...und andere Kleinigkeiten...
Mal wieder bin ich zu Hause bei meiner Familie zu Besuch. Hier wird mir immer wieder klar, wie verwöhnt ich doch bin, was das Internet angeht. Der PC meiner Ma ist so langsam, dass es nur noch von der lahmen Verbindung getoppt werden kann. Was habe ich doch für einen Luxus bei mir daheim mit meinem Laptop und DSL!
Aber jeder hat wohl auch andere Prioritäten und Wünsche und Träume im Leben. Und das ist nicht nur auf die Internetverbindung bezogen. Zur Zeit denke ich sehr viel darüber nach. Da ist einmal mein noch nicht ganz ausgestandener Herzschmerz um D. Immer wieder der Versuch, doch besser zu verstehen. Zu verstehen, warum er gesagt hat, dass es mit mir so viel schöner ist als mit seiner Frau. Dass er bei mir alles findet, wonach er gesucht hat und mehr, sogar das, was er nie für möglich gehalten hatte bzw nicht wußte, dass er es überhaupt wollte oder brauchte. Er hat also ganz neue Seiten kennengelernt und sich trotzdem für sein "zufriedenes" Leben entschieden. Ich hatte auch ein "zufriedenes" Leben, wenn auch sicher weniger zufrieden als er. Und ganz ehrlich, ich weine meinem zufriedenen Leben keine Träne hinterher.
Wo ist da der Unterschied? D reicht es anscheinend vollkommen aus, wenn er ein zufriedenes, ruhiges Leben hat. Etwas, was Berechenbar ist und wo er weiß, was passiert. Seine Basis. Ihm reicht es, das zu haben und er ist nicht bereit, ein Risiko einzugehen für ein wirklich glückliches Leben.
Ich aber will glücklich sein. Ich will genießen mit meinen Sinnen und ich muss atmen können, frei und tief. Ich könnte nie in dem Käfig leben, in dem D lebt. Und vielleicht ist meine Freiheit zu wenig Stabilität für ihn.
Ich frage mich manchmal, wer es wirklich besser hat. Derjenige, der sich mit weniger zufrieden gibt. Der eben sagt, mir reicht das, ich bin zufrieden und mehr brauch ich gar nicht. Sind diese Menschen wirklich so glücklich mit ihrem Leben? Oder wachen sie eines Tages auf und fragen sich, warum sie ihr ganzes Leben verschlafen haben?
Oder ist es besser zu träumen und nach der Erfüllung seiner Träume zu streben. Sich nicht mit nur zufrieden abspeisen zu lassen, sondern zu sagen, ich weiß, dass es irgendwo das Glück geben muss. Dass es irgendwann so sein wird, wie ich mir das vorstelle. Macht man sich damit glücklich? Findet man das Glück, was man sucht? Oder rennt man sein ganzes Leben nur einem Phantom hinterher?
Ich habe noch keine Antwort darauf gefunden. Aber ich weiß, dass es mich zur Zeit glücklicher macht, frei zu sein und Phantome und Träume zu jagen, als mich mit etwas zufrieden zu geben, was mich nach einiger Zeit nur wieder rastlos macht...
Und vielleicht muss man auch nur lang genug Phantome gejagt haben, um zu erkennen, dass es zufrieden sein durchaus etwas ist, mit dem man gut leben kann...????