Boys don´t cry

23.05.2013 um 00:51 Uhr

Psych-Patientenverfügung

von: Ryan

Ich wollte mich nochmal zu einem Thema auslassen, was mich vor ´ner Woche sehr beschäftigt hat - und dann ist alles vor lauter Arbeit und Nachts arbeiten hinten über gefallen, aber jetzt erinnere mich wieder daran. Also los:

Ich bin im Internet über eine Aktion gestolpert - Patientenverfügungen für psychisch Kranke. Die Idee dahinter, ich fülle so ein Ding aus (gibt´s als PDF-Datei zum runterladen), kreuze an, dass ich psychiatrisch nicht behandelt werden möchte, bzw. dass man mir auch keine psychischen Diagnosen stellen darf. Die Idee an sich ist nett, hat auf jeden Fall eine Menge mit Selbstbestimmung und Freiheit meiner selbst zu tun. Wenn ich zum Beispiel als Patient mit beispielsweise einem Herzinfarkt eingeliefert werde, kann ich auch frei sagen: "Ich will nicht behandelt werden" oder "Ich will diese und jene Therapie nicht!" Das ist mein freier Wille. Gut, wenn ich das mit meinen 28 Jahren sage, gucken die Ärzte komisch und lassen einen Psychiater antanzen, um sich zu vergewissern, ob ich selbstmordgefährdet bin oder einfach nur zu blöde um die Tragweite meiner Entscheidung zu erfassen. Wenn ich allerdings anstatt 28 plötzlich 82 bin, sieht die Kiste ganz anders aus. Sowas machen wir andauernd. Wenn wir im Krankenhaus von einem klaren, orientierten Patienten die Ansage bekommen, er möchte nicht, dass sein Herzinfarkt behandelt wird, steht es ihm frei wieder zu gehen oder wir behandeln ihn sehr "sanft". Wir würden Medikamente geben, die seine Symptome lindern, Medikamente gegen Schmerzen, Tabletten gegen die Wassereinlagerungen, Sauerstoff gegen die Atemnot. Große aufwändige Diagnostik, wo wir ihm Schmerzen zufügen, würden wir unterlassen. Genauso würden wir nicht operieren, oder ihn künstlich beatmen. Wir unterstellen dem Patienten, dass er weiss, was er möchte und dass er auch weiss, dass er sterben wird, wenn er die Therapie ablehnt - sagen wir auch. Wir kommunizieren das nicht mit den Augen, sondern wir sagen: "Wenn wir das nicht machen, sterben Sie wahrscheinlich sehr bald." und häufig sagen die Patienten: "Okay, ich bin 92 Jahre alt, dann ist das so." Und dann ist alles wasserdicht und wir machen nur das, was der Patient möchte. Das ist im Grunde genommen das Prinzip einer Patientenverfügung, leider haben die wenigsten eine, also versuchen wir das durch mündliche Absprachen zu regeln. Wenn ich meinen Dienst beginne, weiß ich, welcher meiner Patienten auf die Intensiv möchte, welcher nicht. Wenn ein Patient sagt: "Das sind soviele Tabletten, ich nehme die nicht alle." dann schaue ich, welche die wichtigsten sind - wenn er gar keine nehmen will, dann muss er keine nehmen. Wenn sich ein Patient beschwert dauernd gepickst zu werden von unseren Nadeln, schauen wir, wie wir das minimieren oder vermeiden können. Wenn ein Patient keinen Bock hat, oder zu müde ist, für die Krankengymnastik, dann geht die KG wieder unverrichteter Dinge. Das ist das Prinzip der Selbstbestimmung. Mein Standartsatz in der Dokumentation: "Patient hat folgende Maßnahme abgelehnt ..." Und das ist okay. 

Allerdings spreche ich von meinem Arbeitsplatz - ich arbeite in der Somatik. Wir behandeln Lungenentzündungen, Herzinfarkte, Bauchschmerzen, Luftnot, Herzschwäche usw. Meine Patienten sind alle 70 plus, ganz selten was jüngeres. Psychische Krankheiten sind eher "Begleiterkrankung", denn auch Schizophrene und Depressive bekommen mal eine Lungenentzündung.

In dem Promo-Video zu der psych-Patientenverfügung tanzen zwei junge Menschen - Mann und Frau - total fröhlich, harmonisch und friedlich auf einem öffentlich Platz in Berlin. Problem: Beide sind splitterfaser nackt. Polizei kommt angefahren, nimmt die beiden fest, bringen sie in eine Psychiatrie - beide behaupten nicht krank zu sein, keiner glaubt ihnen, sie wollen keine Tabletten nehmen. Ende vom Lied: Zwangsmedikation - so nennen wir das in Fachsprache (ich sag jetzt mal immer "wir" weil ich mich zu der Krankenhaus/Psychiatrie-Seite zähle). Eine Zwangsmedikation läuft in der Regel meistens so ab, dass zehn Leute auf dem sich meist massiv wehrenden, schreienden Patienten draufhängen und ihm dann das Medikament, was er nicht nehmen wollte, gespritzt wird. Das ist unschön, das ist brutal, ich will niemals der Typ sein, der festgehalten wird, aber leider Gottes gibt es Fälle, in denen sowas nötig ist. In dem Video kommt dann ein Cut, ein bisschen Werbung für die Patientenverfügung, Erklärung, eine Prominente stellt sich als Schirmherrin vor, und dann kommt nochmal die gleiche Szene mit den tanzenden, nacktem Paar. Polizei fährt wieder vor, die beiden wedeln mit ihrer Patientenverfügung, der Polizist sagt zähneknirschend: "Das nächste Mal aber mit Schlüpper!" und die beiden dürfen weiter tanzen. 

So läuft das in der Realität nicht ab. Im normalen Leben fragen die Polizisten erstmal nach, ob alles okay ist und ob sich nicht was anziehen möchte. So schnell wie in dem Video, wird man nicht festgenommen. In die Psychiatrie wirst du gebracht, wenn du die ganze Aktion eine Stunde bei minus 20 Grad und Schneefall machst, weil du dann ja eigengefährdend bist. Nach ´ner Stunde nackt im Schnee bist du nämlich so unterkühlt, dass du Herzrhythmusstörungen bekommst. Was machen die in der Psychiatrie dann mit dir? Du kriegst was zum anziehen, eine warme Mahlzeit, ein Bett und darfst am nächsten Tag wieder gehen.

Dieses Promo-Video ist nett gemacht - wenn ich nicht soviel Hintergrundwissen hätte, würde ich auch sagen: "Hey, das ist doch meine freie Entscheidung, ob ich nackt tanzen will. Ist ja gemein, dass die gleich weggebracht worden sind und als verrückt erklärt wurden. Psychiatrien scheinen ja alles erstmal einzusperren, was von der Norm abweicht. Die Schweine! Ich muss mich schützen, ich fülle so ein Ding aus."

Die Sache ist nur, Selbstbestimmung ist gut und wichtig. Ich lass mir den ganzen Arm tätowieren, einige nennen das Selbstverstümmelung, ich nenne es Selbstverwirklichung. Aber die Freiheit eines jeden endet dort, wo die eines anderen beginnt (ich bekomme den Wortlaut grade nicht genau hin). Das bedeutet, ich kann tun und lassen, was ich will, solange ich mich und keinen anderen schädige. Zum Beispiel ist der Drogenkonsum in Deutschland nicht verboten (nur der Besitz). Ich kann mich solange betrinken und zukoksen wie ich will. Mich kann niemand zu einem Entzug zwingen. Wenn ich allerdings betrunken und bekokst dauernd Leute verprügel, bekomme ich Probleme mit dem Gesetz. Aber es ist kein psychiatrisches Problem, solange ich nicht will. Das ist die Misere von Angehörigen von Suchtkranken, weil Alkoholiker und Junkies solange ihren Süchten fröhnen dürfen, bis sie selbst zum Entzug bereit sind. 

Genauso ist es mit sämtlichen anderen psychischen Krankheiten. Ich darf depressiv sein so lange ich will, ende dann wahrscheinlich in Hartz 4 weil ich meinen Hintern vor lauter Depressionen nicht mehr hoch bekomme, aber es ist meine freie Entscheidung, ob ich mich behandeln lasse. Ich hab auch rein gar nichts gegen Flashmops mit nackten Menschen, oder zwei die nur ganz friedlich tanzen. 

Folgendes Szenario hab ich persönlich erlebt: Mein Bruder und ich sitzen auf einem Spielplatz in der Nachbarschaft, seine 5 Jahre alte Tochter buddelt mit anderen Kindern in der Sandkiste. Ein Mann betritt den Spielplatz, angespannte Körperhaltung, verwahrlostes Erscheinungsbild und hat eine Axt (!!), kein Scheiss, eine Axt in der Hand und murmelt sowas vor sich hin wie: "Ich bring sie um ... sie ist auf dem Spielplatz ... ich bring sie um ... er hat gesagt, ich muss sie umbringen ... ich mach das jetzt ..." Möchte ich, das dieser Mann frei rumläuft? Nein. Möchte ich, dass er in einer Psychiatrie behandelt wird, notfalls auch gegen seinen Willen? Ja!!

Nun versuche ich ganz kurz die Situation aus der Sicht der Gegner zu sehen. Ein Mann mit einer Axt auf einem Spielplatz ist was ungewöhnliches, sogar beängstigendes. Ein Mann mit Axt im Wald ist was völlig normales. Man könnte sagen, der Typ hat die Axt grade im Baumarkt gekauft und war unterwegs nach Hause und musste sie tragen, und hat dem Umweg über den Spielplatz als Abkürzung gewählt. Für mich hatte die Situation was extrem bedrohliches. Mein Bruder hat die Kleine geschnappt und wir sind dem Kind unverzüglich über den nächsten Zaun gesprungen, um uns zu retten. Ein Gegner würde wieder sagen: Er hat ja nichts getan, er hat niemanden umgebracht. Aber muss man erst in die Klapse (salopp gesagt), wenn man bereits ein Verbrechen begangen hat? Meiner Spekulation nach wurde der Typ wahrscheinlich von seiner Frau/Freundin verlassen, die hat das gemeinsame Kind mitgenommen und nach einer durchsoffenen Woche hat ihm eine Stimme in seinem Kopf gesagt, es sei besser, wenn sie tot wäre. Ich zweifel nicht daran, dass der Mann seelische Qualen durchlitten hat, die ihn in so eine Situation brachten - aber man steht nicht mit einer scheiß Axt auf einem Kinderspielplatz und führt sich so auf. Da kann ich ja auch mit einer geladenen Schrottflinte zur Schule gehen und sagen: "Nein, ich will nicht Amok laufen, ich will die nur in der Pause putzen. Das versteht ihr hier alle falsch!"

Wie gesagt, Freiheit wo die eines anderen beginnt. Nackte in der Öffentlichkeit sind okay, solange bis ein Pädophiler deiner Tochter seinen Penis ins Gesicht hält.  Allerspätestens dann ist Schluss mit Freiheit.

Das Problem ist häufig - sehe ich auch immer wieder in meiner Arbeit - dass viele Menschen nicht wissen, dass sie krank sind. Alle anderen sind seltsam, nur sie selbst nicht. Alle sagen komische Sachen, kein Wunder, dass man ausrastet am laufenden Band. Es gibt manisch-depressive Menschen, die in ihren Hochphasen alles Geld verschleudern, was sie haben oder auch eben nicht haben. Manische Phasen sind klasse, man ist euphorisch, gut drauf, man schafft viel, ist leistungsstark. Mein bester Freund (als ich anfang 20 war) war manisch-depressiv. Wenn er manisch war, hatte er 3 Jobs gleichzeitig, er hat ein Studium angefangen, dazu noch eine Ausbildung. Er war dauernd feiern, hat wenig geschlafen, war immer gut drauf, überdreht, immer lustig. Ein unendlich charismatischer Mensch, der Mittelpunkt jeder Party. Und verschwenderisch - er hat eingekauft, für sich, für andere. Er hat Anzahlungen gemacht für einen Laptop, für ein Golfset, sogar für ein Auto. Immer in dem Glauben: Ich hab mein Leben jetzt auf die Reihe gekriegt, ich kann alles schaffen, ich verdiene jetzt Geld mit meinem Nebenjobs, ich brauche den Laptop für´s Studium usw. Und dann kippte die Stimmung binnen Tagen, er lag totdepressiv im Bett, ging nicht mehr vor die Tür, wurde in allen Jobs gekündigt, aus der Ausbildung geschmissen und hatte nicht mal mehr die Kraft, um duschen zu gehen. Was bleibt? Schulden über Schulden. Du kannst in 3 Wochen Manie soviel Schulden machen, dass du den Rest deines Lebens abzahlen musst. Er selbst sagte mal: "Warum hat mich keiner aufgehalten? Warum habt ihr mich das alles machen lassen?" So schnell kann man sein Leben zerstören und merkt es nicht mal. Hätten wir ihn in seiner Manie in eine Psychiatrie gebracht, hätte er das eingesehen? Nein! Es ging ihm fantastisch wie nie. Warum dann in die Klappse bringen, wo er doch grade ein Studium angefangen hat? Ein Gegner würde sagen: Gut, da hat er sich verkalkuliert, aber das darf er. Leider war es keine Verkalkulation. Bis zu sieben manische Phasen hatte er im Jahr, die über 6-8 Wochen dauerten und er dachte, er müsse in dieser Zeit alles nachholen, was er in seinem depressiven Phasen verpasst und schleifen lassen hatte. Ich hab nur noch wenig Kontakt zu ihm, aber ich weiß soviel von ihm: Hartz 4 nachdem ihn niemand mehr einstellen will, weil er über 30 Ausbildungen abbrechen musste und so ´ne ausgeprägte Angststörung, die ihm die Geldprobleme gebracht haben, dass er kaum noch die Wohnung verlassen kann. Und nochmal die konkrete Frage: Sollte man solche Menschen gegen ihren Willen behandeln? Eine einzige Tablette morgens kann darüber entscheiden, ob du ausgeglichen bist oder andauernd Wochenlang himmelhochjauchzend und dann Monate lang tiefbetrübt bist. Und die Erfahrungen zeigen, die Patienten sind dankbar wenn man sie endlich dank Medikamenten in der Mitte angekommen sind. Ich möchte nicht abstreiten, dass einige unserer größten Künstler manisch-depressiv waren und in ihren manischen Phasen Kunstgeschichte geschrieben haben. Aber ich bezweifel, dass sie auf ihrem Totenbett gesagt haben: "Mein Leben war fantastisch! Alles richtig gemacht!"

Es ist nicht so, dass man wenn man dem schreienden, sich wehrenden Patienten immer und immer und immer wieder etwas gegen seinen Willen spritzen muss. Meistens reicht einmal aus. Entweder ein Beruhigungsmittel, damit die Leute erstmal runter kommt und merken, was eigentlich los ist mit ihnen. Manchmal ein Schlafmittel. Es gibt Patienten, die Tage lang nicht geschlafen haben, total wirr durch die Gegend rennen und nicht mehr wissen, was mit ihnen passiert. 12 Stunden Zwangsschlaf sind manchmal erholsamer und wirkungsvoller als jedes Medikament. Das Gehirn bekommt Zeit sich zu regenieren und neu zu ordnen. Ich hab mal gelesen: "Im Schlaf strickt unser Gehirn den aufgerissenen Pullover unserer Psyche neu zusammen." Das trifft es ziemlich gut.

Anderes Beispiel. Ich hab im Laufe meiner Berufszeit einige Magersüchtige auf Station gehabt, zum "aufpeppeln". Wenn die Patientin zu hartnäckig ist und trotz Therapie weiterhin abnimmt, werden sie bei einem lebensbedrohlichen Gewicht in ein "richtiges" Krankenhaus verlegt. Und wenn die Magersüchtige denkt, in der Psychiatrie war es schlimm, bei uns wird es definitiv schlimmer. Wie gesagt, ich arbeite internistisch, ich mache das nicht gerne - ich könnte selber im Strahl kotzen, wenn ich nur höre "Magersüchtige zum aufpeppeln". Bei uns gibt´s keine Therapie mehr, keine Gespräche, bei uns gibts nur eine Magensonde und hochkalorische "Milchshakes", die über die Sonde in den Magen gehen. Wenn die Patientin (meist Frauen/Mädchen) sich wehrt, sich den Schlauch dauernd selber zieht oder danach kotzt, geht´s in die Gurte. Dann wird sie fixiert, "festgeschnallt" ans Bett solange bis das ganze Zeug verdaut ist. Und das bis zu viermal täglich. Sie hat jeden Tag die Chance selbst zu essen und die Prozedur ohne große Gegenwehr mitzumachen, aber die Gurte sind am Bett falls es Theater gibt - Nöllen und Diskutieren tun sie immer, aber wenn sie sich massiv wehren, gehts nur mit Gewalt. Hört sich super fies an, ist es auch ... aber das waren Mädels zwischen 14 und 20 Jahren, die kaum mehr als 30 kg gewogen haben bei normaler Körpergröße, kurz vorm Multiorganversagen. Und nochmal die Frage: Möchte ich das meine 17 Jahre alt magersüchtige Tochter, die auf 1,60m nur noch 34 kg wiegt, bereits eine dicke Herzschwäche entwickelt hat aufgrund ihrer Krankheit, sich aber immer noch fett findet, zwangsernährt wird? Ich denke schon. Die Alternative wäre schon mal einen schönen Sarg auszusuchen. Ich möchte kurz dazu sagen, sobald diese Patientinen ein Gewicht erreicht haben, dass sie außer Lebensgefahr bringt, verlegen wir sie sofort zurück in die Psychiatrie, um am eigentlich Problem weiter zu arbeiten.

Bevor man generell über Psychiatrie urteilt, sollte man mal eine von innen gesehen haben. Wenn ich mir Filme mit Steffi anschaue, in denen die Geschichte in einer Psychiatrie spielt, sehe ich immer Metallbetten und Gitterstäbe vor den Fenstern. Das ist schon lange nicht mehr so, zumindest in Deutschland. In den Filmen geht´s sofort in die Zwangsjacke, wenn du nur schief guckst oder der Pfleger einfach nur einen schlechten Tag hat. Auch das gibt es nicht mehr. Ich weiß von meiner Verlobten und divseren Freunden, dass durchaus mehr passieren muss, um festgeschnallt im Bett zu landen mit Spritze im Hintern. Mittlerweile ist es auch so, dass man als Psychiatrie-Patient einfach mal sagen kann: "Nö, ich nehme die Tabletten nicht. Ihr alle denkt, es wäre besser für mich, wenn ich sie nehme, aber ich will nicht. Danke und Tschüss!" Steffi klagt immer wieder darüber, dass das ihre Arbeit sehr erschwert, weil sie viele fremdgefährdente Leute auf Station hat, die die Behandlung ablehnen, sie sie nicht zwingen können, aber leider auch nicht raus lassen dürfen, weil die weiterhin auf ihre Stimmen hören, die ihnen sagen, dass sie ihren Chef umbringen müssen. Eine Tablette später wären die Stimmen weg, der Mensch würde sich besinnen und sagen: "Scheisse, wieso hab ich auf so komische Stimmen in meinem Kopf gehört?", aber das geht nicht, wenn der Patient die Medikamente nicht nehmen möchte. 

Was auch sehr interessant ist, es gibt Leute, die zwar sehr gequält sind von ihrer psychischen Krankheit (Depressionen, Ängste, Stimmen, Zwangsverhalten usw.) aber sich keine Hilfe holen können, weil sie nicht wissen wie. Ganz häufiges Phänomen: Jemand kommt zwangsweise ins Krankenhaus, findet die ersten drei Tage alles komplett scheisse und doof - am vierten Tag lebt er sich ein und ist plötzlich sehr dankbar, dass wir ihm helfen und will am Ende gar nicht mehr gehen. 

Noch ein sehr dramatisches Beispiel. Das war vor ein paar Jahren, ich hatte Spätdienst mit einern Kollegin. Wir hatten eine junge Frau auf Station, mein Alter Mitte 20 zu dem Zeitpunkt. Bekannt war eine Schizophrenie. Sie war bei uns mit einer Thrombose - ein großes Blutgerinsel in einer großen Vene. Gut zubehandeln eigentlich, aber diese Frau hat sich in ihrer Schizophrenie eingebildet, sie sei schwanger. Scheinschwanger, wie wir rausgefunden haben. Schwangerschaftstest war mehrmals negativ, Ultraschall ergab kein Kind. Der Gynäkologe war mehrmals da und jedes Mal das gleiche: sie ist nicht schwanger. Sie denkt nur, sie sei es. Das ging soweit, dass sie alle Medikamente und Spritze abgelehnt hat - weil die ihr Kind schädigen könnten. Egal, wie häufig wieviele Menschen ihr gesagt hatten, sie sei nicht schwanger, sie war fest überzeugt. Und an diesem besagten Spätdienst war es so weit: Wehen. Sie lag im Bett und versuchte ihr imaginäres Kind herauszupressen, schrie nach einer Hebamme und Hilfe ihr Kind zu gebähre, lief panisch auf dem Flur umher, um sich dann direkt vor´s Dienstzimmer zu legen um da Presswehen zu haben - nicht schön, weder für uns noch für die Patientin. Was kann ich dazu noch sagen? Thrombose-Patienten dürfen sich ohne Medikamente so wenig bewegen wie möglich, weil sich das Blutgerinsel lösen kann und ins Herz, Lunge oder Gehirn gespült werden kann ... und genau das ist passiert. Noch bevor ich die Beruhigungsspritze aufziehen konnte, ist der Thrombus in der Lunge angekommen, sie hatte eine schwere Lungenembolie und ist uns unter den Händen weggestorben. Wäre das vermeidbar gewesen mit einer Zwangsmedikation? Ja. 

Ich bin nicht komplett gegen Selbstbestimmung des Patientens. Auch psychisch Kranke haben das Recht zu sagen, was sie wollen und was sie nicht möchten. Aber es gibt Situationen - und ich denke, ich habe genug schwerwiegende Beispiel gebracht - bei denen die Selbstbestimmung ausfällt. 

Worauf ich auch nochmal kurz eingehen möchte, besagte Homepage berichtet darüber, dass die neue Entmündigung "Betreuung" heisst und von jedem angeregt werden kann. Deinem Nachbarn, deiner Exfreundin, deinem Arzt. Allerdings berichten sie nicht, wie eine Betreuungseinleitung funktioniert. Erstmal kommt ein Richter und schaut, ob du wirklich betreut werden musst - Beispiel manisch-depressiver Kumpel wäre eine finanzielle Betreuung sinnvoll gewesen. Das bedeutet, er darf keine Kaufverträge für Autos und Laptops mehr schliessen, bzw. diese wären ungültig und er würde kein Geld mehr verlieren. Wenn der Richter glaubt, der Junge kann gut selbst entscheiden ob er sich verschulden möchte oder nicht, gibt´s keine Betreuung. Ansonsten wird eine eingerichtet, begrenzt! Denn diese Betreuung wird jedes Jahr überprüft ob sie noch aktuell ist.  Aufbesagter Homepage wird geraten sich vorzeitig damit auseinander zu setzen, eine "Vertrauensperson" zu bestellen. Betreuungen werden in der Regel im Familienkreis gesucht. Sollte ich plötzlich in die Lage komme, eine Betreuung zu brauchen, würden sich die Richter darum bemühen, dass meine Betreung meine Eltern oder meine Geschwister machen, weil diese am besten zu wissen scheinen, was mein Wunsch wäre. Wenn Familie ausfällt, weil vielleicht bekannt wäre, dass ich mich mit allen zerstritten hätte, würde man in meinem Freundes- und Bekanntenkreis suchen. Wenn dann noch keiner zu finden ist, würde ich einen gesetzlichen Betreuer bekommen - einer Berufsbetreuer. Und da muss ich zugeben, mit den Berufsbetreuern haben wir häufig schlechte Erfahrungen, einige Gute sind dazwischen, aber auch viele, die nur auf Kohle aus sind und sich nicht kümmern. 

Ich lese mir den Kram nebenbei nochmal durch. Diese Kampagne/Homepage geht davon aus, das psychisch Kranke keine Grundrechte mehr haben. Ich kann ja mal ganz offen sagen - für alle, die meinen Blog kennen - ich habe psychiatrische Diagnosen (gehabt). Wenn man seiner Grundrechte beschnitten wird, hat man vorher irgendetwas geleistet, was dazu geführt hat. Unter anderem wird beschrieben, wann man die Verfügung einsetzen soll, z.B. wenn man in einem Krankenhaus "unkooperativ" ist und einem mit der geschlossenen Abteilung gedroht wird. Wir drohen nicht - wenn der Patient was geleistet hat, was ihn als Kandiat für eine geschlossene Psychiatrie einstuft, dann geht der dahin, mit oder ohne Zettel. Den letzten an den ich mich erinnere, hat versucht seinen Bettnachbarn mit einem Handykabel zu erdrosseln, weil der geschnarcht hat - er hat es nicht angedroht, er hat es versucht! Die Alternative wäre Knast gewesen.

Jetzt bin ich in Fahrt, noch ein toller Absatz (sinngemäß wiedergegeben): "Freilassung aus der Geschlossenen: Sollten Sie gegen ihren Willen dann doch in einer geschlossenen Abteilung gelandet sein, wedeln sie bloß dauernd mit ihrem Papier in der Gegend rum und verlangen sie Freilassung" - Unterbringung dauert immer 24 Stunden, das kannste soviel wedeln wie du willst. Bringt nur Stress. "Eventuell (das Wort steht da wirklich!) muss ein Vorsorgebevollmächtiger für ihre Freilassung kämpfen" Das beinhaltet ja, dass ich vorher jemand bestimmt habe, der über mich bestimmt ... Quatsch. Mal davon abgesehen, wenn ich per PsychKG in der Psychiatrie sitze, kriegt mich auch mein Betreuer nicht vor den abgelaufenen 24 Stunden nicht raus. Ansonsten soll die Patientenverfügungen noch verwendet werden, wenn jemand vom Jobcenter vorbeikommt um zu schauen, warum du nicht in der Lage bist zu arbeiten. Mmh, wenn ich aufgrund einer psychatrischen Krankheit nicht erwerbstätig bin, bin ich doch gut beraten ehrlich zu sein oder? Und wenn ich mit denen nicht reden will, dann sag ich: "Danke für den Besuch, ich mache keinen Auskünfte, tschüss!"

Der Vollständigkeitshalber: Da steht noch "Zwangsbehandlungen und Untersuchungen sind strafbare Körperverletzungen, vor der sich alle Mitarbeiter hüten sollten". Dazu muss man sagen, in der Medizin stellen sämtliche Behandlungen Körperverletzung vor der Gesetz da. Sobald ich jemanden eine Impfung verpasse, begehe ich eine Körperverletzung. Wenn jemand dir Blut abnimmt, begeht er eine Körperverletzung an dir. Und über das Thema Zwangsbehandlungen hab ich schon genug gesprochen. 

Noch ein großartiger Satz: "Sie dürfen gefährlich gegen sich selbst und andere sein, solange Sie nicht gegen geltendes Recht verstossen." Schwammiger Satz, aber genau das predige ich hier doch die ganze Zeit. Ein toller Satz im Krankenhaus: Jeder hat das Recht auf Verwahrlosung.  In meiner Laufbahn habe ich genug Leute kennen gelernt, die es vorzogen nur an Weihnachten und Ostern zu duschen - und ansonsten gar nicht. Natürlich stinken sie bestialisch, ich kann nur durch den Mund atmen, wenn ich mal kurz zum Blutdruckmessen rein muss --- so geschehen, grade letzte Woche. Die halbe Station roch penetrant nach Ausdünstungen, die ein halbes Jahr nicht weggewaschen worden waren von einer einzigen Person. Wir konnten das Zimmer selbst nach Entlassung zwei Tage trotz Dauerlüften nicht belegen, weil es so stank. Fünf Duftsteine und zwei Flaschen Raumspray später roch es kein deut besser als zuvor, erst meine Räucherstäbchen brachten halbwegs Besserung ... und so laufen die Leute durchs Leben. Und sie dürfen es, weil sie das Recht darauf haben. Ich darf solche Menschen nicht zwangsduschen oder ähnliches. Ich darf nicht mal ihren pilzbefallenen Körper behandeln, wenn sie das nicht wollen. So ist die Gesetzeslage, wieso dazu noch ein Stück Papier?

Ein Fazit: Ich kann vieles machen ohne in die Psychiatrie gesteckt zu werden: Ich kann mich wochen-/monatelang betrinken soviel ich will. Ich brauche nicht duschen, Jahre lang. Ich kann in Müllsäcken bekleidet zum einkaufen gehen, ich kann Schulden im 6 stelligen Betrag anhäufen,  ich darf mich mein ganzes Leben lang nur von Bananen ernähren, ich darf all meiner weltlichen Besitztümer entsagen und Mönch werden. Ich darf mich ganzkörpertätowieren, ich darf meine Meinung zu allen nur denklichen Themen äußern so oft und soviel ich will. Ich muss nicht mal meinem frischen Herzinfarkt behandeln lassen ohne in eine Psychiatrie gesteckt zu werden. Was ich nicht darf: mir selbst schaden (Alkohol trinken ist auch ein gewisser Schaden), aber ich spreche von: ich versuche mir mit dem Brotmesser den Kopf abzutrennen. Das darf ich nicht (verständlich oder?)  Eine Statistik sagt, 85% der Menschen, die einen Suizid überleben, versuchen es nicht nochmal. Sollten wir solchen Menschen helfen oder sagen: "Mach was du denkst. Ist dein Leben, du bist selbstverantwortlich. Hier ist so ein cooles Papier, was dem Psychiater verbietet dir zu helfen." das nur zu "eigentgefährdend".

Fremdgefährdend finde ich viel unheimlicher. Der Typ mit der Axt ist ein krasses, extremes Beispiel, aber häufig sind fremgefährdende Menschen, einfach Leute, die gesoffen haben und eine Art "Blutrausch" durchleben. Ehemänner, die ihre Frauen im Suff prügeln, und die die Polizei rufen. Möchte ich, dass so ein Typ mit einem scheiss Blatt Papier wedelt und lallt: "Ihr nehmt mich nicht mit, ich hab scheiss Pat.Verfü!" Dann geht die Polizei wieder, der Typ ist dreimal so sauer und prügelt seine Frau halbtot, anstatt einen Tag mal in der Geschlossenen zu verbringen damit die Alte ins Frauenhaus abhauen kann.

Über einen Satz stolpere ich außerdem (sinngemäß, nicht Zitat): "Wenn Sie Hilfe annehmen wollen, muss man Ihnen das schmackhaft machen" Sehe ich generell genauso - aber wer hat denn Bock dem alkoholisierten Frauenschläger seine Therapie schmackhaft zu machen?  "Gewalt und Zwang werden ausgeschlossen" Wie schon erwähnt, die Zeiten mit Gitterstäben und Zwangsjacken sind Vergangenheit. In Deutschland strebt man eine "sanfte" Psychiatrie an. Das bedeutet eben genau das: weniger Zwang und Gewalt. Gespräche, Verständnis zeigen usw. Alle Krankenschwestern/-pfleger, Psychologen und Psychiater werden drauf gecoucht Eskalationen zu vermeiden.

Kleines Beispiel: Ich habe eine demenzerkrankte Patientin auf Station. Jeden Abend das gleiche: Die Sonne geht unter, sie weiss nicht wo sie ist, sie wird unruhig, erkundet die "neue" Station, ist völlig aufgebracht und denkt, man habe sie in ein Pflegeheim abgeschoben. So eine Frechheit! Sie war jeden Abend aufgebracht, wütend, lief umher, schimpfte, beschimpfte die anderen Patienten alle würden unter einer Decke stecken, so eine scheiss Situation aber auch! Wie reagiere ich als Pfleger: "Frau Meyer! Jetzt ist aber Schluss! Ab ins Zimmer, sofort! Was soll der Scheiss?! Sei verdammt nochmal ruhig! Sie wecken alle anderen! Sie verhalten sich wie ein Kleinkind! Hör auf zu schreien oder ich werde mal richtig laut!" DAS ist das Verhalten, das nicht geht. Wie reagiert Frau Meyer auf mein Verhalten? Sie dreht komplett frei und ich hab den restlichen Nachtdienst super Stress. 

Ich wurde gecoucht mich anders zu verhalten - gut, Einfühlungsvermögen gehört auch dazu - ein professioneller Mitarbeiter verhält sich anders. Ich bin dann zum Beispiel ruhig geblieben, bin auf Frau Meyer zu gegangen, gleich Hand geschüttelt "Hey Frau Meyer, schönen guten Abend, wie geht es Ihnen heute?" - Sie dann: "Ich bin in ein Pflegeheim abgeschoben worden! So eine Frechheit! Sie brauchen gar nicht so freundlich zu tun!" Ich dann wieder: "Mensch Frau Meyer, wir kennen uns doch. Gerda, nicht wahr?" - "Ja" - "Mensch Gerda, ich mach uns mal ´nen Tee, ja?" Frau Meyer: "Ja, ich muss Ihnen da gleich was sagen, ich wurde in ein Pflegeheim abgeschoben!" - "Nein! In ein Pflegeheim?" - "Ja, für SENILE!" - "Sie?! Frau Meyer, Sie sind doch nicht senil!" - "Ja aber meine Söhne meinen das immer!" - "Mensch, Gerda, Ihre Söhne denken auch Sie können nix mehr!" - "Mein Reden, Herr Pfleger!" - "Wie heissen denn Ihre Söhne?" - "Gerd und Harald, und sie denken ihre alte Mutter ist senil!" - "Da denken die Kinder, sie müssten sich um die Mutter kümmern, verrückt oder?" - "Jaaaaa, endlich versteht mich jemand!" Am dritten Abend hatte ich kein Problem mehr mit "Gerda", immer noch verwirrt udn wusste nicht recht, wo sie war, aber sie hat mich gesehen und merkt: den Typen kenn ich und der war nett zu mir. Sie weiss nicht, wieso, aber irgendwas war da. Das ist der Unterschied zwischen Eskalation oder Deeskalation. Wenn ich nett bin als Pfleger, sind die Patienten nett zu mir. Ganz einfach. Und ich muss sie ernst nehmen, auch wenn ich Sätze höre wie: "Da sitzt ein Elefant auf der Gardiene!" Ja, ich habe auch schon imaginäre Elefant aus Patientenzimmer getragen - und selbst die waren schwer!

Ich muss es nochmal betonen, weil ich eine Frau heiraten werde, die täglich mit diesen Vorurteilen kämpft: In der geschlossenen Psychiatrie sitzen die Leute nicht sofort in Zwangsjacken, wenn sie die Schwester falsch angeguckt haben. Steffi muss sich anspucken und beschimpfen lassen, eine Zeit lang ist sie täglich mit neuen blauen Flecken nach Hause gekommen und sagte nur schulterzuckend: "Die Patienten eben." Ein Patient hat ihr mal ein Büschel Haare ausgerissen und sie kommentierte es zuhause mit: "Der war halt krank und dachte, ich sei böse." Nicht umsonst haben Mitarbeiter in geschlossenen Einrichtungen zu ihrem eigenen Schutz Notfallpieper in der Tasche, falls sie angegriffen werden - was zeitweise täglich vorkommt. Ich hab meine Verlobte mal gefragt, ob sie Angst habe auf ihrer Station zu arbeiten. Sie sagte, sie hätte mehr Angst in der öffentlichen U-Bahn, denn da kenne sie die Diagnosen der Personen nicht und hätte keinen Notfallpieper in der Tasche. In den sechs Jahren, in denen Steffi dort arbeitet, habe ich einige schlimme Geschichten gehörte, angefangen von einem gebrochenen Handgelenkt eines Mitarbeiters bis zu versuchten Vergewaltigungen gegenüber den Krankenschwestern. Und diese Patienten würden sich in der freien Wildbahn genauso verhalten, wenn nicht sogar schlimmer - das sind keine Kriminellen, das sind sehr, sehr, sehr kranke Menschen, die ihr Leben nicht auf die Kette bekommen wie unsereins und reale Probleme habe, die in meinem schlimmsten Alpträumen nicht mal vorkommen.  Und allermeistens haben genau diese Menschen keine Ahnung davon, dass sie krank sind und sich wirklich dringend behandeln lassen müssen. Stattdessen wird im Internet mit einem tollen, neuen Papier geworben, mit dem man möglichst eine Behandlung vermeiden kann und so schnell wie möglich sein gewohnt, meinst "beschissenes" Leben weiter führen kann. Wenn man ein beschissenes Leben führen möchte, ist das jedem selbst überlassen. Aber wenn man vorher mit einer Axt über einen Kinderspielplatz gelaufen ist und laut Drohungen über die Tötung eines Mensches ausgestossen hat, gehört man in Behandlung. Mit oder gegen seinen eigenen Willen. Der Axt-Typ war im übrigen scheinbar in Behandlung, läuft alleine und ohne Begleitschutz durch die Nachbarschaft. Ich sehe ihn häufig beim Einkaufen, er wirkt jetzt wesentlich entspannter. 

Wenn jemand nachlesen möchte, worüber ich mich hier endlos aufrege, hier die Homepage: www.patverfue.de

Für Anregungen, Kritik, Diskussionen, Fragen etc. bin ich wie immer empfänglich und dankbar - und die Rechtschreibfehler und die vergessenen Worte überlest ihr alle besser, wie gesagt, ich hatte sechs Nachtschichten und bin immer noch völlig fertig.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenKREATIV schreibt am 24.05.2013 um 06:50 Uhr:Bin zwar kein Psych, hab' aber die Tage ne "normale" Patientenverfügung ausgefüllt.

    Dein Eintrag gibt aber zu Denken, weil man als Leie nicht an Situationen denkt, wie du, der fast täglich damit konfrontiert wird.

    Es gibt tatsächlich Momente, in denen es besser wäre/ist, in denen man Hilfe bekommt. Es kommt wohl auf
    die jeweilige Krankheit und Stituation an.
    Deshalb sollte die PV spätestens alle zwei Jahre durch eine erneute Unterschrift bestätigt
    und kann auch jederzeit widerrufen werden.


    Hier mal die Website von "meiner" PV:

    http://www.kaufbeuren.de/Rathaus/aemter-Abteilungen/Arbeit-Soziales/Betreuungsstelle-behoerde-d er-Stadt-Kaufbeuren/Persoenliche-Vorsorge-durch-Vorsorgevollmacht-Betreuungsverfuegung-Patientenverf uegung.aspx
  2. zitierenRyan schreibt am 24.05.2013 um 16:44 Uhr:@KREATIV
    Eine "normale", gängige Patientenverfügung, bzw. Vollmacht, wie du sie ausgefüllt hast, macht durchaus Sinn - dagegen will ich auch gar nichts sagen. Uns im Krankenhaus helfen solche Dinger ungemein.

    Wovon ich spreche ist diese "pseudo" Verfügung, die nur speziell gegen eine psychiatrische Diagnosestellung, bzw. Behandlung ausgefüllt wird - und natürlich bei Zielgruppe auf großen Zuspruch stösst.

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