Boys don´t cry

02.02.2007 um 19:11 Uhr

übermotiviert und gut drauf

von: Ryan

Ich hatte heute ein furchtbar traumatisches Erlebnis, allerdings im positiven Sinne ... wir haben uns so unterhalten wie lange es noch bis zum schriftlichen Examen ist ... "Ach wir haben noch maaaaassig Zeit, ist ja erst im Sommer" aber wie schnell kommt der Frühling und plötzlich steht man in sommerlicher Atmosphäre vor den Fragen und wünscht sich, man hätte früher angefangen. Den Knüller hab ich nämlich beim Abitur gebracht, ich hab drei Wochen vorher angefangen zu lernen und das ist ganz schön schief gegangen. Mehr schlecht als recht bin ich durchgekommen - das wird jetzt nicht passieren beim Examen.

Ich hatte schon die Horrorvorstellung vor meinem inneren Auge, wie alle ihr Examen entgegen nehmen, nur ich gehöre zu den Auserwählten, die durchgefallen sind. Und bei diesem Gedanken beginnt mein Herzschlag auf fast pathologische 220 Schläge die Minute zu steigen, ich bekomme Atemnot, Schweissausbrüche und wenn ich keine Berufserlaubnis bekomme, ist mein Leben eh vorbei.

Es ist nicht so, dass ich schlecht bin, ich bewege mich notentechnisch im oberen Drittel, ABER man muss es ja auch nicht provizieren so eine große, entscheidende Prüfung zu versemmeln.

Gut, Entschluss gefasst: Ich lern mir jetzt den Arsch ab - ich werde durch diese bescheuerte Prüfung kommen. Und nicht nur das: Ich werde sie sehr gut bestehen. Ich werde einer der besten Krankenpfleger überhaupt. Das ist ne ganz tolle Taktik, die ich mir da überlegt habe. Damit unterbuttere ich meinen inneren Schweinhund nämlich automatisch mit meinem arroganten Ergeiz. Ich finde meine Einstellung großartig, meine Panik ist seitdem wie weggeblasen.

Und ich habe prompt genau heute angefangen zu lernen - ich hab mich jetzt 4 Stunden lang durch die spannenden Herzerkrankungen gequält - Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, alloplastische Kunstherztranplantationen, Herzstenosen, Koronare Herzkrankheit, Herzscheidewanddefekte und so weiter und so fort ... ich bin grade sehr stolz auf mich. Jetzt muss ich mich nur noch weiterhin motivieren mein Lernnivau zu halten.

Auf der anderen Seite: ich bin ledig, jung, aufnahmefähig, wissenhungrig und hab eigentlich nichts besseres zu tun. Ich werde starke Einschränkungen in meinem Leben haben: weniger Fernsehen (ich bin ein verwöhntes Wessi-Kind, ich schaue chronisch zuviel Fernsehen), am Wochenende nicht so viel feiern und saufen, dass man danach nen ganzen Tag krank im Bett liegt, ich werde nicht mehr aus Langeweile essen oder sinnlos durch irgendwelche Webseiten streifen. Und eigentlich mag ich es beschäftigt zu sein.

Fazit: Ich bin motiviert und ich stelle mir nicht mehr die angstbesetze Frage OB ich das Examen überhaupt schaffe, sondern die Frage ob ich ein guter oder ein sehr guter Krankenpfleger werde. Und jetzt muss ich dringend Verliebt in Berlin schauen - ich hab mein Leben lang Sopas systematisch und konsquent boikottiert - aber das ist wie mit Sekten: einmal drin, kommt man nicht mehr raus. 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenmrswan schreibt am 03.02.2007 um 22:28 Uhr:steht dir diese positve und motivierte grins
  2. zitierenVaysh schreibt am 13.02.2007 um 07:38 Uhr:Kopf hoch, du schaffst das. Lass dir das von einer Exe sagen, die vor drei Jahren die gleiche Panik hatte wie du. Es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht wird.
    Tchakka!!!

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