Boys don´t cry

22.06.2007 um 16:16 Uhr

Tag 5 - Zwischenbilanz

von: Ryan

Es ist stressig - alles im Moment. Ich bin müde und furchtbar kaputt.

Wie läuft mein Leben ab? Aufstehen, duschen, zur Arbeit ... nach Hause kommen, lernen, lernen, lernen, dann Treffen mit meiner Lerngruppe. Irgendwann spät Nachts nach Hause, schlafen, wieder aufstehen, duschen und so weiter und so fort. So geht das schon die ganze Woche. Nebenbei ernähre ich mich nur noch von Müll - nix mehr mit gesunder Ernährung. Wir gehen oft essen oder holen uns aufm Weg zur Lerngruppe Pizza, Pommes oder ähnliches. Ich esse viel zu viel Süßkram. Schokoladenriegel bevorzugt, obwohl ich keinen Hunger hab, aber ich merke, dass mir der Zucker fehlt um richtig denken zu können. Trotzdem hab ich abgenommen, vielleicht weil ich so unregelmäßig esse und eigentlich gar keinen Hunger mehr hab. Ich trinke zuviel Kaffee, Cola und Energy Drinks - irgendwie muss ich mich ja hochpowern, wenn ich eigntlich totmüde bin aber dringend noch was ausarbeiten muss. Und rauchen ... mein Gott, ich hab selten Zeiten in meinem Leben gehabt, wo ich täglich SOVIEL geraucht hab wie im Moment. 1,5 Schachteln minimum, meistens eigentlich noch mehr als 2.

Steffi und ich - sehen uns selten. Also selten so, dass wir Zeit NUR MITEINANDER verbringen. Das kommt eigentlich so gut wie gar nicht vor. Gestern Abend mal kurz, weil sie bei mir geschlafen hat - aber ansonsten lernen wir zusammen mit zwei anderen Kollegen oder sind eben auf der Arbeit - wo wir ja offiziell nicht zusammen sind. Irgendwie ist das ne ganz seltsame Situation. Wir sehen uns so oft und trotzdem isses total anders. Wir freuen uns beide über jede kleine Geste oder Blick vom anderen. Reden tun wir kaum miteinander, höchsten über berufliche Dinge oder um was wegen dem Lernen abzusprechen. Und sobald wir in der U-Bahn sitzen, fallen wir halb übereinander her. Heute hab ich zum Beispiel bei ihr geschlafen, bin extra 10 Minuten früher losgegangen und bin noch über diverse Gartenzäune geklettert, damit ich dann um den halben Häuserblock latschen konnte und von einer anderen Seite kam als Steffi - so dass ich auch ja nicht aus ner anderen Richtung kommen konnte als sonst.

Aber es ahnt niemand was - wir verhalten uns wie immer - zumindest  sobald wir in die Nähe vom Krankenhaus kommen. Die schwerste Woche haben wir erstmal hinter uns, aber morgen arbeiten wir auf unterschiedlichen Stationen und werden uns so gut wie nie auf der Arbeit begegnen.


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