Boys don´t cry

08.08.2004 um 11:54 Uhr

Nachtrag: Texte, die ich schon lange mal posten wollte

von: Ryan

Hi, also mir gehts net so dolle. Ich hab ziemlich heftig Migräne gestern gehabt. Ich weiss net ob das jemand kennt.

Um 15 Uhr hab ich mich ins Bett gelegt, hab ne Stunde geschlafen. Um 17 Uhr waren die Kopfschmerzen so heftig, dass ich net mehr Fernsehen konnte. Um 21 Uhr hab ich meiner Freundin teatralisch ins Telefon geheult, dass ich mich umbringe, wenn es nicht aufhört.

Ja, so heftig kann sowas sein - auf jeden Fall geh ich Montag zum Arzt und lass mir diese heftigen Drogen verschreiben. Ich weiss net ob sich jemand diese Schmerzen vorstellen kann, aber ich das schon seit ich ein Kleinkind bin und dann hilft auch nichts dagegen.

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Anderes Thema: ich wollte schon immer mal nen paar Texte posten, die ich mal so getippt hab, weils raus musste, oder die ich bei meiner Freundin geschrieben hab und später abgetippt.

Text 1:

Ich fühl mich so allein.

Nicht das. Nicht mehr so lange. Kein ganzes Leben lang.

Aber was möchte ich? Ich hab nie was wollen dürfen. Warum jetzt?

Ich habs verlernt. Zuviel Rücksicht auf andere, die es versäumt haben auf mich Rücksicht zu nehmen oder sogar für mich zu sorgen. Und ich weiss nicht mal ob sie es konnten.

Eigentlich hatten sie die Verantwortung für mich, hätten mich beschützen müssen, für mich da sein – aber: alles nur eigentlich.

Ich kann ihnen nicht mal die Schuld geben. Ich versuche zu verstehen und zu verzeihen – und je mehr ich das tue, desto mehr zerreisst es mich. Demnach habe ich keinen Grund, dass es mir schlecht geht – demnach trage wieder ich alleine die Verantwortung, immer schon. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich fühle, was ich fühle, versuche zu leugnen und ist fast so unmöglich wie zu vergessen.

Und wieder bin ich auf mich allein gestellt. Ich fühl mich alleine ohne mich selbst, weil ich mich dagegen wehre.

Und meine Probleme wirken so groß und gleichzeitig so lächerlich, dass ich mich nicht traue sie anzusehen. Und irgendwie so bedrohlich, dass es fast so ist als stehe ich vor einem Monster und trau mich nicht es anzusehen. Ich weiss es ist hinter mir, aber ich drehe mich nicht um und versuche krampfhaft die Augen zu schliessen, damit einer von uns beiden verschwindet.

Und man erzählte mich Jahrelang, dass da nicht sist und war. Und mittlerweile traue ich mir selbst nicht mehr. Ich will nichts mehr und weiss nichts mehr.

Und ich bin alleine mit dem Monster, weil niemand weiss was in meinem Kopf und meiner Brust ist. Unterdrücken kann ich es nicht, es schleicht sich immer wieder ein. Angst ist oft größer als Hoffnung.

 


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