonsten viel Obst und Gemüse, Vollkornbrot, Müsli, Magerquark. Und natürlich Kinderschokolade.

Wir hatten heute nen richtig schönen sonnigen Tag. Ich war in jeder freien Minute auf der Arbeit mit meinen Kolleginnen draussen und hab die Sonne genossen. Heute hatten auch alle irgendwie wesentlich bessere Laune als die letzten Wochen zuvor. Nachmittags hab ich zwei Stunden gelernt und irgendwie bin ich totmüde und kaputt.

Die Situation mit dieser Kollegin, mit der ich was hatte, wird irgendwie auch nicht leichter. Sie fühlt sich jetzt scheinbar unendlich verbunden mit mir und ich kann das irgendwie gar nicht erwidern. Ich hab das Gefühl - mal bildlich gesprochen - als würde sie sich in so nen Bereich in mein Leben schieben wollen - oder denkt, sie sei da schon - wo ich sie eigentlich gar nicht haben will. Irgendwie erwartet sie auch, dass ich ihr dauernd mein Seelenleben offenbare, was ich keinster Weise vor habe. Aber scheinbar hat sie soviel Vertrauen zu mir gefasst, dass es ihr so mit meiner Person geht. Dauernd fragt sie mich auch, wann wir was miteinander unternehmen, ob wir nach der Arbeit nicht nen Kaffee trinken gehen wollen und und und - das ist mir irgendwie zu nahe. In diesem Bereich meines Lebens will ich sie nicht haben, da gibt es irgendwie schon genug Menschen. Aber: wie soll ich damit umgehen und wie kann man einem anderen Menschen sowas verdeutlichen und schonend beibringen? "Du, ich glaub du denkst, dass wir uns näher stehen, als ich es denke"? Sowas kann man keinem anderen Menschen sagen. Ich versuche mich auch zurück zu halten, aber auch keine Signale zu senden, die in die andere Richtung gehen. Aber was ist schon einfach?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGalahad schreibt am 13.03.2007 um 21:15 Uhr:Gut formuliert! Doch, genau das kannst (und solltest) du zu ihr sagen!

    Es wird ihr nicht gefallen, sie wird sauer/traurig/wütend sein, schon klar - aber denkst du ernsthaft, du machst irgendwas dadurch besser, dass du sie im Ungewissen lässt? Willst du wirklich warten, bis sie es von allein kapiert und dir dann (zu Recht!) vorwirft, dass du wochenlang zugelassen hast, dass sie sich vor allen zum Narren macht?

    Fairness hat sie doch immerhin verdient, oder? Also erklär ihr, was du (nicht) für sie empfindest - oder wenn's gar nicht anders geht, schreib ihr nen Brief.
  2. zitierenRiccarda schreibt am 14.03.2007 um 18:52 Uhr:Yep... muss Galahad zustimmen!

    Was heißt denn, dass "kann man niemandem sagen"? Sicher sind solche unerfreulichen Dinge nicht leicht rüber zu bringen, aber trotzdem solltest du dich dazu überwinden. Ich denke auch, dass es nicht reicht ihr 'keine Signale' zu senden. Ehrlichkeit und Fairness sind sehr wichtig... und danach wirst du dich vielleicht auch etwas besser fühlen!

    Hoffe für dich, du wirst die richtige Entscheidung treffen und wünsche dir das Beste!

    Lieben Gruß
    Ricca

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