S.F... wie in Science Fiction

16.02.2018 um 22:47 Uhr

This is chaos.

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

"The Frame" hatte ich nun lange Zeit auf meiner Liste...

Und wie es meistens ist... Ich habe ein Thema, z.B. heute Realitätsanteile, die wir uns "aussuchen" (Schweine halten alle anderen für Schweine, Buddha jeden für Buddha usw., lese gerade Haemin Sunim)... dann finde ich dazu un- oder unterbewußt den passenden Film.

Ganz kurz: "The Frame" ist toll. Er ist lang, trotzdem nicht ermüdend, sehr experimentell und einfach speziell. Ein paar Effekte bzw. Stilmittel und die gesamte Kameraführung haben mich regelrecht begeistert.

Auch die Prämisse ist schön und originell. Alex' und Samanthas Leben sind auf besondere Art und Weise miteinander verwoben. Was ist die Erklärung? Chaos? Ein Test, den Gott ihnen auferlegt hat? Ein Wunder? 

Ich mochte die Schausieler. Sie setzen das Drama eindrucksvoll um, aber spielen nie "drüber". Sehr, sehr gut. 

Jamin Winans hat die Musik komponiert (auch fein), das Drehbuch verfaßt und Regie geführt. Eigentlich müßte man nun "Ink" schauen, der klingt allerdings sehr gruselig, das Debüt "11:59", das echt interessant ist oder den Kurzfilm "Spin" (auch cool). 

J. Winans darf man sich in jedem Falle getrost mal merken und dieses Meisterwerk kriegt 9 Punkte.

 

05.02.2018 um 20:21 Uhr

That's all there is.

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

Cloverfield!!!!!

"The Cloverfield Paradox." 

Ich dachte, das muß ja wohl ein Fehler sein... jetzt schon der dritte Cloverfield-Film bei Netflix?

Doch, da ist er, im TV, noch vor der Kinoveröffentlichung.

Es ist wieder ein ordentlicher Film geworden, muß ich sagen. Die Schauspieler sind prima (z.B. schön, Chris O'Dowd zu sehen). 

Wir haben hier einen Streifen mit den Tags "Horror, Mystery, Sci-Fi". Mystery, na, es geht. Die Erklärung für allerlei Horror auf der Station, die da draußen ist, um die Energiekrise der Erde zu beenden, ist schnell gefunden. Die Horrorelemente sind toll - sage ich ganz bewußt. Ich nehme Horror meist nur hin, im Sinne des großen ganzen. Hier muß ich sagen, hier hat man sich was einfallen lassen. Wirklich gut spielt man mit unseren alten Sehgewohnheiten und bringt dann andere, überraschende Dinge. Gut erträglich ist das und mit netten Effekten gelöst.

Die Logik- oder Physikfehler sind mir total schnurz. Musik paßt, ist aber nicht berauschend. Kamera, Schnitte, alles passabel. Für's Herz ist auch was dabei, sehr gut gespielt, kein Holzhammerprogramm. Fein.

Und dann... das Ende. Noch einmal der Burner, so, wie man das von einem "Cloverfield" erwartet. Dieser Film macht seinem Namen alle Ehre. Er fügt sich gut ins Universum ein, erklärt die anderen Begebenheiten, könnte aber auch für sich allein stehen. 

Würde meine Reihenfolge so angeben: 2 - 3 - 1. "10 Cloverfield Lane" war der beste bisher. Wie ich lese, gibt es schon Gerüchte über einen vierten Teil. Was gebe ich für den unterhaltsamen dritten Film? Ich denke, neun Punkte passen.  

"Mein Kopf war noch in den Wolken" bei den Perversionen von "Altered Carbon", brrr. Danke, jetzt geht's mir besser...

 

 

 

23.01.2018 um 21:01 Uhr

(Midnight) Special

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

Wow.

Wer "Arrival" gut fand, muß "Midnight Special" sehen.

Witzigerweise hatten wir es letztens von Sci-Fi-Roadmovies und unter die Kategorie fällt auch dieser Film. Eine Perle! Wie schön, daß er gerade bei Netflix hochgeladen worden ist. 

Alton ist ein besonderes Kind. Er verfügt über übernatürliche Kräfte. Sein Vater flieht mit ihm vor einer Sekte und sämtlichen Regierungsbehörden.  

"Midnight Special" hat mich durchgerüttelt, aufgewühlt, ich habe ziemlich viel weinen müssen. Aber es ist wie bei "Arrival" eine ganz merkwürdige Art der Rührung, die wohl nur Eltern so ganz verstehen können.

Den Schauspielern genügen winzige Gesten, um eine ganze Gefühlswelt rüberzubringen. Die Leistungen sind unglaublich. Man könnte hier die ganze Truppe aufzählen, die Rollen sind einfach perfekt besetzt. Kirsten Dunst als Mutter - Mann oh Mann, das haut einen um. Jaeden Lieberher als Alton hat was ganz "Altes", Weises an sich, sehr beeindruckend. Er spielt wohl auch in "It" von 2017... das werde ich vermutlich nicht schauen, aber den jungen Mann wird man noch öfter sehen, nehme ich an. Ich fand ihn einfach nur Spitze.  

Musik paßt wunderbar. Es gibt spektakuläre Dinge zu sehen, ganz anders als erwartet. Liest man so manche Rezension, frage ich mich, was die Leute geguckt haben... Der Film ist megamega-spannend. Einfach ein Meisterwerk. 10 Punkte von mir, aber nur, weil ich keine 11 geben darf.

 

 

 

19.01.2018 um 20:18 Uhr

Revolte an der Wiege der Menschheit

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

"Revolt" bzw. "Maschinenland" habe ich mir heute angeschaut.

Lee Pace als Soldat Bo, der mitten im größten Chaos einer Alieninvasion mühsam versucht, seine Erinnerungen wiederzuerlangen, enttäuscht nicht. Ich finde den Mann Wahnsinn. Bérénice Marlohe gefällt mir als Ärztin Nadia auch sehr gut.

Kenia als Schauplatz des Indiefilms zu wählen, war ein guter Schachzug. Das geringe Budget ist nie zu erkennen. Die Effekte sind wirklich toll. Der Film ist eine Art Sci-Fi-Roadmovie, was mir sehr zusagt. Sehr spannend ist das ganze geraten. Die Actionszenen überzeugen absolut und ja, daß der Film ab 16 ist, ist gut so.

Alles in allem ein wirklich guter Film, er ist absolut unterbewertet. Keine Chemie zwischen den Schauspielern? Ich sehe das ganz anders. 

Im grunde habe ich nur einen Kritikpunkt: Das Ende überzeugt mich nicht ganz. Was für einen Serienauftakt durchaus passend wäre, enttäuscht hier, "Revolt" läßt viele aufgeworfene Fragen offen und es fehlt der i-Punkt. Der Film stellt im Verlauf immer die richtigen Fragen und kann überraschen, mit beeindruckenden Bildern, passender (elektronischer) Musik und kleinen Wendungen - all das hat mich begeistert, also erwartete ich auch ein besonderes Ende... Vielleicht erwarte ich zu viel?

8 von 10 Punkten für einen aufregenden Streifen mit vielen tollen Ideen und großartiger Optik. Ich hoffe auf eine Fortsetzung. 

 

 

 

17.11.2017 um 20:59 Uhr

It's just code.

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

Zugegebenermaßen hatte ich von "Otherlife" nicht viel erwartet. Ein australischer Indiestreifen mit interessantem Thema aber zu geringem Budget dachte ich, als ich den Trailer sah. Aber irgendwie wollte ich mal reinschauen... und dann war ich an der Angel. 

Ren hat eine biologische Software entwickelt, mit deren Hilfe man Erinnerungen kreieren kann. In einer Minute ein ganzes Jahr erleben? Kein Problem. Aber Ren und ihr Geschäftspartner haben leider unterschiedliche Ansichten, wie man das Mittel nutzen könnte... 

Der Film ist klasse. Die Twists und Turns sind mega und haben mich überrascht. Natürlich muß man die Prämisse des Filmes akzeptieren. Logischerweise müssen das Koppeln des Gehirns an Überwachungstechnik oder das "Drucken" der Lösung recht simpel dargestellt werden. Aber erstaunlich gut ist es gelungen, mit wenig Aufwand interessante Bilder erschaffen.

Es gibt viele coole Aufnahmen, die Schauspieler sind gut. Die Geschichte ist spannend erzählt, mir gefällt ihre Moral. Die Story kratzt an einem ähnlich wie es "Black Mirror" tut, aber sie gibt einem auch einiges. 

9 Punkte von 10

 

Wie so oft, paßt ein Film mal wieder zum Thema des Tages. Heutige Frage war: Wie weit darf Selbstoptimierung gehen? Wer begrenzt wissenschaftliche Forschung, die Überwachung zum Ziel hat (Pillen mit Sensoren u.ä.) ... und nebenbei lese ich über die Methode des Dan Sha Ri, die mir sehr zusagt. Minimalismus mit wenig Regeln, aber viel Gefühl für sich und andere.

Antwort ist heute folgende: Das was ist, paßt. Auch wenn es wie etwas Unvollkommenes erscheint, so ist es doch hochkomplex, so komplex, daß wir immer Zusammenhänge mißdeuten oder übersehen werden. In der Komplexität einen höheren Sinn erahnen zu können, annehmen und wertschätzen zu können, ist ein Geschenk. Selbstoptimierung unter Streß führt sich selbst ad absurdum. Ein leerer Tisch ist ein leerer Tisch, aber vermutlich noch sehr viel mehr als das. Wenn Du im Kleinen aufräumst und aussortierst, losläßt, gewinnst Du an Möglichkeiten, Energie und Klarheit. 

Faszinierend!

 

 

08.08.2017 um 21:06 Uhr

Will I like the film "Senn"?

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

Musik: Cubositys Soundtrack für "Senn"

No, I won't. I love it. ;-)

--> sennition.com 

Mehr dazu später... erster Eintrag war weg... erstmal den Film verdauen... Vor allem lese ich gerade über Siinyamda, die von Britton Watkins für den Film kreierte Sprache. Respekt! 

Ach, eine Perle! Endlich wieder...

:-)

edit 17082017:

Senn, ein einfacher Arbeiter am Fließband auf Pyom, einem vergessenen Planeten, hat merkwürdige Visionen. Er geht ihnen nach, egal was das für Leib und Leben heißt... 

Wenn der Weg das Ziel ist, dann ist "Senn" ein sehr sehenswerter Weg, voller witziger Hinweise. Ein Kunstwerk, das Spaß macht, aber einen ernsten Hintergrund hat.

Wie oben erwähnt, habe ich den Test auf sennition.com gemacht, allerdings erst im nachhinein und ich erfuhr, was ich ja bereits wußte - ich würde diesen Film lieben. Der Drache hat den Test auch gemacht, ihm wurde dann mitgeteilt, er könne ja mal reinschauen, aber... na ja... ;-) Der Drache mag auch moderne Kunst nicht allzu sehr... :-/ Er versteht z.B. nicht, daß ich total begeistert bin, wenn jemand eine neue Sprache erfindet und in einem Film jegliche Beschriftung stimmt, vom Namensschild bis zum Schokoriegel, selbst ein Vertrag, der sowieso zu weit weg und kaum sichtbar ist, kann genau übersetzt und nachvollzogen werden... Man könnte diese Sprache lernen, wenn man wollte. Das pdf liegt im Netz. Genial.

Die Herangehensweise, der Einstieg in den Film, ist speziell und eine subtile, trotzdem eindrucksvolle Kritik an der Globalisierung. Die Macher haben es aber im ganzen Film immer wieder geschafft, Gesellschaftskritik ohne Holzhammer anzubringen. Das Werk ist extrem vielschichtig, wenn man sich darauf einläßt.

Die Effekte sind lustig. Sehr einfach, sehr abstrakt, passen trotzdem. Beinahe jedes Bild ist ein Kunstwerk. Das ganze ist ja auch die Idee eines Grafikdesigners gewesen. Das sieht man. Ein "Nano-Budget" hatte man, aber man hat es gut genutzt.

"Lost" im All, sprichwörtlich, wer "Lost" geliebt hat, wird auch "Senn" mögen.

Szenenfoto

 

30.07.2017 um 22:47 Uhr

Verbesserungen?

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

"Ghost in the Shell" - die 2017er Version. Endlich. :-)

Die Story kam mir bekannt vor. Kann sein, daß ich einen der Vorgängerfilme gesehen habe.

Nicht viele Worte: Bildgewaltig, beeindruckend, CGI Stand der Technik. In jeder Szene tausende Dinge zu entdecken. 

Keine Überraschungen, S.J. wie gewohnt perfekt in solch einer Rolle, Whitewashing durch Hollywood kein Thema (hier). 

Spannend, schnelle Storyentwicklung, 100 Minuten sind weg wie nix.

Computerspiel- und Animeherkunft deutlich sichtbar in Kameraführung, Kontrasten, Farben usw. usf. 

6,5 auf imdb wegen von wem auch immer gesteuerter Niedrigbewertungen und nun Gegenbewegung der Fans. Von mir 8 Punkte, aber auch nur, weil ich Twists liebe und dieser Film keinen hat (bzw. er ist schon zu bekannt).