Gedichte,
Kurzgeschichten,
Momentaufnahmen

03.02.2007 um 01:42 Uhr

Morgen (27.6.2006)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Liebe

Das erste Tageslicht erhellt
Schon die Felder, nebelgrau
Wie begossen scheint die Welt
Von traenenreinem Morgentau 

Und ins dunkle Zimmer scheint
Regnerisch das fahle Licht
Waehrend sie den Tag verneint
Und beendet ein Gedicht

Stundenlang hat sie gewacht
Und war'n auch die Lider schwer
Schrieb sie an gegen die Nacht
Fast entschwebend, mued und leer

Nun zerreisst schon Tageslaerm
Rabenkraechzen, Vogelsang
Reden, Rauschen, nah und fern
Ueberall verstoern'der Klang

Den Traum, in dem ihr Herz versank
In Sehnsuchts Ewigkeit
Die Trauer, die sie naechtens trank
In dunkler Einsamkeit

(Liebe... Zum Schreiben. So habe ich also letzten Sommer jede Nacht gearbeitet)

cn P

03.02.2007 um 01:38 Uhr

Gegen alle ausgeprochen

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

"Mein Leben und Lieben ist in erster Linie Melancholie. Auch die verborgenen, schoenen Seiten des Schmerzes zu erkennen - Auf Friedhoefen sehe ich weniger Traenen, als Grabesrosen. Und ist eine Rose weniger schoen, als ob sie in einer Vase bei Tische stuende, nur, weil sie auf einem Grabe liegt?" 

cn P

03.02.2007 um 01:17 Uhr

Sinful Daylight's Illusion

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Es war muehsam, sich ein Lachen zu verkneifen... Wir zwangen uns, die Fassung zu behalten, kicherten nur leise - Bis nichts mehr half, und lautes Gelaechter durch die gesamte Nachbarschaft schallte. Wie lange kannten wir uns schon? Waren es Monate, Jahre? In diesen Momenten glaubten wir, es haette sich um Jahrzehnte gehandelt. An diesem Fruehlingsmittag verband uns etwas, was mittlerweile schon seit Langem zur Vergangenheit geworden ist. Sie wird nie wiederkehren. 

cn P

(Im Moment angetan von sinnlosen englischsprachigen Titeln.)

03.02.2007 um 01:12 Uhr

Am Morgen des 18. Mai 2003

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Verstoert klammerte sie sich fest, als ob sie drohte, hinunter zu stuerzen. Ein Maedchen von knapp 16 Jahren, bleich und dunkel gekleidet, hing verkrampft am Tisch des feinen Speisesaals, und wirkte so gedankenversunken, als habe sie diese Welt noch niemals klar gesehen. Der Kellner bewegte sich auf sie zu. Sie hatte den Kopf in den Nacken gelegt und sah an die Decke. Nachdem sie die fremde Person neben ihr bemerkt hatte, sah sie sie mit grossen Augen und noch immer schweigend, an. "Moechten Sie ein wenig Obst?", hoerte sie den Bediensteten fragen. Sie bemuehte sich, ihm zu antworten, aber statt einem Wort brachte sie nur ein Kopfschuetteln hervor. "Kein Wunder, ist ja auch viel zu gesund." - Der Kellner entfernte sich, scheinbar leicht aergerlich, wieder vom Tisch. Wie haette er auch wissen sollen, dass es Gruende gab, wieso das Maedchen fuer den Morgen nicht ansprechbar war. (...) 

cn P