Liebe...
Liebe ist, was sie ist.
Sie ist immer das, was man fühlt,
selten gleich,
in jedermanns Auge unterschiedlich.
Und manchmal,
da kommt sie ganz überraschend
und anders
im anderen Gewand,
als man denkt!
Liebe ist, was sie ist.
Sie ist immer das, was man fühlt,
selten gleich,
in jedermanns Auge unterschiedlich.
Und manchmal,
da kommt sie ganz überraschend
und anders
im anderen Gewand,
als man denkt!
Die Welt ist ruhig geworden. Draußen ist alles weiß, still und friedlich. Vor ein paar Stunden bin ich wieder nach Hause gekommen und selbst hier im Haus ist es fast geisterhaft still. Die Stille aus einem meiner Käfige ist weniger angenehm. Es ist die Stille, die fast den Atem anhält, weil sie darauf wartet, wann der letzte Atemzug getan wird. Mein kleiner Mäuserich wird mich wohl nicht mehr in das neue Jahr begleiten.
In mir ist es auch sehr ruhig. Weihnachten war entspannend, ruhig und auf eine ganz eigene unweihnachtliche Art und Weise schön. Vielleicht, weil ich gar nichts von Weihnachten erwartet habe... denn sonst hätte ich nur um das getrauert, was es nicht gewesen ist.
Und auch über die Feiertage haben meine Stricknadeln nicht still gestanden. Neue Wolle aus dem Laden besorgt und ein neues Projekt angefangen. Sogar schon fast fertig... Mit ein wenig Glück schaff ich noch zwei Sachen zu Ende in diesem Jahr. Mein letztes Ziel für 2007...
Stricken ist wie eine Sucht, wenn man erstmal so regelmäßig damit angefangen hat!
Auch mein Herz und meine Seele haben ihre Ruhe wieder gefunden. Manchmal tut es noch weh. Manchmal auch mehr... Aber nie mehr so, dass es mich komplett aus der Ruhe bringt. Und die Ruhe, die ich dachte, die letzten Tage vor E zu haben, ist auch nicht eingetreten. Aber das ist in Ordnung so für mich. Für ihn... das weiß ich nicht. Hin und wieder ist er zu launisch... und doch hat er es wenigstens mal geschafft, sich hinterher dafür zu entschuldigen. Und auch, wenn ich noch viel über ihn und über das, was mit uns passiert ist, nachdenke, so ist das nur der Prozess des Verarbeitens. Und das ist nichts Schlimmes...
Nun werde ich die Überreste von Weihnachten genießen und dazu noch mehr Stille tanken. Denn noch zwei Tage sind Schonfrist und der nächste Monat wird alles an Energie und Kraft verlangen, was ich derzeit habe.
Ich hoffe, Ihr hattet alle ein ebenso schönes und friedliches Weihnachtsfest!!!
... haben wir uns alle. Wie früher kichernd zusammen gestanden und uns bei der Kleiderwahl und beim Schminken geholfen. Schlichte Eleganz in schwarz...
Und nun bin ich mal auf die Feierlichkeiten gespannt!
Heute war wieder ein langer, aber dafür ein erfolgreicher Tag auf der Arbeit. Habe mein großes Puzzle lösen können und außerdem habe ich recht gute Ideen gehabt. Und ich denke, dass ich die auch recht gut an den Mann gebracht habe. Das dürften mal wieder ein paar Punkte für mich gewesen sein. Mir fällt sowas zwar immer schwer, aber wenn man es geschickt verpackt, dann sieht es nicht so sehr nach Eigenwerbung aus. Und ich steh gar nicht gern im Rampenlicht. Aber meinen Job, den will ich behalten und ich wäre auch nicht traurig, wenn finanziell noch ein wenig mehr rausspringen würde.
Meine Kollegin hat es geschafft, dass ich nicht mehr ganz so gelobt werde, wie das mal war. Aber ich hoffe doch, dass ich es in der Hand habe, alles zurück zu gewinnen!
Unendlich müde heute Abend. Hoffe, dass ich diese Nacht die 2 oder 3 Stunden von der letzten Nacht übertreffen kann. Habe jedoch noch einen schönen Anruf letzte Nacht bekommen... E hat mich kurz vorm Schlafen gehen noch angerufen. Um mir eine schöne Nacht zu wünschen, um mir zu sagen, dass ich nicht vergessen soll, seine neue Arbeitsmailadresse mit an die Arbeit zu nehmen, falls ich seine Hilfe gebrauchen kann. Außerdem hat er mich darum gebeten, ihm eine kurze Mail zu schreiben, dass ich gut an der Arbeit angekommen bin und wie es so läuft.
War irgendwie schön, wenn auch nur kurz...
Und jetzt kann ich an gar nichts mehr denken... Schaue noch ein wenig TV und werde dann noch ein wenig entspannen und dann hoffentlich gut einschlafen und schön tief schlafen...
Natürlich war es klar, dass es nicht immer so sein würde, wie es am Freitag war. Nicht jeden Tag öffnet sich Herr E auf diese Art und Weise. Heute hat er sich natürlich gemeldet, aber ist doch sehr ruhig. Seit 100 Minuten haben wir nichts mehr geschrieben, obwohl wir beide online sind. Na ja, ich hab "nebenbei" noch gearbeitet und geputzt und natürlich kann man nicht immer nur schreiben. Aber es ist typisch. Nur wieder schön verschließen und nur niemanden zu nahe an sich lassen. Er könnte ja "rückfällig" werden.
Tief in mir drin hoffe ich noch immer, dass er irgendwie seine Ängste und Zweifel überwindet und dass wir dann vielleicht doch noch eine Chance haben. Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein 40jähriger Mann mit so tiefgehenden Problemen, es wirklich schafft, das zu überwinden.
Wenigstens habe ich das Gefühl, dass es mir die vergangene Woche etwas besser ging. Ich bin mit meiner Einzelhaft wesentlich besser zurecht gekommen. Ich habe viel gestrickt und mich mal wieder in einer Serie versenkt. Und vielleicht ist alles nur Hollywood-Kitsch, aber ich glaube wieder daran, dass man auch richtiges Glück haben kann. Dass man manchmal so schlimme Phasen durchmacht und dann irgendwann doch wieder sein Glück findet. So unglücklich ich auch die letzten Wochen war, so habe ich doch das Gefühl, wieder etwas mehr zu mir selber gefunden zu haben. Wieder mehr Ruhe in mir zu verspüren.
Auch wenn ich E in manchen Momenten so sehr vermisse, dass es so weh tut, dass es mir die Tränen in die Augen treibt, so kann ich doch auch wieder mit meinem Leben zufrieden sein und dankbar für alles andere, was richtig ist.
Gestern Abend war schön und erschreckend zugleich. E und ich haben gechattet. So offen und ehrlich wie vielleicht noch nie. Darüber, wie wir jetzt fühlen, was wir gefühlt haben, über uns als Paar und über uns als Menschen. Und mir ist nun wirklich klar geworden, dass seine Entscheidung nichts mit mir zu tun hat. Schon auch mit mir, aber eher in dem Zusammenhang, dass sie eben seine Probleme in ihm aufgewühlt haben. Und er scheint eine Menge davon zu haben.
Es war unheimlich schön, so offen zu und sich in dem Moment so nahe zu fühlen. Ich weiß, als wir spät das zweite Mal gechattet hatten, da hatte er viel getrunken. Vielleicht fiel es ihm auch deshalb leichter, sich zu öffnen. Was er mir über mich gesagt hat, das war wirklich unheimlich schön und rührend. Und es ist schön zu wissen, dass jemand so über mich denkt. An mich denkt.
Aber was er über sich erzählt hat, das war doch ein wenig erschreckend. Vielleicht auch, weil es meine Befürchtungen bestätigt hat. Er sieht nicht viel gutes in sich selber. Es fällt ihm leichter, mit Menschen zusammen zu sein, die ihn wie Dreck behandeln, denn mehr glaubt er wohl nicht wert zu sein. Er kann es nicht ertragen, wenn jemand etwas Gutes in ihm sieht, denn dann setzt dieser Mensch ja auch Erwartungen in ihn. Und Erwartungen erfüllen zu müssen er füllt ihn mit Angst, denn in sich drinnen glaubt er, dass er in Wirklichkeit eine Enttäuschung ist und diese Menschen, die Gutes von ihm denken, die könnten das dann heraus finden.
Er hat mir wieder gesagt, wie viel besser ich ohne ihn dran bin. Dass er zu kompliziert ist und dass er sich entschieden hat, keine Kinder zu haben, obwohl er sich so sehr eine Familie wünscht. Ich kenne seine Gründe und ich wünschte, ich könnte ihn verstehen machen, dass das nur in seinem Kopf ist und absolut nicht der Realität entspricht.
Aber als unser Gespräch dann zu tief ging, vor allem in diese Richtung, hat er sich dem gleich wieder entzogen. Er kann es nicht. Er hat Angst davor. Seine Ängste sind manchmal richtig greifbar. Und es macht mich traurig. Und wieder habe ich dieses Gefühl, ich kann ihn nicht alleine lassen, ich will es nicht. Die Menschen, die er hat, bei denen er sich überhaupt mal so öffnen kann, sind an weniger als einer Hand abzuzählen.
Vielleicht... vielleicht hat er sogar Recht und ich werde mit jemand anderem glücklicher sein. Jemandem, der nicht so voller Selbstzweifel ist, sich nicht immer wieder gegen sich selber richtet. Aber das wird mich nicht davon abhalten, zu versuchen, für ihn da zu sein.
Ich weiß nur, unser Gespräch hat uns beiden sehr viel bedeutet und ich möchte das nicht missen. Darüber, dass er heute noch kurz online gekommen ist, um sich von mir zu verabschieden, habe ich mich auch gefreut. Ein Nachklingen unseres Gespräches von gestern.
Und ja, irgendwie hoffe und glaube ich noch daran, dass irgendwann für mich alles gut wird. Auch wenn ich meine Tiefs habe, so habe ich doch immer wieder das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Auch wenn der noch so steinig ist und meine Knie schon wund geschürft von den vielen Stürzen. Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass er noch die Kurve bekommt...
Noch immer daheim eingesperrt. Zum Glück geht es mir mittlerweile gesundheitlich wieder besser. Aber so weit, wieder raus zu gehen, bin ich noch nicht.
Wenigstens geht es auch meinem Herzen ein wenig besser. Vielleicht auch, weil ich nicht mehr so viel an E denke bzw nicht mehr an die vergangenen Monate mit ihm denke. Ich versuche, momentan einfach die Dinge zu akzeptieren, wie sie eben sind. Und darauf zu vertrauen, dass die Zukunft schon das für mich bringen wird, was ich mir erhoffe.
E und ich, vielleicht wird das eine Freundschaft, vielleicht wird es wieder mehr, vielleicht verlieren wir uns irgendwann aus den Augen. Ich weiß es nicht. Momentan haben wir mal mehr und mal weniger Kontakt. Und nächstes Jahr wollen wir uns gegenseitig besuchen. Mal schauen, ob da wirklich etwas draus wird.
Der Berg an Selbstgestricktem wächst in der Zwischenzeit neben mir unaufhörlich. Mittlerweile sind noch 3 Schale dazu gekommen. Und mein nächstes Oberteil ist auch fast fertig. An meinem Kleid habe ich mal eine kleine Pause eingelegt. Obwohl ich mittlerweile genau die perfekten Stiefel zu dem Kleid habe. Und wenn ich ehrlich bin, juckt es mich bereits in den Fingern, zu meinem Strickladen zurück zu kehren und noch ein bissel Wolle für noch ein oder zwei weitere Strickkleider einzukaufen.
Ansonsten mache ich gerade mal wieder eine interessante Erfahrung... Ich habe nun über das Internet einige meiner Freunde von früher wieder gefunden bzw bin ich zum Teil auch gefunden worden. Zu sehen, wie sehr die sich darüber freuen oder dass überhaupt jemand von früher nach mir sucht, dass ich einigen Menschen anscheinend so wichtig war, das ist schon ein besonderes Gefühl. Und ein schönes. Und etwas sehr Überraschendes. Sogar Menschen, von denen ich das gar nicht erwartet hätte, melden sich bei mir.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich auch Lust, mich mal wieder mit diesen Leuten zu treffen. Ein wenig fühlt es sich an, wie wenn ich mich ein wenig mit meiner Vergangenheit und meiner Kindheit aussöhnen könnte. Das wiederum fühlt sich an, wie wenn es mich ein wenig kompletter macht.
Heute wäre unser Tag gewesen... soll heißen, heute wäre er wieder zu mir gekommen oder ich wäre bei ihm gewesen. Eigentlich hatte ich mir gewünscht, bei ihm zu sein. Ich wollte so gerne Holland in der Vorweihnachtszeit sehen. Seine Stadt in Lichtern... Ich weiß, er hat mir nicht geglaubt, dass mir seine Stadt gefallen hat und ich kann das nicht ändern. Trotzdem würde ich sonstwas drum geben, nun mit ihm Arm in Arm durch die Straßen entlang den Kanälen zu laufen, die Lichter in den Bäumen. Ich stell mir das zauberhaft vor... diesen kleinen Ort aus einer Schneekugel.
Stattdessen sitze ich hier alleine auf meiner Couch und schaue TV und arbeite nebenbei ein wenig. Habe wieder "Hausaufgaben" bekommen.
Er ist heute Abend nach der Arbeit nach Den Haag gefahren, Freunde treffen, wie letztens, als er dort zum ersten Vorsprechen für den Job in Deutschland war. Er wird sich ordentlich betrinken heute (was bei ihm dann mindestens ein paar Liter Bier bedeutet) und dann gegen Mitternacht daheim sein. Denn morgen geht es ja wieder zur Familie. Der, deren Liebe er sich so sehr wünscht und er sie nie bekommen wird.
Wenigstens seine Arbeit fängt an, ihm zu machen und ihm ein gutes Gefühl zu geben. Ich freue mich für ihn. Jetzt, wo ich so lang hier allein daheim bin, kann ich mir noch viel besser vorstellen, wie schlecht es ihm gegangen sein muss.
Tja, wie geht es mir? Nachdem ich gestern durch das Allein sein fast durchgedreht bin, hab ich mich entschlossen morgen nach Hause zu fahren. Zu meiner Ma und zu meiner besten Freundin, die mich dazu überredet hat. Aber es wird besser so sein. Nicht allein sein, mit Menschen zusammen sein, die mich mögen und mich verstehen und mich trösten.
Ich vermute mal, dass er morgen früh online sein wird. Aber da werde ich dann hoffentlich schon nicht mehr da sein. Vor Sonntag Abend irgendwann, wenn ich wieder hier bin, werde ich nichts von ihm hören. Ich glaube nicht, dass er sich bei mir melden wird. Und ich habe ihm heute nicht geschrieben, obwohl es recht verlockend war. Immerhin hat er mir gestern Abend direkt seine neue Mailadresse gegeben, damit ich ihn auch an seiner neuen Arbeitsstelle erreichen kann.
Jetzt mag ich mal wieder nicht mehr denken. Weiß auch genau, was ich dagegen tun kann...
Mal wieder eine schlaflose, weil hustenreiche Nacht. Die Blocker helfen nicht wirklich und irgendwie bin ich anscheinend nie müde.
Morgen darf ich zum nächsten Arzttermin. Prognose nicht gut. Nach einer Woche noch immer kaum Stimme. Und wenn ich abends dann wenigstens ein wenig mit meiner besten Freundin telefoniere, weil das einfach sein muss, ist hinterher nicht mehr viel Stimme übrig.
Vermutlich sind aber auch die Tränen zwischendrin nicht unbedingt das Beste. Na ja, es wird wieder besser werden. Irgendwann muss meine Stimme ja wieder kommen.
E hat seinen ersten Arbeitstag hinter sich. Wirklich glücklich war er heute nicht. Wie der erste Tag eben immer so ist. Anstrengend und man ist hinterher voller Zweifel, ob man das wirklich alles so schafft. Das weiß er auch selber. Habe ihm trotzdem ein wenig Mut zugeredet. Nun wird er sehen, wie es ist, wenn man einen mindestens 8-Stunden Tag hat und dazu dann noch mehr als 2 Stunden Fahrtzeit kommen. Es ist ihm bewußt, dass er nun meine Situation lebt. Trotz allem hat er es geschafft, sich heute Abend wieder zu kochen. Stolz bin ich schon auf ihn. Wirklich viel gechattet haben wir nicht, er war ziemlich ko. Trotzdem hat er sich die Zeit genommen, wenigstens kurz die Ereignisse des Tages auszutauschen.
Das Lächeln in mein Gesicht gezaubert hat mir jedoch ein anderer. Nicht so ruhig, nicht so reif, ganz jugendlicher Charme eben. Aber eben ein lieber Gruß spät am Abend. Ein "ich denke an Dich". Auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum er das tut und bei sowas doch mittlerweile einfach vorsichtiger bin. Ich kann es nicht verhindern, dass ich immer wieder auf diese Nachricht schaun und lächeln muss. Und allein dafür bin ich ihm dankbar!
Sitze hier immer noch. Denke an E. Hätte mir gewünscht, dass er sich mal meldet von seinem ersten Arbeitstag. Aber da ist er ja sicher auch gut beschäftigt. Mich bei ihm melden, will ich mich nicht. Dazu kommt, dass mein Handy fast keinen Strom mehr hat und mein Ladegerät liegt auf der Arbeit...
Und mitten da rein bekomm ich auf einmal SMS. Lieb und nett, die fröhlich sind und mich aufmuntern sollen. Und ich frage mich, warum er sich so sehr um mich bemüht, obwohl er mich nicht kennt. Während E, den ich so gerne hören würde, sich nicht meldet...
Ich hasse es! Ich hocke hier allein in meinen vier Wänden... und es ist einfach so schrecklich allein. E ist auf der Arbeit. Habe seine Stimme heute morgen ganz kurz gehört. Er hat sich bis heute Abend verabschiedet. Und ich vermisse ihn. In doppelter Hinsicht... weil nun niemand da ist, mit dem ich reden/schreiben kann und weil ich ihn vermisse. Ihn als Mann, als meinen Freund. Übermorgen hätte ich ihn eigentlich wieder gesehen. Nur wäre durch seine neue Arbeit wohl nun doch auch alles anders gewesen. Wer weiß wie...
Es gibt so viele Dinge, mit denen ich mich hier daheim beschäftigen könnte zB meine Kurse. Aber ich fühl mich gerade so ko, dass ich mich noch immer zu nichts aufraffen kann. Zu nichts außer TV schaun und stricken.
Kann mal wieder nicht schlafen. Nicht müde genug, zu viele Hustenkrämpfe, denke an E. Er hat auch Schlafstörungen, fühlt sich nicht müde, kann nicht schlafen. Manchmal kommt er mitten in der Nacht dann auch noch online und freut sich, dass ich da war.
Noch immer chatten wir jeden Tag. Und manchmal ändern sich die Dinge. Gute Neuigkeiten! Er hat endlich eine Stelle. Zwar nur für wenige Wochen, aber besser als nichts. Und ich merke, wie gut es ihm tut. Er war so fröhlich und euphorisch. Meinte, es wird Zeit, dass er wieder arbeitet. Ja, das glaube ich auch... Auch wenn er immer gesagt hat, dass es ihm egal ist. Nein, es ist ihm nicht wirklich egal.
Er hat Angst, morgen früh nicht rechtzeitig aufzuwachen, weil er es nicht mehr gewohnt ist. Also bin ich sein Weckdienst. Kann ihm noch alles Liebe mit auf den Weg geben. Heute war ich vielleicht sogar die erste, die von seinem Job erfahren hat. Habe direkt eine SMS bekommen. Und mich so für ihn gefreut.
Er hört mir zu, wenn es mir schlecht geht, versucht, mich zu stärken und mir Mut zu machen. Nur, warum ist er so verwundert, wenn ich ihm sage, dass er weiß, was er mir sagen muss, damit es mir besser geht. Ich glaube, er hat wirklich nicht verstanden, dass er für mich in vielerlei Hinsicht da war. Ist sein Selbstbewußtsein so angeknackst, dass er wirklich denkt, nicht genug zu sein, nichts richtig zu machen? Er meinte, es würde gut tun, das zu wissen... und ich dachte, er hätte das verstanden... Hmmm...
Vermisse ihn! Wäre nun so gern bei ihm, in seinen Armen... Aber wer weiß, ob und wann wir uns wieder sehen...
Zurück vom Arzt. Eine weitere Woche Zwangseinzelhaft. Immer noch keine Stimme. Einfach frustrierend!
Beim Arzt... im Wartezimmer... neben mir eine ganze Reihe leerer Stühle, an der anderen Wand alle Stühl belegt. Alle wollten sich erst neben mich setzen und als sie meine Stimme gehört haben oder mein husten oder niesen bemerkt haben, haben sie sich mal lieber weit weg gesetzt. Isoliert!
Bin gespannt, ob und wann E heute auftaucht. Gestern war es eher merkwürdig zwischen uns. Mal war er richtig gut drauf, schreibt mich an und tauscht sich mit mir aus, dann wird er wieder brummelig und verschwindet. Ich weiß einfach nicht, was mit ihm los ist und wünschte, er würde mit mir darüber reden. Aber nein, das tut er nicht. Nur weiß ich so langsam nicht mehr, wie lang ich das noch mitmachen kann. Denn seine Launenhaftigkeit beziehe ich immer wieder auf mich und es zieht mich runter. Vielleicht wäre es besser, erstmal eine zeitlang nichts voneinander zu hören. Andererseits hab ich ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen, einfach so zu verschwinden...
Ich bin durcheinander... krank... ohne Stimme... und ein wenig allein. Einfach auf der anderen Seite...
Ich bin müde, erschöpft... Der holländische Killervirus hat bei mir mit voller Kraft zugeschlagen. Ich bin also seit Donnerstag hier alleine auf Isolierstation. Ein Päckchen Taschentücher am Tag ist minimum bei mir. Nase und drumrum ist schon alles wund und schält sich. Und wie wenn das alles noch nicht genug wäre, hat mich auch noch meine Stimme verlassen, so dass ich so gut wie gar nicht die Möglichkeit habe, zu telefonieren. Gerade jetzt, wo ich so eine komplette Isolation überhaupt nicht gebrauchen kann.
Donnerstag gings mir einfach dreckig... die Erkältung wurde immer stärker und ich mußte ständig die Tränen bekämpfen. Okay... also muss ich selber gut zu mir sein. Und da der Winter nun so greifbar ist und vor mir viele Wochenenden liegen, an denen ich nicht viel zu tun habe, hab ich mir meinen Traum erfüllt. Ein riesengroßer Flachbildschirm-TV. Nun steht er hier in all seiner 107 cm-Diagonalen-Pracht Und läßt meine Möbel drumrum billig erscheinen. *seufz*
Hätt ich mal damals nur 1000 Euro mehr für Möbel gehabt...
Aber ich gebs zu! Es ist schon herrlich, nun wieder in meinem Wohnzimmer auf der Couch liegen zu können und hier TV zu schaun. Und so ein Heimkino macht schon Laune. Habe mir gleich mal was actiongeladenes reingezogen, um Größe und Sound so richtig genießen zu können. Aber meine Wunden heilen, das tut er leider trotzdem nicht.
Freitag war ich noch immer auf dem Sei-gut-zu-Dir-Trip und hab mir einen Strauß Rosen hier für mich gekauft. Und habe dann mein Wohnzimmer aufgeräumt und mein neuestes Gemälde an die Wand gehängt. Die Rosen passen in ihrer bunt gemischten Farbenpracht bestens zu den Farben hier und es sieht wirklich wunderschön aus. So dass mich schon ein wenig Stolz erfüllt. Selbst E meinte, er ist stolz auf mich. Aber eigentlich... will ich das hören und will es auch nicht.
Mit ihm, das ist so ein Teufelskreis. Es macht mich glücklich, ihn zu hören. Vor allem, wenn er liebe Dinge sagt. Gleichzeitig fühl ich mich umso leerer, wenn er dann wieder weg ist. Und die lieben Dinge, die er sagt, tun mir gleichzeitig auch weh oder machen mich wütend. Weil wir ja trotzdem nicht zusammen sind.
Das beste Beispiel ist Donnerstag Abend. Da sagt er auf einmal zu mir, dass ich jederzeit bei ihm willkommen bin, wenn ich ihn gerne sehen möchte. Jederzeit.... hmmm... genau so hätte ich das zu ihm gesagt... ganz am Anfang, als ich ihm zeigen wollte, dass ich Interesse an ihm habe, dass ich ihn lieb hab und ihn gern sehen will. Aber sagt man zu dem Menschen, den man gerade verlassen hat, dass er jederzeit willkommen ist? Warum hat man denn dann diesen Menschen verlassen??
Ich würde vielleicht schon zu ihm sagen, dass wir uns gern mal besuchen können... irgendwann... hin und wieder... Aber die Worte jederzeit willkommen würden mir nicht von den Lippen kommen.
Aber es war ihm ernst damit, sehr ernst. Und so habe ich ihm gesagt, dass ich seine Einladung erstmal nicht annehmen kann. Wie stellt er sich das denn vor?
Zurück zu meinem wunderschönen TV... nun kann ich endlich mit der Eye-Toy mich austoben. Und trotz Erkältung hab ich das schon gemacht. Es hat so gut getan, sich zu bewegen. Und momentan nehme ich fleißig ab. Bin richtig stolz auf mich. Sogar mein Strickkleid wächst richtig schnell. Ich habe schon fast den Rockteil des ersten Teils fertig.
Und wenn ich E wirklich wiedersehn sollte, dann frühestens, wenn ich mindestens noch 6kg runter hab und mein Kleid fertig ist... das zieh ich dann an zu schön hohen Stiefeln und dann darf er mal gucken... und bereuen *fg*