Schon komisch... man wird älter und erwachsener. Trifft immer mehr eigene Entscheidungen, wird volljährig, macht den Führerschein und irgendwann zieht man daheim aus. Nun ja, die Reihenfolge variiert wohl von Mensch zu Mensch ;)
Aber trotzdem - ganz egal wie alt man ist - die Eltern bleiben irgendwie immer die Eltern. Und ein wenig bleibt man auch immer das Kind. Zumindest das Kind der Eltern. Und das ist etwas, was sich nicht ändert. Ein ungeschriebenes Gesetz.
Hätte mir jemand früher gesagt, dass man es als Erwachsener noch immer schlimm findet und es einen irgendwie betrifft, wenn sich die Eltern trennen, ich hätte es wohl nicht so sehr geglaubt. Die Realität sieht aber anders aus.
Es ist egal, wie alt man ist... es sind immer die Umstände. Und wenn man eben so lange seine Eltern als Einheit kannte, ein Zuhause hatte, wo man sich immer geliebt und willkommen gefühlt hat, gemeinsame Traditionen aufgebaut hat, dann tut es weh, wenn das sich auf einmal ändert. Und es ist gar nicht so leicht, damit zurecht zu kommen.
Sicher ist es anders, als wenn man Kind ist und daheim lebt. Ist man älter, muss man sich dem nicht jeden Tag stellen. Dafür sind nun die eigenen Entscheidungen gefragt. An Weihnachten... Vater oder Mutter besuchen? Für wen entscheidet man sich? Oder alle zu sich einladen? Fühl ich mich noch daheim in meinem "Elternhaus"? Vor allem, wenn dann dort jemand neues rumgeistert. Wie geht man mit den neuen Partnern der Eltern um? Aus dem Alter jemand zusätzlich als Elternteil oder "Familie" anzuerkennen, sind wir ja definitiv raus.
Es ist nicht leicht. Was bleibt ist eine Zerrissenheit. Ein Gefühl, wie wenn einem die Wurzeln fehlen...
Hier bleibt dann nur noch die Frage: Wie stark ist das Band tatsächlich, dass uns alle zusammenhält?