S.F... wie in Science Fiction

24.02.2018 um 21:15 Uhr

Mute. Sprachlos.

von: SweetFreedom   Kategorie: Muß nicht sein

Echt jetzt?

Ist das Euer Ernst? Derselbe Typ, der "Moon" und "Source Code" machte, hat DAS fabriziert?

Ich wollte den Film mögen, aber es geht nicht.

Es beginnt bei der Länge, dem Tempo. Ich merkte, daß der Kopf nicht ganz "da" war.

Dieses Berlin (Mischung aus Blade Runner, The Expanse und Altered Carbon) ist zwar nett anzusehen und hat viel Interessantes, aber der Film fesselt nicht. Irgendwas fehlt. Paul Rudd (vor allem), aber auch alle anderen Schauspieler machen einen tollen Job - es liegt am Script.

Und dann wird's mir wieder zu bunt. Themen, die ich ungerne im Kopf haben möchte, brutalste Nahaufnahmen... Andeutungen und Kameraperspektiven, wo sich mir der Magen zusammenkrampft. Muß das sein? Ist das heuzutage nötig? Ist es das, was Netflix will???

Nehmt Euren fiesen Sch... und nennt den "Thriller" oder "Horror", aber bitte nicht "Sci-Fi". Wo sind hier die Sci-Fi-Elemente? Drohnenpizzaservice?

Tut mir leid, die aktuelle Punktzahl von 5,4 ist in meinen Augen leider gerechtfertigt. Es sind ein paar nette Elemente drin, die zeigen, daß Duncan Jones noch nicht ganz ausgetickt ist. Leider sind sie rar in dem über zwei Stunden langen "Ding", das nicht mein Ding ist.

Das macht mich echt traurig. Hätte er etwas gestrafft und die Gewalt etwas zensiert und das eine Thema ganz weggelassen... Es ist alles so "random", so wahllos nebeneinander aufgeführt, als ob es nur um Präsentation dessen ginge, was heute geht und was man heute für gemein und widerwärtig hält. 

Netflix sagt "Crime-Thriller". O.k. Ich sehe es ein. Read Your labels. 

5 Punkte von mir.

 

24.02.2018 um 17:07 Uhr

Freedom or safety, not both.

von: SweetFreedom   Kategorie: Not bad!

Habe mir die erste Staffel von „Wayward Pines“ angeschaut. 

Special Agent Ethan Burke wird nach Idaho beordert, um nach zwei vermißten Kollegen zu suchen. Nach einem Autounfall wacht er auf und findet sich in einer Kleinstadt namens Wayward Pines wieder, die offensichtlich nicht verlassen werden kann und die auch sonst mehr als merkwürdig ist. Kafka hätte es sich nicht besser ausdenken können. 

Anfangs fiel die günstige Ausstattung auf (sie ist aber auch ein wirkungsvolles Stilmittel), schauspielerisch war alles top und der Aufbau der Spannung und das Etablieren des Rätsels waren gut gemacht und fesselnd.

In der Mitte der Staffel kriegt man viele Antworten, der Twist war nicht im vollen Umfang vorherzusehen und toll präsentiert. Wow, das hat gesessen.

Hmm... nur dann, dann geht es abwärts. Teeniegedöns, dann noch mehr Teeniegedöns, am Ende ein Showdown, der vorhersehbar und ermüdend ist. Habe die Staffel zuendegeschaut und damit reicht es mir. Ich weiß schon, wie es weitergehen wird und es interessiert mich nicht mehr. Die Logiklöcher und Fehler in der Charakterentwicklung sind am Ende megagroß und man muß sich permanent fragen, wem man da anfangs zugesehen hat. 

Wegen der gefühlten Zweiteilung vor/ nach dem Twist gebe ich nur 6 Punkte, finde die Idee an sich hinter der Serie aber großartig.

*

Wenn es klappt, schaue ich heute abend „Mute“. Bewertungen sind nicht prickelnd, mal sehen, ob Duncan Jones weiterhin begeistern kann. Mit „Moon“ und „Source Code“ hat er Klassiker geschaffen. 

 

16.02.2018 um 22:47 Uhr

This is chaos.

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

"The Frame" hatte ich nun lange Zeit auf meiner Liste...

Und wie es meistens ist... Ich habe ein Thema, z.B. heute Realitätsanteile, die wir uns "aussuchen" (Schweine halten alle anderen für Schweine, Buddha jeden für Buddha usw., lese gerade Haemin Sunim)... dann finde ich dazu un- oder unterbewußt den passenden Film.

Ganz kurz: "The Frame" ist toll. Er ist lang, trotzdem nicht ermüdend, sehr experimentell und einfach speziell. Ein paar Effekte bzw. Stilmittel und die gesamte Kameraführung haben mich regelrecht begeistert.

Auch die Prämisse ist schön und originell. Alex' und Samanthas Leben sind auf besondere Art und Weise miteinander verwoben. Was ist die Erklärung? Chaos? Ein Test, den Gott ihnen auferlegt hat? Ein Wunder? 

Ich mochte die Schausieler. Sie setzen das Drama eindrucksvoll um, aber spielen nie "drüber". Sehr, sehr gut. 

Jamin Winans hat die Musik komponiert (auch fein), das Drehbuch verfaßt und Regie geführt. Eigentlich müßte man nun "Ink" schauen, der klingt allerdings sehr gruselig, das Debüt "11:59", das echt interessant ist oder den Kurzfilm "Spin" (auch cool). 

J. Winans darf man sich in jedem Falle getrost mal merken und dieses Meisterwerk kriegt 9 Punkte.

 

05.02.2018 um 20:21 Uhr

That's all there is.

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

Cloverfield!!!!!

"The Cloverfield Paradox." 

Ich dachte, das muß ja wohl ein Fehler sein... jetzt schon der dritte Cloverfield-Film bei Netflix?

Doch, da ist er, im TV, noch vor der Kinoveröffentlichung.

Es ist wieder ein ordentlicher Film geworden, muß ich sagen. Die Schauspieler sind prima (z.B. schön, Chris O'Dowd zu sehen). 

Wir haben hier einen Streifen mit den Tags "Horror, Mystery, Sci-Fi". Mystery, na, es geht. Die Erklärung für allerlei Horror auf der Station, die da draußen ist, um die Energiekrise der Erde zu beenden, ist schnell gefunden. Die Horrorelemente sind toll - sage ich ganz bewußt. Ich nehme Horror meist nur hin, im Sinne des großen ganzen. Hier muß ich sagen, hier hat man sich was einfallen lassen. Wirklich gut spielt man mit unseren alten Sehgewohnheiten und bringt dann andere, überraschende Dinge. Gut erträglich ist das und mit netten Effekten gelöst.

Die Logik- oder Physikfehler sind mir total schnurz. Musik paßt, ist aber nicht berauschend. Kamera, Schnitte, alles passabel. Für's Herz ist auch was dabei, sehr gut gespielt, kein Holzhammerprogramm. Fein.

Und dann... das Ende. Noch einmal der Burner, so, wie man das von einem "Cloverfield" erwartet. Dieser Film macht seinem Namen alle Ehre. Er fügt sich gut ins Universum ein, erklärt die anderen Begebenheiten, könnte aber auch für sich allein stehen. 

Würde meine Reihenfolge so angeben: 2 - 3 - 1. "10 Cloverfield Lane" war der beste bisher. Wie ich lese, gibt es schon Gerüchte über einen vierten Teil. Was gebe ich für den unterhaltsamen dritten Film? Ich denke, neun Punkte passen.  

"Mein Kopf war noch in den Wolken" bei den Perversionen von "Altered Carbon", brrr. Danke, jetzt geht's mir besser...

 

 

 

04.02.2018 um 08:29 Uhr

Altered Carbon, still the same old sh...

von: SweetFreedom   Kategorie: Muß nicht sein

"Altered Carbon", Netflix' neue Serie, enttäuscht mich ziemlich.

Ich hab' kein Interesse an der Buchvorlage gehabt, jetzt erst recht nicht mehr.

Ein paar hundert Jahre in der Zukunft gibt es nichts, was wir nicht heute schon kennen und lieben würden (mein Ironieschild reicht bis über die Wolken):

Prostitution, Mord, Krieg, Folter, Mehrklassengesellschaft, Dreck, Werbung und Werbeblocker, Hacking, Gladiatorenkämpfe, Gefängnisse, Cloning....

Lachhaft. Die Kulisse ist nett, ja, es gibt viel zu sehen. Aber ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll... mich stört so vieles.

In 300 Jahren darf der Mensch seinen Dreck mal ein bißchen in Ordnung gebracht haben. Diese pessimistischen, ekligen Aussichten auf die immer selben Perversionen machen mich krank. Wir haben hier eine dumme Krimiserie, die zufällig in einer Zeit spielt, in der der Mensch sein Bewußtsein in einem "Stack" speichern kann, inklusive aller Nettigkeiten wie Hacken dieser Devices, Vergabe von ungeeigneten Körpern, Folter, die erlaubt ist. Die Story läßt so viel zu an Gimmicks und Hacks, daß sie kurz davor steht auseinanderzufallen. Sehr hübsch z.B., wie die Polizistin einen Gefangenen als "Sleeve" für ihre tote Oma mit nach Hause bringt am "Tag der Toten". Da dachte ich: Jetzt hört es auf. Jetzt braucht Ihr Eure Jacken.

Respekt für irgendwas? Für irgendjemand? Fehlanzeige. "Gott ist tot. Wir haben ihn ersetzt." - Wie erbärmlich. Ich hab' mit Gott nichts am Hut. Was ich aber hasse, ist angebliche Sci-Fi ohne Moral und Anstand. Protagonisten, die an nichts glauben oder einem nichts zu geben haben außer Verzweiflung - geht doch einfach heim. Was soll der Mist.  

Diese Serie will viel, aber kann nur 08/15 Trash. Wer's geil findet, wenn Menschen sinnlos gequält werden, bitte, nur zu... 

Man schaue sich den wirklich unbegabten Herrn Joel Kinnaman an - brr, warum haben sie nicht Will Yun Lee oder Byron Mann rangelassen, die hier nur seinen Originalkörper präsentieren (Frechheit übrigens, wo Lee auf der Castliste auftaucht). 

Anfangs dachte ich, hui, das ist interessant mit dem anderen Planeten und den besonderen Fähigkeiten... aber es ist nur ein Abklatsch. Es wird von Folge zu Folge dümmer, was diese Geschichte angeht.

Leute, wenn das Sci-Fi im Jahr 2018 ist, na, dann gute Nacht. Mein einziger Lichtblick war die Figur des Poe, eine AI, die zutiefst sympathisch ist und einer (!) guten und witzigen Idee entspingt.

Maximal 2 Punkte von mir, während die Gekauften und die, die es gar nicht gesehen haben, schon wieder für insgesamt 8,7 gesorgt haben. Grausam. Das ist das Wort für die Serie. Grausam.