S.F... wie in Science Fiction

30.12.2017 um 15:54 Uhr

Valerian und das Model mit den zwei Schnurrbärten über den Augen

von: SweetFreedom   Kategorie: Muß nicht sein

Leider, leider, gibt es zu „Valerian usw.“ (der Titel ist idiotisch) nicht viel zu sagen.

Ich wurde von Momme und dem Drachen zum Gucken genötigt.

Daß der Film ein Werk von Luc Besson ist, ist unverkennbar. Die dargestellten Welten sind wunderbar bunt und schrill, manchmal auch saukomisch.

ABER warum gönnt man dem Film keine Schauspieler? Also, ich meine, irgendwelche Personen zumindest, denen man irgendwie abnehmen könnte, daß sie Agenten sind? Brrr, es schüttelt mich.

Diese Pseudoliebesstory, die da irgendwie reingebastelt wird, beleidigt einen dann auch regelrecht. Laureline darf nicht im Titel genannt werden, obwohl sie bestimmt genauso viel „Screentime“ hat wie Valerian. (Ich dachte ursprünglich sogar, Valerian sei der Name einer Welt.)

Es gibt regelrechte Fehler („Verlassen“ des Exoraums anstatt „Eintreten“ in, sagt Valerian), man meint, der Zuschauer habe keine Ohren (hmm, was ein Twist!, für wie blöd halten die einen), die Geschichte ist flach, flacher, am flachsten.

Das einzige, was mir echt supergut gefiel, war die Gestaltung des Planeten Mül und seine Geschichte. Den androgynen Wesen hätte ich zwar ganz andere (Synchron)stimmen gegeben (und wir kennen ja Schauspielerinnen, die da passen würden), aber na ja...  

Insgesamt eine absolute Enttäuschung. „Das fünfte Element“ hatte im Vergleich nur einen Bruchteil an CGI und anderen Effekten, bleibt aber durch viele geniale Szenen und seine Haupthelden auf ewig im Gedächtnis (wie könnte man Milla und Bruce Willis nicht lieben, die waren vor allem passend wie Faust auf Auge für ihre Rollen). 

Von mir gab es nur 3 von 10 Punkten.

 

27.12.2017 um 21:51 Uhr

Metro 2033

Bin zur Zeit jede freie Minute in einem postapokalyptischen Moskau unterwegs, im Metrosystem.

Artyom lebt mit 200 anderen Menschen in einer Untergrundbahnstation. Schon vor 20 Jahren hat ein verheerender Krieg die Erdoberfläche so stark verstrahlt und zerstört, daß die Menschen nur noch in den Metrostationen überleben können. Als ein geheimnisvoller Stalker (hier im alten, russischen Sinn als eine Art Kundschafter zu verstehen) auftaucht und ihm einen Auftrag erteilt, muß Artyom sich auf eine gefährliche Reise zu einer bestimmten Station begeben...  

Leider habe ich vom Frauenbild in "Metro 2034" nichts Gutes gelesen, schade - aber vorläufig "inhaliere" ich mal das erste Buch der Reihe von Dmitry Glukhovsky, das mir zufällig in die Hände fiel. 

Bin absolut begeistert. Finde das Buch megafesselnd und mag die anklingenden Nebenstorys und Philosophien, Querverweise auf unsere Gegenwart und Vergangenheit. Zu gerne würde ich gerade auf den Linien der Metro reisen, bei den besprochenen Stationen aussteigen und dem Weg des Helden an der Oberfläche folgen...

Das Metro-Universum ist eine feine Sache: Weltweit schreiben Autoren mit und anfangs kam es überhaupt nur deshalb zum Druck, weil Glukhovsky Kapitel um Kapitel onlinestellte und damit extrem erfolgreich war. Ich fürchte nur leider, daß der Geist des ursprünglichen Werks der simplen Illustration eines Egoshooters gewichen ist. Es gibt mittlerweile mehrere Games, die auf den ersten Blick aber nur nach Ballerspiel aussehen. Schade, da hätte man mehr daraus machen können. Im Buch gibt es (auch) jede Menge Monster, wobei die schlimmsten aber Menschen sind. 

Das ist dann auch mein einziger Kritikpunkt bis jetzt: Bei den Formen der Entartungen der Tier- und Pflanzenwelt hätte mir etwas weniger Phantasie auch gereicht.

Bin jetzt bei ca. 80 % und freue mich darüber, wie die einzelnen Glaubensrichtungen der Metrobewohner präsentiert werden. Der Autor beschreibt eine wahnwitzige Miniwelt und hält uns damit, aber ohne Holzhammer, einen Spiegel vor. Ich finde das toll und originell gemacht. 

 

14.12.2017 um 20:11 Uhr

Educate Yourself on some Marx.

Oh wow.

Das war... unglaublich gut.

Das Finale der S3 von "Mr. Robot" ist sehr dicht gepackt. Die Zusammenfassungen am Anfang sind immer sehr gut, aber heute die, die stand schon für sich.   

Dann ging es weiter mit einigen ganz abgedrehten Kamerafahrten und wie immer mit einem originellen Intro.  

Man mache sich gefaßt auf Gewalt. Ich schreibe dazu nicht viel mehr, aber es war schockierend und zwar auf andere Art als gedacht. Schauspielerisch war das wieder der Überhammer.

Es gibt Antworten. Vielleicht nicht die, die man hören wollte, aber es gibt in diesem Finale Antworten auf schon lange in der Luft hängende Fragen. 

Die Post-Credit-Szene möchte ich gerne vergessen. Sie läßt uns voller Sorge zurück. Mit Sicherheit wird diese Folge wieder eine sein, die letztendlich 9,9 Punkte haben wird...

"Mr. Robot" ist immer überraschend und immer originell. Ich ziehe den Hut vor all den Leistungen, die diese Serie zu dem Kunstwerk machen, das es ist.

Und nun heißt es wieder warten. Vielleicht schaue ich mir alles noch einmal von vorne an. Ich könnte jetzt noch besser verstehen, warum wer wie handelt. Und da ist noch das Politikergesicht an der Wand... was will uns der Künstler damit nur sagen? Reddit. Es wird auch anderen aufgefallen sein...