Boys don´t cry

13.09.2012 um 02:58 Uhr

Ryan, der Vegetarier

von: Ryan

Musik: Florence & the Maschine - Between two Lungs

Ich bin Vegetarier - seit ... ich muss überlegen ... 3 oder 4 Monate müssten es jetzt sein. Ich gehe damit nicht hausieren. Hallo, hört, hört, Ryan ist VEGETARIER! Ihr alle seid schlecht weil ihr noch Fleisch esst. Hört, hört, ich bin VEGETARIER!! Nein das mache ich nicht, ich beschmeisse die Fleischtheke im Edeka nicht mit Farbbeuteln, das war eher eine persönliche Entscheidung.

Ich höre immer die Frage: "Wie isses gekommen? Du hast doch letztens beim Grillen noch Würstchen gegessen?" Ja, das hab ich wohl. Ich saß abends vorm Fernseher, und Steffi und ich haben eine Reportage über Indier gesehen (haben bestimmt ganz viele von euch auch), über die unterste Kaste, die super arm sind. Ich glaube, diese indischen Männer und Frauen war es nicht gestattet aufgrund ihrer Kaste etwas wie Reis oder Getreide anzubauen, also sind sie auf die Felder Reisbauer und haben die Ratte ausgeräuchert und sich von denen ernährt. Und von dem Reis, den die Ratten in ihren Bau gesammelt hatten.

Und das fand ich abgrundtief schlimm. Dazu muss ich vielleicht erklären, dass ich seit Jahren stolzer Rattenhalter bin. Wir haben in unserer Wohnung einen riesengroße Käfig mit mittlerweile 6 Ratten. Alle haben Namen, 4 sind so zahm, dass sie mir sofort auf den Arm oder die Schulter springen, wenn ich die Käfigtür öffne. Ich hab Ratten seitdem ich 16 bin. Meine jetztigen hab ich seit Anfang des Jahres, sie waren so winzig als ich sie gekauft hab. Alles meine Babys. Ja, ich weiss, viele Menschen finden Ratten eklig. Ich finde, es sind beeindruckende Tier. Intelligent, jede meiner Ratten hat seinen eigenen Charakter. Eine benutzt mich als Klettergerüst, eine andere krabbelt sofort in eine Kleidungsniesche und bleibt da sitzen. Eine beisst, sie hasst mich, aber das ist okay, das ist unsere Beziehung zueinander. Eine Ratte gehört Steffi, sie war erst gegen Haustiere. Aber ich hab dann gesagt, sie kann sich auch eine aussuchen und die gehört dann ihr. "Äh, bin ich ein Kleinkind, oder was?" Aber als wir dann beim Züchter standen, kam von Steffi: "Die da, das soll meine sein!" - "Ach, du bist kein Kleinkind?" - "Ich will die, die ist am allerniedlichsten!" Steffi hat ihre Marla getauft. Manchmal steht sie vorm Käfig, schaut den Ratten bei ihrem Rangkämpfen zu und sagt so Sachen wie "Go Marla, go Marla, go Marla!"

Um´s kurz zu machen, mir war unbegreiflich wie Menschen Tiere essen können, die ich als Haustiere und Lebensgefährten beherberge. Und dann kam mir der Gedanke, wie kann ich Tiere essen, die diesen Menschen heilig sind (Kühe, für alle die es nicht wissen). Und wo ist der Unterschied zwischen Rattenfleisch, Kuhfleisch, Hundefleisch oder gar Menschenfleisch? Und das Erschreckende: Es gibt keinen Unterschied. Fleisch ist Fleisch.

Ich muss dazu sagen, ich war nie der große Fleischesser. Ich mag Würstchen, aber mehr als 3 kann ich nicht essen, dann hab ich den Geschmack über. Steaks mag ich nicht. Mochte ich noch nie. Ich hab als Kind schon angefangen zu würgen, wenn ich auf einen Fleischknorbel gebissen hab. Es gibt nix ekelhafteres für mich als Knorbel.  Deswegen meide ich seitdem ich denken kann Schweine- und Kuhsteaks. Wenn Steffi und ich essen gegangen sind, hat sie meistens Rindersteaks bestellt (oh wir haben so eine gutes Steakshaus um die Ecke) und ich bin dann meistens bei Pute oder Hähnchen geblieben. Geflügelfleisch mochte ich echt gerne. Ich hab eigentlich immer versucht auf Geflügel umzusteigen, weil - ist gesünder. Geflügeldöner, Geflügelwurst - das war so auf meinem Einkaufszettel.

Seit Anfang des Jahres versuch ich schon auf Eier zu verzichten. Wenn überhaupt dann Bio-Eier. Ach, die sind so teuer, aber auch diese Idee entstammte dem Fernsehen. Ich hab gesehen, dass männliche Küken vergast oder geschreddert werden. Wieder panischer Blick zum Fernseher, entsetzte Frage: "Warum wusste ich das nicht?!" Und dann die Entscheidung keine Eier mehr zu essen, bzw. zuerst nicht mehr zu kaufen. Ich will das mit meinem Geld nicht unterstützen.

Anfangs wollte ich nur kein Fleisch mehr essen wegen den Ratten aus Indien, die regelmäßig zu Suppe verarbeitet werden. Aber dann war mein Hunger auf ´nen Cheeseburger nach ´nem harten Spätdienst größer. Cheeseburger fehlen mir besonders muss ich zugeben. Aber ich hab mich dann über Massentierhaltung in Deutschland ein wenig schlau gemacht. Ich war auch echt so klever mir zu überlegen, nur auf rotes Fleisch zu verzichten so alla: "Hühner und Fische sind so doof, die ham´s irgendwie verdient zu sterben und gegessen zu werden. Kühe und Schweine haben sicherliche eine Seele, aber Hühner picken ja nur den ganzen Tag." Nein, falsch.

Ich hab sicherlich 3-4 Bücher gelesen zu Massentierhaltungen - und die Geflügelhaltung ist ja fast die Schlimmste, stellte sich heraus. Dann hab ich mich angefangen mit Vegetariern auseinander zu setzen. Freunde und Bekannte, die es nun mal sind, aber die man immer belächelt hat. Wenn die abends angetrunken anfingen über Massentierhaltung zu philosphieren, hab ich wie die meisten anderen Fleischessern abgeschaltet und nicht mehr richtig zugerhört. Immer diese militanten Vegetarier, Weltverbesserer, Ökos!!

Ich hab mich jetzt mit einigen auseinander gesetzt, unter anderen mit einer Freundin die Tierärztin ist. Und sie hat vorher echt gerne Fleisch gegessen und war die Lauteste, die "Scheiss Vegetarier!" gebrüllt hat. Und sie ist als Tierärztin in den "Bauernhöfen" gewesen, wo Kuh an Kuh steht und niemals Sonnenlicht sieht, wo sich die Puten halbtot treten, weil sie zuwenig Platz haben um alleine in der dunkeln Halle am Boden zu leben. Sie war in Schlachtbetrieben, wo völlig abgestumpfte Arbeiter halblebende Tiere zerteilen, die ihren Todestoss überlebt haben. Und grade diese Freundin, die sonst so kaltschnäuzig solchen "Ökos" gegenüber getreten ist (ich kenn sie mein halbes Leben lang, und sie war echt nie ein besonders mitfühlenden Mensch), sagte zu mir: "Mein Freund hat neulich Gulasch gekocht, ich konnte das nicht essen. Ich konnte es nicht. Ich glaube, ich kann nie wieder sein tolles Spezial-Gulasch essen."

Und nach solchen Gesprächen und einfach zu vielen Argumenten, warum man kein Fleisch essen sollte, kam die Entscheidung es nicht mehr zu tun. Ich möchte es nicht glorifizieren oder es als besonders Tugenhaft beschreiben, aber es ist wirklich so, als ob ich etwas nicht wahrhaben wollte, aber mich jetzt damit auseinander gesetzt habe. Nämlich das Thema Massentierhaltung. Jeder weiss es. Kühe produzieren irre viel Co2, von dem Getreide, was man an Rinder verfüttert könnte man ganze Landstriche vorm Verhungern retten. Ja, wir leben in einer Überfluss-Gesellschaft. Bestes Beispiel, wir schütten Lebensmittel in unseren Tank anstatt mal 5 oder 10 km mit dem Fahrrad zu fahren. Ich als führerscheinloser Fahrradfahrer darf das sagen. Ich hab seit über 2 Jahren nicht mal mehr ´ne Karte für den Bus, ich fahr echt bei jedem Wind und Wetter mit dem Rad - und das in verregneten Hamburg.

Ein Öko bin ich trotzdem nicht. Ich bin eher ein Pudding-Vegetarierer. Man unterstellt Vegetarierer ja immer gerne eine gesunde Nahrungszufuhr. Ja ... ich nicht ... nö ... ich esse Kartoffeln am liebsten in der frittieren Form. Pommes und Kroketten würde ich sofort jedem Gemüseauflauf vorziehen. 

Was für mich neu ist, seitdem ich mich gegen Fleisch entschieden hab, ich latsche ab und an in Bio-Läden rum, in der hoffnungsvollen Suche nach pflanzlichen (von mir aus auch chemischen) Fleischersatz. Aber ich finde nix. Ich hab mich zwischendurch an Tofu versucht ... boah, Tufo, mein Hass-Wort 2012. Ich hasse Tofu. Es schmeckt nicht. Unwissender Weise dachte ich wirklich, Tofu würde nach Fleisch schmecken. Wieso gibt es nichts, was halbwegs den Fleischgeschmack imitieren kann?  Tofo-Salami, die nach Salami schmeckt und nicht nach Tofu? Steffi und ich sind grade viel am ausprobieren, immerhin bin ich der Koch in der Familie, Steffi isst weiterhin Fleisch. Ich bin ja tolerant, ihr Schnitzel darf sogar neben meiner Aubergine in der Pfanne brutzeln. Aber Steffi isst deutlich weniger Fleisch, weil ich eben öfter die Entscheidung über das Essen fälle, was ich eben koche. Ich koche viel mit Gemüse-Pattis, Gemüsesticks gibt es anstatt Fischstäbchen, vegetarisches Pilz-Schnitzel anstatt Putenschnitzel. Anstatt Hackfleisch in der Lauchsuppe schwimmt bei uns jetzt was vegetarisches names "Schnetzel" drin rum. Macht´s gehaltvoller wegen Eiweiss und so, aber ich glaub ich lass das Zeug bald raus, das schmeckt nämlich nach nix. 

Ganz, ganz super strenger Vegetarier bin ich auch nicht. Das Allereinzigste was ich mir noch gönne, um nicht ganz die Lust am Essen zu verlieren ist ein wenig Fisch. Ich hab früher viel Fisch gegessen, weil ist ja gesund und so. Ich hab meinen Fischkosum "nur" stark reduziert. Ganz ab und zu Sushi mit Lachs und Tuna. Alle 6 Wochen wenn´s hoch kommt. Sonst gar nicht, auch keine Fischstäbchen - und ich liebe Fischstäbchen. Schön Zitronensaft drauf, schön knusprig mit Kartoffelbrei und Spinat ... 

Ich muss sagen, am Anfang hab ich gar nicht so mitbekommen was Vegetarismus so bedeutet. Aber mit der Zeit merke ich die Entbehrungen. Neulich kam ich ziemlich spät in die Kantine im Krankenhaus, hatte wirklich Hunger und die Küchenfee sagte sowas wie: "Ryan, ich will ehrlich sein, ich kann dir Joghurt anbieten. Wir hatten heute nur Gerichte mit Fleisch und die Beilagen sind leer." - "Okay, 4 Becher Joghurt?" - "Ryan, es sind nur noch 2 da." (ich war echt spät dran) - "Gut, dann nehme ich die beiden." Früher, als ich noch Fleisch gegessen hab, hätte ich die restlichen 4 Würstchen gegessen.

Man ist echt eingeschränkt. Wenn ich jetzt essen gehe, brauche ich die Fleisch-Kategorien auf einer Speisekarte nicht lesen. Fällt alles raus. Neulich war ich echt sauer. Steffi und ich wollten schön essen in einem Restaurant, was wir nicht kannten und es gab - und ich übertreibe nicht - es gab nur 3 Gerichte ohne Fleisch auf einer 25-Gerichte-Speisekarte. Steffi hatte eines der bestens Steaks ihres Lebens (nach ihrere Aussage) und ich hab lustlos in meinem Salatteller rumgestochert. Wenn es zum Salat wenigstens gutes Brot geben würde, aber nein, es ist immer dieses furchtbare 20 Cent-Aufback-Baguett.

Ich musste leider feststellen, dass Restaurants generell unflexibell sind. Anstatt Pommes Bratkartoffeln zu bekommen ist meist kein Problem, aber ein Burger ohne Fleisch überfordert alle. Ich mochte in einem meiner Lieblings-Lokalitäten immer den Burger. Und ich hab´s echt versucht: "Ich möchte so gerne euren Cheeseburger, aber ich ess kein Fleisch mehr. Kann ich den ohne haben?" - Bedienung: "Hä, wie soll das denn gehen?" - "Ich nehm den Burger, aber ihr lasst das Fleisch einfach weg. Leg auf das untere Brötchen einfach die Scheibe Käse, Salat, Burgersauce, oberes Brötchen. Ich bezahle auch den vollen Preis als wenn da Fleisch drauf wäre." Und dann die Antwort die ich liebe: "Das können wir nicht machen." Warum nicht??!! "Also entweder sie nehmen den Burger mit Fleisch oder die Gemüsepfanne." Unflexibilität ist auch so typisch Deutschland.

Richtig leid tat´s mir neulich für meine Oma. Sie hatte meine Brüder und mich eingeladen zu ´ner Feier. Büffett, super schön angerichtet. Bestimmt 30 Leute, wenn nicht sogar mehr bei meiner kleinen Oma in ihrer kleinen Wohnung. Und Essen ist ja alles für die Kriegsgeneration. Und es gab so Sachen wie Kartoffel- und Nudelsalat natürlich mit Fleischwurst. Kartoffelsuppe mit Mettenden, Frikadellen, Würstchen im Speckmantel, Würstchen im Blätterteigmantel und so weiter und so fort. Steffi stand gleich als erste am Büffet und ich wusste, dass meine Oma selbst das Brot mit Speck anbrät. Dann kam Oma ganz besorgt an: "Junge, warum isst du nicht, bist du krank?" - "Nee Oma, ich kann das alles nicht essen, ich bin Vegetarier." Und es ist so grausam den traurigen Blick seiner eigene Oma zu sehen. Ich hätte auch sagen können: "Oma, dein Essen schmeckt scheisse, ich ess davon NIX!" Sie hätte genauso geguckt, und sich wahrscheinlich genauso gefühlt. Ich hätte natürlich auch so ein Würstchen essen können, Oma sagen, wie furchtbar gut sie gekocht hat und alles wäre in bester Ordnung gewesen. Aber das geht nicht.  Stattdessen ist Oma mit mir an der Hand durch die Küche gestapft und hat krampfhaft nach Lebensmittel gesucht, damit sie mich fleischlos satt bekommt. Und das Ende vom Lied war, dass Oma sich nochmal 15 Minuten an den Herd gestellt hat, um mir Zuckernudeln zu kochen, ich die ganze Zeit neben ihr stand, sowas sagte wie: "Das muss nicht sein, ich ess den Nudelnsalat, ich geb Steffi oder Christopher die Wurststücke." und Oma trotz größer Vorbereitung 20 Minuten ihrer Feier verpasst hat, nur weil sie sich genötigt fühlte mir ein vegetarisches Gericht zuzubereiten. Und das langfristige Dilmma: Ich weiss jetzt schon, was ich bei jeder Familienfeier zu essen bekomme: Zuckernudeln. Die anderen essen Bratkartoffeln mit Speck, Rotwein-Sauce, gedünsten Brokkoli und ein Stück Lammfilet - und ich bekomme eine Teller mit Nudeln, triefend vor Butter, überstreut mit weissem Rohrzucker. "Ryan, nimmst du zu deinen Nudel Wasser?" - "Nee, ich hätte gerne auch Rotwein." - "Aber das passt nicht zu deinen Nudeln." - "Ich weiss, ich nehm trotzdem Wein, randvoll das Glas, vielen Dank."

Es ist nicht leicht, aber ich denke trotzdem, das es das wert ist. Mein Bruder fing zum Beispiel an zu diskutieren: "Also wir essen nur fair-trade Fleisch. Wir fahren einmal die Woche zum Bio-Bauernhof nach xy-Arsch-der-Heide, da werden nur glückliche Küche geschlachtet." Ja, aber er isst trotzdem Mett-Brötchen vom Kiosk und Grützwurst von Oma. Das ist nicht fair-trade. Und halbwegs akzeptable Schlachtmethoden gibt es auch noch nicht. Egal ob die Kühe vorher glücklich waren oder nicht. Aber ich hab nicht vor jemand zu sein, der dauernd diskutiert oder Nachts in Massentierbetriebe einbricht und Mörder auf deren Viehställe schmiert. Nein, ich will nur jemand sein, der diese Konzertmaschinerie mit seinem Geld nicht unterstützt. Auch wenn das heisst auf Familienfeiern Zuckernudeln zu essen zu bekommen anstatt Bratkartoffeln.

Im Moment bin ich noch in einer Phase, in der ich noch sehr genau weiss wie köstlich Fleisch ist. Nach ´nem besonders harten Nachtdienst hab ich häufig frisches Mett vom Fleischer geholt. Und das mit frischen, noch warmen Brötchen, Zwiebeln und Pfeffer - geil. Geflügelwürstchen einer gewissen bekannten Marke, hab ich sehr häufig als Snack genutzt. Oder wenn ich betrunken von einer Party kam, hab ich mir diese "Toast-Don´t call it Schnitzel" Dinger gemacht. Hot-Dogs, Cheeseburger, Mettenden mit Grünkohl. Oma´s Grützwurst. Putensteaks mit Kräuterbutter, Flammenkuchen mit Speck. Alles Dinge, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Alles Dinge, die ich unglaublich gerne mag - aber nicht esse. Und das finde ich gut.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGewuerzgurke schreibt am 13.09.2012 um 11:55 Uhr:Respekt. Ich denke da auch seit geraumer Zeit drüber nach, aber ich glaube, ich bin einfach zu schwach. Da mein Freund Vegetarier ist koche ich zwar oft Vegetarisch und finde das auch okay, es gibt ja trotzdem echt leckere Sachen. Aber wenn ich nur für mich koche...das schaffe ich einfach nicht.
  2. zitierenNymphadora76 schreibt am 13.09.2012 um 19:49 Uhr:Ich habe letztens einen Fernsehbeitrag über einen Fleischersatz aus Lupinenbohnen gesehen. Soll angeblich viel besser schmecken als Soja/Tofu. Vielleicht wäre das eine Alternative für Dich?
  3. zitierenAlba schreibt am 13.09.2012 um 20:56 Uhr:ich denke, mit der zeit wirst du merken, dass es die nichtvegetarier sind, die immer wieder diskussionen anzetteln. wie du es ja schon von deinem bruder beschreibst.
    ich bin seit 14 jahren vegetarier, und ich habe noch nie, wirklich nie, von mir aus eine diskussion über ernährungsweisen angefangen, und ich erwähne es auch nur wenn jemand nachfragt warum ich dieses oder jenes nicht esse. aber es geht auf keine kuhhaut (haha), was ich mir von nichtvegetariern anhören musste - vor allem deren automatische rechtfertigungen und ausreden. nervt.
    zum tofu - da gibt es wirklich große unterschiede in der geschmacksqualität. ich finde die alnatura-sachen ganz lecker. bei verschiedenen supermarktketten gibt es ja auch tofuprodukte, aber da ist es ein rumprobieren, was man von der jeweiligen marke mag, und was nicht...
    viel erfolg beim durchhalten :).
  4. zitierenKris schreibt am 14.09.2012 um 02:39 Uhr:Oha, Moin!
    Schön, dich wieder zu lesen!
    Kann Alba nur zustimmen, gibt echt Geschmacksunterschiede, aber so richtig will Tofu mir nur in der Bolognese ganz kleingekrümelt schmecken bisher. Wobei ich den Lupinenkram nicht probiert habe bisher, werde ich aber auch noch. Soll ja toll sein- im Gegensatz zum Soja nicht genverändert, gut für den Körper usw.

    Kann hart sein am Anfang, wenn man noch weiß wie Fleisch schmeckt, wie du ja schreibst.
    Aber jemand mit deinem Willen schafft das schon.
    Je mehr ich mir Gedanken über meine Ernährung macht, desto weniger mag ich noch essen, desto mehr muss ich für mich auf andere Produkte ausweichen. Ohne dir Fisch madig machen zu wollen- aber wenn du nicht grad vom Kutter frisch kaufst, ist das doch immer Schleppnetz, oder Zuchtbecken mit Antibiotika und Co.... und wenn ich bedenke was so alles ins Meer geleitet wird, vergehts mir selbst mit frisch gefangenem Fisch...

    Je länger man kein Fleisch isst, desto weniger hat man danach Verlangen... (zumindest gehts mir so, und diesen Ekel bei Knorpeln habe ich übrigens auch ;) )
    Komischerweise ändern sich sogar die Vorlieben und der ganze Geschmack.
    Ich ess seit ner Weile "gesünder", also weniger Zucker zum Beispiel, kein Weißmehl mehr, usw. Möglichst wenig verarbeitete Produkte, nix mit Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern und sonstigem Scheiss.
    Und mittlerweile finde ich alle möglichen Süßigkeiten einfach ZU SÜSS.
    Schmeckt mir nimmer. Vollkornbrot ist eh gesünder, sättigt länger- und ganz ehrlich: leckerer.
    Wieviel Scheiben Toast soll ich essen? 8? Dann lieber 2 Scheiben Vollkornbrot, da ist man(n) länger satt.

    Meine Freundin ist aufgrund von Allergien usw. ziemlich extrem was die Ernährung angeht (alles super gesund) und seitdem gehts ihr deutlich besser, find ich natürlich gut. Jedenfalls backen wir deswegen unser Brot selber (klingt nach totalem Öko-Terror :D ist es aber nicht), ist einfach nur gesünder und günstiger, und man weiß, was drin ist!

    Auf die Idee mit den Hühner kam sie auch, aber zum Glück ist sie dann tierlieb genug, dass ich sie von solchen Ideen abbringen kann, wenn ich sowas sage wie "ich will keine Tiere einsperren- mach ich das nicht, holt der Fuchs sie nachts, und daher lassen wir das."

    Schau halt mal durchs Reformhaus, da findest super viele Produkte, kannst so viel neues ausprobieren, da hast keine Zeit, Fleisch zu vermissen ;)
    Und wenn dir die Preise zu happig vorkommen, überleg mal, was so ne Packung Wurst kostet, und wie weit man damit kommt- nicht so weit.
    Mein absoluter Renner: Mandelmus! Das weiße. Superlecker und n bissl gesund. (Am Anfang schmeckte es mir nicht, weil öde. Aber wenn man es 2, oder 3 mal isst, schmeckt es sogar süß)
    Oder Ernussmus zb.
    Probier dich durch, so n Glas reicht ne Weile. :)

    Fu** ist das spät, ich muss schnell heia- ausserdem hab ich dich genug vollgetextet, obwohl ich noch mehr dazu sagen könnte, ich glaub, du bist bedient :D

    Off Topic, aber fiel mir zu deinen Ratten/Hund ein:
    Ich hatte früher immer Haustiere, mehrere Hamster, sogar Exoten wie Streifenhörnchen und Degus.
    Aber mittlerweile stehe ich auf dem Standpunkt, dass das alles nur den Vermehrern (Züchter kann man das in 95% der Fälle nicht nennen) genutzt hat, niemandem sonst...
    Wegen mir soll kein Tier mehr eingesperrt werden, egal wie viele Stunden Freilauf ich einrichten kann... wegen mir soll kein Tier in Gefangenschaft geboren werden und darin sterben.
    Ein Hund (ich liebe Hunde, gibt nix besseres- am liebsten nen Jack-Russel) oder eine Katze kann ich mir bisher immer noch vorstellen, das ist meiner Meinung nach was anderes, aber da meine Freundin die Haare nicht abkann, muss ich darauf wohl verzichten.
  5. zitierenJenny schreibt am 28.09.2012 um 16:28 Uhr:Herzlichen Glückwunsch zu der entscheidung, glaub mir fleisch wirst du nur am anfang vermissen, wenn überhaupt,
    die ernährung wird viel vielseitiger, man probiert automatisch neues aus... gemüsesorten, dessen name man vorher nicht kannte ;)
    das internet ist ja auch voll mit tollen rezepten..
    und was das essen gehen angeht... in hamburg gibt es bestimmt vegetarische/vegane restaurants! mal in foren nachfragen, da haben sicher viele tipps für dich

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