Schussel - Vater
Vater - Schussel
Leider wird dies wohl nie geschehen und so wird mir mein Vater auf Ewig ein Buch mit sieben Siegeln bleiben!!!!
Gestern haben wir uns mal wieder unterhalten und ja, diesmal kam das Gespräch auch auf seine gegenwärtige Situation.
Seit 48 Wochen habe er Wochenenden die mehr als beschissen für ihn seien.
Was mich ja schon verwundert hat, dass er die Wochenenden zählt aber er meinte nur, er habe das Datum des Auszuges seiner Frau halt im Kopf.
Ok, das ist halt mein Vater.
Ich kann ja verstehen, dass es ihn frustiert und dass er immer noch die Hoffnung hegt, dass sie mit meinem Bruder wieder zu ihm zurück kommt.....aber das wird dauern (wenn überhaupt) und so habe ich meinem Vater vorgeschlagen doch ne Alternative zur Wochenendgestaltung zu suchen. Denn er ist in seinem Trott, der sich seit dem Auszug von Marlies und Marvin (Dezember 2006) nicht geändert hat.
Mein Vater und ich sind uns sehr ähnlich was das Annehmen von neuen, unbekannten Situationen angeht. Und auch wenn ich weniger Probleme damit habe, was wohl auf mein Alter zurück zu führen ist, so sollte er langsam anfangen umzudenken. Nunja....
Irgendwie kamen wir dann auf das Thema Supergau....Allerdings ging das von ihm aus. Er fürchtet sich vor dem Augenblick in dem er Post vom Rechtsanwalt mit Scheidungspapieren bekommt.
Dann würde er sich von einer ganz anderen Seite zeigen. Dann würde seine Liebe in Hass umspringen.
Diese Thema haben mein Vater und ich schon so oft durchgekaut. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man sich so drehen kann, einem Menschen gegenüber den man geliebt hat, von jetzt auf gleich. Es kann doch durchaus passieren, dass die Liebe erlischt man sich aber trotzdem noch versteht.
Nein, für meinen Vater gibt es nur "schwarz" oder "weiß". Grautöne kennt er nicht.
Er kann das......wäre nicht das erste Mal.
Auch meinte er, dass er Marvin dann nach Hause holen würde. Wobei ich ihm gesagt habe, dass mein Bruder mit seinen 13 Jahren selber bestimmen kann wo er zu Hause ist. Zumal er doch auch jetzt bereits sowohl bei seinem Vater als auch bei seiner Mutter zu Hause ist. Und im Ernstfall bestimmt dies immer noch ein Richter unter Berücksichtigung der Meinung meines Bruders!
Mein Vater meint doch allen Ernstes, dass mein Bruder bei seiner Mutter keine Zukunft habe.
Dummerweise reduziert Papa alles auf die finanzielle Basis. Dinge wie Liebe, Geborgenheit etc. scheinen ihm fremd! Die kann man aber nicht kaufen....
Marvin hatte doch bereits letztes Jahr die Wahl wo er wohnen möchte. Und da besaß mein Bruder die Größe seinem Vater zu sagen, dass es für alle Beteiligten das Beste sei wenn er mit seiner Mutter ginge.
Bei seiner Mutter darf er selbständig leben. Mein Vater fordert zwar eine gewisse Selbständigkeit, bremst ihn aber jedes Mal, wenn er eigenständig handeln möchte.
Auch meinte Papa, dass er dann meinen Bruder außen vor lassen möchte, denn er möchte nicht sein Kind in den Streit der Eltern einbeziehen. Da sollte er nicht zwischen den Fronten stehen.
Woraufhin ich meine Stimme erheben musste, denn auch wenn es immer zwei Seiten gibt, so weiß ich, dass er seinen Unmut und seine Diskrepanzen vor den Augen seines Sohnes mit seiner Frau ausdiskutiert!
Wenn er denn so sehr um das Wohl seines Sohnes bedacht ist, dann möge er doch bitte JETZT damit anfangen, denn wir sind alle nicht dumm und erst Recht nicht taub oder blind!!!!!
Ich habe ihm klipp und klar gesagt, was ich von seiner jetzigen Vorgehensweise halte (dass er seiner Frau droht etc. pp. während mein Bruder daneben sitzt) nur leider hat er das wohl nicht verstanden.
Klar kann ich ihn verstehen, dass die Situation für ihn unbefriedigend ist! Auch habe ich Marlies schon mal gefragt wie es denn weiter gehen solle. Ob sie nicht mal reinen Tisch machen könne, denn Papa hegt immer noch die Hoffnung, dass sie wieder zu ihm zurück kommen. Solange sie diese nicht im Keim erstickt, wird seine Welt sich weiterhin nur um die beiden drehen. Aber sie sagt, dass sie ihm keinerlei Hoffnung machen würde, verbal oder auch körperlich.
Meinen Vater bereitet es Unbehagen, dass er bei Problemen immer zur Stelle ist. Aber wenn er mal was habe, dann sei da niemand. Gut, kann ich auch verstehen. Mich würde es ebenfalls frustieren immer nur dann gebraucht zu werden, wenn irgendwas technisches vorliegen würde.
Nur, solange er immer noch seiner Illusion hinterher lebt, kann und wird sich in seinem Alltag nichts ändern!!!!
Ich bin auch gerne bereit mir seine Sorgen anzuhören aber muss er auch damit rechnen nicht immer verständnisvolle Antworten zu bekommen.
Als unser Gespräch beendet war, musste ich erst mal ein wenig Schreien, denn anders kann ich meinen Unmut nicht mehr los werden.
Dann frage ich mich immer, was für ein Mensch aus mir geworden wäre, hätte ich meine Kindheit bei meinem Vater verbracht.....Wir wären ständig aneinandergerasselt erst Recht weil ich ein Mädchen bin und allein deswegen anders behandelt worden wäre als mein Bruder (was mir allein bei dem Gedanken Angst macht).
Wie gut dass das nicht passiert ist!