german jewels explore new zealand

13.07.2011 um 20:03 Uhr

Arbeit, Arbeit, Arbeit und ein bisschen Vergnügen

von: SarahNZ   Kategorie: Südinsel

 

13.07.2011 / 22.00 Uhr / Blenheim / Nacht

4 Wochen Arbeit auf dem Weinberg sind vorbei. Für uns Beide war es die härteste Zeit in Neuseeland.

Unsere Aufgabe war es, die Äste der Weinstöcke zu verschneiden und auf einen Draht zu binden. Pro Tag schafften wir ca. 350 bis 400 Pflanzen. Davon befanden sich 260 Pflanzen in einer endlos erscheinenden Reihe. D.h. den gesamten Tag verbrachten wir in einer Reihe – meistens getrennt voneinander. Etwas Langweiligeres ist uns noch nicht untergekommen. Erschwerend hinzu kam, dass wir mit entzündeten Sehnen in unseren Händen zu kämpfen hatten.

An unseren freien Tagen versuchten wir abzuschalten und die Umgebung von Blenheim zu erkunden. So gehörte ein Ausflug in das Mt. Richmond Gebirge zu unseren Zielen. Zusammen mit einem befreundeten Pärchen wanderten wir dort zum Lake Chalice. An einem weiteren freien Tag unternahmen wir gemeinsam mit unseren Mitbewohnern eine Fahrradtour zu den Weingütern der Umgebung. Nach drei Weingütern stieg der Alkoholpegel und das Fahrrad fahren ging von ganz allein. Die Höhlen rund um Blenheim waren ebenfalls nicht sicher vor uns. In einer Höhle entdeckten wir sogar eine Pinguinfamilie.

Fazit: Nie waren wir glücklicher als in dem Moment, in dem wir Blenheim verlassen konnten. Denn wir wussten die Arbeit ist vorbei und wir werden nur noch reisen.

Bilder: https://picasaweb.google.com/107168941030752203795/Blenheim?authuser=0&authkey=Gv1sRgCLu5kqiMo5WWGA&feat=directlink

28.06.2011 um 21:47 Uhr

West Coast

von: SarahNZ   Kategorie: Südinsel

 

28.06.2011 / 21:47 Uhr / Blenheim / 4 °C / Wolken

Die Westküste der Südinsel hat unsere Erwartungen nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil. Deswegen fällt unser Reisebericht über die Westküste auch etwas länger aus, denn es fällt nur allzu schwer alle Eindrücke in einem kurzen Bericht nieder zu schreiben.

Mit strahlendem Sonnenschein wurden wir im Fjordland Nationalpark begrüßt. Geprägt ist der größte Nationalpark Neuseelands von mehr als 2000 Meter hohe Gebirgsketten, Fjorden und Seen. Unser Ziel war der Milford Sound. Einer von 14, mit Meerwasser gefüllten Fjorden in der Region und zu dem eines der regenreichsten Gebiete der Erde. Jährlich fallen dort bis zu 8000 mm Regen. Auf dem Weg in die Milford Sounds folgten wir der 120 km langen und einzigsten Zufahrtsstraße von Te Anau nach Milford Sound. Unterwegs stoppten wir mehrfach, um die atemberaubende Landschaft auf uns wirken zu lassen. An den Mirrow Lakes spiegelten sich die Berge in den schönsten Farben. Auf dem Gipfel des Key Summit wurden wir für einige Sekunden mit dem Blick auf schneebedeckte 2000er für den zweistündigen Aufstieg belohnt. Anschließend führte uns die Straße durch den 1270 m langen Homer Tunnel, der bis zum Ende seines Ausbaus der weltweit längste Tunnel mit einer Schotteroberfläche war. Angekommen brachen wir am darauffolgenden Tag zu einer Bootstour auf. Glücklicherweise hatte es die Nacht über geregnet, so dass mehrere dutzende Wasserfälle die Steilhänge herunterstürzten. Unser Kapitän lies es sich demzufolge nicht nehmen so nah wie möglich an einen Wasserfall heran zu fahren. Das hieß für uns Regenjacke an und raus aufs Deck, wo wir dann von Wassermassen bedeckt wurden. Als Highlight des Tages tauchten direkt neben unserem Boot mehrer Delfine auf, die mit dem Boot spielen wollten und uns mehrer hundert Meter durch den Fjord begleiteten. Wahnsinnig schön diese Tiere in ihrer freien Wildbahn erleben zu können.

Mit diesen Erlebnissen im Gepäck machten wir uns am nächsten Tag auf nach Queenstown. DER Touristenstadt im südlichsten Teil Neuseelands. Bekannt für den Abendteuertourismus. Angeblich wurde das Bungee-Jumping dort erfunden. Angesagte Aktivitäten sind zu dem Jetboot fahren, Fallschirmspringen und skifahren. Auf uns machte die Stadt eher einen ruhigen Eindruck. Mag wohl daran gelegen haben, dass weder richtig Sommer noch Winter war. Schnee suchten wir vergebens. Doch ein Ausflug nach Glenorchy durfte nicht fehlen. Jeder der Einheimischen in diesem Dorf hat bei der Herr-der-Ringe-Triologie mitgespielt. Zu dem gilt es als Erholungsort für Hollywood Prominenz und der Werbespot mit unserer Milka-Lila-Kuh wurde dort gedreht. Angeblich sehen die neuseeländischen Südalpen alpiner aus als unsere eigenen und eigneten sich somit mehr für den Werbedreh.

Wesentlich besser als Queenstown hat uns Wanaka gefallen. Empfangen vom Sonnenuntergang am Lake Wanaka blieben wir zwei Nächte an dem Ort, der als kleine Schwester von Queenstown bezeichnet wird. Wanaka gilt als das Tor zum Mt. Aspiring Nationalpark, der neben dem 3000er Mt. Aspiring noch weitere über 2500 m hohe Gipfel und mehrere Gletscher einschließt. Alleine schon der 30 km lange Weg zum Parkplatz war ein kleines Abenteuer. Entlang der Schotterstraße begleitete uns eine alpine Gebirgskette, ein glasklarer Fluss, viele Wasserfälle und unzählige freilaufende Kühe. Zwischendurch mussten wir mal tiefe und mal weniger tiefe Wasserstraßen mit unserem Auto durchfahren. Da diese Route nur für Off-Road-Fahrzeuge ausgeschrieben war sind wir etwas ängstlich an diese Sache “herangefahren”. Doch nach der ersten Durchfahrt trauten wir unserem Auto einiges zu. Am Parkplatz angekommen entschieden wir uns für die Tageswanderung zum Rob Roy Gletscher. Am Gletscher angekommen konnten wir Kea's, die sehr zutraulichen Bergpapageien, beobachten. Ein weiteres Ausflugsziel war der Roy Peak Track. Diesen haben wir allerdings nach kurzer Zeit wieder abgebrochen, da die Wolken mal wieder nicht der Sonne weichen wollten.

Auf dem Weg von Wanaka zum Fox Gletscher fuhren wir mehrere hundert Kilometer die Küstenstraße entlang. Endlose Baumreihen, deren Baumkronen vom Wind Richtung Landesinnere geformt sind, säumen die Straße. Wunderschöne Ausblicke auf die Westküste. Der Knight Point zählt hier zu einem der schönsten Aussichtspunkte. Am Fox Gletscher angekommen entschieden wir uns für eine Halbtagestour am kommenden Morgen. Es war noch nicht einmal hell draußen als der Wecker uns aus dem Schlaf riss und wir uns zur Wanderung auf dem Eis aufmachten. Nach einer kurzen Einweisung wurden wir mit Schuhen, Socken und Handschuhen ausgestattet und fuhren mit einem Bus zum Parkplatz am Gletscher. Von weitem sah dieser ziemlich klein aus. Aber direkt daneben kamen wir uns dann ziemlich klein vor. Ein 13 km langer Eispanzer mit einer Dicke von stellenweise bis zu 100 Metern schiebt sich die Southern Alps hinab. Pro Tag bewegt er sich 0,5 bis 1,0 Meter. Und aufgrund dessen, dass es in dieser Region bis zu 15 m/qm im Jahr schneit wächst und wächst dieser stetig. Das blaue Eis, Gletscherspalten und wunderschön geformte Eishöhlen haben uns an diesem Tag in ihren Bann gezogen. Am Nachmittag dieses ereignisreichen Tages machten wir uns auf zu unserem Fallschirmsprung. Völlig nervös und aufgekratzt erreichten wir den Flugplatz. Auch hier bekamen wir eine kurze Videoeinweisung und entsprechende Kleidung. Nach dem “Bananen”-Training hob die kleine Maschine mit uns zwei nervlichen Wracks gen Himmel ab. Das Bananen-Training beinhaltet drei Dinge: Kopf nach hinten beugen, Arme vor dem Oberkörper verschrenken und Beine nach hinten anwinkeln. Diese Haltung wird vor dem Sprung aus dem Flugzeug eingenommen und während des freien Falls beibehalten. Während des Flugs erklärten uns unsere Guides Olli und der “Namenlose” (Sarah hat vor Aufregung den Namen ihres Guides vergessen) die Umgebung. Eigentlich hatten wir uns den Sprung am Gletscher eben wegen dieses Rundflugs ausgesucht. Doch letztendlich haben wir davon überhaupt nichts wahrnehmen können. Nach mehreren Minuten hieß es dann “Sarah put your legs out!” (Sarah, Beine raus!). Und schwupps sprang Sarah als Erste aus dem Flugzeug. Für mich hieß es dann zur Tür robben und wenige Sekunden später befand auch ich mich im freien Fall. Bananenhaltung, Augen auf und richtig atmen – das ist so ziemlich alles was mir in diesem Moment durch den Kopf ging. Wir rasten durch die Wolken, drehten uns rückwärts und nach ein paar Sekunden öffnete sich der Fallschirm. Von diesem Moment an entspannte sich mein Körper wieder und ich konnte die Umgebung endlich genießen. So kreisten wir ein paar Minuten durch die Lüfte um schlussendlich mit dem Allerwertesten bremsend, auf einer Kuhweide zu landen. Ein wahnsinniges Gefühl! Der Fox Gletscher und der Fallschirmsprung gehört auf jeden Fall zu einem von vielen Highlights unserer Reise.

Richtung Norden führte uns unsere Tour vorbei an den Pancake Rocks. An diesen Kalksteinformationen wird das Wasser, besonders bei rauhem Wind und steigender Flut, durch Spalten gedrückt und fontainenartig herausgepresst. Der Truman Track brachte uns geradewegs an einen einsamen Strand. Und schließlich kamen wir an dem Ausgangspunkt unserer Reise in Westport an. Wir haben natürlich wieder im gleichen Backpacker geschlafen und wurden doch glatt wieder erkannt. Die kommenden Tage machten wir noch einen Abstecher nach Karamea. Dort führte uns eine weitere Schotterstraße zum Anfang des Heaphy Tracks, den wir aus Zeitmangel leider nur für 4 Stunden begehen konnten. Einen weitern Caving-Versuch unternahmen wir in den für die Öffentlichkeit zugänglichen Höhlen namens Crasy Paving Cave und Box Canyon Cave. Leider war das Licht unserer Taschenlampe ziemlich schwach, so dass wir uns zusätzlich mit Handy- und Kameralicht ausstatten mussten. Nächster Halt Oparara Arch – ein Tunnel aus Karstgestein mit einer Länge von 200 Metern und einer Höhe von 45 Metern. Beeindruckend was die Natur alles formen kann. Als letzter Stopp auf unserer Südinseltour stand der Strand von Little Wanganui auf dem Programm. Dort hätten wir ewig verweilen können. Sandstrand so weit das Auge reicht, eine leichte Brise und strahlender Sonnenschein. Nur leider gibt es davon keine Bilder, da die Kamera versagt hat und wir alle Bilder von diesem Tag löschen mussten. Ein gelunger Abschluss unserer traumhaften Reise!

Fazit: 3 Wochen sind eindeutig zu wenig Zeit! An vielen Plätzen wären wir gern länger geblieben. Und dennoch lässt sich die Schönheit Neuseelands einfach nicht in Worte fassen.

Bilder: https://picasaweb.google.com/107168941030752203795/WestCoast?authkey=Gv1sRgCO_6ysuZsKmpIg&feat=directlink


21.05.2011 um 01:17 Uhr

East Coast

von: SarahNZ

21.05.2011 / 19:51 Uhr / Backpacker Hostel Intercargill / 14 °C / Sonnenschein


Inzwischen sind wir im Süden der Südinsel angekommen. Strahlender Sonnenschein hat uns auf unserer Reise entlang der Ostküste begleitet. Blenheim haben wir vor über einer Woche, auf unserem Trip von der West- an die Ostküste, links liegen gelassen. Dort gibt es nicht wirklich etwas zu sehen. Und wir wollten an diesem Tag so viele Kilometer wie möglich Richtung Osten fahren. Die Dunkelheit zwang uns schließlich auf einem Campingplatz in Seddon zu nächtigen. Innerhalb kürzester Zeit war das Zelt aufgebaut. Die Nacht verbrachten wir schlussendlich aber im Auto. Sturmböen drückten unser Zelt flach auf den Boden, so dass uns das kleine, zum schlafen jedoch ungeeignete Auto willkommener war. Am nächsten Morgen stoppten wir kurz am Lake Grassmere. Einem künstlich angelegten Salzsee.

Anschließend ging es auf nach Kaikoura. Bereits der Weg dorthin beeindruckte mit atemberaubenden Aussichten und süßen Seelöwen. Die kleine Innenstadt war schnell angeschaut und so viel uns nichts besseres ein als auch endlich mal das "hitch hiken" (per Anhalter fahren) auszuprobieren. Doch leider ohne Erfolg! Kaikoura ist hotspot für Wal- und Delfinwatching. Wir versuchten die Wale von der Kaikoura Peninsula aus zu erspähen. Doch bevor wir welche sichten konnten, machte uns starker Regen einen Strich durch die Rechnung. Also verließen wir die Stadt und flüchteten nach Hanmer Springs. Einem Kurort umgeben von mehreren 2000er Riesen, auf deren Spitzen bereits Schnee zu sehen war. In einem Kurort soll man sich erholen! Das haben wir uns auch gedacht und den ganzen Nachmittag in der Therme verbracht.

Am darauffolgenden Morgen hieß unser Ziel Christchurch. Mit einem mulmigen Gefühl kamen wir nach mehreren Stunden Fahrt an und checkten in dem ehemaligen Frauengefängnis, der jailhouse accommodation, ein. Leider konnten wir in Christchurch nicht sehr viel entdecken. Die gesamte Innenstadt war aufgrund des Erdbebens im Februar gesperrt. Alle Museen und Gebäude im äußeren Umkreis waren, aufgrund von Einsturzgefahr, nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Alternativ schauten wir uns die Umgebung von Christchurch an. New Brighton mit seinem 300 m langen Pier. Lyttelton dem Zentrum des Erdbebens vom Februar. Die Universität sowie den botanischen Garten von Christchurch. Das Einzigste auf das in Chch zu diesem Zeitpunkt Verlass war, waren die Erdbeben. Und so hatten auch wir das Vergnügen an einem Nachbeben teilnehmen zu dürfen. Da wir zu dieser Zeit jedoch im Auto unterwegs waren, haben wir es nicht gespürt. In geschlossenen Räumen und Gebäuden wackelten mal wieder die Wände. Etwas enttäuscht und auch ein bisschen froh verließen wir nach zwei Tagen die Stadt.

Nächstes Reiseziel: Dunedin! 400 km Roadtrip mit einem kurzen Zwischenstopp an den Moeraki Boulders zehrten an diesem Tag an unseren Kräften. In Dunedin nächtigten wir zwei Tage in einem ehemaligen Krankenhaus. Die schottisch angehauchte Stadt ist für Neuseeland sehr bedeutend. Denn in Dunedin gab es die erste Tageszeitung, die erste Universität, das erste Telefon, den ersten Kindergarten uvm. Und auch heute noch lohnt sich der Aufenthalt in Dunedin. Wir erkundeten zu Fuß u.a. Dunedins Art Gallery, St. Pauls Cathedral, Law Courts, Railway Station, University of Otago, Botanic Garden. Ein Besuch in der Cadbury Schokoladenfabrik sowie der steilsten Straße der Welt durfte natürlich nicht fehlen.

Als Kontrastprogramm zu all den Großstädten entflohen wir als Nächstes in die Catlins. Neuseeland, wie man es sich vorstellt - saftig grüne Weiden, Schafe, Kühe, Ozean und immer ein kühles Lüftchen um die Nase. Genau das, wonach wir uns gesehnt hatten. Und so eroberte der kleine Leuchtturm am Nugget Point in sekundenschnelle unsere Herzen. Am Cannibal Bay waren es die Seelöwen, die uns ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Von den meist fotografiertesten Wasserfällen NZs, den Purakaunui Falls, durfte auch bei uns kein Foto fehlen. Ebensowenig wie der Gang durch die Cathedral Cave und die atemberaubende Aussicht am Waipapa Lighthouse.

Fazit: Nachdem wir nun im Süden angekommen sind hoffen wir, dass wir uns für den richtigen Weg entschieden haben. Nämlich zuerst die etwas fade Ost- und dann die umwerfende Westküste zu bereisen. Wir sind voller Spannung und Erwartungen!

Bilder:

https://picasaweb.google.com/107168941030752203795/EastCoast?authkey=Gv1sRgCO_El9yk3OKxogE&feat=directlink


13.05.2011 um 11:50 Uhr

Die letzten Tage in der Heimat.

von: SarahNZ

13.05.2011 / 11:50 Uhr / S6 zwischen Westport und Blenheim / 15 °C / Regen


Back to the road! Nach fast 3 Monaten Arbeit und knapp 500 gefüllten Äpfelkisten beendeten wir am 6. Mai unsere Apfelkarriere. Seit gestern sind wir endlich wieder auf den Straßen Neuseelands unterwegs. Da seit unserem letzten Eintrag einige Zeit vergangen ist, versuche ich die Zeit noch einmal zurück zu drehen und für euch an unserem letzten Eintag anzuknüpfen.


Zurück zum Osterwochenende. Dank des deutschen Osterhasens, der es bis nach Neuseeland geschafft hat, konnten auch wir etwas Ostern feiern. Die leckere Lindtschokolade bildete eine gute Energiegrundlage für unsere abenteuerliche Mountainbiketour. Zusammen mit einem Arbeitskollegen aus der UK fuhren wir über Ostern in die Marlborough Sounds, um den Queens Charlotte Track in Angriff zu nehmen. Laut Wetterbericht sollten wolkenverhangene Tage mit einzelnen Regentropfen vor uns liegen. Doch leider entpuppte sich diese Wettervorhersage als reinste Verharmlosung der Situation. Dauerregen und Sturm gehörten zu bitteren Realität. Da wir aber nun schon zum zweiten Mal an diesem Ort waren, hieß es diesesmal Augen zu und durch. Und so starteten wir am Ostersamstag von Portage Bay zum 7,5 km entfernten  Misteltoe Bay. Bereits nach kurzer Zeit bemerkten wir, dass die Strecke "advanced" tatsächlich nur für erfahrene Radfahrer geeignet war. Sarah und ich gehören da eindeutig nicht dazu. Für uns hieß es schließlich bergauf schieben. Dafür hatten wir bergab durch den Matsch umso mehr Spaß. Völlig durchnässt aber glücklich wie kleine Kinder beendeten wir unseren ersten Mountainbiketag. Ostersonntag befuhren wir einen Teil des Queens Charlotte Tracks, der für Anfänger ausgeschrieben war. Wesentlich entspannter starteten wir in diesen Tag. Doch das Glück sollte noch nicht auf unserer Seite sein. Nach einigen Metern bemerkten wir, dass an allen Rädern die Bremsen defekt waren. Also schoben wir an diesem Tag die Räder nicht nur bergauf sondern auch bergab bis wir ein Hotel gefunden hatten, an dem wir erst einmal die Bremsen reparieren konnten. Nicht zu vergessen, es regnete während dessen in Strömen. Unsere Etappe führte uns vom Kenepuru Saddle über die Punga Cove zum Endaevour Inlet. Trotz Dauerregen, ständig nassen Füßen und dreckigen Klamotten war dieser Ausflug super lustig und unvergesslich.


Kleinere Highlights der vergangen Wochen waren u. a. mein Geburtstag. Auf Arbeit lernten wir an diesem Tag zwei Leipziger kennen. Es stellte sich heraus, dass es kein Kennenlernen sondern ein Wiedersehen war. Thomas und ich kannten uns bereits aus alten Arbeitstagen in Leipzig. Mit den Beiden verbrachten wir dann einige lustige Abende. Außerdem waren wir zum Abschiedsessen bei unseren Chefs eingeladen. Und celebrierten unsere eigene, feuchtfröhliche Abschiedsfeier mit unseren neugewonnen Freunden.


Mit unserem Chef ging es in der vergangen Woche zum jagen in die Marlborough Sounds. Sechs Jagdhunde, ausgerüstet mit GPS-Sendern, rennen quer durch den Busch auf der Suche nach Wildschweinen. Sobald eins gefangen wurde mussten wir schnellstmöglich hinterher rennen, um an Ort und Stelle zu sein bevor die Hunde die Wildsau getötet haben. Das bedeutete für uns in 10 Minuten 800 m bergab rennen, das Gesicht vor Gestrüpp schützen und Acht geben, dass wir nicht hinfallen. Oftmals sind die Wildschweine dann zu klein, um sie mit zu nehmen. Also töteten wir sie nur noch und machten uns anschließend wieder den gesamten Weg zurück zum Ausgangspunkt. Dieses Szenario wiederholten ungefähr viermal. Am Ende des Tages durfte jeder von uns einen Schuss mit dem Gewehr abfeuern. Begossen wurde die "erfolgreiche" Jagd mit Jägermeister und zu Essen gab es anstatt frischem Wildschwein frischen Fisch.


Gestern machten wir uns dann auf zur Westcoast. Mit Zwischenstopp an den Maruia Falls und der größten Swingbridge Neuseelands erreichten wir am Abend Westport. Von da aus wollten wir eigentlich unsere traumhafte Westcoastrundreise starten. Doch der Wetterbericht der kommenden Woche prophezeit mal wieder Dauerregen. Wir folgen nun also dem Tipp eines Einheimischen. Angeblich soll immer dann, wenn an der Westcoast Regenwetter ist, an der Eastcoast schönes Wetter sein. Deswegen haben wir unseren Plan kurzfristig umgestellt und werden jetzt erst die Eastcoast bereisen. Am Horizont kann ich schon klaren Himmel erkennen. Auf geht es!!!


Fazit: Ein unvergesslicher Abschnitt unserer Reise liegt hinter uns und Abschied nehmen ist keine leichte Sache. Jetzt heißt es wieder von Tag zu Tag leben.


Bilder:

https://picasaweb.google.com/107168941030752203795/OsternBisMai?authkey=Gv1sRgCJaPtbfIhJ7n7AE&feat=directlink

02.04.2011 um 07:11 Uhr

Da sind wir wieder - live und in Farbe!

von: SarahNZ

02.04.2011 / 18:20 Uhr / Upper Moutere Nelson / 19 °C / Sonne-Wolken-Mix

Das ist kein Aprilscherz! Nach mehr als einem Monat melden wir uns live und in Farbe von der Apfelplantage. Wir haben bis jetzt durchgehalten und werden die letzten Wochen auch noch mit Bravour meistern. Unsere Arbeitsleistung haben wir in den vergangenen Wochen von anfänglich 3 auf unglaubliche 7 Bins (Kisten) pro Arbeitstag gepusht. Damit sind wir dem besten Pflücker dicht auf den Fersen.

Getreu dem neuseeländischen Motto „keine Arbeit ohne Vergnügen“, haben wir uns zwischenzeitlich einige Auszeiten gegönnt. Neben der Geburtstagsfeier eines „Kollegen“  und einer Abschiedsfeier eines weiteren „Kollegen“ haben wir uns noch die Umgebung angeschaut. Für zwei Tage ging es auf in den Abel Tasman Nationalpark. Dort starteten wir unseren 6 Stunden Track in Totaranui. Am Seperation Point hatten Sarah und ich eine Privatvorstellung eines Seelöwen. Verbotenerweise haben wir uns auf 3 Meter angenähert – erlaubt sind 20 Meter. Upps – naja, in Mathe waren wir Beide noch nie die Hellsten. Vorbei an traumhaften und einsamen Stränden ging es auf den 450 Meter hoch gelegenen Gibbs Hill. Auf dem Gipfel angekommen trennte sich unsere Gruppe. Sarah und ich hatten einfach keinen Bock mehr. Und ehrlich gesagt, war der Hügel auch nicht gerade sehenswert. Also sind wir einfach nur noch hinterher geschlendert. Zurück auf dem Campingplatz haben wir lecker gekocht und sind gegen 21:00 Uhr ins Bett gefallen. Als Gute-Nacht-Geschichte hat uns der Ranger, aufgrund des Erdbebens in Japan, vor einem Tsunami am kommenden Tag gewarnt. Er wollte keine Panik verbreiten. Musste uns jedoch über eine eventuelle Evakuierung informieren. Die Nacht haben wir gut überstanden und am darauffolgenden Tag haben wir keine Anzeichen eines Tsunami vernehmen können. Also starteten wir in Totaranui mit dem Wassertaxi Richtung Bark Bay. Von dort aus wanderten wir zwei Stunden zum Onetahuti Bay. Eigentlich wollten wir uns dort ein bisschen erholen und den Strand sowie das türkisblaue Wasser genießen. Doch die Sandfliegen/-mücken machten uns einen Strich durch die Rechnung. Nach 30 Minuten waren alle Körperstellen, die nicht mit Kleidung bedeckt waren, fein säuberlich zerstochen. Als Highlight dieses Ausflugs haben wir uns noch die Wainui Falls angeschaut.

Nach einem Tag Erholung machten wir uns zum Harwood’s Hole auf. Dem mit rund 180 Metern tiefsten Loch der Südhalbkugel. Unsere Videoaufzeichnung über die Dauer eines Steinwurfs lies uns feststellen, dass der Reiseführer wohl recht haben muss. Es dauerte einige Sekunden bis der Aufprall zu hören war.

In unserer zweiten Urlaubswoche sind wir zum Farewell Spit gestartet. Auf dem Weg dorthin haben wir die Schokoladentörtchen in „Rosy Glows Chocolate Shop“ in Collingwood probiert. Der Höhepunkt des ersten Tages war der Wharariki Beach mit den kleinen Pools, in denen Seelöwenbabies schwimmen. Die Nacht verbrachten wir auf einem kleinen Campingplatz mit frei umherlaufenden Pferden, Hühnern und Pfauen. Am zweiten Tag wurde uns die Zufahrt zum nördlichsten Punkt der Südinsel dem Cape Farewell durch eine Kuh Herde versperrt. Unser Respekt vor den Kühen war zu groß, um diese Barrikade zu durchbrechen. Auf dem Weg zur Tasman Sea Seite vom Farewell Spit mussten wir dann allerdings jeglichen Mut zusammen nehmen und über Kuh- und Schafweiden wandern. Eine Schafherde kann noch ganz nett sein. Aber eine Kuh Herde ist auf keinen Fall angenehm. Zuviel des Guten war letztlich ein Bulle, der genau vor der Treppe stand. (Um von Weide zu Weide zu gelangen muss man kleine Treppen überwinden.) Da entschieden wir uns lieber über den Zaun zu klettern, anstatt den Bullen heraus zu fordern. Eine kleine Anmerkung am Rande – vor allem für Sarah’s Eltern: Sarah hat auf der Kuhweide vor lauter Angst nach meiner Hand gegriffen! Das muss sie zu Hause noch einmal trainieren. Aber zum Glück hatte sie nichts Rotes an. Dieses Abenteuer konnten wir nur bei einem Chilli-Bier und Muschelsuppe im berühmten Mussel-Inn verarbeiten.

Der vorerst letzte Ausflug führte uns zum Lake Sylvester im Kahurangi Nationalpark. Der Anfahrtsweg hat eben soviel Zeit in Anspruch genommen, wie der Weg zum See. Dieser war etwas beschwerlich und führte uns anderthalb Stunden nur bergauf. Alles in allem war der See nett und der Tag eine gelungene Abwechslung.

Fazit: Noch zwei Wochen Arbeit und dann geht es endlich wieder richtig auf Reisen!

Bilder:

https://picasaweb.google.com/104843284357314940221/AbelTasman?authkey=Gv1sRgCMr0kp3usOXCBQ&feat=directlink