Gedichte,
Kurzgeschichten,
Momentaufnahmen

23.01.2005 um 19:40 Uhr

Die Stadt (23.1.2005)

Grauschwarz ziehen Regenwolken
Ueber der toten Stadt umher
Kalkweiss liegen ihre Schemen
In dem tiefen Truemmermeer

Kein Laut mehr toent aus ihren Adern
Vergangen laengst die alte Pracht
Der Krieg hat alles aufgesogen
Taucht die Welt in ew'ge Nacht

Ein letzter Schein von Helligkeit
Dringt aus zerriss'nen Wolken vor
Schenkt den Ruinen schwarze Schatten
Als ein letztes Trauerflor

Wieso nur musste alles sterben?
Lernt der Mensch denn nie genug?
Und so zieht ein Heer von Wolken
Als der Opfer Trauerzug

09.01.2005 um 22:03 Uhr

Réponse

Schwalben ziehen schweigend am Horizont
Die Daemmerung traegt Roete in das Tal
Bald schon werden Mond und Sterne strahlen
Am dunkelblauen Firmament

Ein sanfter Wind traegt leises Fluestern
Durch das Land, das dunkel liegt
Unter der silbernen Wolken Schimmer
Ein letztes Rascheln saeuselt im Geaest

Schwarz liegt der Wald bis in den Morgen
Wo hellgelber Schein hinter ihm bricht
Die ersten Voegel beginnen zu singen
Die Sonne auf die Augen faellt

Laerm entflieht aus Staedten und Doerfern
Nur ein weiterer Tag hat begonnen
Nur eine langweilige Alltagsgeschichte
Und ihr liebt sie mehr als Gesellschaftskritik
Denn ihr seid diese Gesellschaft!


~*~

Das wollte ich nur mal loswerden... Denn ich bin mir sicher, dass dieses sinnlose Gedicht mehr Liebhaber gefunden haben wird, als all meine anderen, die wirklich tiefsinnige Dinge ansprechen. Aber das war eigentlich klar... Von Denken will der gemeine Mensch im Allgemeinen leider nichts wissen... Immer nur einlullen lassen... Bloss nicht das Hirn einschalten. Und sich dann dumm fragen, wieso die Welt so schlecht ist, wie sies ist...

cn P

09.01.2005 um 19:55 Uhr

Durchsage

von: AngelInChains   Kategorie: Erläuterungen

Ich finds immer wieder toll, wie Menschen ueber meine Gedichte urteilen, obwohl sie sie gar nicht verstehen *l*

Aber wie dem auch sei: Es wuerde mich freuen, wenn die, die abstimmen, auch mal eine Begruendung fuer ihre Meinung hinterlassen wuerden, beispielsweise in Form eines Kommentars. Wie waers? :P

cn P

09.01.2005 um 19:45 Uhr

Nach dem Sturm (9.1.2005)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Tod

In Traenen sitzt du dort im Dunkel
Du weisst von der Vergaenglichkeit
Und doch kam dieser Tod zu frueh
Wie jeder Tod, der Liebe trifft
Der Hoffnung aus der Welt vertilgt
Nicht wie das Ende eines schmerzvollen Lebens
Ein laechelndes Sterben, gewuenschte Erloesung
Es trifft doch immer die Falschen

Die Schmerzen werden unertraeglich
Rote Traenen zerschneiden die Seele
Ein Tod ist meist gefolgt von vielen
Nun trifft es nicht erneut den Falschen
Doch ist das der Ausweg aus unserer Qual
Nicht nur das naechste Glied der Kette
Die nun sich nicht mehr stoppen laesst?
Ausloeser nur fuer folgendes Leid?

Es trifft doch immer die Falschen.

09.01.2005 um 19:36 Uhr

Vanitas (9.1.2005)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Vanitas

Every breath is a smile of death
Every tear brings us closer to gloom
Transitoriness is our only true god
Life is only leading to the end
Thus all living is not more than dying

Why do you fear eternity?
Perrishing is every beauty
Birth and decay are the circle of life
So why does your soul cry out in pain
When farewell calls?

We know that there's no eternal youth
But does a soul know what the mind has accepted?
So never we'll lose what we loved without pain
Until time comes for us to be lost ourselves
When our bodies are dust, our souls remain shadows

Ain't it paradox to love life, the part just of dying
And hating death itself?
But who of you all wants to think of the end?
And still life's bloom is death
And death's bloom is life.

06.01.2005 um 19:55 Uhr

Merci beaucoup!

von: AngelInChains   Kategorie: Erläuterungen

Umfrageergebnisse:
Was haltet ihr von meinen Gedichten?

Ausgezeichnet! (62.50 %)
Sind wirklich schoen (12.50 %)
Kann ich mit leben, aber ist mir im Grunde egal. (0.00 %)
Sind eher weniger mein Fall. (0.00 %)
Absolut nicht mein Geschmack. (12.50 %)
So ein Mist sollte verboten werden! (0.00 %)
Leute wie du gehoeren sofort in die Psychiatrie! (12.50 %)
Stimmen insgesamt: 8

~*~

Dass 5 der User meine Gedichte wirklich sehr moegen, ein weiterer ihnen ebenfalls nicht abgeneigt ist, freut mich natuerlich. Dass jemand meint, sie seien nicht sein Geschmack - Nun, alles im Leben ist Geschmackssache, daher ist mir das egal. Doch der Person, die mir wohl eins auswischen wollte, mit der Aussage, ich gehoere in die Psychatrie, kann ich nur eines sagen: Auch dir danke ich besonders! Ich waere nicht ich, haette ich damit nicht eines meiner Ziele erreicht: Provokation.

Mein gerne genanntes Beispiel ist immer, dass irgendwelche hoch gefeierten und stinkreichen Hollywoodregisseure Filme schreiben, in denen Hunderte und Tausende von Menschen sterben, fuer gewoehnlich sinnlos. Und ich soll krank sein, schreibe ich ueber Liebe, die den Tod ueberdauert? Ist jeder Krimiautor krank, weil er sich Mordfaelle ausdenkt? Ist er deswegen gleich ein Moerder? Was soll dann erst mit denen sein, die Horror-, gerade Splatterfilme, drehen? Wobei ich das ja schon eher krank finde... Ich habe ein Auge darauf, dass mein Niveau nicht in den Keller faellt.

Kennt uebrigens einer von euch, ja, das ist eine rhetorisch-ironische Frage, die niemand wirklich beantworten muss, Romeo und Julia von Shakespeare? Der Kerl war wahrscheinlich ein Psychopath, wenns nach den Ewigguten ginge, denn er hat seine Protagonisten auch an Suizid sterben lassen. Ach, und wenn ich an andere hohe Literatur denke... Emilia Galotti, auch da bringt die Hauptperson sich um. Und endete Kabale und Liebe von Schiller nicht aehnlich? Oder was ist mit Die Raeuber? Und wenn mir mal an die Realitaet denken... Wie viele grosse Geister, Philosophen, Wissenschaftler, etc, nicht nur der Antike, haben ihrem Leben selbst ein Ende gemacht? Jaja, wer den Tod nicht totschweigt, gilt in dieser Gesellschaft als krank. So ist es kein Wunder, dass die Massen Angst vor dem Thema haben, und auch, dass es so viele Selbstmoerder gibt... Denn keiner will sich mit ihnen befassen, und so gibt es auch keine Rettung.

Weiterer Punkt ist doch auch noch, dass Genies fuer gewoehnlich fuer verrueckt gehalten werden ;) Nein, ich bin kein Genie, aber... Das laesst sich auch generell auf Menschen uebertragen, die dem Mainstream nicht folgen. Oder, anders gesagt:

* In der Bronzezeit wurden Andersdenkende, und waeren sie auch Pioniere gewesen, die ihrem Volk Fortschritt gebracht haetten, verstossen und starben so allein in der Wildnis, man erkannte ihr Genie nicht.

* Die Kirche liess im Mittelalter Forscher, geniale Entdecker, die lebten, um Wahrheit zu finden und sie allen zu eroeffnen, als Ketzer verbrennen.

* In der Sowjetunion wurden noch im letzten Jahrhundert Menschen, die die Meinung der Massen nicht teilten, sondern ihre eigenen Ansichten vertraten, als Geisteskranke eingesperrt.

* Heute wird der, der anders atmet als die meisten Anderen noch immer als geisteskrank bezeichnet, doch nicht immer eingesperrt - physisch. Doch selbst der genialste Geist muss schweigen, wenn er sein Leben auf dieser Welt nicht verwirken will. Und wenn er doch die Wahrheit sagt.

Das ist die Frage: Was ist Wahrheit, was ist Luege? Wer die Augen offen hat - und wer hat das schon - sieht, dass der Weg, den diese Welt geht, schon immer gegangen ist, falsch ist, und sei er noch so konservativ. Doch weiter marschieren die Massen im Gleichschritt. Bloss nichts Neues akzeptieren, bloss keine anderen Meinungen ueberdenken - Es koennte einem ja Erkenntnis bringen und wie will man nicht in einer Welt wie dieser. In der die Massen den Weg von Manipulation gehen.

So ist es doch: Frueher litten die Menschen an Aberglauben, heute an Vorurteilen. Das Resultat ist etwa dasselbe geblieben: Ungerechtigkeit, Fehler, die Verhinderung einer Verbesserung dieser Welt.

Und so schlafen sie weiter und werden aus diesem Traum, den sie Leben nennen, nie erwachen. Sie wollen es ja auch gar nicht. Der sorg- und hirnlose Traum ist ja viel angenehmer. Dass dabei der Intellekt verkuemmert, das ist ihnen egal. Vielleicht merken sies auch gar nicht, da ist er wieder, der liebe Intellekt, den es mittlerweile wohl bei manchen gar nicht einmal mehr gibt.

Und so muss er weiterschweigen, der Geist derer, die denken. Die ueberleben wollen, obwohl sie denken. Heute, auf dieser Welt, scheinen nicht mehr die kluegsten zu ueberleben... Nein, die, die einfach alles nachaeffen, die alles annehmen, was ihnen vorgesetzt wird. Der Mensch ist ein Rudeltier. Ein Tier, schlimmer und primitiver als viele andere Arten.

Und der, der denkt, muss schweigen, wenn ihm sein Leben lieb ist. Und so verloeschen sie langsam... Die ganzen Lichter.Und auf dieser Welt wirds dunkel. Kein angenehmes Dunkel, keine Zuflucht, kein Schutz: Die grausame Stille der Dummheit, der geistigen Leere. Die paar Lichter, die diese Welt hat, erloeschen.

Durch Mord, Selbstmord, Schweigen.

Vielleicht ist diese Welt zu schlecht, zu dumm. Oder erlischt ein Licht, das doppelt so hell brennt, wie alle anderen, einfach schneller? Schneller... Ausgebrannt? Oder ist es der Sturm, der sich erhebt, zornentbrannt, der die Flamme (des Lebens?) ausblasen will? Die Massen, die Andersartigkeit nicht akzeptieren. Die unseren Tod - und wollen sies nicht zugeben - doch wirklich wollen.

Dabei wissen viele von ihnen doch wohl gar nicht, was das ueberhaupt ist. Tod. Oder Leben? Leben sie ueberhaupt? Und ich dachte immer, dazu beduerfte es ein Hirn.

Und so wird das Leben eine Luege. Ein Versteckspiel? Wo sind sie geblieben, all die Lichter? Sind sie wirklich tot, oder schweigen sie nur? Ich hoffe auf letzteres, doch was ist wirklich wahr?

Das hatte ich vor einiger Zeit mal geschrieben, und doch ist es noch so wahr und wird es wohl auch fuer immer bleiben. Ach, es gibt so dumme Menchen... *seufz* Es wundert nicht, dass diese Welt so ist, wie sie ist. Gehabt euch wohl, ich habe eines meiner Ziele erreicht.

cn P

06.01.2005 um 19:33 Uhr

Poesie des Himmels

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Ich hatte schon am Vormittag die ineinander verschlungenen Gewitter- und Schoenwetterwolken beobachtet, wie sie relativ schnell ueber den Winterhimmel zogen, im seit Tagen vorherrschenden Sturm. Der Himmel schimmerte von hellblau bis dunkelgrau, Schaefchenwolken in von weiss bis schwarz zogen vorueber und die kahlen Baeume schaukelten im Wind. Nun schien alles ein wenig seltsam und Erinnerung ueberkam mich. Es war zuerst ein wenig kalt gewesen, dann jedoch machte sich eine bekannte Waerme breit. Der Himmel schien nicht wie Winter, die Wolken waren nun alle samt grau, die Sonne ging bereits unter und tauchte den Horizont in ein kraeftiges Orange. Gelb erstreckte sich seine Gischt ins helle Blau, die Luft war frisch, Sehnsucht machte sich mit den Stroemungen von kuehlem Hauch breit. April 2003, den 1. Genau so fuehlte ich mich, wie, als ich an jenem Tag meine Wohnung des Nachmittags verliess, doch damals war ich anders gekleidet gewesen, ein wenig weniger, doch, an sich, war dies ein grosser Unterschied? Ich fuehlte mich, als sei ich noch etwa 2 Jahre juenger, eine gewisse, nun vollkommen unbegruendete, Nervositaet machte sich breit. Leichte Aufregung, wie, bevor ich ihn getroffen haben sollte. Doch heute ging ich in die umgekehrte Richtung. Oefters schloss ich die Augen, hoerte nur auf die Toene der Natur, konzentrierte mich auf das Streicheln des Windhauchs, die Waerme der vergehenden Sonne. Wenn ich sie wieder oeffnete, brannte der Horizont... Nein, eigentlich war es bloss ein sanftes Glimmen. Kein seltsames Farbenspiel, wie in den letzten Wochen so oft, keine Varitaet, nur Orange, Gelb, Weiss, Blau und ein kleines wenig Grau. Dennoch malerisch, die orange gluehenden Wolkenraender. Die Gebilde hatten sich langsam ein wenig verzerrt, vergroessert, doch noch immer trennten grosse Stuecke von Himmelblau die grauen Teppiche. Ich spuerte gewissermassen Glueck, eine seltsame Zufriedenheit, trotz Kopfschmerz, trotz dem so viel schief gegangen war, doch fuer kurze Momente war dies alles vergessen. Ich lief weiter, die Schmerzen drangen alle in den Hintergrund, da war nur noch die Waerme, eine Art frischer, kurzer, Verliebtheit, Erinnerung und Melancholie. Ich dachte ueber das nach, was ich heute bereits gesagt hatte. Ja, ich lebe romantisch und Melancholie ist eines meiner gewohntesten Gefuehle. Und ich leide nicht an ihr - Ich habe sie zu lieben gelernt. Ein seltsames Gefuehl hatte die Beherrschung ueber mich gewonnen und ich sagte mir, ich sei nur eine Kuenstlerin auf der Buehne der Welt. Mein Werk wird immer weiter vollendet, mit jedem Atemzug, ich arbeite dran, suche, ohne Zwang allerdings, die Perfektion. Vielleicht werde ich scheitern, so sagte ich mir, doch erst muesse ich wagen, sonst sei alles bereits verloren. So machte ich selbstverstaendlich weiter und diese Kunst wurde zu Lebenssinn und zur Selbstverstaendlichkeit wie das Atmen. Auch die woertliche Kunst, der ich zugeneigt bin, ist eine Selbstverstaendlichkeit geworden. Ich hoffte, durch sie noch einmal leben zu koennen, von ihr leben zu koennen, von dem, was mir etwas bedeutet. Doch wird dies wohl kaum geschehen, fast sicher nicht, niemals. Und die Melancholie trug mich langsam nach Hause.