Gedichte,
Kurzgeschichten,
Momentaufnahmen

12.01.2007 um 15:56 Uhr

Narren (12.1.07)

Manchmal woellt ich Narren schimpfen
Euch alle, die ihr vor mir steht
Tief bis zum Hals in Nebelsuempfen
Und nichts mehr von der Wahrheit seht
 

Was nicht in eure Lehren fuegt
Sich, sondern frei sei Leben waehlt
Was nicht sein ganzes Dasein luegt
Wird von euch schnell zum Wahn gezaehlt

Doch sollt als Suender buessen ich
Ich lacht euch eitel aus
Von Menschen, die nur blenden sich
Geht keine Wahrheit aus

(Ueberarbeitungsvorschlaege sind immer gerne gesehen)

cn P

18.12.2006 um 16:29 Uhr

Die Voeglein singen weiter (10.11.06)

Ein weisses Netz faellt ueber die Welt
Das Band, das sie zusammen haelt
Droht unter der Last zu brechen

Man hoert die Raben kraechzen
Und lautstark bricht ein Ast
Zerklirrt am Grund, von Eis umfasst

Und wie der Blaetter viel'
Faellt auch ein Mensch, ganz ohne Ziel
Zu Boden und zerschellt

Was kuemmert es die Welt?

Die Voeglein singen weiter.

18.12.2006 um 16:27 Uhr

Rosenbluete (9.11.06)

Als sie des Fruehs die Rosen sah
So rot, wie frisches Blut
War schnell die Hand den Dornen nah
Doch Mutter losch die Glut

Als sie des Mittags wiederkehrt'
Das Leuchten sie verfuehrt'
Doch Mutter fasste ihren Arm
Bevor sie es beruehrt

Am Abend dann, als Mutter schlief
Das Maedchen wollte gehn
Hinaus an jenen Teichesrand
Wo hoch die Rosen stehn

Doch als sie stand am Ufer da
Sah nichts mehr dort, was glueht
Sie war bestuerzt, den Traenen nah
Die Rosen laengst verblueht

18.12.2006 um 16:26 Uhr

Theorie (9.11.06)

Sie glauben, weis' und stolz zu sein
An Wissen reich, ihr Rat sei gross
Und reden all den Jungen ein
Sie seien Narren bloss
 

Sie predigen Angst vor der Welt
Man solle leben, doch bedacht
Doch was der Narr fuer Denken haelt
Hat niemand' weit gebracht

So mahnen sie und lehren sie
Und sperren ein den Geist
So dass die Jugend lerne nie
Was "Leben" wirklich heisst

In Theorie begraben, dumm
So endet dann das Lied
Die Jungen bleiben weiter stumm
Den Narren galt der Sieg

09.11.2006 um 01:28 Uhr

Rost (9.11.2006)

Ein fahler Schein durch die milchigen Fenster
Halbtransparent und eisern das Dach
Obwohl seit Jahrzehnten
Unzaehlige Menschen passierten
- Dieser Ort, er ist und bleibt stumm.

 

Die kalten Mauern schlucken jeglichen Laut
Jegliche Waerme flieht durch die Tore
Hier drin nicht mehr als ein Vakuum
Seele und Geist - alle Gedanken
Haben nicht Raum in der Leere.

Und an diesem Ort, gar grausige Fratzen
Seelenlos-kuehl, apatisch erstarrt
Sie haengen wie Tafeln
Eines Grabes - Epitaphen
- In diese Folge reiht alles sich ein

22.06.2006 um 14:34 Uhr

Identity (16.6.2006)

Look at the mirror
Tell me: What do you see?
You can name every detail
But can you identify me?

You tell me you saw
Black hair on a pale ground
Black eyes and a black dress
But is it this what does count?

You tell me you thought
I was dreary and sad
I was evil and scary
I was godless and mad

Look at the mirror
You think you could see?
I tell you: You can't!
So why are you labelling me?

~*~

Vor gut einer Woche ueberarbeitete ich dieses Gedicht, deswegen das neue Datum, allerdings ist dieser gedankliche Erguss schon etliche Jahre alt, urspruenglich im Unterricht entstanden und stammt aus einer Phase, wo ich mich noch taeglich mit Menschen herumstreiten musste, weil sie sich irgendwie nicht mit meinem aeusseren Erscheinungsbild abfinden konnten. Duerfte so um 2000 rum gewesen sein, da war ich 14.
 

19.04.2006 um 16:35 Uhr

Narrenspiel (18.4.2006)

Ein Narr sitzt am Boden und blickt in ein Glas
Fuer ihn ist es nicht viel mehr als ein Spass
Er weiss nicht, dass er in jeder Hand haelt
Tod und Verderben, die Scherben der Welt

Das Glitzern und Funkeln hat ihn schon verfuehrt
Ihn, der gern in Trug sich spuert
Ein Regenbogen, rosaner Schein
Laden zu Uebermut sein Seelchen ein

Ein Jauchzen, ein Freuen, und er sieht hinein
"Kann das wirklich die Zukunft mir sein?"
Er wirft hoch den Spiegel und schon er zerschellt
Nichts und niemand mehr bleibt von der Welt

Und schon fliessen Traenen, instaendig, heiss
Uebermut, Unschuld und das ist der Preis
Und er versteht doch immernoch nicht
Es geschieht nicht von selbst, dass ein Spiegel zerbricht

23.01.2005 um 19:40 Uhr

Die Stadt (23.1.2005)

Grauschwarz ziehen Regenwolken
Ueber der toten Stadt umher
Kalkweiss liegen ihre Schemen
In dem tiefen Truemmermeer

Kein Laut mehr toent aus ihren Adern
Vergangen laengst die alte Pracht
Der Krieg hat alles aufgesogen
Taucht die Welt in ew'ge Nacht

Ein letzter Schein von Helligkeit
Dringt aus zerriss'nen Wolken vor
Schenkt den Ruinen schwarze Schatten
Als ein letztes Trauerflor

Wieso nur musste alles sterben?
Lernt der Mensch denn nie genug?
Und so zieht ein Heer von Wolken
Als der Opfer Trauerzug

09.01.2005 um 22:03 Uhr

Réponse

Schwalben ziehen schweigend am Horizont
Die Daemmerung traegt Roete in das Tal
Bald schon werden Mond und Sterne strahlen
Am dunkelblauen Firmament

Ein sanfter Wind traegt leises Fluestern
Durch das Land, das dunkel liegt
Unter der silbernen Wolken Schimmer
Ein letztes Rascheln saeuselt im Geaest

Schwarz liegt der Wald bis in den Morgen
Wo hellgelber Schein hinter ihm bricht
Die ersten Voegel beginnen zu singen
Die Sonne auf die Augen faellt

Laerm entflieht aus Staedten und Doerfern
Nur ein weiterer Tag hat begonnen
Nur eine langweilige Alltagsgeschichte
Und ihr liebt sie mehr als Gesellschaftskritik
Denn ihr seid diese Gesellschaft!


~*~

Das wollte ich nur mal loswerden... Denn ich bin mir sicher, dass dieses sinnlose Gedicht mehr Liebhaber gefunden haben wird, als all meine anderen, die wirklich tiefsinnige Dinge ansprechen. Aber das war eigentlich klar... Von Denken will der gemeine Mensch im Allgemeinen leider nichts wissen... Immer nur einlullen lassen... Bloss nicht das Hirn einschalten. Und sich dann dumm fragen, wieso die Welt so schlecht ist, wie sies ist...

cn P

21.11.2004 um 18:31 Uhr

(9.7.2004) - Das geht schon wieder mehr zum Klischee hin...

Eiseshauch umhuellt so starr mein Herz
Ewigkeit brennt meiner Seele Schmerz

Und du kennst nicht die Dunkelheit
In der ich lang versunken bin

Und du weisst nicht von jenen Sagen
Die meinen Geist gefangen halten

Sternennacht, so klar wie kalt der Tod
Nebelpracht, so grau wie tief die Not

Und du verstehst nicht tiefes Leid
In dem ich lang verzweifelt bin

Und du erkennst nicht stetes Sterben
Das mich bald zerfressen hat

Totenmond, so alt wie die Trauer
Grabesnacht, so schwer wie die Seele

Und du kennst jene Seele nicht
Dir verfallen ist der Schwaerze

Und du verstehst das Weinen nicht
Das meine Welt ertraenkt

Himmelszelt, so fein, wie Traeume zart
Seidengarn, so leicht, wie mein Herz schwarz

Und du wirst nie verstehen