Gedichte,
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26.02.2005 um 21:53 Uhr

The Broken Chalice (26.2.2005)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Tod

There stood a gleam of flaming red
It left behind a trace of shadows
A sweetest taste of storm's decay
Reflecting hollow through the night

My dearest friend, I fare thee well
Thy kisses blooming roses met
Ruby scent of falling night
Your moonlit eyes have closed for ever.


~*~


Dort schwebte ein Glimmen leuchtenden Rots
Es liess eine Spur von Schatten zurueck
Der suesseste Geschmack von Sturmes Verwesung
Funkelte leer durch die frostkalte Nacht

Mein liebster Freund, ich sag dir leb wohl
Deine Kuesse trafen bluehende Rosen
Purpurner Wohlgeruch der verschwimmenden Nacht
Deine mondenen Augen fuer immer geschlossen.


-

Als kleiner Hinweis: Nein, der untere Teil soll keine 1-zu-1-Uebersetzung vom oberen sein. Einige Differenzen sind mir durchaus bewusst. Und ja, dass 'hollow' eigentlich als Adverb stehen muesste, weiss ich auch. Eine lyrische Verkuerzung war aber fuer den Klang notwendig... War schon in der roemischen Antike so. Und fuer die, dies mit Poesie nicht so haben: 'That don't impress me much'.

cn P

20.02.2005 um 23:03 Uhr

Die Zeit

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Ich habe, und das mag bescheuert klingen, Sehnsucht nach dem Fruehjahr. Natuerlich nur nach einer idealisierten Vorstellung dessen, die sich irgendwo in meinem Hirn verfangen hat. Wenn ich alte Fotos ansehe und Bilder sehe wie jenes dort unten, kommen Erinnerungen vergangener Zeiten wieder ans Tageslicht, ueber die hinaus alles in Vergessenheit geraet, sei es Krankheit oder Allergie, die nervtoetende Hitze der Sonne oder laestige Insekten in freier Natur. Es erscheint unwirklich, unwirklich wie wohl das Gluecksgefuehl war, das ich damals hatte, Erinnerungen, bei denen ich mein Leben lang in Angst lebe, ich koennte sie vergessen, im Unwillen des Vergessens, beim Versuch, jede Sekunde, jeden Sonnenstrahl fuer immer zu konservieren, um dieses Glueck erneut verspueren zu koennen. Es wird nicht gelingen und die Fatalitaet des Lebens, so sehr ich sie schon lange zu akzeptieren und verstehen gelernt habe, macht mich krank. Nein, es ist wohl nicht diese Welt. Es ist der Fakt, am Leben zu sein, ein Wesen zu sein, dessen Geburt ein Raetsel ist, dessen Leben und Sterben ein Mysterium. Niemand von uns, die wir uns doch so gern als die Krone der Schoepfung bezeichnen, weiss, wohin die letzte Reise gehen wird. Ich geniesse das, was eine der vielen Reisen uns uebrig laesst, denen, die zurueckgeblieben sind, in dieser Welt. All diese... Nebeneffekte, diese Dinge, die noch fassbar fuer uns sind und wohl ein Ersatz fuer das Unfassbare. Und dabei... Sind auch sie nur vergaenglich und nie wird etwas dem Tod gleich kommen, ihn erklaeren koennen, oder gar besiegen. Denn besiegbar ist nichts, was man nicht einmal kennt.

Ich habe Sonnenuntergaege vor meinem geistigen Augen, die so wohl nie existiert haben. Die Dinge mit einem Filter ohne Selbstkontrolle schoenzeichnen zu koennen, es einfach zu tun, ob man will oder nicht, ist wohl ein Schutz vor der Hoffnungslosigkeit. Saehen wir alles so nuechtern, wie es ist, waere da ein Mut zu leben, gerade fuer jene, die es nie leicht hatten und es wohl auch leider kaum leichter haben werden? Ich erinnere mich an rosane Himmel, reine Explosionen an Abendfarben, oder aber das Schattenspiel auf den unregelmaessig geformten Marmorsteinen auf dem Friedhofsboden, das die Blaetter der hohen Linden im Wind verursachten. Der Stein, schwarz im Schatten, die Risse, aus denen immer mehr Substanz broeckelt. Statuen und metallene Ringe, ueberwuchert von Efeu. Verdorrender Grabschmuck... Darueber das helle Gruen des Laubs. Buchstaben an einer steinernen Wand, die niemand mehr lesen kann, die sich ausser den Wenigen wohl kaum einer ueberhaupt ansieht, an denen niemand versucht, zu verstehen... Ich will zurueck an solch einen Ort und ich kenne einige, doch sie sind nicht erreichbar, zumindest nicht im Moment. Es ist tiefster Winter und selbst wenn ich jene Plaetze besuche, ich werde das, was ich finden moechte, nicht erblickn. Schnee und Eis ueberall... Nur die Zeit kann das Problem loesen.

Und zu gern wuerde ich dennoch jenen einen, ganz bestimmten, Ort erkunden, den ich vor vielleicht einem Monat, vielleicht erinnert man sich, an einem Sonntag besucht hatte. Und zwar nur kurz, denn die Zeit verhinderte ein Verweilen. Doch, ich will auch neue Facetten kennen lernen, auch wenn die alten mir nie wirklich bekannt waren, die ohne Grenzen, und die waren in diesem Fall sehr eng. Ich will dorthin zrueck... Vielleicht... Naechste Woche schon, oder aber erst in Monaten. Die Zeit wird es zeigen.

cn P

~*~

(Eigentlich nur ein 'Nebenprodukt' meiner Tagebuchschreiberei, aber da es scheinbar auf Gefallen stoesst, an dieser Stelle noch einmal unter meinen anderen Werken... Koennt euch uebrigens auch gerne an der Abstimmung - siehe rechter Bildrand - beteiligen oder kommentieren. Das tun erstaunlich wenige...)

18.02.2005 um 23:23 Uhr

Die Zuflucht (18.2.2005)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Vanitas

Dunkler Hauch befaengt die Seele
Ein Nebelschleier aus verlorenen Traeumen
Aus erkalteten Lieben
In denen Sehnsucht alleinig noch brennt

Will nicht laenger an deiner Pein verwelken
In der zarten Bluete des Rosengartens
Findet sich meine Zuflucht
Fuer die ewig waehrende Dunkelheit

Wenn durch die dunstigen Naechte ich wate
Eiseshauch auf erblassender Stirn
Spuere das Leid meine Brust bedruecken
Sollte nicht die Kerze erloeschen?

Bevor mich die Waeme laenger verirrt
Vergaenglichkeit ist unser aller Los
Stetiges Verwesen jede Hebung des Atems
Jeder Lidschlag zerstoert diese Welt

Ein Windhauch nur, um wir sind vergangen
Geschaffen nur, um zu Staub zu verfallen
Verfallen zu lassen...
Warum nun trotzdem wir unserer Natur?

Weiter ziehen sich stetig dumpfe Schritte
Morgentau als der Mond versinkt
Troepfelnd, schwaerzlich auf grauem Gestein
Und genauso ersterbend die Quelle des Lebens...