When reality hits you hard...und es geht doch immer weiter

29.11.2007 um 04:35 Uhr

Waiting for the perfect day

von: Sadeyes

Kann nicht schlafen. Habe von ihm geträumt. Von ihm und mir in seiner Stadt... Hand in Hand und glücklich...

Überhaupt weiß ich nicht, was mit mir los ist. Ich bin schon den ganzen Tag sehr nachdenklich gewesen. Habe viel über ihn nachgedacht, über uns, über mich. Aber auch über meine Ma, meinen Dad, auch wie sie als Eltern waren und wie sie jetzt als Eltern sind und die neuen Partner meiner Eltern.

Und so albern es ist... wieder fehlt mir mein geliebter Hase. Mir fehlt es so, dass er mich zum Lachen bringt oder er mich mit seinen Augen so lieb anschaut und wie er mich immer getröstet hat. Irgendwie hat es sich ein bissel weniger allein angefühlt.

Jetzt fühlt es sich verdammt allein an. Nachts um 4 Uhr wach. Niemand da... keiner zum Reden, keine tröstenden Worte.

Ich fühle mich noch immer ohne Wurzeln und weiß nicht, ob ich das jemals wieder finden werde. Meine Familie ist nicht mehr das Fundament, dass sie mal war.

Vorhin... noch ein sehr emotionaler Chat. Offen irgendwie, offener als je zuvor... Es ist merkwürdig.

So viele Fragen in meinem Kopf, so viel Gefühl in mir drin. Ich kann nicht aufhören zu weinen, dabei hab ich die letzten zwei Tage kaum noch geweint. Und jetzt ist es, wie wenn jemand die Schleusen geöffnet hätte. Nicht gut für meine Erkältung, die er mir als Erinnerung hinterlassen hat. Das Atmen tut ohnehin schon weh... fühlt sich an, wie wenn er über schmutzigen Teppich streicht.
Wurde heute schon früher nach Hause geschickt. Befürchte, sie werden mich heute nur noch kürzer da behalten und morgen vielleicht gar nicht sehen wollen. Sie wollen sich nicht anstecken. Verständlich! Also vielleicht Heimarbeit... Aber mir graut es davor, 4 Tage alleine in meiner Wohnung zu verbringen.

Ruf mich an, wenn Du mich brauchst, hat er mir gesagt... der Satz klebt noch in meinem Kopf... Ich möchte sagen, geh weg! Lass mich allein! Es tut so weh! Aber er läßt mich nicht gehn. Jeden Tag Kontakt und jedes Mal sagt er mit seiner Selbstsicherheit bis später... Warum kann er mich nicht lassen?

Heute... wie immer... hat er mir Fußballnews geschickt, während ich meine Serien geschaut habe.... hat gefragt, was dort passiert... und gemeint, ich solle mir was fröhlicheres anschauen...

Der Taschentücherberg neben mir wächst unaufhörlich, während ich hier schreibe. "Unsere" Klorolle nähert sich auch so ihrem Ende.
Und wieder und wieder geht mir die Frage durch den Kopf, warum ich es nicht gespürt habe. Es klingt blöd, aber bei all meinen letzten Beziehungen habe ich beim letzten Mal miteinander schlafen ganz deutlich gespürt das ist das letzte Mal, genieße es! Manchmal sogar, obwohl eigentlich gar kein Ende offensichtlich war. Nur diese Stimme auf einmal in meinem Kopf.

Bei uns war es nicht so... ich kann mich noch an unser letztes Mal erinnern. Leidenschaftlich... schön... Und ich weiß noch, ich habe in mich reingehört.... ist das unser letztes Mal? Und es kam nichts zurück... ich war mir sicher, das war es nicht.Und doch hat mein Gefühl mich wohl diesmal im Stich gelassen...

Und so sitz ich hier... und die Gedanken fließen nur zu wild durch meinen Kopf... und ich lass sie einfach durchziehn, wie sie kommen und gehen. Habe eben gestrickt, werde gleich wieder weiter stricken. Es ist wie eine Besessenheit derzeit. Ich kann nicht anders, als ständig stricken. Immer weiter, immer was Neues. Derzeit wird es ein Kleid...
Vielleicht, weil auch die Wolle durch meine Finger gleitet, so wie die Gedanken durch mich, so wie die Zeit dabei sachte vorbei streicht.

Dabei fällt mir eine Zeile von Roxette ein... Die soll das hier nun beenden... Ever since the sky turned grey I waited for the perfect day!