Abschied - Neuanfang
Bin momentan in einer unerklärlichen Stimmung. Nachdenklich, optimistisch, wehmütig und voll von Wärme und Dankbarkeit.
Ich muss an die Menschen denken, die einst in meinem Leben waren, teils auch noch sind. Menschen, die mir wichtig waren und sind, die etwas in mir verändert haben oder eine Zeit meines Lebens sehr geprägt haben. Ein bissel bin ich fast versucht, sie hier aufzuzählen. Angefangen bei B, einer wundervollen Frau mit der ich eine wundersame und doch sehr schöne Freundschaft hatte. Leider haben wir uns vor vielen Jahren aus den Augen verloren und ich hoffe, dass wo auch immer sie gerade ist, es ihr gut geht. Bis hin zu E, der trotz aller Schwierigkeiten noch immer ein Freund für mich ist.
Abschied kommt in so vielen Formen, aber am meisten beschäftigt mich derzeit der Abschied, der bewußt gewählt wird. Manchmal frage ich mich, warum diese Abschiede sein müssen, warum man manche Menschen gehen lassen muss, während man andere tatsächlich ein Leben lang festhält. Dass manchmal ein Abschied nicht wegen dem Ende der Liebe ist, sondern manchmal vielleicht gerade weil man sich liebt, weil es manchmal einfach nötig ist.
Wenn eine Beziehung endet, tut das unheimlich weh. Man fühlt sich zurück gestoßen, ungeliebt, fragt sich, was man hätte anders machen müssen oder ob man nicht einfach liebenswert genug ist.
An meine vergangene Beziehungen und deren Ende zu denken macht mir einiges klar, ich sehe die Dinge nun in einem anderen Licht und es macht es mir wieder ein Stück leichter zu akzeptieren, dass es so gekommen ist. Warum manche Abschiede wohl einfach sein müssen.
E ... der einfach erst einmal lernen muss, wirklich alleine zu leben und sich selber zu lieben und zu akzeptieren. Wo es schwer geworden wäre, wirklich einen gemeinsamen Ort zum Leben zu finden. Denn ich merke mehr und mehr, dass ich hierher gehöre und gar nicht von hier weg möchte. Und er scheint endlich in "seiner" Stadt etwas mehr Seelenfrieden zu finden.
Es ist besser so für uns beide... einfach "nur" befreundet zu sein. Wir hätten uns gegenseitig im Weg gestanden, auch wenn es viel Gutes gab. Er hat mich viel zum Nachdenken gebracht und tut es noch immer. Und seine ruhige und starke, manchmal etwas störrische Art, gibt mir Kraft und Antrieb, wenn ich das brauche.
D... der immer irgendwie ein Teil von mir sein wird und ich es wohl immer irgendwie mehr als schade finden werde, dass nicht auch wir eine freundschaftliche Ebene finden konnten. Ich verstehe, dass unser Ende so sein mußte. Sein mußte, weil eine Beziehung zwischen uns zwar sicher funktioniert hätte, aber nicht unter den Gegebenheiten. Er hätte sich selber zu sehr dafür verabscheut und wäre seinen Prinzipien untreu geworden. Mehr, als er hätte vor sich selber vertreten können.
Trotz allem hab ich so viel von ihm gelernt. Mehr Wärme, Liebe, Tiefe und Akzeptanz. Er hat mich mir selber näher gebracht und mir beigebracht, dass anders sein nicht immer schlecht ist. Dass vielleicht gerade das mich liebenswert macht und dass ich mich selber dafür lieben kann und sollte. Er hat mich mich durch seine Augen sehn lassen. Und einen Satz, den er über mich gesagt hat, werde ich nie vergessen...
Und genauso, wie all diese Menschen in mein Leben getreten sind und es wieder verlassen haben, so werde ich wieder auf andere Menschen treffen, die mich für eine Weile oder für immer begleiten oder irgendwann wieder in mein Leben treten.
Und so verrückt es auch klingt... selbst in der Familie ist es so. Mein Vater, zu dem ich manchmal ein eher schwieriges Verhältnis hatte, manchmal sogar schauderhaft schlecht (was aber schon lange her ist). Zur Zeit wird unser Verhältnis immer besser. Wir telefonieren öfter und er möchte wirklich wissen, was bei mir los ist, was ich denke und er versucht mir tatsächlich mit Rat und Tat an der Seite zu stehen und teilt Gedanken mit mir.
Während das Verhältnis zu meiner Mutter immer schlechter wird. Nicht, dass wir uns nicht mehr lieben oder uns nicht mehr verstehen. Aber anscheinend ist ihr derzeit ihr Freund wichtiger als sehr vieles im Leben. Und während ich verstehen kann, dass es ihn nunmal jetzt in ihrem Leben gibt und sie viel Zeit mit ihm verbringen möchte, so kann ich doch nur schwer verstehen, dass sie nicht auch mir Zeit einräumen will bzw es ihr anscheinend schwer fällt, Zeit für mich einzuräumen, wenn es nicht zu einem Zeitpunkt ist, wo ihr Freund sowieso nicht da wäre.
Und so hart und unverständlich es auch klingen mag, ich spüre, dass hier der Zeitpunkt für einen Abschied gekommen ist. Das heißt nicht, dass ich nichts mehr mit ihr zu tun haben mag. Aber es heißt sehr wohl, dass ich mich aus ihrem Leben zurück ziehen werde, dass es zwischen uns eben nicht mehr so ist, wie es einmal war.
Das ist es sowieso nicht mehr. Spätestens, seit sie es abgelehnt hat, als ich den Wunsch nach Hause zu Besuch zu kommen, zweimal abgelehnt hat. Ich bin kein Spielzeug, dass man durch die Gegend schiebt. Vielleicht ist einfach der Zeitpunkt gekommen, wo sie ihr Leben leben muss und ich eben auf meins konzentriere. Das einzige Problem an der Sache ist, dass ich ja nicht nur wegen ihr nach Hause komme, sondern auch wegen meiner Omi. Und der habe ich versprochen, dass ich regelmäßig zu ihr komme. So sehr ich diesen Gedanken auch verdränge, so wird die Zeit, die wir noch haben immer weniger. Und für diesen Abschied bin ich noch nicht bereit...

sehr liebe- und gefühlvoll geschrieben.
jede Begegnung verändert uns ein Stück weit.
Vielleicht findest Du ja doch einen Weg, wie Du es hinbekommst Deine Omi zu sehen.
Liebe Grüsse und alles Gute für Dich
sternenschein
ist schon ein wenig lustig. Habe erst ein paar Stunden, nachdem ich das hier geschrieben hatte, Deinen Eintrag zu dem Thema Ende und Abschied in Deinem Blog gelesen.
Da hat jeder sicher viele Ideen und Gedanken dazu. Ich bin froh, dass meine mich diesmal wieder ein Stück weiter gebracht haben... und das itat bei Dir fand ich auch sehr treffend :)
Liebe Grüße