Gedichte,
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02.09.2006 um 01:16 Uhr

Warum...

von: AngelInChains   Kategorie: Erläuterungen

 

Ein paar Erlaeuterungen zu ein paar Woertern, die im Zusammenhang mit diesem Weblog stehen...

1. Angel in Chains: Nach nur einer weiteren Lebenskrise war ich auf der Suche nach einem neuen Pseudonym. Den alten konnte ich nicht verwenden... Die Vorgeschichte ist, um ehrlich zu sein, die, dass einige Menschen mein altes Weblog entdeckt hatten und darauf gar nicht gut zu sprechen waren. Da sie nun meinen Namen kannten, konnte ich diesen nicht weiter verwenden, auch an anderer Stelle nicht, Google sei "Dank". So kam ich auf den gefesselten, gebundenen, unfreien Engel. Das hat nichts mit irgendwelchen Sexualpraktiken zutun und auch nichts mit sinnleerem Goth-Kitsch. Es ist fuer mich die Beschreibung einer Kreatur, die eigentlich nichts Boeses im Schilde fuehrt, die sogar meint, sie sei eigentlich ein sehr netter Mensch (Wenn sie aufgrund von Vorurteilen oft auch nicht so wahrgenommen wird), die schon fast "engelhaft" glimmt, wenn man sie mal gegen den Hintergrund der Verbrechen, der Kaelte und der Schmerzen der Welt haelt... Sie jedenfalls wuerde nie jemanden verletzen wollen, schon gar nicht grundlos. Auch, wenn sie selbst Schmerzen erlebt hat, sie hat nicht das Ziel, andere mit leiden zu sehen. Das ist ihr fremd... Sie lebt nach dem Grundsatz "Toleranz"... Erlaubt soll alles sein, was niemand Anderem schadet. "Schade" nur, dass der Geist an den menschlichen Koerper gebunden ist. Sie gehoert zu den anderen Menschen, liegt mit ihnen von Geburt an in einer Schublade, auch mit all den Verbrechern, und damit fuehlt sie sich gar nicht wohl... Sie wird aber immer zu ihnen gehoeren, in Ketten gelegt von ihrem Blut.

2. Seelentot: Kein dummer Rechtschreibfehler, wie man ihn traurigerweise auch oft noch bei Menschen sieht, die mein Alter laengst ueberschritten haben, sondern Absicht, und abgeleitet aus dem Begriff des Engels. Eine kleine Anspielung an die Bibel, die besagt, Engel haetten, im Gegensatz zu Menschen, keine Seele. Ausserdem natuerlich ein "schoenes" Sinnbild fuer trostlose Stimmung, Hoffnunglosigkeit und das nach Schmerzen baldig auftretende Gefuehl der kompletten Emotionslosigkeit. Sicher widerspricht das meinen emotionalen Gedichten, aber widerspricht sich nicht viel im Leben? Und auch um dieses Leben geht es hier, mit all seinen Widerspruechen.

3. Grave Romances: Bewusst gewaehlt, auch nicht wegen irgendeines Zwangs zum Klischee, sondern aufgrund der netten Zweideutigkeit der englischen Sprache in diesem Fall. "Grave" kann sowohl das Ding bezeichnen, in dem ein Mensch verbuddelt wird, sobald sein Herz nicht mehr schlaegt und auch das Hirn keinen Impuls mehr von sich gibt, als auch "schwerwiegend" oder "ernsthaft". Es handelt sich hier also endweder um "Grabromanzen", was recht gut zu den Landschaften passt, die in meiner Lyrik eine Rolle spielen, Friedhoefer, Graeber, der Tod an sich, kommen ja recht haeufig vor, und zum anderen koennte man den Titel aber auch als "Ernste Romantik" verstehen. Und genau das ist dieses hier doch... Romantik. Schwere, vielleicht bedrueckende, Romantik.

cn P