S.F... wie in Science Fiction

24.09.2017 um 16:05 Uhr

Wo Sci-Fi noch nie zuvor gewesen ist...

Morgen startet in Deutschland die neue "Star Trek"-Serie, "Star Trek Discovery".

Nach allem, was man so lesen konnte, vor allem, daß CBS gerne etwas wollte, das sich an dem fürchterlich schlechten, leider sehr erfolgreichen "The Expanse" orientiert und vom ursprünglichen Konzept abweicht, kann man leider nicht viel erwarten.

Übrigens, bei "The Expanse" wurde mir in S2E1 direkt übel. Ich dachte, mal gucken, wie der Schmarrn weitergehen soll... Man rudert etwas zurück, entdeckt doch noch sowas wie Moral bei den Protagonisten. Alles, was auf dem Raumschiff (Roci? was ein dummer Querverweis) spielt, ist verwackelt und macht Schwindel. Die Story ist in sich dumm und dümmer. Soviel zum Vorbild für S.T. Discovery... Kein Mensch braucht diesen brutalen, bösartigen, unmoralischen Zweig des Sci-Fi. Wenn ich mir "Kill Joys" ansehe, zeigt man mir auch toughe, zwiespältige Figuren, die sich in ihrer Welt opportunistisch das nehmen, was es zu holen gibt. Für meine Begriffe ist Sci-Fi nicht dazu da, uns die Verbrecher oder Menschenrechtsverletzer der nächsten Jahrhunderte zu zeigen, sondern eine bessere Welt oder zumindest das Bestreben, sie zu erschaffen. Mit Sci-Fi haben diese Ableger des Genres nichts zu tun. Sie könnten auch gut einfach ein Krimi sein oder ein Thriller in der Gegenwart. Da ist kein Witz vorhanden, keinerlei Originalität, vor allem kein Herz und keine Menschenliebe. 

"The Expanse" hat meiner Meinung Dinge gemacht, die einem alles vergällen. Bei "The 100" z.B. (hab nur S1 und 2 gesehen) wurde auch mit unseren Sehgewohnheiten gebrochen, aber der Zuschauer weiß immer, wo er sich einordnen kann, wer gerade der Bösewicht ist oder er kann auch gefallene Existenzen bemitleiden und verstehen. "The Expanse" will gar kein Wertesystem etablieren. Es setzt auf billigste Art und Weise nur auf Effekte und Optik. Solcher Mist ist für Menschen gemacht, die glauben, der Zweck heilige jedes Mittel. Gerade diese Leute bräuchten Anhaltspunkte - wenn sie schon sonst keine Werte vermittelt bekommen - was eigentlich den Menschen ausmachen könnte.

Ich bin mir bewußt, daß ich das eng sehe und drastisch darstelle, aber die Entwicklung eines Genres geht den Bach runter. Wenn Leute wie Bryan Fuller ausgebootet werden (müssen) zugunsten von anderen, die der Masse Zucker ... *hüstel* ... dann weiß ich nicht. Fuller hätte was Hübsches abgeliefert. Wenn ich mir angucke, was der alles geschrieben hat... alles wunderbares Zeug mit viel Herz. Dann hoffe ich, daß "American Gods" so toll weitergeht, ziehe mir irgendwann noch den "Dead like me"-Film rein und verehre die Voyager und ihre Geschichte bis in alle Ewigkeit.

"John Benson" auf imdb hat was Deutliches geschrieben über "The Expanse", ich erlaube mir, ihn zu zitieren. Derlei Rezensionen sind leider rar und das macht mir Sorgen:

"So be prepared for elaborate sets great special effects and a very dark evil script and lots of visual negativity. How's this, an arm ripped off of a man and the cut scene instantly is sex. Your human mind can only respond ask yourself who is in control?
I can not in good conscience recommend the show but I am sure you are all going to watch it anyway. You know the world's morality is ready to self-destruct. I can't really understand why producers of television are leading us into self-destructive black television unless of course there's an underlying plan. Anyway welcome to another socially bankrupt dark program. It will leave you with more than you expected."

...

Als wären wir alle nicht abgebrüht genug... Der Plan heißt: Bring Dich selbst in die beste Position, kümmere Dich nicht um andere. Das ganze fiese Zeug um Dich herum ist nur Effekt und Du kannst es immer mit Brot und Spielen verdrängen, Deinen Kopf ausschalten... Welch eine nette Prämisse für unser Leben.

Mit mir nicht.


24.09.2017 um 15:02 Uhr

Zeitreisen mal anders...

"Nain" ist eine tolle koreanische Serie von 2013, die mehrere wunderbare Elemente vereint:

Sie hat den Erzählstil, die imaginären moralischen Zeigefinger und die schöne Romantik eines K-Dramas. Dazu kommt dann noch der Plot, der sich ganz neu mit dem Thema Zeitreisen auseinandersetzt.

Einmal verstanden und akzeptiert vom Zuschauer, hat das Konzept der Serie viele Vorteile gegenüber der herkömmlichen Auffassung von Zeitreisen. Hier ist es nämlich so, daß der Protagonist mithilfe von Räucherstäbchen jeweils genau 20 Jahre in die Vergangenheit reisen kann. Durch die Reisen ausgelöste Änderungen der Vergangenheit manifestieren sich in der Gegenwart dann auch erst genau nach 20 Jahren, sodaß man quasi live diese Veränderungen verfolgen kann. Zuerst ist das sehr merkwürdig zu sehen und erscheint unlogisch, aber nach und nach liebt man diese Art der Darstellung immer mehr.

Und nun ist es wieder vorbei... :-( Die Serie ist so spannend und eindringlich dargestellt, daß ich sehr mitgelitten habe. Die gesamte Prämisse und das Fazit sind sehr schön. Die Schauspieler leisten Wahnsinnsarbeit, vor allem der unglaublich wandelbare Dong-hwan Jeong, der mir in "Night Light" schon so gut gefallen hatte. Aber auch die Hauptdarsteller um Jin-wook Lee sind extrem gute Schauspieler, die keine Worte brauchen, um einen zu Tränen zu rühren. 

Netflix hat einiges an K-Dramen im Programm. Jetzt sieht es erstmal mau für mich aus. "Stranger" (Forest of Secrets) hat mich an die Angel gekriegt. Eine ganz besondere Geschichte mit x Twists und Turns und extrem sympathischen Hauptdarstellern. "Let's eat" war klasse, richtig Food Porn, "Night Light" sehr interessant mit all den Intrigen (das Ende etwas seltsam, vermutlich für die Zuschauer verändert), "Bad Boys" ist so toll gemacht, mir aber zu brutal. "Nain" ist bisher die schönste Perle gewesen. Eine ganz eigene Seriengattung und sucht ihresgleichen.

 


Originaltitel:  "Nain: Ahob Beonui Shikan Yeohaeng"

 

03.09.2017 um 21:40 Uhr

Manche schüren die Ängste...

von: SweetFreedom   Kategorie: Not bad!

... und andere geben einem einen halbwegs guten Gedanken mit auf den Weg...

Ich habe heute "After Earth" geschaut und ich ärgere mich - aber nicht über den Film.

Über mich und über diese "Journalisten", die mir das Ding vor Jahren madiggeschrieben haben.

"After Earth" könnte man auseinandernehmen, kritisieren und Verbesserungswünsche anbringen. Es ist nicht der tollste Film unter der Sonne, aber er ist nicht übel.

DAS nervt mich so richtig: Wo bitte sind denn die vielgerügten Scientologyideologien im Film? Ich finde nichts davon.

Der Vulkan? Och nö. Auf der Erde gibt's Vulkane, genauso wie eben Wasserfälle, Höhlen, Wälder usw.

Die Idee, Angst sei nicht real? War das jemandem neu? Macht diese Idee vielleicht jemandem Angst? Ich denke, das ist das Problem. Der Gedanke, daß wir nicht alles glauben müssen, was der Denker oder das Hirn so produziert, ist ein alter, aber auch einer, der jedem weiterhelfen kann. Nicht nur Scientologen. Mal drei Schritte zurückzutreten und wahrzunehmen, was wirklich gerade passiert, hat noch niemandem geschadet. Aber es ist doch viel interessanter, ein Faß aufzumachen und sich auf eine Welle zu schwingen, die Scientology dißt.

Man muß sich eins klarmachen: Wenn man unfair agiert, wenn auch aus dem Beweggrund heraus, Menschen vor Scientology bewahren zu wollen, dann schadet man am Ende nur sich selbst. Hubbard hält, glaube ich, noch immer den Rekord als Autor mit den meisten Sci-Fi-Romanen. Erst war er Autor, dann wollte er den Menschen eine Religion verkaufen. Wenn man hier Elemente eines seiner Romane finden sollte, wäre das nicht verwunderlich, hätte aber mit dem abstrusen Scientologyzeugs noch lange nichts zu tun. 

Ich nehme den Film wahr als: Kritik an unserer Praxis, die Erde zu zerstören; Vermittler einer Idee, was Achtsamkeit bewirken kann; Darstellung der Entwicklung eines jungen Menschen.

Mir hat die Story an sich gut gefallen und ich habe gar kein Verlangen, an Darstellung von Waffen, CGI oder Plotholes herumzumeckern. Nee, "After Earth" ist ein ganz netter Streifen, in dem Will Smith zwar mal anders daherkommt, aber das hat ja auch einen Grund. Will Smith ist ein guter Schauspieler (auch hier) und sein Sohn hat seine Sache auch gut gemacht. 

Ich habe einiges gelesen über den Film und meistens nur Müll. Manche Schreiberlinge erfinden gar Sätze, die es im Film gar nicht gibt (vielleicht mal nicht so sehr der Übersetzung trauen, das hilft oft). Von wegen, Frauen würden abgewertet. Habe ich so nicht gesehen oder gehört.

Fazit: Mal wieder ärgere ich mich, auf andere gehört zu haben. 4,9 Punkte sind eine Frechheit. Von mir kriegt "After Earth" jetzt 7.