Boys don´t cry

11.12.2005 um 04:50 Uhr

Tage und Nächte

von: Ryan

Musik: Tomte

Mein Tag war heute eigentlich ganz okay. Meine Nacht davor war irgendwie furchtbar.

Also ich trinke seit Tagen sehr wenig, bzw. gar nicht. Ich hab letzten Sonntag nen halbes Bier getrunken, dann 6 Tage gar nicht, gestern nochmal nen halbes Bier und ich hatte das Gefühl, ich könnte davon nicht schlafen. Ich bin um 1 Uhr ins Bett, und um 2.30 aufgewacht. Ich hab was sehr seltsames geträumt (und ich hab diesen Traum ab und zu).

Ich lag im Bett und ich hab die Berührungen von jemanden gespürt, sehr real. Dieser jemand hat meine Hände festgehalten, lag direkt über mich und irgendwie wusste ich (oder hab vermutet), dass ich träume. Ich bin so in Panik ausgebrochen, dass ich versucht hab zu schreien. Aber ich konnte nicht. Ich hab den Mund aufgemacht und hab krampfhaft versucht zu schreien, aber es ging nicht. Und so geht das meistens eine Ewigkeit, dass ich das Gefühl hab, ich liege im Bett, jemand ist ganz sicherlich da, jemand der mir gefährlich wird und ich brauche jetzt sofort Hilfe. Und ich versuche um mein Leben zu schreien, aber kann nicht.

Ich weiss nicht ob ich dann wirklich im Schlaf schreie, meine Exfreundin meinte ich würde sowas machen und seltsamer Weise immer passen zu solchen Träumen. Als ich aufgewacht bin, saß ich senkrecht im Bett und hatte sicherlich nen Puls von 120 oder höher.

Es hat dann fast 2 Stunden gedauert bis ich wieder eingeschlafen bin.

Mein Tag dagegen begann gut. Ich bin um 11 aufgestanden, hab geduscht, gefrühstückt und bin losgefahren in die Stadt um endlich Weihnachtsgeschenke zu kaufen. 6 Stunden später, völlig erschöpft und abgenervt hatte ich dann wirklich alle Weihnachtsgeschenke zusammen. Und diesmal sind es nicht nur solche Verzweiflungskäufe, sondern wirklich Geschenke, die ich stolz überreichen kann. Dafür bin ich jetzt etwas ärmer.

Und ich hab mal wieder etwas wichtiges dazu gelernt. Auch wenn ich jetzt alle Geschenke zusammen hab: Ich geh nie wieder an einem Samstag in der Adventszeit einkaufen. Die Innenstadt war völlig überfüllt.

Da war ja ganz Hamburg unterwegs. Ich bin teilweise in Geschäfte reingegangen ... und hab aufm Absatz kehrt gemacht, als ich gesehen hab, wie viele Menschen sich darin tummeln. Alles wird einem aus der Hand gerissen, dauernd stehen Menschen vor den Regalen, die interessant sind, oder der Drehständer wird schon vom nächsten weitergedreht, obwohl du selbst noch am gucken bist. Rücksicht gleich null.

Dauernd rempelt dich einer an, aufm Weihnachtsmarkt (da hab ich das Geschenk von Mutti gekauft) war echt kein Durchkommen mehr. Jeder Glühweinstand war selbst um 14.00 schon völlig zugeprobt mit Menschen, die sich auch keinen Zentimeter bewegen, wenn du mal durch willst. Andere schlendern gaaanz gemütlich über den Weihnachtsmarkt. Ich wollte nicht schlender, ich war auch nicht gemütlich, ich wollte meine Geschenke zusammen kriegen. Aber das störte irgendwie meine Mitmenschen nicht. Also bin ich augenverdrehend hinter diesen Leuten hergetrottet, hab mir genervt ne Zigarette angezündet und dachte: "Super, das kann ja dauern bis ich 10 Meter weiter bin."

Zuhause hab ich meine 10.000 Einkaufstüten entleert, nachdem ich mir ne Pizza (als Belohnung) in den Ofen geschoben hab. Und da waren doch echt einige Sachen dabei, bei denen ich dachte: "Mmh, wieso hast du gekauft? Was hast du dir dabei gedacht? WEM wolltest du das hässliche Ding denn schenken?"

Zum Beispiel eine Gel-Kerze in so nem Sektglas. Wieso hab ich die gekauft? Kann man sowas überhaupt verschenken? Meine Umgebung hat eigentlich Geschmack, also was will ich damit? Beim Blick auf den Preis hab ich gesehen, dass sie nur 30 Cent gekostet hat, also nicht so ganz dramatisch. Naja, jetzt hab ich was für jemanden, der mir unerwarteter Weise was schenkt, den ich nicht mag. Hier bitte, ne schöne Kerze für dich.

Der Wille zählt dann und Hauptsache derjenige denkt, dass ich mir damit Mühe gegeben hätte.

Dann lagen die Geschenke alle auf meinem Bett – keinen Bock gehabt sie einzupacken, naja muss ich ja auch nicht – ich bin erstmal mit dem Telefon in die Küche, hab fast 1,5 Stunden mit Schatzi telefoniert. Das war schön. Ich hab mich über Gott und die Welt ausgekotzt, und irgendwie hat sie viel gelacht. Ich muss sehr ironisch und zynisch sein, wenn ich mich "auskotze". Ich find dann auch kein Punkt und Komma, übertreibe viel, mache Stimmen nach ... war super.

Dann hab ich meinen Bruder angerufen, der hat heute Geburtstag und hab ihm gratuliert. Seltsamer Weise war er noch nüchtern. Mit dem kann ich eigentlich auch immer super reden. Montag sind wir bei meinen Eltern verabredet, Mutti will ihn und uns alle zum Essen einladen. Meine anderen Brüder wissen noch nicht ob sie kommen, weil mein Stiefvater auf jeden Fall dabei sein wird. Aber mein Geburtstags-Bruder will seinen guten Willen zeigen und das durchziehen. Also zeig ich auch meinen guten Willen. Das hab ich mir sowieso vorgenommen mehr guten Willen meinem Stiefvater gegenüber zu zeigen. Aus irgendeinem Grund muss er wohl drunter leiden, dass wir ihn alle so hassen – was er selbst verschuldet hat.

Aber man Mutti so glauben mag, ist er wohl sehr stolz auf uns alle – was er uns nie gezeigt hat. Angeblich schwärmt er von mir – warum auch immer. Vielleicht weil er die meiste Zeit meiner Kindheit mitgemacht hat und ich dann quasi ein Sohn für ihn bin – mal endlich.

Ich hab mich die letzten Jahre immer geweigert ihm was zu schenken. Dieses Jahr kriegt er was.

Auch wenn ich nicht weihnachtlich im Sinne von Kling Glöckchen Kling eingestimmt bin, vielleicht ist das der Sinn, dass man sich bemüht.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenFiren schreibt am 12.12.2005 um 08:33 Uhr:Man sagt ja immer \"Es kommt nicht darauf an was man schenkt - nur auf den Sinn\"... Muss auch noch für manche Leute schauen was sie bekommen, selbst machen bin ich aber zu faul *rolleye*



    Viel Glück bei der Suche auf jeden Fall

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