Borbarad-Kampagne, Weblog Salix Lowanger

01.05.2005 um 20:11 Uhr

Es begann im Jahre 21 Hal mit einem Brief...

Kurz nach der Befreiung Greifenfurts erhielt Torben von seiner Spektabilität Khadil Okharim einen (stark parfümierten) Brief, der ihn wegen eines wichtigen magischen Funds an die Drachenei-Akademie nach Khunchom einlud, Torbens Heimatakademie. In dem Brief wurde ich (Salix) als sein Leibwächter ausdrücklich erwähnt; er möge mich doch mitnehmen. Ein Schiff, das uns nach Khunchom bringen sollte, läge in Beilunk vor Anker.

Gesagt, getan, wir nahmen also die Eilkutsche nach Perricum und fuhren mit einem Postschiff kurze Zeit später nach Beilunk. Dort angekommen stellten wir fest, dass wir den Namen des Schiffes überhaupt nicht kannten. Nach einigem Hin und Her mit ein paar Straßenjungs, das uns nicht wirklich weiter half, erfuhren wir den Namen des Schiffs, die Novadistolz, letztlich bei der Hafenmeisterei -- dort war ein Brief hinterlegt, der unser Kommen ankündigte.

Eine Woche lang fuhren wir also auf der Novadistolz nach Khunchom.
Khadil Okharim grüßte uns recht herzlich und reichte nach einigem feundlichen Geschwätz Torben ein altes Stück Pergament. Die Zeichen sahen zwar Tulamidisch aus, ich konnte sie allerdings trotzdem nicht lesen (Ur-Tulamidya). Was dort geschrieben stand, brachte Torben stark aus dem Häuschen, das war in der folgenden Fachdiskussion deutlich zu merken. Ich war zwar lange genug mit ihm und auch Magister De Linth unterwegs, um einiges zu verstehen, aber was Semipermanenz und ähnliches heißt, musste ich mir trotzdem erklären lassen.

Die Seite, die die beiden in helle Aufregung versetzte, stammte aus der Silem Horas Bibliothek in Selem -- es handelte sich offenbar um ein altes Werk, in dem die Grundzüge echsischer Magie erklärt wurden, unter anderem auch erwähnte Semipermanenz. Wir wurden nun beauftragt, so viel von diesem Werk in Selem zu bergen, wie wir finden konnten.

Also bereiteten wir uns auf diese Reise vor. Torben erschuf mir ein Amulett, das die Haut gegen Waffen aller Art magisch verstärkt (Amulett mit Armatrutz für RS 4, drei Ladungen), für den größten Teil meiner Entlohnung aus dem Jahr, das ich mit den anderen in Greifenfurt verbrachte. Ich schrieb außerdem meiner Familie, der Auftrag würde länger dauern -- ich hoffte, nicht allzu lange.

Dann war der Tag gekommen, an dem wir nach Selem fuhren. Zehn Tage waren wir mit dem Schiff unterwegs. Inzwischen war es unerträglich heiß, die Luft war schwül und drückend. Wir quartierten uns, das ließ unsere Reisekasse zu, im Stadtteil Königsgärten ein. Danach suchten wir die Biblothek auf. Gegen eine reichlich saftige Gebühr durften wir uns dann so lange umsehen, wie wir wollten, Abschriften machen, die weiteren Tage wiederkommen etc. Bücher sind eigentlich nicht so meine Sache, aber es gab auch einnige interessante Theaterstücke und Märchen, die ich zunächst einmal studieren konnte.

Es wurden Tage. Inzwischen war ich mit meinem Teil der Kopierarbeiten fertig. Da ich mich langweilte, beschloss ich, Selem zu erkunden -- ich konnte einfach nicht länger still sitzen und nichts tun. Mein erster Gang führte mich nach Alt-Elem. Dort fand ich einen heruntergekommenen Satuaria-Satinav-Tempel und eine mindestens genauso heruntergekommene Prosituierte mit drei Büsten (wie in Total Recall) -- ein guter Grund, dieses Viertel nicht noch einmal aufzusuchen.
Nachdem meine Neugierde in Alt-Elem gestillt war, suchte ich am nächsten Tag lieber das Hafenviertel auf. Bloß nicht noch einen Tag zwischen Büchern!

Aus den Tagen wurden Wochen. Mittlerweile war mir auch das Hafenviertel recht vertraut geworden, und so suchte ich nach neuen Reizen und Aufgaben. Ich ging also nach Ch'Rys Szinth, das Echsenviertel. Es heißt ja, die Echsen seien so unglaublich gefühllos -- das wollte ich testen. Ich stellte mich also an den Rand des Echsenviertels und begann zu jonglieren; schweigend, da ich nicht wusste, ob mich die Echsen überhaupt verstehen würden. Mit der Zeit kamen vereinzelt immer mehr Echsenkinder und sahen mir gebannt zu. Als die Meute etwa zehn Kinder groß war, trat ein ausgewachsener Achaz auf mich zu.
"Was du wollen?" -- "Ich will hier nur mit den Bällen spielen!"
"Du wollen Geld?" -- "Nein!"
Tatsächlich ließ er mich gewähren.

Am zweiten Tag dauerte es schon nicht mehr so lange, bis die Kinder kamen. Inzwischen versuchten es einige auch mit Bällen aus getrocknetem Gras. Also ging ich mit ihnen die einzelnen Übungen durch. Zunächst einmal einen Ball, dann einen Ball mit je einem weiteren im Nest usw. Ab dem dritten Tag warteten die Kinder auf mich.

Aus den Wochen wurden Monate. Inzwischen waren wir ein halbes Jahr dort unten, ich
kannte einige der Echsenkinder mit Namen; einige waren auch schon recht geschickt, Innen- und Aussenkaskade, Säulen, Halbkreis (Jonglagefigur Halbshower) und Hüpfer (Jonglagefigur Tennis, aber das gibt's in Aventurien nicht) konnten inzwischen einige wenige. Eines Abends kam Torben spät in die Herberge, sehr spät.

"Salix! An wen erinnert dich das: rotes Auge, schwarzer Umhang, hinkt?" -- Ich war verwundert. "Answin?"
"Richtig, Answin!" -- "Aber", warf ich ein, "Answin ist tot. Ich habe selbst gesehen, wie Yuchdan ihn mit seiner Keule im Dunkeln erschlagen hat!"

(Zur Erklärung: Answin war ein Schwarzmagier, der sich unserer Gruppe in Staub und Sterne angeschlossen hatte. Durch den Tecladoreffekt verlor er beide Augen und konnte so zu einem Pakt verführt werden.
Im dramatischsten Augenblick des Endkampfes mit Liscom wandte er sich gegen unsere Gruppe und schaltete erst uns aus, dann tötete er Liscom.

Die Szene, auf die ich anspiele, ist eine falsche Erinnerung, die mir ein KGIA-Magier eingepflanzt hat: Den Ogerzug hatten Answin und Galotta mit verderbter Magie angestiftet. Damit nicht bekannt würde, dass zwei Magier das Mittelreich fast besiegt hatten -- das hätte laut KGIA eine Massenpanik zur Folge -- wurde mir eine harmlose Version der Ereignisse "mitgegeben".)


Torben guckte mich etwas verdattert an, besann sich dann und sagte erschrocken: "Answin lebt!" -- "Wie kann das sein? Ich sagte doch, Yuchdan hat..."
"Er ist untot", unterbrach mich mein Freund. "Er ist untot, und er ist zurück! Wir müssen sofort packen und abreisen!"

Gesagt, getan. Auf dem Weg zum Hafenviertel lief uns jedoch eine Schar Söldner über den Weg, eine schwarz umhüllte Gestalt an der Spitze, die unregelmäßig hinkte. Wir brachten also schnell unsere Sachen zurück in die Herberge und folgten dem Tross. Dieser ging gemessenen Schrittes nach Alt-Elem, zu einem seit Jahren oder gar Jahrhunderten verschlossenen Gebäude. Dort brach Answin die Tür mit einem Zauberspruch auf -- das Schloss wurde im wahrsten Sinne des Wortes verflüssigt.

Wir folgten ihnen durch dunkle Gänge immer tiefer in den Bau hinab. Auf einmal hörten wir Kampfeslärm und Todesschreie. Hinter uns hörten wir ebenfalls bekannte Geräusche, die uns das Blut in den Adern gefrieren ließ: Karmanthi, Höllenhunde, die offensichtlich unsere Fährte aufgenommen hatten. In wilder Flucht hetzten wir nach vorne -- direkt in einen Raum, in dem ein spinnenförmiges Ungetüm hockte -- die Beißwerkzeuge mit Tentakeln verziert, auf dem Rücken fünf Hörner. Vor seinem Biss konnten wir uns retten -- die Karmanthi stürzten sich auf den Fünfgehörnten.

Wir flohen weiter die Gänge runter -- ein paar Karmanthi dicht auf den Fersen. In höchster Not holte Torben aus seinem Ring einen Erzdschinn, der sich sofort auf die Höllenhunde stürzte.

Wir rannten in einen Raum, in dem drei Söldner eine nach unten führende Wendeltreppe gegen drei Heshtotim verteidigten. Torben sah mich an.
"Salix, du brauchst eine magische Waffe! Gib mal deinen Degen her! Eisenrost und Patina. So, hier!"
Nicht doch, dachte ich, das war ein Geschenk von Hal!
Doch zum Klagen war keine Zeit, von links und rechts kamen langsam Säuredämonen auf uns zu. Den ersten Heshtot durchbohrte ich zwei Mal, dann löste er sich auf. Den zweiten attakierte Torben mit einem Flammenschwert -- tief im Innern wußte ich, dass das sein Zauberstab war.
Es entbrannte ein Kampf und sowohl uns, als auch den Söldnern war eines klar: Es gab keine zwei Seiten mehr -- es hieß Sterbliche gegen Dämonen! Glücklicherweise kämpften sie auch untereinander und gegeneinander.

Als gerade der letzte Söldner starb und damit den Weg zur Treppe freimachte; als gerade die Klinge meines Degens in einem Säuredämon stecken blieb, hörten wir von irgendwo einen Befehl: Stillstand!

Alles verharrte in seiner Bewegung...
(... und der Spielabend war zu Ende. Was für ein fieser Cliffhanger!)

01.05.2005 um 14:33 Uhr

Erste, einleitende Worte

Hallo und willkommen zu meinem Weblog, das das Tagebuch von meinen Charakteren während der Borbarad-Kampagne darstellen wird.

Allgemeine Anmerkungen wie diese sind in Verdana geschrieben, so zB Bemerkungen, die ein Spieler oder der SL während der Runde gemacht hat, die aber der Charakter so nicht wissen kann.

Die tatsächlichen Ereignisse sind in Comic Sans MS geschrieben.

Meine Charaktere für die G7 sind:

Salix Lowanger: Ein Gaukler, der sich während meiner Spielzeit vom fahrenden Gaukler zum Edlen des Reiches gemausert hat und dessen Blog das hier hauptsächlich sein wird. Salix hat bereits mit
seiner Spektabilität
Armant DeLinth, Baron zu Armida, Darian Sturmfels, Baron von Ulmenau,
seiner stellvertretenden Spektabilität Torben ibn Abdul ibn Al-Hazred und Vogt Vasily Garuntschew Liscom von Fasar besiegt -- auch wenn die Da-Merinals das ein bißchen anders sehen. Fakt ist, dass nach Staub und Sterne DeLinth den Kopf von Liscom abgetrennt und mitgenommen hat, damit der nicht noch einmal aufsteht. Während der Erzählung unserer Erlebnisse zurück in Kunchom nahm einer der Da-Merinals das Säckchen mit dem Kopf, stöberte neugierig darin herum und fand den Dolch von Colon in Haupt von Liscom stecken. Die Reaktion: "Colon hat den Magier besiegt!". Nach der Ogerschlacht wurden ihm von SAM (Seiner Allerzwölfgöttlichsten Magnifizenz) Hal I. die Bürgerrechte des Mittelreichs verliehen (was einen Anstieg des Sozialstatus' von 3 auf 7 zur Folge hatte). Zu Beginn des Orkkriegs führte er mit einigen alten Bekannten und ein paar neuen Kameraden den Flüchlingstreck von Yrramis über den Finsterkamm nach Greifenfurt. Während der Schlacht auf den Silkwiesen gehörte er zum 2. Freiwilligen-Regiment, aufgrund besonderer Tapferkeit wurde ihm ein Angebot gemacht, für den KGIA die Befreiung Greifenfurts mit zu  unterstützen. (Das ganze war eine Kampagne, die weit über ein Jahr Echtzeit ging und die Answinistenkrise, den Orkkrieg und das Jahr des Greifen 1 und 2 umfasste.)

Thorus Altenhof: Angefangen als Krieger-Veteran von der Kriegerakademie Waffen und Lebensschule zum Goldenen Schwert, dessen erster Kampfeinsatz (1. Abenteuer) gleich mal die Ogerschlacht war (Abenteuer Mehr als 1000 Oger). Als Überlebender der Schlacht an der kleinen Trollpforte wurde er zum Ritter geschlagen und kam ins Kaiserlich-Garethische Reiterkorps. Während des folgenden Orkkriegs arbeitete er sich bis zum Hauptmann hoch; zu Beginn der Borbarad-Kampagne ist er Hauptmann in der 11. Schwadron des Reiterregiments Raul.

Albin Daske: Albin ist ein Journalist, der die Mordserie um die Blutige Krimhilde mit untersucht und aufgeklärt hat. Dieser Charakter ist für die G7-Abenteuer im Horasreich gedacht.