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Mir brummt der Schädel... wenigstens hab ich mich beim vielen Nichtstun ganz gut erholt. Ich kann ja auch nichts dafür, dass ich gestern nach der Arbeit (und dem üblichen Hickhack der Bahn) so ko war, dass ich gestern Abend nur noch ins Bett gesunken bin und bis heute Mittag zu nichts weiter fähig war.
Jetzt fühl ich mich wach, habe aber dafür Kopfschmerzen. Vielleicht, weil ich nichts weiter gegessen habe. Und auch nichts getrunken, außer 2 Tassen verschiedener Kaffeesorten, um meine neue Senseo auszutesten. Habe sie hauptsächlich für ihn gekauft, weil er Unmengen von Kaffee trinkt und das bisher immer ein wenig schwierig war (und er viel zu viel Kaffeepulver verbraucht hat). Er hat sich auch ziemlich gefreut, als ich ihm gestern gesagt hab, dass ich die Maschine bestellt habe.
Was ich ihm nicht gesagt habe ist, dass ich mir einen Sprachkurs besorgt habe. In 3 Wochen werde ich das erste Mal zu ihm fahren. Ob er mich da auch ein paar seiner Freunde vorstellen wird, weiß ich nicht. Kann ich mir noch nicht so ganz vorstellen. Er ist da irgendwie ein wenig komisch. Vermutlich schon allein, weil unsere Kulturen doch ein wenig anders zu sein scheinen. Laut ihm zeigen sie dort ihre Gefühle nicht so. Meiner Meinung nach halten wir uns ja schon gar nicht so oft an den Händen oder geben uns ein Küßchen, aber er meinte, wenn sein bester Freund ihn so sehen würde, dann würde er ihn sicherlich aufziehen...
Und na ja, seiner Familie wird er mich sicher nicht vorstellen... Irgendwie mag ich seine Sätze wie "falls Du jemals meine Familie/diesen Freund/jenen Freund kennenlernen wirst" eh nicht mehr hören. Für mich hört sich das dann immer so an, wie wenn er das bezweifelt. Obwohl er andererseits ja auch Deutsch lernt, zumindest im Urlaub eine Weile mit mir gelernt hat. Weil er vielleicht hierher kommt zum Arbeiten und weil er meine Freunde und Familie besser verstehen können möchte. Und so geht es auch mir. Ich würde es schön finden, wenn ich mich dort nicht ganz so fremd fühle, wenn sie alle um mich rum so ganz anders reden. Und vielleicht finden mich seine Eltern auch nicht ganz so furchtbar, wenn sie merken, dass ich mir Mühe gebe und ihre Sprache lerne. Na ja, Sprachen lernen hat eh noch niemandem geschadet...
Werde jetzt gleich zu meiner Freundin fahren. Mit gemischten Gefühlen. Unser letztes Treffen hat mich noch mehr runtergezogen, weil man förmlich spüren konnte, wie schlecht es ihr geht. Weil es überall wie eine dicke Wolke hing. Dicke, depressive Luft. Und mit "ach, es wird schon alles gut werden" ist irgendwann ja auch nicht mehr geholfen. Aber wie soll ich ihr Mut machen? Ich kann ihr ja auch keine Antworten oder schöne Erlebnisse herbeizaubern. Ich kann nur versuchen, für sie da zu sein, aber wirklich nicht einfach derzeit. Ein bissel, wie wenn ein Blinder einem Blinden sehen helfen will *seufz*
Hoffe, ich erwische dann wenigstens noch meine beste Freundin später. Haben es gestern und heute noch nicht geschafft zu reden. Auch wenn wir beide immer dauermüde sind, so geben wir uns doch gegenseitig Halt. Denn wir hören uns zu und wissen, wir sind nicht allein. Und wenn es uns nicht gut geht, so dann eben auch nicht alleine. Und letztendlich schaffen wir es immer wieder, zusammen zu lachen und die Welt ist schon viel freundlicher...
