Gedichte,
Kurzgeschichten,
Momentaufnahmen

21.02.2007 um 16:49 Uhr

Ein kleiner Auszug

von: AngelInChains   Kategorie: Kurzgeschichten

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cn P

21.02.2007 um 16:09 Uhr

Abschied (16.1.07)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Tod

Schwarzes Abbild verronnener Zeit
Jedes Wort ist eine Perle
Giftig gruen und kostbar, wie Gold
Weiss tanzt ein Schleier ueber den Wogen
Stumm verschluckt der Sturm
Eine taenzelnd' Libelle -
 

Das Seelenfunkeln erstickt
Das Leuchten unter Schlamm begraben
Die Fischer ziehen die Netze ein

Vor unseren Fuessen tost die See
Glitschig ruht meine Hand in deiner
Erstarrt in kalter Umklammerung
Der Angstschweiss brennt in deinen Wunden
Still verschluckt das Meer
Eine eisern' Libelle -

Das Plaetschern verklingt
Der Sturm loest sich auf
Leer ziehen die Fischer die Netze ein

03.02.2007 um 01:42 Uhr

Morgen (27.6.2006)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Liebe

Das erste Tageslicht erhellt
Schon die Felder, nebelgrau
Wie begossen scheint die Welt
Von traenenreinem Morgentau 

Und ins dunkle Zimmer scheint
Regnerisch das fahle Licht
Waehrend sie den Tag verneint
Und beendet ein Gedicht

Stundenlang hat sie gewacht
Und war'n auch die Lider schwer
Schrieb sie an gegen die Nacht
Fast entschwebend, mued und leer

Nun zerreisst schon Tageslaerm
Rabenkraechzen, Vogelsang
Reden, Rauschen, nah und fern
Ueberall verstoern'der Klang

Den Traum, in dem ihr Herz versank
In Sehnsuchts Ewigkeit
Die Trauer, die sie naechtens trank
In dunkler Einsamkeit

(Liebe... Zum Schreiben. So habe ich also letzten Sommer jede Nacht gearbeitet)

cn P

03.02.2007 um 01:38 Uhr

Gegen alle ausgeprochen

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

"Mein Leben und Lieben ist in erster Linie Melancholie. Auch die verborgenen, schoenen Seiten des Schmerzes zu erkennen - Auf Friedhoefen sehe ich weniger Traenen, als Grabesrosen. Und ist eine Rose weniger schoen, als ob sie in einer Vase bei Tische stuende, nur, weil sie auf einem Grabe liegt?" 

cn P

03.02.2007 um 01:17 Uhr

Sinful Daylight's Illusion

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Es war muehsam, sich ein Lachen zu verkneifen... Wir zwangen uns, die Fassung zu behalten, kicherten nur leise - Bis nichts mehr half, und lautes Gelaechter durch die gesamte Nachbarschaft schallte. Wie lange kannten wir uns schon? Waren es Monate, Jahre? In diesen Momenten glaubten wir, es haette sich um Jahrzehnte gehandelt. An diesem Fruehlingsmittag verband uns etwas, was mittlerweile schon seit Langem zur Vergangenheit geworden ist. Sie wird nie wiederkehren. 

cn P

(Im Moment angetan von sinnlosen englischsprachigen Titeln.)

03.02.2007 um 01:12 Uhr

Am Morgen des 18. Mai 2003

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Verstoert klammerte sie sich fest, als ob sie drohte, hinunter zu stuerzen. Ein Maedchen von knapp 16 Jahren, bleich und dunkel gekleidet, hing verkrampft am Tisch des feinen Speisesaals, und wirkte so gedankenversunken, als habe sie diese Welt noch niemals klar gesehen. Der Kellner bewegte sich auf sie zu. Sie hatte den Kopf in den Nacken gelegt und sah an die Decke. Nachdem sie die fremde Person neben ihr bemerkt hatte, sah sie sie mit grossen Augen und noch immer schweigend, an. "Moechten Sie ein wenig Obst?", hoerte sie den Bediensteten fragen. Sie bemuehte sich, ihm zu antworten, aber statt einem Wort brachte sie nur ein Kopfschuetteln hervor. "Kein Wunder, ist ja auch viel zu gesund." - Der Kellner entfernte sich, scheinbar leicht aergerlich, wieder vom Tisch. Wie haette er auch wissen sollen, dass es Gruende gab, wieso das Maedchen fuer den Morgen nicht ansprechbar war. (...) 

cn P

01.02.2007 um 01:39 Uhr

Nur ein Moment am 19. September 2000

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Ich oeffnete langsam die Augen. Schwer drueckte sich mein Koerper auf den steinigen Untergrund. Ich muss auf dem Ruecken gelegen haben, denn das erste, was ich sah, war ein hellblauer Himmel mit weissen Schaefchenwolken und grelles, sommerliches Sonnenlicht. Ich lebte noch? Muehsam versuchte ich, mich zu erheben. Da stand ich und blickte an mir herab. Blut, ueberall Blut. Aber ich lebte doch noch, trotz allem? 

cn P

01.02.2007 um 01:03 Uhr

Briefe ueber Vergangenes, Verborgenes und Verstoerendes (1.2.07)

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

An A.:

Wieso weinst du nun, wo ich meine Hand, die ich dir ueber Jahre reichte, zurueck zog, nachdem du sie niemals ergriffst - sondern schmaehtest, in falschem Stolz? Was erwartest du - Dass ich sie dir weiter, bis an mein Lebensende, entgegen strecke, und mich laecherlich mache, meine Ressourcen verschwende? Die Hand wird von anderen Menschen benoetigt, von solchen, die sie zu schaetzen wissen. Nun hast du, und es ist ja nicht so, dass ich dich nie zuvor warnte, deine Chance verloren. Damit musst du leben, wie ich damit leben muss, nun wieder "Einzelkind" zu sein. Ich werde, sicher wird es auch bei dir so sein, wieder neue Menschen finden, vielleicht auch wieder solche, mit denen ich wirklich viel teilen kann. Aber das hier wird mit Sicherheit nichts mehr, liebe A.

~*~

An M.:

Spuerst du das Sehnen, das im Nebel deines Herzens umher wandert, ziellos, wie ein Wanderer, der sich in der dunklen Nacht verirrte? Fuehlst du, wie diese Gedanken an deiner Seele saugen, wie ein naiver Mensch an der Aura einen grossen Geistes - Wie die Kraft, irgendeine Kraft, an deinem Atem zehrt, deine Brust wie ein Bleigewicht gen Boden drueckt? Ich frage mich - Sollten wir nachgeben und uns unserem Schicksal fuegen? Oder muessen wir den Gang der vielen Buesser gehen, die ihre Sehnsucht unterdruecken, und weiter so leben - so tun, als sei das hier zu leben?

~*~

An P.:

Das Leiden ist - nicht nur des Menschen, auch alles Lebens Basis - Wer nun widerspricht, hat noch nicht die Augen geoeffnet: Haetten wir keinen Schmerz, haetten wir nichts, von dem unsere Freuden sich abhoben. Wir benoetigen, ob wir wollen, oder nicht, zwangslaeufig Unglueck, um Glueck zu spueren, Schmerz, um Wohlsein zu fuehlen, Hunger, um zu verstehen, was es heisst, satt zu sein. Ich weiss, dies erscheint im Moment wenig troestlich. Aber an irgendetwas muss man sich klammern, um am Leben zu bleiben. Man kann zumindest versuchen, sich selbst einen kleinen Strohhalm zu schaffen. Wenn man mehr schon nicht tun kann.

~*~

An W.:

Woellte ich laut, im Wahn, besessen, schreien: "Lass uns einigen Menschen ihr Leben versauen!" - Kaeme mir als zweites nur der, traurig-logische Gedanke: Dazu genuegte es wohl bei vielen schon, ihnen zwei Tage ihren Fernseher zu entziehen. Schon haetten viele alles verloren.

~*~

cn P