Boys don´t cry

21.04.2007 um 00:58 Uhr

Verzweifelt

von: Ryan

Langsam sehe ich ein, dass ich mich selbst quäle mit diesem Zustand. Vielleicht wird es jetzt auch erst quälend - dieser besagte Status quo. Es scheint alles geregelt, weil wir beide wissen, dass wir ganz viel kaputt machen, wenn wir unsere freundschaftliche Beziehung in eine Liebesbeziehung ausbauen würden. Und gleichzeitig isses irgendwie so ... doof. Nen anderes Wort fällt mir gar nicht ein.

Wir haben uns in den letzten 2-3 Wochen fast täglich gesehen. Gestern den gesamten Tag, heute wieder ... wir waren mit Freunden auf dieser Schiffstaufe und standen da irgendwo inner Menschenmasse und um uns herum 3 Pärchen am knutschen und kuscheln. Erst so flappsige Sprüche wie: "Könnt ihr das mal lassen? Hier sind auch Singles!" und irgendwann stand sie ziemlich nah bei mir und ich hab sie einfach in den Arm genommen. Und so blieben wir dann auch stehen für die nächsten 20-30 Minuten. Wange an Wange, sie in meinen Armen, ihre Hände in meinen. Ihre Finger streicheln meine Handinnenflächen ...

Auf dem Weg zur Bahn hatten wir uns immer noch im Arm, mein Arm um ihre Schultern, ihr Arm um meine Taille. Und irgendwann ist sowas auch vorbei und mir fällt auf, dass mir die Abschiede immer schwerer fallen. Jetzt grade isses furchtbar, dass sie weg ist. Total furchtbar. Wir standen dann an meiner Haustür (ich wohn aufm Weg, sie hatte ihr Auto bei nem Kumpel geparkt, der ne Straße weiter wohnt) und unsere Leute waren schon so 10 Meter weitergelaufen. Und wir standen da so vor meiner Haustür, schauten uns an und sie sagte noch: "Das war ein wahnsinnig schöner Abend." - "Ja fand ich auch." und haben uns umarmt - und ich hab gemerkt, dass mir das zu wenig war. Ich weiss gar nicht wie ich das anders ausdrücken kann. Das lässt mich innerlich verzweifeln, wenn ich sie umarme und weiss, dass sie weg ist und das es dann halt war für den Abend.

Ich frage nicht, was ich machen soll. Das weiss ich genau, ich sollte einfach den Mund aufmachen. Aber gleichzeitig weiss ich wie unklug das ist. Was ich kaputt mache und was ich alles komplizierter mache. Ich trau meinen Gefühlen auch nicht mehr. Okay, sie sind im Moment ziemlich stark - aber längerfristig gedacht, weiss ich wie kurzlebig bei mir sowas sein kann. Und sie hat genug Geschichten mit irgendwelchen Frauen oder Männer mitbekommen, um das nicht auch zu wissen. Alleine deswegen fühl ich mich schon so nicht "würdig" sie an meiner Seite zu haben. Könnte ich treu sein? Ich bin so lange schon Single und musste nicht treu sein, dass ich nicht mehr weiss, ob ich es könnte. Doch, also ich könnte schon, wenn ich wollte. Aber ich bin so ein "Aus den Augen, aus dem Sinn"-Mensch plus 2 Bier und ... gut, ich bin nen Mann.

Na gut, solche Überlegungen sind eigentlich Pillepalle ... das wichtige bei der ganzen Geschichte ist: Man verliebt sich nicht in eine Kollegin und schon gar nicht in eine seiner besten Freundinnen. Das ist ein absolutes No-Go und ich war ja immer der große Redner, dass sowas GAR NICHT geht, wenn Freunden von mir das passiert ist - weil ich mir das bis zum derzeitigen Zeitpunkt auch nicht vorstellen konnte. Mir isses ja auch noch nie passiert und ich konnte das bis jetzt auch immer großartig trennen. Und jetzt bin ich unsterblich verknallt.

Ich musste mich heute echt zwingen sie bei dieser Abschiedsumarmung nicht zu küssen oder ihr irgendwas zu gestehen. Irgendwie hatte ich das dringende Bedürfnis eines von beiden zu tun und ich musste mir wirklich selbst sagen: "Du kannst mehr kaputt machen als gewinnen, falsche Frau, falscher Zeitpunkt." - eigentlich ist SIE nicht falsch, sie ist großartig richtig. Aber sie ist eine meiner besten Freundinnen und das ist die blöde Sache an der Geschichte.

Ich könnte ewig aufzählen, warum sie toll ist und immer wieder erwähnen, dass es zwischen uns nicht sein darf/sollte - aber es ändert ja nichts. Nur meine Vernunft hindert mich - und eben meine blöde über-vorrausschauende Ader, so alla: "Was wäre wenn ... und dann trennt man sich in 3 Jahren vielleicht ... wenn wir nicht zusammen kommen, sind wir vielleicht noch in 5 Jahren Freunde ... bla bla blubb" - Was wäre wenn und vielleicht und whatever.

Und ich werde Tanja morgen dringend anrufen. Ich glaube, die hat immer noch nicht gerafft, dass sie eine verkuppelnde Rolle zwischen uns haben soll.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenchaosfeelings schreibt am 21.04.2007 um 02:39 Uhr:ohje ryan,
    ich kann dich so gut verstehen.. is echt schwierig, wenn sich freundschaft plötzlich in mehr verwandelt... ich hab es gewagt.. ich hab ihm alles gesagt.. dass ich jeden tag so aufwachen will, wie an dem morgen, an dem alles sich geändert hatte.. und er sagte, ihm ging es genauso..
    ich weiss nun trotzdem nicht, ob das nun eine beziehung ist, oder nicht.. man wird sehen..
    ich kann dir nur sagen, wenn sie der mensch ist, mit dem du am besten, längsten und offensten reden kannst, dann rede mit ihr und sie wird es verstehen... und so , wie du schreibst, hab ich das gefühl, als ob sie das selbe denkt wie du.. also wag es auch..
    freundschaft, in der man mehr fühlt, als freundschaft, ist keine...als hab keine angst was zu verlieren, sondern hab zuversicht etwas zu gewinnen...
    lg
  2. zitierenShima schreibt am 22.04.2007 um 23:29 Uhr:Hey du, das hört sich jetzt vielleicht etwas träumerisch und waage an. Aber ich würde sagen, dass du dich einfach trauen solltest. Ich meine, natürlich hast du viel zu verlieren. Doch das leben ist ja ein einziges risiko. Das ist leicht gesagt, ich weiß, aber ich hatte selbst schon situationen in denen ich etwas waagen musste, in denen vernunft und herz miteinander gekämpft haben. Ich habe mich letztendlich gegen die vernunft entschieden und es war tatsächlich das richtigste was ich hätte tun können. Letztendlich hast du ja nur dieses eine Leben und da wärs doch zu schade dir das erlebnis einer beziehung entgehen zu lassen, mit einer frau die du anscheind so sehr liebst?
    So sehe ich das :)

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