Mein Leben als Superschalker

18.01.2013 um 17:42 Uhr

Let the Rückrunde begin!

von: Superschalker   Stichwörter: Schalke, Hannover

Gleich geht's in die Kälte zum Heimspiel gegen Hannover.

Meine Skepsis mischt sich mit einer kleinen Aufbruchstimmung. Keine Ahnung, wie sich die emotionale Lage entwickelt.
Ein trostloses 1:0 würde mir heute zunächst reichen.
Nur ein Sieg zählt, wenn wir noch ernsthaft von Champions League-Qualifikation reden wollen.

Auf geht's Schalke!

Glückauf

15.01.2013 um 19:56 Uhr

Bericht aus Katar

Mitte November 2012 konnte man sich für die offizielle Fan-Reise anmelden. Die Erlebnisberichte vom Januar 2012 (da hatte Schalke zum ersten Mal das Wintertrainingslager in Doha/Katar), hatten mich schon längere Zeit sehr neugierig gemacht.

Und so kam es für mich selbst auch nicht überraschend, dass ich nun auch mitfliegen wollte. Der zu zahlende Preis war hoch, aber ich wollte es mir mal gönnen. Man bekommt ja stets die Empfehlung, sein Leben zu leben…
Also angemeldet, Betrag überwiesen (nachdem es mit der Zahlung per VISA-Karte nicht geklappt hatte, weil der Verfügungsrahmen schon überschritten war) und auf die Reiseunterlagen gewartet.
Nach Weihnachten stieg das Reisefieber immer stärker an und am 3. Januar 2013 ging es morgens mit dem ICE zum Flughafen nach Frankfurt. Um 14:50 Uhr hob dann der Flieger Richtung Doha ab. An Bord auch ein Teil der Schalker Mannschaft, der andere Teil flog von Düsseldorf über München nach Doha. Nach ca. 5 ½ Flugstunden erreichten wir unser Ziel. Wegen der Zeitumstellung war es dort 2 Stunden später.
Unter den knapp 30 Fans, die die organisierte Reise gebucht hatten, waren auch zwei weibliche Fans aus Japan, die extra zuvor nach Frankfurt angereist sind. Und erstaunlicherweise ist nur eine von ihnen ein großer Fan von Uchida, die andere mag den Hunter lieber!

Bei der Ankunft an der Flughafenkontrolle musste man nicht nur eine Einreisegebühr per Kreditkarte zahlen und den Reisepass vorlegen, man musste auch in eine Kamera gucken, damit ein Foto gemacht werden konnte. Bei mir funktionierte das anfangs nicht, und ich sollte meine Brille abnehmen, was mich wunderte, weil ich auf dem Foto im Reisepass ja auch eine Brille aufhabe. Egal, nun klappte es und ich konnte durchgehen.
In der ganzen Aufregung bin ich dann aber einfach den Leuten hinterher und durch den Ausgang. Da bemerkte ich, dass ich meinen Koffer vergessen hatte! *lach*
Aber an den Sicherheitsleuten kam ich nun nicht mehr vorbei und ich musste an einen Extra-Schalter. Mit meinem eher schlechten Englisch erläuterte ich mein Problem. Ein Fan-Betreuer hat mir dann noch etwas geholfen und letztendlich wurde dann auch mein Koffer gefunden, der vermutlich einige Runden auf dem Band hinter sich hatte. Alles war gut, wir konnten zum Hotel fahren!

In der 5. Etage war mein durchaus schönes Zimmer. Was mir wichtig war: W-LAN! So konnte ich kostenlos Kontakt nach Hause halten und mich auch über das Internet weiterhin über Schalke informieren lassen. Denn: selbst wenn man vor Ort mit dabei ist, bekommt man längst nicht alles mit.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Shuttle-Bus (einmal täglich zum Training bzw. zum Testspiel im Reisepreis enthalten) um 9:15 Uhr zum Trainingsplatz am Mannschaftshotel namens The Torch. Die Fahrt dauerte meist eine knappe halbe Stunde. Je nach Verkehrslage.


Der Platz war schon mit Werbung aus Deutschland umzingelt, die Presse war ja auch da.
Die Bayern waren übrigens auch wieder in Doha und trainierten ein paar Plätze weiter.
Obwohl der Trainingsplatz ja nicht weit weg vom Mannschaftshotel war, wurden die Spieler mit einem kleinen Wagen chauffiert. In wenigen Minuten wäre das auch zu Fuß möglich gewesen. Und im Vergleich zum Sommertrainingslager in Bad Radkersburg im Jahr 2006 ist mir noch aufgefallen, dass die Spieler damals (dort sind sie mit dem Fahrrad zum Training gefahren) die wartenden Fans immer nett begrüßten. Das war nun in Doha leider nicht der Fall. Wir Fans wurden meist gar nicht richtig beachtet.





Das Wetter war immer vom Feinsten. Schön warm, so um die 25 Grad!
Am späten Nachmittag ging die Sonne dann aber rucki-zucki unter, und es wurde durchaus frisch beim zweiten Training.

Es gibt neben den sportlichen Aktivitäten auch einige andere interessante Dinge in Doha zu sehen. Zum Beispiel „The Pearl“, eine 400 Hektar große künstlich angelegte Insel, die aber noch nicht komplett fertiggestellt ist. Ein kleiner Hafen mit Booten und Yachten – sollte man gesehen haben.

In wenigen Gehminuten vom Fan-Hotel (Vorsicht: die Bürgersteige sind teilweise sehr löchrig!) konnte man den „Souq Waqif“ erreichen. Ein großer Basar mit schmalen Gassen und vielfältigem Angebot (Kleidung, Souvenirs, Schmuck, Gewürze, Teppiche usw.). Hier gibt es auch Restaurants und Cafés. Nicht so schön ist der kleine Tiermarkt dort. Hier werden neben verschiedenen Vogelarten auch Hunde und Katzen in viel zu kleinen Käfigen zum Kauf angeboten. Küken gibt es in unterschiedlich bunt angemalten Farben, damit die Kinder zufrieden sind und mit ihnen spielen können. Mit Tierschutz haben die es also absolut nicht.

Direkt neben dem Mannschaftshotel ist das Einkaufszentrum „Villagio“, mit vielen Luxus- und „Normal“geschäften, Eislaufbahn, kleinem Vergnügungspark mit Riesenrad & Co., Bowlingbahnen, Kartbahn, Kinos, Supermarkt, gute Restaurants oder auch Fast Food, Geldwechselmöglichkeit. Die Decke ist mit einem blauen Himmel bemalt, man kann sich auch mit einer Gondel auf einem kleinen „Fluss“ die Shopping-Mall anschauen.

Die „Corniche“ ist eine kilometerlange Straße, an der Bucht von Doha. Parkähnlich angelegt mit Blick auf die glitzernde Skyline von Doha.
Wir sind von dort mal mit einem kleinen „Partyboot“ zurück gefahren. Mit toller Musik ging es zum günstigen Preis wieder in die Nähe des Basars. Wir mussten zwar beim Aussteigen über einige andere Schiffe klettern, aber das war nur ein zusätzliches kleines Abenteuer.

Im Preis enthalten war die Besichtigung der Aspire Academy am Mannschaftshotel. Die Academy ist eine der weltweit größten Trainingszentren für Sportler. Es gibt dort einige Fußballfelder, Tennisplätze, eine Schwimmhalle sowie verschiedene Sporthallen (Handball, Volleyball, Basketball usw.) und Wohnheime/Seminarräume. Außerdem ist ein Indoor-Sportstadion vorhanden, das rund 15.000 Zuschauern Platz bietet.
Das Beste an der Führung durch diesen riesigen Komplex war, dass wir Raul gesehen hatten, der dort auch sein Büro hat, aber dieses Mal mit seinen Kindern unterwegs war.

Ebenfalls im Preis enthalten: ein Ausflug in die Wüste.
Morgens ging es mit dem Bus zum Mannschaftshotel der Bayern (die schon abgereist waren). Dann begann die Tour mit zehn Geländewagen vom Sponsor. Mit professionellen Begleitern ging es bis kurz vor die saudi-arabische Grenze. Hatte echt Spaß gemacht! Für Leute mit Bandscheibenvorfall ist dieser Ausflug nicht zu empfehlen, es ruckelte nämlich ziemlich stark.
Auf den Wagen waren noch Werbung des Sponsors sowie das Vereinslogo der Bayern. Glücklicherweise hatte ich einige Schalke-Aufkleber dabei und ich konnte unseren Wagen noch verschönern.

Taxifahren ist in Doha oft ziemlich aufregend, weil dort ein chaotischer Fahrstil von allen Verkehrsteilnehmern offensichtlich gewünscht wird. Taxifahren ist aber auch recht günstig. Kein Wunder, kostet der Liter Benzin umgerechnet so um die 25 Cent. Manchmal war es günstiger, wenn man nach Taxameter gefahren ist. Einmal hatten wir aber mit einem vorher vereinbarten Preis ein „Schnäppchen“ gemacht. Vom Einkaufszentrum wollten wir zurück ins Hotel. Die Taxifahrer hatten meist 40 Katar-Riyal als Fahrpreis (ca. 8,60 €) angeboten. Da wir Zeit hatten, wollte unser Kumpel Bene mal probieren, ob er den Preis nicht auf 20 Riyal runterhandeln kann. Die ersten Taxifahrer boten nach kurzem Gespräch schon 30 Riyal an, war aber noch zu viel. Es bildete sich schon eine Schlange und beim zehnten Taxi kam dann das Angebot von 25 Riyal. Schon nicht schlecht, allerdings waren wir zu Viert. Bene schilderte dem Taxifahrer das Problem, dass man 25 Riyal ja nicht durch vier Personen teilen kann. Lachend zeigte der Taxifahrer dann der Reihe nach auf uns und bestimmte den jeweiligen Einzelpreis auf Englisch: „Six, six, six, six!“
Offenbar zu seiner eigenen Kontrolle ließ er den Taxameter trotz vereinbartem Festpreis laufen. In der Mittagszeit herrschte reger Verkehr (auf der Straße!) und wir mussten an zahlreichen Ampeln lange warten. Nun war der Preis schon auf 20, dann 27, und bei 30 druckte er für sich eine Quittung aus und schaltete den Taxameter aus. Und wir waren noch gar nicht am Hotel. Bis dorthin wären es sicherlich 35 Riyal geworden.
Bei Ankunft gab Jürgen ihm dann aber trotzdem 25 Riyal, statt der vereinbarten 24!
Fröhlich

Nur in einigen ausgewählten Hotels in Doha erhält man alkoholische Getränke. Ein großes Glas Bier kostete umgerechnet ca. 7,50 €. Ganz schön heftig.
Aber wir hatten das Glück, und lernten Abdul kennen. Dieser war sehr gönnerhaft und er spendierte uns einige Runden. Entsprechend würdig wurde er dann auch mit Sprechchören gefeiert: „Abdul ist der geilste Scheich der Welt!“
Nur das „Scheiß BVB!“ hatte er nicht richtig nachsingen können. Das hörte sich dann wie „Scheiß aus Papier!“ an… naja… der Wille zählt.

Der Blau-Weiße Abend fand am 9. Januar statt. An meinem runden Tisch saßen mit mir insgesamt vier Fans und dann direkt links neben mir Timo Hildebrand, Co-Trainer Sven Hübscher, der Berater vom Raul, Christoph Metzelder, Lars Unnerstall und direkt rechts neben mir: *trommelwirbel* Raul!!!
Er war der Einzige, der jeden mit Handschlag begrüßte und nicht den Eindruck machte, dass dieses eine Pflichtveranstaltung war. Für ihn war es ja auch keine, er kam freiwillig.
Er unterhielt sich dann aber hauptsächlich mit Timo, Metze und seinem Berater auf Spanisch. Ein paar Dinge hatte Timo mir aber übersetzt, z. B., dass es im Sommer in Doha sehr heiß ist und die Spieler den Schweiß aus den Fußballschuhen richtig rausschütten können. Die WM 2022 in Katar lässt da so einiges befürchten, wenn sie denn im Sommer stattfinden sollte. Zur Diskussion steht ja auch eine Verlegung in den Winter…

Nun noch zum Sportlichen. Am Sonntag (6.1., 18 Uhr Ortszeit, 16 Uhr MEZ) trafen wir im Jassim-Bin-Hamad-Stadion auf Rauls Club Al-Sadd. Wir führten 2:0, doch noch vor der Pause ließen wir zwei Gegentore zu. Am Ende gewannen wir verdient mit  3:2 gegen einen drittklassigen Gegner. Im gleichen Stadion spielten wir auch am Dienstag (8.1., 19 Uhr Ortszeit, 17 Uhr MEZ) gegen die Bayern. Hier haben wir hochverdient mit 0:5 (0:4 zur Pause) verloren. Wenn die Bayern richtig gespielt hätten, dann wären wir zweistellig untergegangen. Fehlende Laufbereitschaft, mangelnder Kampfgeist, insgesamt war die Leistung einfach nur katastrophal.
Schon bei den Trainingseinheiten hat man im direkten Vergleich gesehen, dass die Bayern einfach schneller und einsatzfreudiger sind.
Da es zuletzt in der Bundesliga (sowie das Aus im DFB-Pokal gegen Mainz) nicht lief, gehen wir wohl mit einigen Sorgen in die Rückrunde…

Am Freitag, 11. Januar 2013, flogen wir etwas später als geplant gegen 9 Uhr morgens zurück nach Frankfurt.

Eine insgesamt interessante Reise ging zu Ende.

Und zu Hause erwarteten uns Temperaturen um 1 Grad… das war kalt!

Glückauf

01.01.2013 um 16:33 Uhr

Auf ein Neues

von: Superschalker   Stichwörter: Schalke, Katar

Ich wünsche Euch zunächst ein gutes neues Jahr!
Mögen all' Eure Wünsche in Erfüllung gehen!
Bleibt gesund!!!

So... da war ja seit meinem letzten Beitrag hier einiges passiert...

Die Tour nach Montpellier war insgesamt schön. Sind ja mit dem Mannschaftsflieger mitgeflogen und konnten die Profis zumindest in den Flughäfen aus nächster Nähe sehen. Und wer wollte, konnte auch Fotos mit ihnen machen usw.
Spiel war nicht der Knaller, aber durch das 1:1 sind wir Gruppensieger geworden. Nun geht's in 2 Auswärtsspielen gegen Galatasaray Istanbul. Wird spannend.

In der Bundesliga lief es gar nicht mehr und im DFB-Pokal sind wir auch rausgeflogen... dämlich!
Traurig

Nun startet für die Mannschaft schon morgen die Vorbereitung auf die Rückrunde und übermorgen geht es nach Doha (Katar) zum Trainingslager.
Und nun haltet Euch fest: ich fliege mit!!!
Bin echt gespannt, was mich da erwartet. Berichte vom letzten Jahr haben mich überzeugt, das alles auch mal mitzuerleben. Ich werde berichten...

Bin auch auf die Stimmung in der Rückrunde gespannt. Das DFL-Sicherheitspapier hat ja durchaus einen Keil in die Fan-Szene getrieben. Die Stimmung war nicht mehr in der Form vorhanden, wie vorher. Das war schon sehr komisch und irgendwie fühlte man sich dabei nicht wohl...

Glückauf