I'm the God of Hell and Fire

27.08.2008 um 17:26 Uhr

Blut scheint doch dicker als Wasser

Die zweite Ehe meines Vaters ist nun endgültig gescheitert.
Schließlich hat meine Stiefmutter einen neuen Freund.

Sie sagte vor langer Zeit einmal zu mir: "Sarah, Blut ist dicker als Wasser und ich habe Angst dass du dich irgendwann von mir abwendest."
Woraus ich ihr entschieden antwortete: "Das ist Quatsch. Du bist und bleibst die Mutter meines Bruders und somit werde ich immer den Kontakt zu dir suchen."

Allerdings fühlt es sich so komisch an zu wissen, dass sie einen neuen Partner hat :-(
Natürlich war damit zu rechnen. Ich habe es nur als eine Frage der Zeit angesehen, denn schließlich ist auch sie nur ein Mensch mit Bedürfnissen. Auch habe ich sie unterstützt in ihrem Entschluß meinen Vater zu verlassen.

Also warum in Gottes Namen habe ich nun ein Problem damit zu wissen, dass es einen neuen Menschen in ihrem Leben gibt?

Vielleicht liegt es daran zu sehen, wie es meinem Vater dabei geht?!
Vielleicht weil ich diese Frau ziemlich gut leiden kann und sie schon lange in mein Herz geschlossen habe?!
Vielleicht auch einfach nur, weil ich "meine Familie" so wie sie ist behalten möchte?

Meine Stiefma war mit meinem Bruder und ihrem Freund im Urlaub. Sie schickten uns eine Postkarte. Diese Postkarte liegt heute noch auf unserem Küchentisch und irgendwie.....mag ich sie nicht!
Ich habe es erst gestern wirklich geschafft meine Stiefma mal anzurufen und mich zu bedanken. Da bestellte sie mir "unbekannterweise Grüße" ihres Freundes.
Ja, es ist nur logisch. Ja, ich kann es auch nachvollziehen....aber es fühlt sich für mich so verdammt komisch an!
Auch habe ich sie angelogen....*schäm*
Sie fragte mich, ob ich am Freitag meinen Geburtstag feiern würde.
"Nur im kleinen Kreis." War meine Antwort. Das stimmt so nicht, denn es kommen doch so um die 40 Personen und wir machen eine Gartenparty daraus. Meine Stiefma wäre gekommen, müsste sie nicht arbeiten. Glück für mich...und für meinen Vater! Denn der fragte mich die Tage ob ich sie auch eingeladen hätte.
Nein, ich habe es ganz bewusst nicht getan.

Ich muss mich mit ihr über dieses Thema vernünftig auseinander setzen. Habe ich das Recht dazu?
Keine Ahnung. Aber ich will sie nicht anlügen und auch möchte ich ihr verständlich machen, dass ich ihr nichts böses will, sich die Situation für mich aber im Moment komisch anfühlt.

Allerdings nicht am Telefon.......das finde ich mehr als unpassend!

26.01.2008 um 23:16 Uhr

Es kommt Bewegung in die Sache

Mein Vater hat seiner Frau ein Ultimatum gestellt.

Bis Ende Januar möchte er wissen, ob sie wieder als Eheleute, Eltern und Beziehung zusammen finden oder nicht.

Was ich persönlich einen enormen Fortschritt von ihm finde.

Bereits vor ein paar Monaten habe ich meine Stiefmutter gefragt warum sie nicht endlich reinen Tisch mit meinem Vater machen würde. Schließlich ist es mehr als offensichtlich, dass ihre Ehe gescheitert ist und warum sich selber noch unnötig quälen?

Sie konnte mir keine Antwort darauf geben.

Auch sah ich die finanziellen Nöte meines Vaters im Vordergrund, denn schließlich lebt und unterhält er eine Wohnung, die 120qm² groß ist. Viel zu viel für ihn alleine, aber genau richtig für seine Familie. So hegte er stets die Hoffnung, dass die beiden wieder zu ihm zurück kehren würden. Was ihn natürlich daran gehindert hat, sich nach einer kleineren, günstigeren Wohnung umzusehen.

Als er mir von seinem Ultimatum erzählte, klang er sehr gelassen. Was ich schon lange nicht mehr an ihm bemerkt habe. Und so sehe ich der ganzen Sache auch eher positiv entgegen. Denn Papa scheint sich damit auseinander gesetzt zu haben, dass seine Ehe gescheitert ist und so ist es dann nichts mehr, was ihn aus den Schuhen haut.

Marlies selber hat mir gegenüber noch nichts davon erwähnt.
Für sie sind im Moment andere Dinge im Vordergrund. Sie hat einen gutartigen Tumor am Eierstock, der ihr nächste Woche entfernt wird. Ich hoffe, es geht alles gut und das Ding entpuppt sich wirklich als gutartig!

12.11.2007 um 21:23 Uhr

Vorschlag für einen neuen Langenscheidt

Schussel - Vater
Vater - Schussel

Leider wird dies wohl nie geschehen und so wird mir mein Vater auf Ewig ein Buch mit sieben Siegeln bleiben!!!!

Gestern haben wir uns mal wieder unterhalten und ja, diesmal kam das Gespräch auch auf seine gegenwärtige Situation.
Seit 48 Wochen habe er Wochenenden die mehr als beschissen für ihn seien.
Was mich ja schon verwundert hat, dass er die Wochenenden zählt aber er meinte nur, er habe das Datum des Auszuges seiner Frau halt im Kopf.
Ok, das ist halt mein Vater.
Ich kann ja verstehen, dass es ihn frustiert und dass er immer noch die Hoffnung hegt, dass sie mit meinem Bruder wieder zu ihm zurück kommt.....aber das wird dauern (wenn überhaupt) und so habe ich meinem Vater vorgeschlagen doch ne Alternative zur Wochenendgestaltung zu suchen. Denn er ist in seinem Trott, der sich seit dem Auszug von Marlies und Marvin (Dezember 2006) nicht geändert hat.
Mein Vater und ich sind uns sehr ähnlich was das Annehmen von neuen, unbekannten Situationen angeht. Und auch wenn ich weniger Probleme damit habe, was wohl auf mein Alter zurück zu führen ist, so sollte er langsam anfangen umzudenken. Nunja....

Irgendwie kamen wir dann auf das Thema Supergau....Allerdings ging das von ihm aus. Er fürchtet sich vor dem Augenblick in dem er Post vom Rechtsanwalt mit Scheidungspapieren bekommt.
Dann würde er sich von einer ganz anderen Seite zeigen. Dann würde seine Liebe in Hass umspringen.
Diese Thema haben mein Vater und ich schon so oft durchgekaut. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man sich so drehen kann, einem Menschen gegenüber den man geliebt hat, von jetzt auf gleich. Es kann doch durchaus passieren, dass die Liebe erlischt man sich aber trotzdem noch versteht.
Nein, für meinen Vater gibt es nur "schwarz" oder "weiß". Grautöne kennt er nicht.
Er kann das......wäre nicht das erste Mal.
Auch meinte er, dass er Marvin dann nach Hause holen würde. Wobei ich ihm gesagt habe, dass mein Bruder mit seinen 13 Jahren selber bestimmen kann wo er zu Hause ist. Zumal er doch auch jetzt bereits sowohl bei seinem Vater als auch bei seiner Mutter zu Hause ist. Und im Ernstfall bestimmt dies immer noch ein Richter unter Berücksichtigung der Meinung meines Bruders!
Mein Vater meint doch allen Ernstes, dass mein Bruder bei seiner Mutter keine Zukunft habe.
Dummerweise reduziert Papa alles auf die finanzielle Basis. Dinge wie Liebe, Geborgenheit etc. scheinen ihm fremd! Die kann man aber nicht kaufen....
Marvin hatte doch bereits letztes Jahr die Wahl wo er wohnen möchte. Und da besaß mein Bruder die Größe seinem Vater zu sagen, dass es für alle Beteiligten das Beste sei wenn er mit seiner Mutter ginge.
Bei seiner Mutter darf er selbständig leben. Mein Vater fordert zwar eine gewisse Selbständigkeit, bremst ihn aber jedes Mal, wenn er eigenständig handeln möchte.
Auch meinte Papa, dass er dann meinen Bruder außen vor lassen möchte, denn er möchte nicht sein Kind in den Streit der Eltern einbeziehen. Da sollte er nicht zwischen den Fronten stehen.
Woraufhin ich meine Stimme erheben musste, denn auch wenn es immer zwei Seiten gibt, so weiß ich, dass er seinen Unmut und seine Diskrepanzen vor den Augen seines Sohnes mit seiner Frau ausdiskutiert!
Wenn er denn so sehr um das Wohl seines Sohnes bedacht ist, dann möge er doch bitte JETZT damit anfangen, denn wir sind alle nicht dumm und erst Recht nicht taub oder blind!!!!!
Ich habe ihm klipp und klar gesagt, was ich von seiner jetzigen Vorgehensweise halte (dass er seiner Frau droht etc. pp. während mein Bruder daneben sitzt) nur leider hat er das wohl nicht verstanden.

Klar kann ich ihn verstehen, dass die Situation für ihn unbefriedigend ist! Auch habe ich Marlies schon mal gefragt wie es denn weiter gehen solle. Ob sie nicht mal reinen Tisch machen könne, denn Papa hegt immer noch die Hoffnung, dass sie wieder zu ihm zurück kommen. Solange sie diese nicht im Keim erstickt, wird seine Welt sich weiterhin nur um die beiden drehen. Aber sie sagt, dass sie ihm keinerlei Hoffnung machen würde, verbal oder auch körperlich.
Meinen Vater bereitet es Unbehagen, dass er bei Problemen immer zur Stelle ist. Aber wenn er mal was habe, dann sei da niemand. Gut, kann ich auch verstehen. Mich würde es ebenfalls frustieren immer nur dann gebraucht zu werden, wenn irgendwas technisches vorliegen würde.

Nur, solange er immer noch seiner Illusion hinterher lebt, kann und wird sich in seinem Alltag nichts ändern!!!!

Ich bin auch gerne bereit mir seine Sorgen anzuhören aber muss er auch damit rechnen nicht immer verständnisvolle Antworten zu bekommen.
Als unser Gespräch beendet war, musste ich erst mal ein wenig Schreien, denn anders kann ich meinen Unmut nicht mehr los werden.
Dann frage ich mich immer, was für ein Mensch aus mir geworden wäre, hätte ich meine Kindheit bei meinem Vater verbracht.....Wir wären ständig aneinandergerasselt erst Recht weil ich ein Mädchen bin und allein deswegen anders behandelt worden wäre als mein Bruder (was mir allein bei dem Gedanken Angst macht).
Wie gut dass das nicht passiert ist!

22.10.2007 um 18:30 Uhr

Für Mama nur das Beste!

Zu ihrem 50. Geburtstag haben wir meiner Mutter eine Wochenendreise nach Hamburg inkl. des Musicals "König der Löwen" geschenkt.
Damit sie nicht alleine fahren muss, natürlich für zwei Personen. Ihre Begleitung durfte sie frei wählen :-)
Wie ich es mir bereits im Vorfeld gedacht habe, traf es ihren Ehemann.

Freitag sind sie gefahren und Samstag rief Mama mich an.
"Kind, weißt du eigentlich was du uns hier für ein Hotel gebucht hast?"
"Na ich hoffe doch ein schönes!"
"In unserem Zimmer kann man Tango tanzen! Riesen groß und sogar mit Küche!!!"
"Tja, für Mama nur das Beste!!!!"

Falls es jemanden interessiert => Hotel Vorbach

Sie erzählte mir auch, dass der Portier selber meinte er habe ein ganz schönes Zimmer für die beiden reserviert. Auch musste Mama unbedingt bemerken, dass sie in unmittelbarer nähe DER Schönheitschirurgie in Hamburg residieren würde *gg*
Das Haus sei wunderschön, der Service klasse und das Essen ebenfalls sehr gut!
Samstag machten sie eine Stadtrundfahrt, die ihnen sehr gut gefallen hat.
Abends ging es dann in die Vorstellung. Und selbst Detlef hat es gefallen, obwohl er kein Freund von Musicals ist.
Danach wollten sie Sonntag Morgen noch den Fischmarkt besuchen, aber davon riet man ihnen ab, denn mittlerweile würde dieser mehr einem orientalischen Basar gleichen als Allem anderen.
Sehr schade!

Und so fuhren sie Sonntag wieder nach Hause....

Alles richtig gemacht *breitgrins*

18.06.2007 um 11:44 Uhr

Ertappt

Mein Schatz hat mich gestern auf folgendes Aufmerksam gemacht:

Als wir alle so gesellig bei Familie Pirat saßen, sprach meine Mutter mich auf einmal auf meinen Vater an. Ob dieser denn auch mal sowas machen würde wie sie. Sprich mal die Eltern des Freundes kennen lernen wollen etc. Oder ob er sich denn mal bemühen würde oder ob er denn mittlerweile mal Anstalten gemacht habe, seine Tochter zu besuchen etcpp.
Dabei muss ich wohl sofort auf Abstand gegangen sein. Auch sei aufgefallen, dass ich durch eine solche Äußerung meiner Mutter, meinen Vater verteidige.....

"Mama, du weißt ganz genau in welcher Situation Papa ist und dass er derzeit andere Dinge um die Ohren hat, als sich mit dem Glück seiner erwachsenen Tochter zu beschäftigen."
"Ja, war doch nur eine Frage....."

Nicht nur Dirk ist es aufgefallen, scheinbar auch Detlef dass meine Mutter wohl unbewusst einen gewissen Konkurrenzkampf was die Gunst der Tochter angeht ausübt....
Als er mich gestern darauf ansprach musste ich doch ernsthaft drüber nachdenken......

Meine Eltern sind seit über 20 Jahren geschieden. Sämtliche Differenzen sind ausgetragen. Der eigentliche Beweis, dass die beiden mal zusammen waren bin ich und sonst gibt es NICHTS mehr was sie gemeinsam haben. Beide führen ganz unterschiedliche Leben.
Mein Vater hat erneut eine Familie gegründet. Für meine Mutter bin ich das einzige Kind.......
Ich kann verstehen, dass sie um mich immer noch bemüht ist.
Ich habe auch Verständnis für meinen Vater.

Aber faszinierend, dass schon Außenstehenden sowas auffällt.....

20.04.2007 um 09:47 Uhr

Unerwartet

Musik: Blumfeld - Tausend Tränen tief

Gestern Abend bekam ich einen Anruf meines Vaters.

„Hallo Papa! Na, wie geht es dir?“

„Hallo Sarah, geht so. Ich habe schlechte Nachrichten.“

„Oh! Was ist passiert?“

„Es ist jemand gestorben.“

In meinem Kopf schwirrten unzählige Gedanken. Oma? Opa? Marlies? Oder ist gar Marvin etwas passiert????

„Papa, wer?“

„Jürgen.“

Pfffft, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

 

Jürgen ist der Schwager meines Vaters, somit mein Onkel.

Vor ungefähr 10 Jahren hatte er einen schweren Verkehrsunfall. Es hatte sich ein Blutgerinsel im Kopf gebildet und er verlor von jetzt auf gleich die Kontrolle über seinen Laster. Um es kurz zu fassen, er lag zeitweise im Koma, kam irgendwann wieder zu sich und natürlich war er seit dem nicht mehr Erwerbsfähig.

Er behielt epileptische Anfälle zurück, war deswegen auch in regelmäßiger Behandlung.

 

Ich habe zu Jürgen und Claudia gar keinen Kontakt gehabt. Früher oft, da wir in der Nähe wohnten. Wenn wir uns jetzt gesehen haben, dann auf Geburtstagen der Familie meines Vaters. Zuletzt an Omas 70., Anfang März.

Da habe ich mich richtig erschrocken als ich Jürgen sah, denn er war weniger als ein Strich in der Landschaft *oops*

Kleiner als ich ihn Erinnerung hatte, seeeeehr schmal und vor allem eingefallen. OK, im nach hinein habe ich erfahren, dass er sich von seinem Unfall nicht richtig erholt hat und dass das jetzt immer noch Nachwirkungen seien.

Bedingt durch seine Erwerbsunfähigkeit und der damit verbundenen Hartz IV Zugehörigkeit war der Frust hoch und das wurde auch immer und gerne zum Besten gegeben……

 

Papa erzählte, dass Jürgen am Dienstag Abend mehrere Anfälle hintereinander hatte und in der Küche bewusstlos auf dem Boden lag. Claudia war überfordert, rief den Notarzt. Er soll nicht mehr geatmet haben und anstelle dass sie Erste Hilfe geleistet hat, hat sie ihn nur geschüttelt. Sie wusste nicht, was sie tun sollte.

Angeblich sei der Notarzt erst nach einer halben Stunde eingetroffen (ich denke, dass das gefühlte Zeit war), hat ihn reanimiert und bekam Jürgen auch wieder.

Allerdings nicht ansprechbar. Sie nahmen ihn mit ins Krankenhaus, er lag wieder im Koma.

 

Mittwoch Morgen um halb fünf rief Claudia meinen Vater an und bat ihn zu kommen, denn mit Jürgen würde es zu Ende gehen. Mein Vater ist natürlich gefahren und es kam so, wie sie es gesagt hatte. Jürgen starb im Beisein seiner Tochter und seiner Frau. Er war 51 Jahre alt.

 

Als mein Vater mir dies gestern berichtete hatte ich kurzzeitig die Tränen in den Augen stehen. Es tat mir Leid. Es tat mir Leid für meine Tante, dass man ihr von jetzt auf gleich den Mann genommen hatte. Ich kenne diese Situation, ansatzweise.

Zig Gedanken prasseln auf einen ein. Was passiert jetzt? Was muss ich alles machen? Welche Dinge werden von mir erwartet?

Jürgen wird eingeäschert und anonym beerdigt. So war es sein Wunsch. Der Bestatter konnte ihn noch nicht abholen, denn das Krankenhaus hat ihn noch nicht frei gegeben. Natürlich haben sie meine Tante gefragt, ob sie eine Obduktion durchführen können, aber sie möchte es nicht.

Mein Vater traut dem Braten nicht wirklich. Er denkt, sie werden ihn trotzdem auf machen.

Wann die Beerdigung statt finden wird, ist noch nicht heraus. Sie soll im kleinsten Kreise statt finden.  

Auch wenn ich zu Lebzeiten keinen Kontakt mehr zu Jürgen hatte, so möchte ich ihm doch die letzte Ehre erweisen. Und wenn ich mich nach hinten in die Kirche setze….

Sofern es sich einrichten lässt, werde ich da sein.

 

Dieses Ereignis hat bewirkt, dass mein Vater sich jetzt noch mehr Gedanken zu seiner Situation mit Marlies und Marvin macht als er es bis jetzt getan hat.

Er hat sich eine Patientenverfügung besorgt. Was ich gar nicht mal so verkehrt finde… Habe dazu letztens eine Debatte im Radio verfolgt und habe Papa darauf hingewiesen, dass er diese Patientenverfügung doch bitte so ausführlich wie möglich ausfüllen solle. Denn schließlich dient sie dazu fremden Personen eindeutig aufzuzeigen was ein Mensch möchte oder nicht, wenn er nicht mehr in der Lage ist selber zu entscheiden.

Auch hat Papa mal wieder seine eigene Sterblichkeit erfahren und jetzt wo er alleine wohnt, kommt er sich dadurch sehr alleine vor. Er hatte sich gestern frei genommen. Seine Eltern kamen extra vorzeitig aus dem Sylturlaub zurück und auch Papa war mit Marlies bei Claudia um ihr Beistand zu leisten.

Ich habe ihm gesagt, dass ich das schön von ihm fand.

Auf einmal war es still am Telefon. „Papa??“

Mein Vater weinte. Hemmungslos.

„Sarah, es ist doch meine Schwester. Meine kleine Schwester. Wenn ich sie ansehe wird sie immer meine kleine Schwester sein.“

„Oh Papa, das wird sie auch.“

 

Es war eine total neue Situation für mich! Ich kann mich nicht daran erinnern, wann mein Vater einmal in meinem Beisein geweint hat. Und nun hatte ich ihn am Telefon und er schluchzte.

In diesem Moment wäre ich gerne bei ihm gewesen. Ich hätte ihn gerne in den Arm genommen und gesagt dass ich für ihn da bin….

Er sagt es ginge ihm nicht gut. Er würde sich im Kreise drehen.

Er würde doch alles tun und machen und trotzdem würde sich nichts ändern.

Tja….das war jetzt eine andere Baustelle. Die zwischen seiner Frau und ihm.

Was sollte ich dazu sagen? Ich sage oft etwas. Aber immer dasselbe L

Ich habe ihm nicht gesagt, dass ich am Dienstag noch bei Marlies zum Kaffee war und die Geschichte bzw. die Dinge die er tut, die sich nicht geändert haben, kenne ich. Ich weiß, dass er die beiden wieder zu Hause haben möchte. Aber das geht nicht von jetzt auf gleich erst Recht nicht, wenn er ihr keinen Freiraum zum Atmen lässt.

Ich habe Papa gesagt er solle doch mit Marlies darüber reden. Das würde er tun, aber von ihr käme keine Antwort.

Auch das kann ich nicht glauben, denn auch Marlies wiederholt sich immer und immer und immer wieder.

Aber solange mein Vater nicht in der Lage ist mit offenen Karten zu spielen, und das ist er bis heute nicht, solange wird sich nichts ändern.

Sie ist nicht mehr das naive kleine Weibchen, das er vor 17 Jahre geheiratet hat.

 

Ach Papa, ich wünsch dir wirklich dass sich alles wieder zum Guten kehrt!

 

26.01.2007 um 12:39 Uhr

Nachtrag

Anruf meines Vaters:

Nein, so war das ja gar nicht gemeint.....
Das müsse ich falsch verstanden haben und er wolle es so nicht stehen lassen.

Je ne Papa, is klar.....

26.01.2007 um 12:29 Uhr

Papa, sein Leben danach

Stimmung: ich dreh am Rad

Aus unserer Erfolgsserie "Mit dem kopf durch die Wand", heute die Episode "Raelität tut weh"!

Scheinbar habe ich ein faible für Männer, die auf alles eine Antwort haben. Jedenfalls oder Gott sei Dank scheint dies die Gemeinsamkeit meines Piraten und meines Vaters zu sein....Aber das war es dann auch *Stoßgebetschick*

Es begab sich folgendes:

Mein Vater und ich telefonierten wegen eines Besuches am WE bei ihm. Dabei wies er ich auf die Wetterlage hin und dass es ja bis jetzt noch nicht glatt sei etc. Er aber auch hoffe, das dies bis zum Feierabend so bliebe, schließlich sei er mit dem Auto unterwegs.
Mein Auto hat seine Winterschluffen an und ich bin froh drum! Schließlich weiß man ja nie.....
Neeee, also er bräuche das ja nicht, wo er doch in der Stadt lebt und sich auch nur dort fortbewegt..

Tsssss, das sei doch Humbug habe ich geantwortet, wenn es glatt und kalt ist, ist es so und da sollte man schon Winterreifen drauf haben. Also, kam dann von ihm, er habe sich ja schon mit unterschiedlichen Polizisten unterhalten und die hätten auch gemeint, dass das überhaupt nicht notwendig sei, denn wo würde denn der unterschied zu Sommer- und Winterreifen liegen? Das seien im Bremsweg ca. 10m.....Ne, ist klar Vadder!!!! Komischerweise soll eine sog. Winterreifenpflicht gesetzlich geregelt werden....Ach, die Polizisten würden da bei einem Unfall auch nicht so drauf achten, dazu hätten sie kaum Zeit.
Gut, sag ich. Wenn du dann irgendwann mal im Graben liegst, werde ich am Straßenrand stehen und sagen....Na, war der Bremsweg wohl nicht lang genug...biste bestimmt zu dicht aufgefahren :-)))
Papa lachte und natürlich kam da noch na Antwort drauf, Winterreifen seien Volksverarsche.

Da ich mich ja in einem Forum als Moderator betätige, hatte ich das dringende Bedürfnis ihm folgenden Beitrag zu schicken:

Ich habe gerade eben etwas auf der Internetpräsenz der Feuerwehr Toenisvorst gefunden, was mich tatsächlich etwas nachdenklich gestimmt hat, weil ich mir diesen Aspekt noch nie vor Augen geführt habe. Ich war deshalb auf der Seite betreffender Feuerwehr, da dort in der Sturmnacht am 18.01.2007 ein Feuerwehrmann durch einen Unfall tragisch ums Leben kam. Darüberhinaus betrifft mich der Inhalt zwar nur sekundär, aber das Kopfkino läuft sofort an. Zartbesaitetere sollten sich hiervon bitte fernhalten. Trotzdem geht das Thema uns alle an...

Die Grausamkeit eines Unfalls

Leider entfallen bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden 48 % auf Personen im Alter bis 24 Jahren. Die häufigste Unfallursache ist "überhöhte Geschwindigkeit" und nicht selten ist auch "Alkohol" mit im Spiel.

Da die Feuerwehren zumeist sehr unmittelbar mit dem Schrecken und Leiden eines Verkehrsunfalls konfrontiert werden, möchten wir an dieser Stelle über die gesamte Dramatik und auch die Grausamkeit eines Unfalles berichten.

Die Bremsen haben blockiert, Du spürst das pulsierende Gefühl des ABS an deinem Fuß, Du bist starr vor Schreck. Es gibt kein Ausweichen mehr...

Mit weißen Knöcheln umklammerst Du krampfhaft und voller Angst das Lenkrad...

Noch knapp 1 Meter bis zum Baum...

Mit 80 km/h rast dein Körper nach vorne. Du wiegst jetzt mehr als 2 t und wirst mit 20-facher Schwerkraft aus dem Sitz gehoben. Deine Beine brechen am Kniegelenk.

Dein Körper löst sich aus dem Sitz, der Rumpf ist starr aufgerichtet, die gebrochenen Kniegelenke gegen das Armaturenbrett gepresst. Umhüllung und Stahlfassung des Lenkrades biegen sich unter deinen Händen.

60 cm des Autobugs sind schon total deformiert. Dein Körper rast weiter mit 80 km/h. Der Motor, fast 1/2 t schwer, stößt in das Hindernis.

Deine Hände - in Todesangst starr verkrallt - biegen das Lenkrad fast vertikal. Die Gelenke und Unterarme brechen. Durch die andauernde Schwerkraft wirst du von der Lenksäule durchbohrt. Stahlsplitter dringen in den Brustkorb, reißen Löcher in die Lungen und zerfetzen die inneren Arterien. Blut dringt in den Lungenflügel. Das Atmen wird so gut wie unmöglich.

Deine Füße werden aus den Schuhen gerissen. Das Bremspedal bricht ab, das Fahrzeuggestell bricht in der Mitte ein. Bolzen lösen sich, Schrauben reißen ab. Dein Kopf schleudert gegen die Windschutzscheibe. Du hast nicht einmal mehr Zeit zum Schreien.

Das Auto krümmt sich. Die Sitze haben sich aus den Verankerungen gelöst, schnellen nach vorne und pressen deinen Brustkorb unbarmherzig gegen die gesplitterte Lenksäule. Blut schießt aus deinem Mund. Durch den Schock bleibt Dein Herz stehen...

Du bist tot !

...und wie schnell fährst DU in Zukunft...?

Als Antwort darauf bekam ich folgendes:

Hallo Sarah !

 

Eine kurze Antwort zu diesem Thema ......

Bei diesem Bericht hat entweder ein Anatomist oder auch Chirurg Pate gestanden .

Ich weiß nicht wie es ist wenn man stirbt - obwohl mir derzeit manchmal danach ist .

Angenehm wird es für den Betroffenen vielleicht nicht sein , es sei denn , es geht sehr schnell .

Ich könnte mir vorstellen , dass man in dem Moment noch einmal sein gesamtes Leben in

Zeitraffer zu Gesicht bekommt .

Gruß , Papa

grrrrrrrrrrrr! Ich wollte doch was ganz anderes damit erreichen......
Meine Antort:

Ach Papa....



du solltest wissen dass ich für Äußerungen wie "Ich weiß nicht wie es ist

wenn man stirbt - obwohl mir derzeit manchmal danach ist."

kein Verständnis habe. Auch wenn ich weiß dass es dir nicht gut geht, fahre

bitte nicht die Mitleidsschiene, denn damit wirst du NIEMANDEN erweichen.

Tu mir Leid, wenn ich nun so hart mit dir reden muss, aber ich habe immer

noch das Gefühl, dass du dich zwar mit der jetzigen Situation arrangierst,

sie aber imme noch nicht

verstanden hast!!!!!

Ich weiß, das ist kein Thema für Mail, und ich möchte dies auch jetzt nicht

vertiefen......

Wenn du magst, reden wir gerne morgen darüber, so unter uns :-)



Ach übrigens: Lieb habe ich dich trotzdem :-))))



einen solchen Moment wie ich ihn dir vorhin geschickt habe, möchte ich nie

erleben und es sind ja wirklich nur Bruchteile von Sekunden.....Hauptsache

es würde schnell gehen!

Was ich aber damit sagen möchte, ist dass ich nicht möchte das ein Mitgleid

meiner Familie fahrlässig seine Gesundheit aufs Spiel setzt.

Und das tust du, wenn du dich den Witterungsverhältnissen nicht anpasst!



Küsschen

Sarah


Komm mir nicht auf die Mitleidstour.......so nicht!!!!!
Mensch, akzeptier es doch endlich!!!!!

04.11.2006 um 11:28 Uhr

Aufarbeitung der letzten Tage oder Warten auf Godot

Das Gespräch mit meinem Vater verlief besser als ich es je erwartet hätte!
Gut, ich bin nie davon ausgegangen dass er redet wie ein Wasserfall, trotzdem war es doch mehr als er sonst von sich Preis gegeben hat.

Die Quintessenz oder besser formuliert der rote Faden in diesem Gespräch war immer und immer und immer wieder das liebe Geld. Ja, er ist halt sehr rational und natürlich macht er sich auch Gedanken darüber was die finanzielle Lage angeht. Sicher, kann ich seine Argumentation auch verstehen.
"Mensch, das ganze Geld. Hätte man doch viel sinnvoller ausgeben können. Urlaub z. B.!"
Stimmt, nur!!! ist es a) kein Geld für das er arbeiten gegangen ist (sondern seine Frau) und b) man muss nicht immer alles mit Logik erklären. Bzw. wenn seine Frau der Meinung ist, dass es ihr (sowohl körperlich als auch seelisch) durch eine räumliche Trennung besser geht, dann möge sie das bitte tun. Schließlich ist Geld nicht alles und sie ist nicht die Sorte Frau die blind und blauäugig irgendwelche Entscheidungen trifft ohne vorher ihre Möglichkeiten abgeklärt zu haben.
Papa hat verstanden, dass er jetzt nichts ändern kann aber das Ende der Beziehung ist es ja nicht. Nein, er sagt selber dass man dann sehen muss wie es weiter geht, bzw. dass man dann wieder versucht auf einander zuzugehen.
Ja, stimmt :-) Ich finde es gut, dass er das verstanden hat und hoffe für ihn, das er wirklich mal seine Vorgehensweise überdenkt. Ich habe ihm gesagt, dass man einem Menschen in seinem Grundwesen nicht ändern kann und wird. Aber, wenn er doch sagt dass er der absolute Familienmensch sei, so solle er auch bedenken das diese Familie aus mehreren Teilen besteht von denen mind. zwei Teile gleichberechtigt sind! Ich habe versucht ihm anhand von Beispielen aufzuzeigen was ich meine.
Und!!!! was für mich ganz wichtig war ihm zu vermitteln dass meine Tür jederzeit für ihn offen steht!
Ein wenig hat er rumgedruckst....ich habe ihn dann ganz bewusst gefragt was das solle? Er predigte mir (quasi) nichts sei für ihn von höherem Stellenwert wie seine Familie...."Aber Papa, bin ich nicht auch ein Teil dieser????"
"Och Sarah, sicher. Aber Du bist doch erwachsen mittlerweile, führst ein eigenes Leben etc."
JA UND????
Es war nicht all zu lange dieses Gespräch, und mit Sicherheit auch nicht das letzte.
Ob wir bereits auf Augenhöhe kommuniziert haben, mag ich noch nicht sagen. Aber wir arbeiten dran!
Mir war wichtig, dass er weiß dass ich ihn deswegen nicht abschreibe und ich wollte einfach für IHN da sein. Ich habe ihn in den Arm genommen und gesagt: "Wir schaffen das schon!"
Ich bin mit einem Lächeln wieder gegangen.

Das Houston, wir haben Problem Spektakel....stellte sich (Gott sei Dank) als Überreaktion meiner heraus. Es ging um die gemeinsame "Wohnkultur" meines Piraten und mir. Ich habe nun eigesehen, dass ich ihn wohl doch öfter mal schubsen muss und direkt drauf hinweisen. Ich werde versuchen mich zu bessern genauso wie mein Schatz sein Bestes geben will (ja, DU BIST SOWIESO DER BESTE!!!!)
Wir arbeiten dran *lol* wäre doch gelacht!

Nur mal so als Zwischenruf: Was freue ich mich auf April, wenn wir bei Mario Barth "Männer sind primitiv aber glücklich" sind. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir da megamäßig nen Speigel vorgehalten bekommen :-D

Heute ist DIE Fete angesagt. Schatz feiert mit noch zwei anderen groß 30. Geburtstag. 120 Leute sollen kommen. Ui!!!! Ich soll mich hübsch machen, er wolle doch mit mir angeben *fgg* Klar, kann ich ;-) Gestern durfte ich Modenschau machen, bzw. welches Oberteil ich tragen soll. Ja, ein tolles hat er sich da schon ausgesucht....Aber ich bin da nicht mehr so überzeugt von :-( Fühle mich derzeit nicht soooooo wohl in meiner Haut und ich mache drei Kreuze wenn ich endlich im Dezember zum Haartechniker meines Vertrauens komme um neue Farbe zu bekommen. Wird verdammt noch mal Zeit!!!! Na warten wir mal ab, wie sich das bis heute Abend entwickelt. Ich muss jedenfalls noch dringend vorher eine Mütze Schlaf bekommen und dann werde ich mir so richtig lecker einen schnasseln später *ohichfreumich*

Morgen ist zwar Chaosbewältigung angesagt, aber das bekommen wir schon hin. Und später (abends) wird das Geburtstagsgeschenk von Dirk eingelöst. Wir fahren nach Bochum, in die Zeche, denn dort treten Revolverheld auf "Geneartion Rock"....Jeah....alles in allem hat dieses WE potenzial richtig geil zu werden !!!!!!

31.10.2006 um 11:28 Uhr

Brief an meinen Vater

Ich habe es getan.....

Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe meinem Vater eine Mail geschickt.
Von meiner Stiefma weiß ich, dass ich "offiziell" nichts weiß....Denn es sei die Aufgabe meines Vaters mich über die aktuelle Lage zu informieren (dem stimme ich zu).

So habe ich nun den Schritt gewagt und bin (meineserachtens) auf ihn zugegangen, mit offenen Armen. Mal sehen, wie seine Reaktion sein wird.

Sinngemäß:

Hallo Papa!

Ich weiß, dass Du diese Art und Weise der Kommunikation nicht sonderlich bevorzugst.

Aber für mich ist es die beste Variante um Dir meine Gedanken etc. nahe zu legen, ohne dass ich mich belächelt fühle.

Ich weiß nicht, was derzeit bei Euch zu Hause los ist, aber ich bin nicht dumm und habe den Verdacht dass etwas Großes im Argen liegt.

Desweiteren bin ich auch davon überzeugt, dass Du nicht gerade ein extrovertierter Mensch bist, somit ergreife ich nun die Intiative und frage Dich ganz direkt.

Gibt es irgendwas, was Du mir sagen möchtest ????

Besteht die Möglichkeit dass ich Euch in irgendeiner Angelegenheit helfen kann?

Und wenn es nur mein Ohr ist, was ich Euch gerne leihen würde.

Denn bedenke, ich bin zwar Deine Tochter aber immerhin ein erwachsener Mensch mit eigenen Gedanken, Gefühlen.

Lass mich nicht immer außen vor, ich dachte, wir seien mehr oder weniger eine Familie.....

Mensch Papa, ich hab Dich lieb, auch wenn ich dieses dir nicht immer zeige.

Aber bitte spring doch einfach mal über Deinen Schatten und rede! Und damit meine ich nicht Deine Ereignisse eines Arbeitstages oder was es sonst neues an der Front gibt,

nein! Damit meine ich über uns, über Dich, über mich. Auch wenn Du sagst, es sei lange her.....

Aber vielleicht gibt es Dinge, da wäre es von Vorteil, wenn man Menschen an sich ran lässt und einfach mal zuhört. Mit offenen Ohren.

Sarah

23.10.2006 um 11:08 Uhr

Papa, Part der nächste

Musik: Snow Patrol - Eyes Open

Mal wieder ein Kapitel, dass ständig Material zum Grüblen bietet...

Nun ist mein Vater über alles unterrichtet. Er weiß, dass seine Frau zum 01. November bereits eine Wohnung hat und gehen wird.Die allgemeine Vermutung über seine Reaktion, wenn er es erfährt war Meinungsgleich. Er würde wütend werden, ihr Vorwürfe machen und alles versuchen, dass es ihr so schwer wie möglich fällt. Das war die Theorie....und die Praxis?

Da ist er absolut zwiegespalten. Auf der einen Seite will er ihr als erstes das Auto abmelden (denn es läuft auf seinen Namen), gibt ihr aber dann die Möglichkeit dieses umzumelden.
Dann solle sie ihm doch bitte noch eine Chance geben, bis Ende des Jahres warten um dann zu sehen, ob sie wirklich ausziehen muss oder es doch noch eine Möglichkeit gäbe. Er würde ihr dann auch helfen.

Er versucht iht ein schlechtes Gewissen einzureden, indem er ihr vorhält sie würde angeblich alles zerstören, sie in den finanziellen Ruin trieben, ihm den Gnadenstoß versetzen, denn er könne dieses nicht noch einmal durchstehen. Man habe ihm bereits einmal seine Familie entzogen.

Dann wieder: er habe damals alles über sich ergehen lassen, nicht gekämpft. Das wolle er jetzt auf keinen Fall, er würde alles dafür tun damit es wieder in Ordnung kommt (Anmerk. meiner: ich empfinde dies als sehr egoistische Handlungsweise. Denn mein Vater sieht nicht was für alle Wichtig ist, sondern nur was für ihn von Wert hat)

Er wolle es ihr nicht einfach mit meinem Buder machen, sprich, er wolle alles daran tun, damit Marvin bei ihm bliebe. Dann geht mein Bruder auf unseren Vater zu und sagt ihm, dass er mit seiner Mutter gehen wird und dass es seiner Meinung nach die beste Lösung für alle sei (Anmerk. meiner: mir ist die Kinnlade runter geklappt als ich das erfuhr und dachte, WOW, mein Bruder!!!)

Papa weint, weint viel. Irgendwie war es komisch für mich, mir meinen Vater weinend vorzustellen. Ich kenne dies nicht von ihm, denn er ist doch ein Mensch der seine Gefühle kontrolliert hält.
Papa ruft sie von der Arbeit aus an, um ihre Stimme zu hören, weil er sich nicht konzentrieren kann...

Ich kann mir ansatzweise vorstellen, wie sie sich dabei fühlen muss und auch was meinen Vater angeht. Irgendwie macht es mich traurig, dass er erst dann in der Lage ist Gefühle zu zeigen, evtl. mal wach zu werden, wenn es viel zu spät ist!!!

Es macht mich traurig für meine Stiefma und meinen Bruder...aber genauso für meinen Vater.

Meine letzten Worten an meine Stiefma, bevor wir unser Telefonat beendeten, waren: "Wenn du das alles trotzdem noch willst, dann Augen zu und durch, wir schaffen das!"

18.09.2006 um 11:15 Uhr

Das ist unfair!

Ich finde es gemein von meinem Vater dass er mich belächelt, weil ich aufs Land gezogen bin.

Es macht mich böse wenn er an allem immer was auszusetzen hat.

Mensch Sarah, das ist ja schon gefährlich bei Euch! Auf der Strasse ist es stockdunkel, und wenn dann mal Wild auftaucht, muss man aufpassen, dass man es nicht mit nimmt.

Ja, man merkt schon, wenn man wieder in die Zivilisation kommt, denn dort ist es einfach heller.

Und solche Sachen!

Mein Vater hat kein Verständnis für mich, warum ich diesen Schritt gewagt habe.
Schade dass er nicht sieht, dass ich glücklich bin, dass es mir gut geht, dass ich mich dort wohl fühle.

Es macht mich wütend!

Und ich habe kein Verständnis für meinen Vater! Ich weiß, wie es um ihn und seine vermeintllich heile Welt bestellt ist. Aber er denkt alles sei in Ordnung und wenn was aus den Rudern läuft, dann liegt es nicht an ihm.

Ich habe schon länger das Gefühl, dass sich die Beziehung zu meinem Vater mal wieder geändert hat. Anfangs fand ich es schade, heute immer noch nur empfinde ich es nicht mehr so unglaublich. Aber ich denke, ich habe den Grund erkannt. Er meint, dass es für mich nur ein weiteres Spiel in meinem Leben sei. In seinen Augen scheine ich wirklich noch die kleine Tochter zu sein, die versucht ihr Leben zu leben. Bin ich aber nicht!
Und so haben wir für einander kein Verständnis mehr. Für meinen Vater muss die Tatsache, dass ich aufs Land gezogen bin, drei Schritte zurück in der menschlichen Evolution sein. Und wir reden hier nur von 70 km Entfernung, was wirklich kein Akt ist. Für ihn schon. Da kann man ja nicht sich in sein Auto setzen und mal vorbei kommen. Sowas will auf Wochen im Vorraus geplant sein.

Ach, es regt mich auf!!!!!

Du Dummkopf!!!!
Du blinder Hannes!!!

Sieh doch lieber zu dass Du Deinen Arsch hoch bekommst und mal die Augen für das wahre Leben, die Realität öffnest!!!!
Anstelle mich zu belächeln.......

Ich könnt mich über die Anmerkung mit der Zivilisation aufregen!!!!
Was denkt der sich??? Und mein Bruder ebenfalls!!! Als ob wir da gerade mal eine Stufe weiter als der Urmensch seien? Mit der Keule durch die Gegend rennen, nur zu niederen Instinkten fähig? Gerade mal so, dass wir miteinander kommunizieren können ????
Tja, mein lieber Vater.....ich weiß wenigstens was um mich herum geschieht!
Ich kann nachts durch dunkle Wälder laufen, ohne Angst haben zu müssen, dass mir was passiert. Und wenn, dann würde man mich schnell wieder laufen lassen, denn ich würde die Leute buchstäblich zu tode quatschen :-)
Ich bräuchte keine Sorge um den Verbleib meiner Kinder haben, denn es gibt genügend Augen die sie im Blickwinkel hätten. Und bei uns gibt es sowas wie nen Zusammenhalt! War für mich anfangs auch neu und gewöhnungsbedürftig. Aber mittlerweile empfinde ich es als schön und möchte es nicht mehr missen!

Ich bin mit offenen Armen empfangen worden.
Du verbockst es Dir gerade und wirst es mit Deiner Einstellung auch nicht !!!!