Boys don´t cry

25.10.2006 um 21:43 Uhr

Was für ein furchtbarer Tag

von: Ryan

Musik: Sugarcult - Do it Alone

Ich bin aufgewacht ... konnte mal ausschlafen nach einer Nacht, in der ich mich mal wieder gefühlt habe wie Asthma-Boy. Ich huste mir grade jede Nacht die Seele ausm Leib, weil ich scheinbar etwas mehr rauche als sonst.

Gut, aufgestanden, Rauchen ... ganz klever ... geduscht, einkaufen ... irgendwie raus ... und irgendwie wusste ich auch nicht wie ich die Zeit totschlagen sollte und hatte irgendwie mal wieder ganz stark das Bedürfnis am Rad zu drehen. Ner Freundin geschrieben, dass mir die Decke aufm Kopf fällt, mit der ich mich auch spontan getroffen habe.

Diese war auch mit nem schwulen Mitstudenten verabredet, den ich auch noch nicht kannte und dann bin ich halt mit zu dieser Verabredung - ich bin eigentlich nicht der Mensch, der sich bei sowas einklingt aber beide versicherten mir, es sei okay. Und erst haben wir Kaffee getrunken, später sind wir was essen gewesen und haben dann bei ihm noch was getrunken.

Und es war so LANGWEILIG. Die Gespräche, die Dinge über die sie gelacht haben ... und ich dachte nur immer: "Alles ist besser als zuhause die Wand anzustarren, wirklich ALLES." Und er war zwar nett und sympathisch, aber auch irgendwie so aus einer anderen Welt, dass ich kaum was mit ihm anfangen konnte. Gott sei dank hatten wir beim Griechen bestimmt pro Nase 5 Ouzo ausgegeben bekommen, sonst hätte ich es kaum ertragen.

Irgendwann drehte er sich zu mir und meinte: "Ich bin ja eigentlich nicht der direkte Typ, aber du bist ein sehr sympathischer, netter junger Mann - gutaussehend und gebildet - sowas trifft man selten. Vielleicht können wir uns ja mal alleine treffen und was trinken gehen, um uns näher kennen zu lernen." - Ich dachte ich kotze. Das war jetzt wieder GENAU das was ich nicht brauche. Ich würde am liebsten ausgerastet - gut, die innere aggressive Wallung unterdrückt und sowas gesagt wie: "Nee, das ist grade nen schlechter Zeitpunkt in meinem Leben." - "Ah. Unglücklich verliebt?" - "Jap." - "In einen Musiker." von der Freundin. "Und auch noch ARBEITSLOS." (Memo: Freundeskreis wechseln) Und ich nur so am ducksen, nicken und "Mmh, ja." und der Kerl: "Ach, das hat ja auch was sehr reizvolles an sich." So als wolle er sagen: "Ich studiere Sozialpädagogik, ich schreibe grade meine Doktorarbeit und ich werde eines Tages sehr viel Geld verdienen und die Menschheit retten und NICHT mit meinen Musikerkumpels dein Geld versaufen. Außerdem drücke ich mich gewählt aus, bin überdurchschnittlich intelligent, bin zuverlässig, verständnisvoll, belesen und weiss die schönen Dinge des Lebens zu schätzen, anstatt Rockmusik im Auto mitzubrüllen."

Und ich saß da am Tisch nach diesem Satz und während ich mich selbst schweigen höre, denke ich "Leck mich doch" und greife nach dem nächsten Ouzo.


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