Gedichte,
Kurzgeschichten,
Momentaufnahmen

22.06.2006 um 14:43 Uhr

Noctul's Reue (16.6.2006)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Vanitas

Es ist so schoen, voll Nacht zu sein
Doch schwer, die Last zu tragen
Bevor ich sterbe, ganz allein
Will ich's zu sprechen wagen

Ich naehrte mich von Mondenschein
Von Grabesduft und Kerzenlicht
Doch war mein Glueck mir bald zu klein
Was einst mein Blut, genuegt' mir nicht

So fiel mir zu ein and'rer Quell
Voll Qual und Schmerz, der Todeskuss
Und doch auch er versiegte schnell
Was blieb, war Schuld und Traenenfluss

Und nun lieg' ich, dem Sterben nah
Bis zu Asch' verbrenne ich
Erkenn' das Scheusal, das ich war
Will dafuer suehnen, ewiglich
 
~*~

Ich persoenlich finde das Gedicht grausig, aber vielleicht seid ihr ja anderer Meinung...
 

22.06.2006 um 14:38 Uhr

Eisblumen (16.6.2006)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Vanitas

Ein Winter, so grausam und kalt
Verhuellt unsre Seelen mit aller Gewalt
Wie Baeche gefriert unser Blut
Vergeht jede Waerme, erlischt jede Glut

Und Eisblumen bluehen bald starr
Im frosttoten Herzen, dornig und klar

Dort, wo die Zeit nie verrinnt
Wo niemals je mehr der Fruehling beginnt
Haelt Einzug die ewige Nacht
Gnadenlos, still, mit eisiger Macht

Das Jenseits verstrahlt seinen Glanz
Wie sterbende Sonnen beim Totentanz

Verschlossen die Augen, voll Schmerz
Beruehrt keine Waerme das sterbende Herz
Ein Winter, so grausam und kalt
Verhuellt unsre Seelen mit aller Gewalt
 

22.06.2006 um 14:15 Uhr

Vor der Dunkelheit (28.5.2006)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Vanitas

Siehst du das Licht dort im finsteren Tal?
Es leuchtet den Seelen, erhellt diesen Ort
Doch waehrend sie feiern das End' ihrer Qual
Sind's nur noch Momente, schon ist es fort

Und hoerst du das Rauschen in klarer Nacht?
Zwischen den Wipfeln der Baeume so schwer
Es singt und es tanzt, es redet und lacht
Und dennoch sind alle Herzen so leer

Hoerst du der Nachtigall Sang in den Rosen?
Blutig, voll Dornen, im Mondenschein
Rot wie die Lippen, die einander liebkosen
So nah beieinander und dennoch allein

Spuerst du den Schmerz in eiskalten Traenen?
Purpurn und dunkel, einsam verrinnt
Scharlachrot' Rinnsal, flammendes Sehnen
Bis die eisigste Grabnacht beginnt
 

19.04.2006 um 16:27 Uhr

Der Fluss der Zeit (18.4.2006)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Vanitas

Mit dem Schwinden der Jahrzehnte
Augenblick voll grauem Licht
Rankt der Rosen schwarze Blüte
Rankt und dornt, bis bald sie bricht

Und das Blut aus erd'nen Adern
Gießt des Himmels Fundament
Zerreißt des Lebens dichte Schleier
Tauvereist, bis bald es brennt

Und der Docht der Lebenskerze
Brennt alsbald dem Ende zu
Zerreißt der Rosen schwarze Blüte
Rußverschmiert und deckt sie zu

Ein Leichentuch aus vielen Jahren
Rabengrau und weiß bestickt
Ein zartes Antlitz, kalt geworden
Ein zartes Lächeln man erblickt

10.04.2006 um 12:35 Uhr

Requiem (8.4.2006)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Vanitas

Der Herbst verging, der Winter naht´
Und mit ihm auch die Hoffnung fiel
Wo meine Zuflucht einstmals ward
Rankt Spinnenweben Schattenspiel

Meiner Jugend Sturm und Drang
Wich des Todes grauer Flut
Der Wind, durch den die Harfe sang
Löschte aus die heisse Glut

Das wache Herz, das so viel sprach
Und die Augen, niemals blind
Als schwarze Höhlen liegen brach
Nicht mehr als Asche sie noch sind

Und wieder heisst der Sieger "Tod"
Und kämpfte ich auch noch so sehr
Für eine Sehnsucht in der Not
Am Ende trug sie doch nicht mehr

18.02.2005 um 23:23 Uhr

Die Zuflucht (18.2.2005)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Vanitas

Dunkler Hauch befaengt die Seele
Ein Nebelschleier aus verlorenen Traeumen
Aus erkalteten Lieben
In denen Sehnsucht alleinig noch brennt

Will nicht laenger an deiner Pein verwelken
In der zarten Bluete des Rosengartens
Findet sich meine Zuflucht
Fuer die ewig waehrende Dunkelheit

Wenn durch die dunstigen Naechte ich wate
Eiseshauch auf erblassender Stirn
Spuere das Leid meine Brust bedruecken
Sollte nicht die Kerze erloeschen?

Bevor mich die Waeme laenger verirrt
Vergaenglichkeit ist unser aller Los
Stetiges Verwesen jede Hebung des Atems
Jeder Lidschlag zerstoert diese Welt

Ein Windhauch nur, um wir sind vergangen
Geschaffen nur, um zu Staub zu verfallen
Verfallen zu lassen...
Warum nun trotzdem wir unserer Natur?

Weiter ziehen sich stetig dumpfe Schritte
Morgentau als der Mond versinkt
Troepfelnd, schwaerzlich auf grauem Gestein
Und genauso ersterbend die Quelle des Lebens...

09.01.2005 um 19:36 Uhr

Vanitas (9.1.2005)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Vanitas

Every breath is a smile of death
Every tear brings us closer to gloom
Transitoriness is our only true god
Life is only leading to the end
Thus all living is not more than dying

Why do you fear eternity?
Perrishing is every beauty
Birth and decay are the circle of life
So why does your soul cry out in pain
When farewell calls?

We know that there's no eternal youth
But does a soul know what the mind has accepted?
So never we'll lose what we loved without pain
Until time comes for us to be lost ourselves
When our bodies are dust, our souls remain shadows

Ain't it paradox to love life, the part just of dying
And hating death itself?
But who of you all wants to think of the end?
And still life's bloom is death
And death's bloom is life.