Saint Sunniva in den Stahlkammern

28.12.2017 um 00:04 Uhr

Weihnachten in der Low Society und beim Net-Set

Stimmung: sachergetortet, rinderfiletiert, vorbeidefiliert und angeschmiert
Musik: Ministry - Useless

Kaum muss ich wieder arbeiten, da schikaniert man mich mit irgendwelchen vollständig undurchschaubaren... tja, was eigentlich...? ... Dingen...? Objekten...? Entitäten....? Phänomenen...? also jedenfalls irgendwelchen Etwassen, die sich GATES nennen, auf irgendeine Weise mit SAP verwandt sind und die irgendwo in Excel ausgeschnitten, identifiziert und bestellt werden müssen, wofür ich eigentlich dringend einen hilfreichen Erklärbären bräuchte, den es aber im ganzen Hause nicht gibt. Selbst mein Deo verachtender, Umhang tragender Emo-Kollege und notorischer Weltschmerzspezialist Tim, der immer vorgibt, nichts zu verstehen, in Wirklichkeit jedoch viel mehr versteht als ich, seilte sich rechtzeitig ab und ließ mich unaufgeklärt und verzweifelt zurück, nicht ohne ein paar bittere Bemerkungen loszulassen, dass er, wenn es so weitergehe, kündige.  Wobei es m.E. immer noch besser ist zu kündigen als zu fliegen.

Wegen GATES fliegen? Aber hallo, das ist doch kein Grund zum Schwarzsehen! ... Nein? Für andere vielleicht nicht, für mich aber schon, denn kein Grund ist zu merkwürdig, als dass er nicht benutzt würde, mich zu feuern. Alles schon dagewesen und würde mich keine Bohne überraschen!

Zu Weihnachten stand ich, wie vorausgesehen, meist in der Küche. Währenddessen zerlegte die Katze das wunderbare, nach Wald duftende, klirrende, glitzernde und anheimelnd klappernde Großspielzeug, das wir ihr netterweise ins Wohnzimmer gestellt hatten - und was das Tollste war, mit den eroberten bunten runden Klapperdingern konnte man, wie die Katze bald herausfand, ganz fantastisch Fußball spielen. Und dann hatte Oma noch, man glaubt es kaum, ein wunderbar duftendes Stück geräucherte Makrele auf dem Teller! Die kann nur für mich sein - oh, wie sind die Menschen lieb!, dachte die Katze, reckte sich in die Höhe, und die Oma war ihre Makrele los. Der Kronprinz schimpfte: "Muss diese Katze eigentlich dauernd hier sein? Ich dachte, ich hätte die Tür zugemacht. Aber überall quillt dieses Viech hervor!", aber ich habe mich vor Lachen gebogen. Der Oma ward schnell neue Makrele gebracht, und Tinki kriegte noch ein extra Stück auf ihren Katzenteller.

Gestern kamen spontan die Erzherzogin mit ihren Kindern und Königin Luise, die Kusine aus Berlin, vorbei. Das gab ein Hallo! Glücklicherweise hatte ich noch eine komplette Sachertorte aus einem gewaltigen Kuchenpaket von K*reutzkamm Dresden/München, das meine Eltern geschickt hatten, außerdem Wurst und Wildschinken, und so ließen wir's uns gutgehen. Die Erzherzogin und ich leerten zusammen eine Flasche F*reixenet Mederano und der Kronprinz vergaß, dass er eigentlich zornig auf seine Verwandtschaft war, weil die sich seiner Meinung nach zu wenig um Rosemarie kümmert.

Dann noch das Flüstern des gr.K. auf W*hatsapp.

"Komm vorbei. Hier ist niemand."

"Ich kann hier aber nicht weg!", zischte ich zurück. "Andermal!"

Heute begegneten wir uns nach Schicht auf dem Flur, und eins ergab das andere. Er ist nicht der Draufgänger, als der er sich gerne gibt, aber er weiß, was er will. Wieder angezogen und auf der B 4 angelangt, war ich sprachlos vor Entsetzen über mich, den gr. K. und die ganze Welt. Die mir eigentlich nicht neu sein dürfte.

"OMG! Was haben wir getan? Warum haben wir das getan????!", schrie ich ihn später, während ich ein Roastbeef im Ofen brutzelte, auf W*hatsapp an. Aber er grinste nur, in Form eines Grinse-Emojis. Ich versuche mich zu fassen und müde zu werden.

Wo ist Terrorkid???? Ohne Terrorkid franse ich an den Rändern aus.

scrip. Sunniva Hálldori Borbetomagini prim. fil.  anno XXXIX
vendita anno XVIII
occida dicibatur anno XXX.



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