Boys don´t cry

17.03.2010 um 21:42 Uhr

Versagt

von: Ryan

Es ging nicht. Ich habs nicht geschafft. Nicht mal 24 Stunden hab ich es ausgehalten - im Urlaub, bei meinen Schwiegereltern. Ich wollte morgens schon gar nicht mit. Steffi sagt, ich muss mit, ich brauch Ablenkung. Es würde mir besser gehen, wenn wir an der Ostsee spazieren gehen. Sie hatte unrecht.

Es wurde wieder richtig schlimm. Herzklopfen, zittrige Hände, Angstattacken am laufenden Band, dauernde Erschöpfung, ich schlafe auf jeder noch so kurzen Autofahrt sofort ein. Und vor allem heulen. Ich hab dauernd geheult. Selbst beim Zähneputzen. Also sind wir wesentlich früher zurück, haben nicht mal die Hälfte der Leute gesehen, die wir sehen wollten. Es tut mir alles so leid, aber ich kann zur Zeit nicht anders. Selbst reden strängt mich an. Meine Stimme wird irgendwann sehr leise und ich bin kurz angebunden.

Ich muss morgen echt dringend den Psychiatern was vorheulen. Es geht so nicht weiter, es ist im Moment echt schlimm. Ich kann das nicht aushalten. Ich erinnere mich an einen ärztlichen Kollegen, ganz toller Mann, viel gearbeitet, ein ganz toller Mann fachlich, und auch menschlich. Immer da, viele Überstunden, durch Personalkürzung hat er viele Aufgaben übernommen, hat nie NEIN gesagt. Und eines Tages war er nicht mehr da. Krank geschrieben. Über ein Jahr lang. Burnout. Und dann Selbstmord. An den muss ich im Moment viel denken.

Steffi ist nicht böse. Sie sagt, es ist halt so. Und ich soll aufhören (und die Metapher finde ich sehr passend) am Topfboden rumzukratzen. Mein "Kraft"-Topf ist leer, aber ich versuche dennoch sehr verzweifelt noch irgendwie was rauszukriegen und kratze und kratze und kratze dauernd am Topfboden. Das Beispiel hab ich irgendwo schon mal gehört, scheint so ne Psychiatrie-Metapher zu sein.

Heute bin ich sehr müde, sehr erschöpft, ziemlich gebeutelt. Neurotisch werde ich auch langsam. Ich mache mir dauernd Gedankenn, was passiert wenn. Diese Worst-Case-Fälle. Wenn ich Monate-Jahrelang krank geschrieben bin, ohne Arbeit, ohne Freunde, pleite. Natürlich isses noch lange nicht so weit, aber es hilft mir sicher nicht, wenn ich dauernd diese Gedankenkreisel im Kopf hab. Irgendwas muss sich ändern, irgendwer muss mal was machen mit mir. Ich bin ja selbst zu erschöpft um 3 Tage Urlaub durchzuhalten.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenDoc schreibt am 18.03.2010 um 13:21 Uhr:Hallo, mal eine andere Frage: Du hast nicht zufällig Amalgamfüllungen oder anderes Metall in den Zähnen und/oder wurzelbehandelte Zähne? Die könnten auch mit eine Ursache für Depressionen, Erschöpfungssyndrom, Herz-Rhythmus-Störungen etc. sein. Leider kennt sich kaum ein Arzt damit aus, aber es gibt ja das Internet und Bücher. Gruß Doc
  2. zitierenRyan schreibt am 18.03.2010 um 20:21 Uhr:Doooch, Amalgan hab ich in der Futterlucke ... das ist ne interessante Idee. Danke! Ich google das gleich mal, hab ich auch noch nie vorher gehört.

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